Dieter Nuhr führt keine Islamhetze!


Die Dunkelziffer soll darauf hindeuten das es diese radikalen Tendenzen öfters gibt als man denkt. Komischerweise werden andere Fälle nicht wirklich erwähnt. Während der Islam ständig in den Medien ist (Medienmanipulation)

Ich meine, auf mich wirkt das von manchem geschriebene, so als wären diese radikalen Tendenzen, nur im Islam zu finden, da läuten bei mir einfach die Alarmglocken und ja das würde ich auch für Christen machen. Meines Erachtens muss ich da einfach eingreifen und andere Gruppen (KKK) aufzeigen und vergleichen damit manche mal wieder zur Vernunft kommen.


Ich wollte in der Hinsicht also wirklich das ganze etwas ausgleichen damit keine Vorurteile entstehen aber damit will ich nicht die Taten des IS legitimieren. Das ganze sollte mMn, einfach in einem Vernünftige Rahmen bleiben.
Hallo Tobias,
Zitat:
Kritisches Denken scheint sich bei dir, so zeigst du dich hier zumindest, völlig unkritisch über Religionen herzuziehen. Jede Quelle und jedes Argument, egal wie unsachlich und unfair, scheint dir dabei recht zu sein.



Es geht nicht um die Muslime, sondern um die Auswüchse des Islams und ob diese Auswüchse durch bestimmte Eigenschaften der Religion gefördert werden.
Ich habe nicht behauptet, daß diese Seiten unbedingt eine vollständige und sachlich 100% richtige Einschätzung einer Religion reflektieren.Aber sie bringen Zitate von Suren und von einer historischen Einschätzung des Islams zu einer bestimmten Zeit. Entweder du akzeptierst diese oder widerlegst sie. Mein Wissen reicht dafür nicht aus. Aber zu sagen, ich gehe damit unkritisch um, zeigt wiederum deine Unfähigkeit auf vorgebrachte Argumente zu antworten.
Burkl ist nicht der einzige, der hier so schreibt.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo JimHa,

Zitat:
1. Ich habe nie behauptet das man hinter jeder Nachricht eine Verschwörung vermuten sollte auch habe nie behauptet das nur die westlichen Medien manipuliert wären. Das willst du mir nur andichten um mich als typischen Narr darzustellen.

Ich will niemanden etwas andichten. Tatsache ist, daß der Islam im Westen erst verstärkt wahrgenommen wurde nach den Anschlägen in NewYork. Tatsache ist auch, daß die hier geplanten, aber verhinderten oder fehlgeschlagenen Attentate zeigen, daß wir es hier mit einer höchst aktiven terroristischen Gruppierung zu tun haben, die auch in Zunkunft versuchen wird, westliche Wertvorstellungen mit allen Mitteln zu untergraben.
Tatsache ist auch, daß es rechts- und linksextreme und religiöse Gruppen gibt, die in der Gewaltbereitschaft den Islamisten nichts nachstehen.
Aber 1. sind sie meines Erachtens zur Zeit nicht so aktiv und 2. glaube ich nicht, daß es sich irgendein Pressemedium nehmen lassen würde, über solche Taten zu berichten, schon allein um die Sensationslust zu befriedigen.

Zitat:
2. Die wenigsten dieser Verbrechen haben mit Extremismus zu tun? Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Ist das deine persönliche Meinung oder hast du irgendwelche Quellen?

Nein, habe ich nicht. Und es gibt sicher blamable Fehleinschätzungen von Behörden, die teilweise auf dem rechten Auge blind waren.
In der Gesamtheit der Kriminalfälle von Mord und Totschlag machen sie allerdings nur einen kleinen Teil aus. Lt Wikipedia machen zB die rechtsextremen Morde von 1990 bis 2011 60 Personen aus. Eine andere Statistik weist für den Zeitraum von 1994-2012 ca 6-7000 Gesamtmordfälle aus. Genaue Statistikhttp://de.wikipedia.org/wiki/Mord_%28Deutschland%29
Selbst wenn man das für alle extremen Gruppen hochrechnet, kommt man wohl auf nicht mehr als 10-15 % aller Morde.

Zitat:
Aber dennoch, der Fokus auf den gewalttätigen Islam bleibt. Ukraine, Syrien oder die Rebellion in Katar und Yemen sind einfach nicht mehr so vorhanden wie es sein sollte.

Hier gebe ich dir recht. Aber diese Probleme werden nicht so in unser Land transportiert wie der Islamismus und damit als Gegenreaktion das Erstarken des Rechtsextremismus. Syrien, Katar und Yemen sind zudem Staaten, in denen es sowieso keine demokratische Grundordung gibt und daher sowieso mit Skepsis betrachtet werden.


Zitat:
Extra noch mal für dich: Ich befürworte keine terroristischen Aktionen auch möchte ich sie nicht in ein "besseres Licht" rücken. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass manche Sachen gefördert werden während andere völlig in Vergessenheit geraten. Damit möchte nicht sagen es gäbe keinerlei Probleme in den muslimischen Nationen, aber sie sind nicht schlimmer als Rechtsextremismus oder andere fanatische Gruppierungen.


Hier stimme ich dir voll und ganz zu. Im Gegensatz zu dir glaube ich allerdings nicht, daß die anderen Gruppierungen ganz bewußt nicht in den Nachrichten gemeldet werden. Ich denke, daß sie einfach zur Zeit weniger aktiv sind bzw solche Meldungen schnell wieder durch andere Nachrichten verdrängt werden und somit nur als Randnotiz wahrgenommen werden.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Busshari hat folgendes geschrieben:
Steuern als Unterwerfung zu bezeichnen ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen - klingt nach kommissarischer Reichsregierung.


Steuern waren schon in der gesamten Geschichte politischer Herrschaft ein, wenn nicht das, zentrale Element. Man schaue in die gesamte politische Geschichte und Steuern waren schon immer ein zentraler politischer Streitpunkt, nämlich wer wie viele Steuern erheben darf mit welcher Berechtigung und mit welchem Zweck. Dass allein ein Parlament (in neuster Zeit von der gesamten erwachsenen Vollbürgerschaft) verbindliche Steuern (mehr oder weniger) Allen für das (vermeintliche) Gemeinwohl erheben darf ist die spezifische Lösung die man in der europäische Moderne als Antwort darauf gefunden hat. Alle scheinen dem aber noch immer nicht zuzustimmen, denn sonst würden nicht so viele Leute die Steuer prellen und Steuern wären nicht auch das Dauerthema in allen möglichen Wahlkämpfen.

Es sei nur einmal daran erinnert das sowohl die Revolution der 13 britischen Kolonien in Nordamerika als auch jene in Frankreich letztlich aus den Steuererhöhungen im Anschluss an den Siebenjährigen Krieg entstanden sind. Im Kern waren das Steuerrevolten.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Steuern waren schon in der gesamten Geschichte politischer Herrschaft ein, wenn nicht das, zentrale Elemen


Schon, aber Steuern zu zahlen bedeutet nicht, dass man sich unterwirft.[/quote]
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Steuern waren schon in der gesamten Geschichte politischer Herrschaft ein, wenn nicht das, zentrale Elemen


Schon, aber Steuern zu zahlen bedeutet nicht, dass man sich unterwirft.


Doch, nämlich der politischen Ordnung. Du magst das als legitim empfinden (ich auch), aber das ändern nichts an der Tatsache.
Burkl hat folgendes geschrieben:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/christentum-im-koran-wie-der-islam-jesus-wirklich-sieht-1.1088534

Das ist ein wirklich guter Artikel aus dem wie ich meine so etwas wie die Seele eines gesunden islamischen Glaubens spricht.

Für mich ist der Islam der sicherlich gut gemeinte Versuch den abrahamitischen Glauben zu reformieren. Da es aber ein menschliches Unterfangen war mündete der anfängliche Idealismus in die so typischen weltlichen Wirrungen von Macht, Politik und Krieg. Der Islam ist eine Religion, die viel Wahres und Gutes enthält - das Christentum hat Mohammed nie richtig verstanden. Er hat sozusagen "daran vorbeireformiert", indem er die zentralen Elemente wie Kreuzigung Jesu und die Auferstehung schlichtweg leugnet betrifft der Schritt, den er gegangen ist, die Christen wesensgemäß nicht. In dem Moment, wo er das bemerkte, wurde auch die "Gangart" härter. Das typisch menschliche Muster der Macht - zuerst "nett" und dann frei nach Nietzsche: Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt...

Dennoch - ich bin überzeugt, dass es an den Menschen liegt aus ihrer Religion etwas zu machen. Auch der Islam hat hier Potential. Die hässliche Fratze eines IS ist jedenfalls nicht im Geiste des weisen Staatenlenkers und Feldherrn Mohammeds, der für seine Zeit durchaus "zivilisiert" Kriege führte. Mit Jesus Christus hat seine Botschaft im Kern aber nicht viel gemein - außer die Berufung auf den einen Gott, was aber immerhin ein Anknüpfungspunkt für tiefen gegenseitigen Respekt zwischen Muslimen und Christen bilden sollte.

Danke lieber Burkl,
Mit diesem Beitrag hast du mich auf eine wie ich finde sehr interessante Idee gebracht
Es ist schon auffällig, dass hier zwischen dem "netten" und dem "harten" Mohammed scheinbar ein Bruch stattfindet. Ich kenne mich ein bisschen mit Mohammeds Biographie (überwiegend nach Ishaq) aus und konnte so auch schnell eine Zeit für diesen Bruch ausfindig machen: Die Hidschra und damit der Beginn der Islamischen Zeitrechnung. In Medina angekommen fängt nämlich der friedliche Mann plötzlich an, vorbeiziehende Karawanen zu überfallen. Man mag es kaum glauben, aber dieser Bruch wird auch tatsächlich vom edlen Koran unterstützt! Wenn man den nämlich mal chronologisch aufbaut, dann finden sich in den ersten 86, den mekkanischen Suren, keinerlei Aufrufe zur Gewalt, dafür geballt in den folgenden medinesischen. Gepaart mit dem sog. "Abrogationsprinzip" ergibt das eine für mich haarsträubende Erkenntniss, zu der auch der Autor des folgenden Artikels gekommen ist:
http://www.pi-news.net/2010/03/das-abrogationsprinzip-im-koran/
Wenn man das (verständlicherweise) nicht ganz durchlesen will, dann schaue man sich das Fazit ganz am Ende an
Für das dort genannte Phänomen hätte ich spontan drei Erklärungsansätze:
1. Der Islam war von Anfang an von Mohammed nur zur Täuschung gedacht (wie es der Autor einem klarmachen will)
2. Mohammed wollte ursprünglich mit einer Reform etwas Gutes tun, griff dann aber zur Gewalt, als das nicht richtig funktionierte (Burkls Sicht, wenn mich nicht alles täuscht)
3. Die mekkanischen Suren waren tatsächlich von Gott eingegeben, doch danach kam Mohammed aus irgendwelchen Gründen vom rechten Weg ab

Ich würde aus dem Bauchgefühl heraus, die dritte These vertreten. Gründe für den "Verfall" könnten sein:
1) Mohammed war vom Tod seines Onkels und seiner Frau und der anschließenden Vertreibung so gedchockt, dass er auf Rache sann
2) Mohammed sah in Medina, was möglich ist, wenn man verschiedene Parteien vereint und kriegte auf einmal eine Vision von eibem arabischen Staat, verfiel damit der Gier nach Macht um Ruhm
3) Mohammed trieben vor allem wirtschaftliche Gründe und als er einmal dabei war, machte er gleich weiter

Gut möglich auch eine Vermischung der drei. Aufjedenfall ein spannendes Thema, an dem ich dranbleiben will.

Zum Schluss möchte ich mich entschuldigen, dass ich da oben schon wieder so einen "Hetzartikel" verlinkt hab. Es ging mir da nur um einen wie ich finde wahren Kern. Die Folgerungen, die der Autor darazs schließt, unterstütze ich jedoch ausdrücklich nicht!

Liebe Grüße,
Cacau
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Die Gottheit lebt in den Details.
Cacau hat folgendes geschrieben:
In Medina angekommen fängt nämlich der friedliche Mann plötzlich an, vorbeiziehende Karawanen zu überfallen.


In den ersten Monaten nach der Hidschra galt weiterhin das vorherige Gewaltverbot:

"Haltet eure Hände zurück" (Koran 4,77)

Erst in den folgenden Monaten änderte sich die Lage, dass eine Gegenwehr denkbar wurde:

"Denjenigen, die bekämpft werden, ist die Erlaubnis erteilt worden [sich zu wehren], weil ihnen Unrecht geschehen ist." (Koran 22,39)

Sich für Angriffe auf das eigene Gemeinwesen mit Überfällen auf den Handel des anderen zu wehren war unter den spätantiken Arabern derweil üblich. Ökonomisch gesehen hatten die migrierten mekkanischen Muslime keiner andere Lebensgrundlage mehr. Erst bei der Schlacht von Badr beteiligten sich auch Muslime aus Medina. Diese hatte man auch sehr überraschend gewonnen, da man eigentlich mit keiner Schlacht rechnete und man eigentlich kein geordnetes Militär hatte:

"Gott hat euch doch in Badr zu Sieg verholfen, während ihr ein bescheidener, unscheinbarer Haufen waret." (Koran 3,123)

Cacau hat folgendes geschrieben:
Man mag es kaum glauben, aber dieser Bruch wird auch tatsächlich vom edlen Koran unterstützt!


Was das Gottesvolk in der Vergangenheit so alles an Gewalt durfte, wenn es notwendig erschien, darüber gibt auch die Hebräische Bibel intensiv Auskunft.

Cacau hat folgendes geschrieben:
Wenn man den nämlich mal chronologisch aufbaut, dann finden sich in den ersten 86, den mekkanischen Suren, keinerlei Aufrufe zur Gewalt, dafür geballt in den folgenden medinesischen.


Tatsächlich gibt es inhaltlich einen Unterschied zwischen der mekkanischen und medinesischen Phase von Mohammeds Prophetentum. Der liegt aber nicht nur im Gewalt begründet. Der zentrale Unterschied dürfte sein, dass Mohammed in Mekka ein unterdrückter Prediger-Prophet einer monotheistischen Botschaft war, die besonders auf Reinheit und das göttliche Gericht bedacht war. In Medina wurde er zum Oberhaupt eines Gemeinwesens für dessen Funktion es galt Reglungen aufzustellen. Wie bei vielen Stämmen der damaligen Zeit spielte dabei die Reglung des Kampfes und des Krieges eine gewichtige Rolle.

Cacau hat folgendes geschrieben:
Gepaart mit dem sog. "Abrogationsprinzip" ergibt das eine für mich haarsträubende Erkenntniss,


Wie weit dieses Prinzip gilt und in welchem Umfang und wie es dann bei konkreten Fällen aussieht ist sehr komplex. Die unter Islamkritikern und Islamhassern verbreitete Auffassung alle friedlichen und liberalen Elemente des frühen Islams würden durch spätere gewaltsame und unterdrückerische Elemente abgeschafft ist auf jeden Fall in dieser Generalität nicht haltbar.

Cacau hat folgendes geschrieben:
zu der auch der Autor des folgenden Artikels gekommen ist: [Link zu PI-News]


Es dürfte nun kaum verwundern das auf "Politically Incorrect" solches behauptet wird. Die Webseite ist für ihre islamfeindliche und rechtspopulistische bis rechtsextreme Meinungsmache bekannt und ist auch mit weiteren solcher Netzwerke verbandelt. Man kann hier durchaus von einer Szene in dieser Richtung sprechen. Das sollte wohl kaum die Anlaufstelle für sachliche Informationen über den Islam sein.

Cacau hat folgendes geschrieben:
Für das dort genannte Phänomen hätte ich spontan drei Erklärungsansätze:
1. Der Islam war von Anfang an von Mohammed nur zur Täuschung gedacht (wie es der Autor einem klarmachen will)
2. Mohammed wollte ursprünglich mit einer Reform etwas Gutes tun, griff dann aber zur Gewalt, als das nicht richtig funktionierte (Burkls Sicht, wenn mich nicht alles täuscht)
3. Die mekkanischen Suren waren tatsächlich von Gott eingegeben, doch danach kam Mohammed aus irgendwelchen Gründen vom rechten Weg ab


Das sind wohl eher völlig willkürliche Behauptungen, die alle von vorn herein davon ausgehen das Mohammed, zumindest irgendwann, gelogen oder betrogen hätte. Warum kommt der Autor nicht auf so naheliegende Ideen sich mal die sonstigen Sitten der Araber und die ökonomischen Zusammenhänge anzuschauen? Oder einen Vergleich mit sonstigen Ideen des 'heiligen' oder 'gerechten' Krieges vorzunehmen?

[/quote]
Tobias hat folgendes geschrieben:
Cacau hat folgendes geschrieben:
In Medina angekommen fängt nämlich der friedliche Mann plötzlich an, vorbeiziehende Karawanen zu überfallen.


In den ersten Monaten nach der Hidschra galt weiterhin das vorherige Gewaltverbot:

"Haltet eure Hände zurück" (Koran 4,77)

Das ist korrekt, da habe ich mich ungenau ausgedrückt.

Zitat:
Erst in den folgenden Monaten änderte sich die Lage, dass eine Gegenwehr denkbar wurde:

"Denjenigen, die bekämpft werden, ist die Erlaubnis erteilt worden [sich zu wehren], weil ihnen Unrecht geschehen ist." (Koran 22,39)

Und genau hier liegt der springende Punkt: Buddha und Jesus, auf den sich Mohammed u.a. beruft, lehrten uneingeschränkte Feindesliebe. Mohammed kehrt an dieser entscheidenden Stelle zurück zum Auge um Auge-Prinzip. Aber Feindschaft lässt sich nicht durch Feindschaft besiegen. Umso erstaunlicher, wenn Gott ihm das eingeben würde, wo anders als bei Mose Jesus mit dem Gegenbeispiel sogar schon da war.


Zitat:
Sich für Angriffe auf das eigene Gemeinwesen mit Überfällen auf den Handel des anderen zu wehren war unter den spätantiken Arabern derweil üblich. Ökonomisch gesehen hatten die migrierten mekkanischen Muslime keiner andere Lebensgrundlage mehr. Erst bei der Schlacht von Badr beteiligten sich auch Muslime aus Medina. Diese hatte man auch sehr überraschend gewonnen, da man eigentlich mit keiner Schlacht rechnete und man eigentlich kein geordnetes Militär hatte:

"Gott hat euch doch in Badr zu Sieg verholfen, während ihr ein bescheidener, unscheinbarer Haufen waret." (Koran 3,123)

Ich stimme zu: Mohammed war ein hervorragender Staatsmann, ein starker Feldheer und obendrein noch für sein Umfeld recht "zivilisiert". Aber ich lehne es ab, dass ein Mann, der das Siegel der Propheten sein will, sich an ökonomischen und gesellschaftlichen Faktoren orientiert, zumal wieder der Querverweis zu Jesus, der seine Botschaft auch ohne irdische Macht und Wohlstand und ohne Gewalt vermitteln konnte.

Zitat:
Cacau hat folgendes geschrieben:
Man mag es kaum glauben, aber dieser Bruch wird auch tatsächlich vom edlen Koran unterstützt!


Was das Gottesvolk in der Vergangenheit so alles an Gewalt durfte, wenn es notwendig erschien, darüber gibt auch die Hebräische Bibel intensiv Auskunft.

Auch hier vollkommene Zustimmung. Der Tanach steht für mich auf ähnlicher Stufe wie der Koran. Doch legitimiert das alle Taten und Lehren Mohammeds ? Ich glaube nein.

Zitat:
Cacau hat folgendes geschrieben:
Wenn man den nämlich mal chronologisch aufbaut, dann finden sich in den ersten 86, den mekkanischen Suren, keinerlei Aufrufe zur Gewalt, dafür geballt in den folgenden medinesischen.


Tatsächlich gibt es inhaltlich einen Unterschied zwischen der mekkanischen und medinesischen Phase von Mohammeds Prophetentum. Der liegt aber nicht nur im Gewalt begründet. Der zentrale Unterschied dürfte sein, dass Mohammed in Mekka ein unterdrückter Prediger-Prophet einer monotheistischen Botschaft war, die besonders auf Reinheit und das göttliche Gericht bedacht war. In Medina wurde er zum Oberhaupt eines Gemeinwesens für dessen Funktion es galt Reglungen aufzustellen. Wie bei vielen Stämmen der damaligen Zeit spielte dabei die Reglung des Kampfes und des Krieges eine gewichtige Rolle.

Wieder gibt es historisch wohl nichts zu beanstanden. Und wieder die Frage: Wieso bedarf es weltlicher Macht und Regelungen um die letzte große Botschaft Gottes zu vermitteln?

Zitat:
Cacau hat folgendes geschrieben:
Gepaart mit dem sog. "Abrogationsprinzip" ergibt das eine für mich haarsträubende Erkenntniss,


Wie weit dieses Prinzip gilt und in welchem Umfang und wie es dann bei konkreten Fällen aussieht ist sehr komplex. Die unter Islamkritikern und Islamhassern verbreitete Auffassung alle friedlichen und liberalen Elemente des frühen Islams würden durch spätere gewaltsame und unterdrückerische Elemente abgeschafft ist auf jeden Fall in dieser Generalität nicht haltbar.

Genau an diesem Punkt sehe ich die große Chance für den Islam, die einige in diesem Thread wohl schon nicht mehr sehen. Gruppen wie die Ahmadiyya oder auch die Aleviten setzen sich bereits für ein liberaleres Verständnis des Islams ein. Wenn man das Verhältnis von den Suren für die Rechtssprechung zugunsten der mekkanischen Kippen würde, wäre ein Umschwung möglich, der hoffentlich in naher Zukunft erfolgt. Vielleicht braucht es dafür noch einen muslimischen Luther...

Zitat:
Cacau hat folgendes geschrieben:
zu der auch der Autor des folgenden Artikels gekommen ist: [Link zu PI-News]


Es dürfte nun kaum verwundern das auf "Politically Incorrect" solches behauptet wird. Die Webseite ist für ihre islamfeindliche und rechtspopulistische bis rechtsextreme Meinungsmache bekannt und ist auch mit weiteren solcher Netzwerke verbandelt. Man kann hier durchaus von einer Szene in dieser Richtung sprechen. Das sollte wohl kaum die Anlaufstelle für sachliche Informationen über den Islam sein.

Das habe ich auch nicht behauptet. Mir ist klar, dass der Artikel sehr polemisiert, allerdings, wie ich finde, auf einer durchaus nachvollziehbarer Grundlage.

Zitat:
Cacau hat folgendes geschrieben:
Für das dort genannte Phänomen hätte ich spontan drei Erklärungsansätze:
1. Der Islam war von Anfang an von Mohammed nur zur Täuschung gedacht (wie es der Autor einem klarmachen will)
2. Mohammed wollte ursprünglich mit einer Reform etwas Gutes tun, griff dann aber zur Gewalt, als das nicht richtig funktionierte (Burkls Sicht, wenn mich nicht alles täuscht)
3. Die mekkanischen Suren waren tatsächlich von Gott eingegeben, doch danach kam Mohammed aus irgendwelchen Gründen vom rechten Weg ab


Zitat:
Das sind wohl eher völlig willkürliche Behauptungen, die alle von vorn herein davon ausgehen das Mohammed, zumindest irgendwann, gelogen oder betrogen hätte. Warum kommt der Autor nicht auf so naheliegende Ideen sich mal die sonstigen Sitten der Araber und die ökonomischen Zusammenhänge anzuschauen? Oder einen Vergleich mit sonstigen Ideen des 'heiligen' oder 'gerechten' Krieges vorzunehmen?

Nicht zwangsläufig: Bei Punkt 3 wäre es durchaus möglich, dass Mohammed irgendwann
Gottes Stimme nicht mehr klar von seiner eigenen unterscheiden konnte. Mir ist klar, dass diese Worte einem Moslem ziemlich wehtun werden, aber ich persönlich kann mit Mohammeds "göttlich legitimierten Verteidigungskriegen" einfach wenig anfangen, weil sie ihm rein weltlich auch immer irgendwie in die Karten zu spielen schienen. Nichtsdestotrotz stimne ich dir zu, dass die von mir genannten nicht die einzigen Optionen wären. Mich davon zu überzeugen, dass die "kriegerischen Verse" in einem ewiggültigen Buch, in welcher Situation auch immer offenbart, gottgegeben seien, wird aber schwer. Letztlich ist das ja aber auch nicht deine Aufgabe Du darfst es natürlich versuchen, wenn du dich berufen fühlst
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Die Gottheit lebt in den Details.
Hallo Cacao
Zitat:

Tobias schrieb:
Wie weit dieses Prinzip gilt und in welchem Umfang und wie es dann bei konkreten Fällen aussieht ist sehr komplex. Die unter Islamkritikern und Islamhassern verbreitete Auffassung alle friedlichen und liberalen Elemente des frühen Islams würden durch spätere gewaltsame und unterdrückerische Elemente abgeschafft ist auf jeden Fall in dieser Generalität nicht haltbar.
Du hast geantwortet:
Genau an diesem Punkt sehe ich die große Chance für den Islam, die einige in diesem Thread wohl schon nicht mehr sehen. Gruppen wie die Ahmadiyya oder auch die Aleviten setzen sich bereits für ein liberaleres Verständnis des Islams ein. Wenn man das Verhältnis von den Suren für die Rechtssprechung zugunsten der mekkanischen Kippen würde, wäre ein Umschwung möglich, der hoffentlich in naher Zukunft erfolgt. Vielleicht braucht es dafür noch einen muslimischen Luther...

Dazu ein Zitat:

Zitat:
Mohammed war nicht nur Prophet, sondern auch Kriegsherr. Der Jihad, der «heilige Krieg», nicht die friedliche Mission war seither das Mittel, den Islam zu verbreiten. Die Menschen in Damaskus, Jerusalem, und Alexandria wurden nicht nur bekehrt, sondern auch überfallen und unterworfen. Der Islam ist eine Religion der Unterwerfung. Dies heisst aber nicht, dass die Mehrheit der Muslime keinen Frieden will oder ihren Glauben mit Gewalt verbreiten will. Die Gläubigen suchen in der Religion Frieden und Identität. Sich zu einer Religion zu bekennen, die den Anspruch erhebt, die «Umma» eine weltumspannende Gemeinschaft zu sein, bedeutet aber auch, Verantwortung für das zu übernehmen, was im Namen dieser Religion geschieht. Dazu gehört, bestimmte Dinge, die sich im Leben als historisch, überholt oder falsch erwiesen haben, zu erkennen und zu ändern. Und diejenigen zu ächten, die den Namen des Islam missbrauchen.
Diskurs und Zweifel

Der Islam hat es in seiner Geschichte versäumt, diesen theologischen Diskurs zu führen. Der Beitrag islamischer Denker zur Philosophiegeschichte der Menschheit ist auch deshalb in den letzten fünfhundert Jahren kümmerlich und lässt Sektiererei jeden Raum. Dass derzeit die Salafisten mit ihrer regressiven und tumben Ideologie bei Muslimen einigen Erfolg haben, hängt unter andrem damit zusammen, dass es im Islam keinen Standard an Wissen und Bildung in eigener Sache gibt, sondern «Taqlid», die fraglose Übernahme des Vorgegebenen, die Imitation des Ewiggleichen, vorherrscht.

Die friedliebenden Muslime werden den Fundamentalisten so lange argumentativ hilflos gegenüberstehen, solange sie nicht bereit sind, auch den Koran als historischen und zu hinterfragenden Text und den Zweifel als legitim zu betrachten. Die Islamwissenschaft muss einen historisch-kritischen Umgang mit den überlieferten Schriften betreiben, die Muslime müssen in einen Diskurs um ihren Glauben eintreten und sich und anderen beweisen, dass ihre Religion im säkularen Staat angekommen ist. – Es reicht aber das allein kaum, denn solange Angst und Furcht das Verhältnis zu Allah bestimmen, werden auch die Gläubigen nicht frei sein
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http://www.nzz.ch/feuilleton/eine-r.....r-beliebigkeit-1.18387125

Pjotr Kala
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