Warum machen sich lesbische Frauen männlich?


Hallo!

Heute war ich in einem Gender-Studies-Seminar und dort waren sehr viele Frauen, die (dem Anschein nach) lesbisch waren. Viele hatten kurze Haare und haben recht farblose, teilweise unförmige Klamotten getragen und waren auch nicht geschminkt.

Ich weiß, dass nicht ALLE lesbischen Frauen männlich aussehen, aber warum so viele trotzdem?

Ich frage mich, wieso das so ist. Wenn man auf Frauen steht, warum macht man sich dann so unweiblich? Ich verstehe das irgendwie nicht. Lesbisch sein heißt doch nicht gleichzeitig transsexuell zu sein.
Ich habe mich das schon öfter gefragt, aber heute habe ich viele dieser Frauen auf einmal getroffen, deshalb interessiert es mich jetzt.

Das hier soll keine Diskriminierung werden, ich würde gerne ernst gemeinte Kommentare lesen, von Menschen, die das Thema auch ernst nehmen.

Hat jemand eine Idee?
Hallo RoseGarden,

gg, du machst hier den Fehler, daß du alle Lesben "über einen Kamm" scheren willst. Der Bereich der sexuellen Randgruppen hat genau soviele Facetten wie der heterosexuelle Bereich.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
RoseGarden hat folgendes geschrieben:


Heute war ich in einem Gender-Studies-Seminar und dort waren sehr viele Frauen, die (dem Anschein nach) lesbisch waren. Viele hatten kurze Haare und haben recht farblose, teilweise unförmige Klamotten getragen und waren auch nicht geschminkt.

Ich weiß, dass nicht ALLE lesbischen Frauen männlich aussehen, aber warum so viele trotzdem?


Ich würde aufgrund eines bevorzugt legeren Stils nicht auf eine bestimmte sexuelle Orientierung schließen. Haben diese Frauen sich zu der Frage ihrer erotischen Gefühle geäußert?
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Hallo!

Heute war ich in einem Gender-Studies-Seminar und dort waren sehr viele Frauen, die (dem Anschein nach) lesbisch waren. Viele hatten kurze Haare und haben recht farblose, teilweise unförmige Klamotten getragen und waren auch nicht geschminkt.

Ich weiß, dass nicht ALLE lesbischen Frauen männlich aussehen, aber warum so viele trotzdem?

Ich frage mich, wieso das so ist. Wenn man auf Frauen steht, warum macht man sich dann so unweiblich? Ich verstehe das irgendwie nicht. Lesbisch sein heißt doch nicht gleichzeitig transsexuell zu sein.
Ich habe mich das schon öfter gefragt, aber heute habe ich viele dieser Frauen auf einmal getroffen, deshalb interessiert es mich jetzt.

Das hier soll keine Diskriminierung werden, ich würde gerne ernst gemeinte Kommentare lesen, von Menschen, die das Thema auch ernst nehmen.

Hat jemand eine Idee?


Hallo RoseGarden

ich glaube du begehst den Fehler, weibliches Aussehen an den üblichen Schönheitsvorstellungen fest zu machen. Diese sind ja größtenteils von den Medien vorgelebt und darauf ausgelegt besonders auf Männer attraktiv zu wirken.

Wenn man nun aus diesem Fokus rausfällt, eröffnen sich auf einmal viele Möglichkeiten. Auch sind diese Möglichkeiten noch nicht wirklich in diesem Ausmaß gegeben, in dem es heute möglich ist. Das homosexualität ein schlimmes soziales Problem oder gar strafbar war, ist noch nicht so lange her. Was ich wahrnehme ist, dass viele lesbische Frauen anfangen zu experimentieren. Vielleicht ist da für einen Teil der erste Schritt ersteinmal auch sich, nach dem üblichen Verständnis, geziehlt "unweiblich" zu machen. Ich habe den Eindruck, dass zumindest bei einem Teil der lesbischen Frauen das Bedürfnis besteht, eine Art eigene Mode zu finden.

Auch ein wichtiger Punkt ist, da man ja kaum mediale Vorgaben hat, dass man einfach schaut, was man selbst bzw die Partnerin schön findet.

Die Klischee Kampflesbe, die sich vor allem erstmal für männliche Augen unattraktiv machen will, gibt es auch. Ist aber eher die Ausnahme. Ich denke so im Promille-Bereich.

Unterm Strich ist deine Beobachtung aber garnicht so dramatisch, wie es dir erscheint. Es fällt natürlich auf, der größte Teil fällt aber eben darum nicht auf, weil es bei ihnen nicht so ist.

Meine Frau und ich sind da eher traditionell. Wobei es Fotos von mir aus meiner Schulzeit gibt, wo ich auch kurze Haare habe und z.B. unter anderem Militärkleidung trage Ich würde aber sagen, dass das nichts mit meiner Veranlagung zu tun hat. Ich weiss noch, dass es damals wegen meiner Haare tierischen Ärger von meinen Eltern

Liebe Grüße
Nadja
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GUNKL: Wüstenreligionen, Wissen, Respekt und Kränkungen
http://www.lsvd.de
Humanistischer Pressedienst
Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz
Ich denke, die leben eher so, dass sie mehr männliche Charakterzüge hervorheben.
http://www.stern.de/kultur/buecher/.....-ein-geschenk-640652.html

hier redet eine lesbische Frau selber. Auf Seite zwei des Interviews geht es um Weiblichkeit versus Kurzhaarfrisur.
Es geht um Provokation und das Gefühl sich gegen Außen wappnen zu müssen.
Hallo, zunächst mal danke an alle für die Antworten.
Pjotr hat folgendes geschrieben:
gg, du machst hier den Fehler, daß du alle Lesben "über einen Kamm" scheren willst.

Nein das will ich sicher nicht. Ich habe meine Beobachtungen geschildert, die frei sind von der Intention, homosexuelle Menschen zu verurteilen.
Hättest du meinen Beitrag aufmerksam gelesen, wäre dir das nicht entgangen.

NadjaB hat folgendes geschrieben:
Unterm Strich ist deine Beobachtung aber gar nicht so dramatisch, wie es dir erscheint.
Für mich ist das überhaupt nicht dramatisch. Ich bin selbst eher feministisch eingestellt, bewege mich aber nicht in dieser Szene. Das kann auch daran liegen, dass ich mich dort als heterosexuelle, weiblich aussehende Frau nicht ganz zugehörig bzw. akzeptiert fühle.

NadjaB hat folgendes geschrieben:
ich glaube du begehst den Fehler, weibliches Aussehen an den üblichen Schönheitsvorstellungen fest zu machen. Diese sind ja größtenteils von den Medien vorgelebt und darauf ausgelegt besonders auf Männer attraktiv zu wirken.
Ich sage nicht, dass alle Frauen so auszusehen haben. Ich verstehe aber auch nicht die Kritik an diesem "typisch weiblichen". Frauen können ja auch gefallen daran finden, dem anderen Geschlecht äußerlich zu gefallen. So als wären wir Frauen "Opfer" der Mode...

ziraki hat folgendes geschrieben:

Ich würde aufgrund eines bevorzugt legeren Stils nicht auf eine bestimmte sexuelle Orientierung schließen. Haben diese Frauen sich zu der Frage ihrer erotischen Gefühle geäußert?
Es kann auch sein, dass einige hetero waren, aber halt der feministischen Szene angehören. Eine hatte jedenfalls das Zeichen der Frauenbewegung tätoowiert. Mir geht es um den Grund, warum manche Frauen sich bewusst so anziehen/stylen und dann den Zusammenhang zum lesbisch sein oder feministisch sein. Es ist mir egal, ob das jetzt polisch korrekt ist, ich will einfach mehr darüber erfahren.

Peter Trim hat folgendes geschrieben:
Ich denke, die leben eher so, dass sie mehr männliche Charakterzüge hervorheben.
Wenn das stimmt, warum ist das so?

[quote"Elem.Luft"]Es geht um Provokation und das Gefühl sich gegen Außen wappnen zu müssen.[/quote] Ja das leuchtet mir schon eher ein. Habe das Interview gelesen, danke.
Hallo RoseGarden,
Zitat:
Pjotr hat folgendes geschrieben:
gg, du machst hier den Fehler, daß du alle Lesben "über einen Kamm" scheren willst.
Du antwortest:
Nein das will ich sicher nicht. Ich habe meine Beobachtungen geschildert, die frei sind von der Intention, homosexuelle Menschen zu verurteilen.
Hättest du meinen Beitrag aufmerksam gelesen, wäre dir das nicht entgangen.


nö, ich hab das auch nicht als Verurteilung von Homos aufgefaßt.
Du hast aber nur eine kleinen Ausschnitt der Lesben in diesem Seminar gesehen. Auf die gesamte Breite gesehen, gibt es auch bei den Lesben Paarungen mit extrem weiblich, weiblich oder sogar extrem männlich, männlich und alle Abstufungen dazwischen.

Pjotr Kala
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Hallo RoseGarden,

na ja, eigentlich können Dir nur die Frauen Auskunft geben von denen Du berichtest.
Ich hatte eine Kollegin auf der das auch zutraf, sie war eher "unweiblich" bekleidet. Ich glaube schon daß es damit zusammen hängt daß lesbische Frauen keinen 'erotischen' Reiz auf Männer ausüben wollen. Das ist ja vermutlich das letzte was sie wollen.
Wenn bei uns am Ort ein Volksfest ist und ich mich nur mit 'Mädels' verabredet habe ziehe ich mich auch eher 'unerotisch' an, weil ich nicht 'angemacht' werden möchte

liebe Grüße
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
RoseGarden hat folgendes geschrieben:

NadjaB hat folgendes geschrieben:
Unterm Strich ist deine Beobachtung aber gar nicht so dramatisch, wie es dir erscheint.
Für mich ist das überhaupt nicht dramatisch. Ich bin selbst eher feministisch eingestellt, bewege mich aber nicht in dieser Szene. Das kann auch daran liegen, dass ich mich dort als heterosexuelle, weiblich aussehende Frau nicht ganz zugehörig bzw. akzeptiert fühle.

Ich würde mich auch als femiistisch eingestellt bezeichnen. Ich sehe auch weiblich aus. Ich hatte bisher einige Berührungspunkte mit der Szene. Habe mich aber immer aktzeptiert gefühlt. Naja bis auf eine seltsame Begegnung, aber die hatten auch echt nen Lattenschuss.

RoseGarden hat folgendes geschrieben:

NadjaB hat folgendes geschrieben:
ich glaube du begehst den Fehler, weibliches Aussehen an den üblichen Schönheitsvorstellungen fest zu machen. Diese sind ja grösstenteils von den Medien vorgelebt und darauf ausgelegt besonders auf Männer attraktiv zu wirken.
Ich sage nicht, dass alle Frauen so auszusehen haben. Ich verstehe aber auch nicht die Kritik an diesem "typisch weiblichen". Frauen können ja auch gefallen daran finden, dem anderen Geschlecht äusserlich zu gefallen. So als wären wir Frauen "Opfer" der Mode...

Naja ich habe Beipiele gebracht, es gibt sicherlich noch andere Gründe. Wie z.B. das Interview was Elem. Luft gepostet hat. Es ist so, dass es mir so vorkam. Des öfteren schon. Ich würde es aber nicht so sehen, dass man sich als "Opfer" der Mode sieht. Eher als Erweiterung der modischen Möglichkeiten.

Mir persönlich gefällt das "typisch weibliche" ja auch sehr.

RoseGarden hat folgendes geschrieben:

Elem.Luft hat folgendes geschrieben:
Es geht um Provokation und das Gefühl sich gegen Außen wappnen zu müssen.
Ja das leuchtet mir schon eher ein. Habe das Interview gelesen, danke.

Kann ich auch nachvollziehen. Würde es aber anders angehen, wenn ich das Bedürfnis danach hätte. Besonders das "sich wappnen zu müssen". Was wohl auch daran liegt, dass ich Männlichkeit nie mit Stärke oder hart sein in verbindung gebracht habe.

Liebe Grüße
Nadja
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