Der Interview-Thread


Hallo Burkl,

Zitat:
sicherlich ist Jesus letztlich die Überwindung allen Leides.

danke
Zitat:
Was uns dabei aber oft nicht "schmeckt" ist, dass der Ostersonntag, also der Tag der Auferstehung, ohne den Karfreitag davor nicht möglich wäre.

Da bin ich mir im Folge nicht so sicher. Damals war es nicht anders möglich, da Jesus als Gefahr gesehen wurde und die Todesstrafe üblich war. Er sagte seine Last wäre leicht.
Zitat:
Matthaeus 11
…29Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Das sagt mir eher, dass man sich vor den Karren spannen sollte und die Ruhe ist schon in diesem Leben auffindbar. Bei mir nicht plötzlich - ich würde es mit dem Laufenlernen vergleichen, da man über alte Verhaltensmuster/das Ego stolpert.

Zitat:
Das Leiden und das Opfer ist in gewisser Weise das "Material" aus dem das echte und tiefe Glück gemacht ist. Das Kreuz zeigt dies sicher in seiner äußersten Form. In unserem Alltag kommt es darauf an, die "kleinen Kreuze" auf sich zu nehmen: Sei es dem übel gelaunten Chef ein Lächeln zu schenken, den "passenden Kommentar" nicht abzugeben, nicht jede ungerechte Beschuldigung sofort "zurechtrücken", im Haushalt die vielen Kleinigkeiten bedenken, damit sich die Anderen wohlfühlen. Das Alltagskreuz ist es "Teppich zu sein, auf dem die anderen weicher auftreten." - ja auch oft "der Dumme" zu sein.


Die Menschen anzulächeln ist folgerichtig. Der "passende Kommentar" will überdacht werden, wenn er nicht liebevoll/egoistisch ist. Das Zurechtrücken ist meist auch egozentrisch.

"Der Dumme" zu sein ist irgendwie ein denken über das ich spontan lachen musste. Das Denken kommt von Uneinsicht des Denkers und ist eigentlich völlig überflüssig. Vielleicht bin ich zu "gutdenkend" oder zu gutmütig", aber ich verlange nicht mehr, dass Jemand etwas gegen seine innere Überzeugung tut. Ich bin es die Verzeihen sollte, Einsicht verbreiten. Wenn die Einsicht bei meinem Gegenüber nicht kommt, dann ist es so und mein Verhalten sollte sich daraus nicht ableiten.

Wenn ich der Überzeugung bin, wie ich mich verhalten sollte, so ist es egal, ob sich andere nicht anpassen - es ist mein Schuh und nicht der der Anderen. Wieviel Einsicht hatte ich, wenn ich etwas Gutes aus "Rache" einstelle? Ich wünsche mir eine bessere Welt - also versuche ich besser zu werden und den ein oder anderen stecke ich kurz- oder langfristig an.

Das Zitat finde ich wunderschön:
Zitat:
Ein strahlendes, glückliches Gesicht ermutigt die Menschen auf ihren Wegen. Wenn jemand traurig ist und einem lachenden Kind begegnet, dann wird das Kind beim Anblick seines Gesichtes aufhören zu lachen, ohne zu wissen warum.
'Abdu'l-Bahá in London S. 124

Es geht nicht darum zu spielen, sondern zu erkennen was Liebe in uns ist und dann nach außen zu verbreiten. Welchen Effekt wünschen wir uns auf dieser Erde...

Für mich hat das nichts mit "Last" zu tun - es ist eine Aufgabe, die im Herzen steht. Last/Schmerz ist es nur wenn sie nicht erkannt ist, da sie im Herzen steht und ignoriert wird.
Kisses hat folgendes geschrieben:
Da bin ich mir im Folge nicht so sicher. Damals war es nicht anders möglich, da Jesus als Gefahr gesehen wurde und die Todesstrafe üblich war.


Jesus hat das Kreuz aus freiem Entschluss gewählt. Die Alternativen wären Flucht oder Selbstverteidigung durch Gewalt gewesen.
@ Burkl:
Freier Entschluss? Ja und nein. Er wusste, dass es der Wunsch seines Vaters war, seine Vorsehung, es sollte sich die Prophezeiung erfüllen. Er hatte sozusagen keine Wahl und doch hat er den ihm bestimmten Weg gewählt.
Alternativ hätte er sonst auch gewaltlos nur die Münder und Hände seiner "Feinde" (die hatte er in meinen Augen selbst nicht) lähmen können. Das wäre aber ein Eingriff in die Freiheit der Menschen bedeutet. Auch wusste er wohin er hätte gehen können ohne "offensichtliche" Flucht. Er hatte seinen Lebenssinn erfüllt und war im Reinen mit Gott.
Ich habe bewundert, wie Noah versprochen wurde, dass Gott künftig die Fassung behalten und nicht mehr gewaltvoll-reinigend eingreifen wird.
Kisses hat folgendes geschrieben:
@ Burkl:
Freier Entschluss? Ja und nein.


Ganz sicher ja. Dieses Ringen ist der Gründonnerstag.


Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. (Joh 11, 17 u. 18 )
Kisses hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Das Leid ist im Christentum nicht Feind, sondern Freund.

Also für mich ist Jesus eher ein Weg raus aus dem Leid.
Er weiß, dass wir an gewissen Dingen knabbern, zeigt uns den Weg weg von Leid. Wir sollen Dingen entsagen, damit wir "frei" sind von den weltlichen Problemen und teilweise bekommen wir sogar mehrere Möglichkeiten aufgezeigt.
Sanftmut und von Herzen demütig ist sein Weg - wo leidet man da?

Zitat:
2. Die Ursachen des leidens sind Gier, Hass, Verblendung, Unwissen/ungläubiges Verhalten

Abgrenzung fehlt mir da noch - vielleicht verborgen unter "Verblendung" oder "Unwissen".
Ich hätte gerne Verblendung, Unwissen und ungläubiges Verhalten ausgeführt




Hallo Kisses

Bitteschön =)

Drei Geistesgifte

Gier auch als Sucht oder Begierde übersetzt, ist das Haben- und Besitzenwollen, das Bestreben, auf jeden Fall und um jeden Preis zu existieren. Mit Gier verwandt sind die Leidenschaften heftiges Begehren (raga) und "Durst" nach Werden (tanha). Heilsam (kosala) wirken Großzügigkeit und Mildtätigkeit (dāna).

Hass , auch als Zorn oder Aggression übersetzt, ist die Selbstbehauptung eines illusionären Selbst den Mitwesen gegenüber. Heilsam wirkt Güte (metta).

Verblendung (moha), Unwissenheit (skt. avidya) und Nicht-Wissen sind weitestgehend deckungsgleiche Begriffe. Die Unwissenheit ist ein Zustand, der als Grundursache für alles erfahrene Leid angesehen wird. Die beiden anderen Geistesgifte folgen der grundlegenden Unwissenheit.

Nicht-Wissen ist die Grundlage allen karmisch-kausalen Handelns. Es bedeutet, die Wahrheit(en) über die Natur des Geistes nicht zu kennen. Ist die Verblendung/Unwissenheit/das Nicht-Wissen gereinigt, erscheint der heilsame Aspekt im Geist: Weisheit (pañña)


http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Geistesgifte
_________________
Wohl ist alles in der Natur Wechsel/vergänglich, aber hinter dem Wechselnden ruht etwas unsterbliches.

Johann Wolfgang von Goethe

Amatam adhigatam'', sagte der Buddha, "das Unsterbliche ist gefunden!"
Kisses hat folgendes geschrieben:
Ich habe bewundert, wie Noah versprochen wurde, dass Gott künftig die Fassung behalten und nicht mehr gewaltvoll-reinigend eingreifen wird.


So weit mir bekannt ist, bezog sich dieses Versprechen Gottes an Noah 'nur' darauf, dass er die Erde nie mehr durch eine Flut überschwemmen werde.
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Minou,
gg, dazu brauchen wir auch Gott nicht mehr. Das schaffen wir schon ganz alleine.
Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo

@Burkl: Ich sehe in den Worten kein wirkliches "Ringen". Es ist eher eine Art Erkenntnis. Klar hat er theoretisch die "Macht", aber er kennt Gott und liebt ihn - also weiß Jesus mehr und "will" selbst das Beste. Er sagt mehrfach, dass er die Prophezeiungen erfüllen muss. Er lässt alles geschehen.
„Mein Vater, auch wenn mir dieses Leiden nicht erspart bleiben kann, bin ich bereit, deinen Willen zu erfüllen!“ (Matth. 26,42)

@Minou: Für mich ist die Bibel voller Symbole. Sintflut ist das Symbol von Gott bringt seine Schöpfung (bis auf die Arche) um, da er zornig ist. Der Regenbogen ist dann das Versprechen und die Erinnerung. "17Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden."

Nun kommt es bei den Interpretationen letztlich auf die Auffassung der Offenbarung an. Die Offenbarung kann in zwei völlig verschiedene Richtungen interpretiert werden. Für mich ist die Offenbarung eine dauerhafte Chance für die Menschen Gott zu erkennen und zu lieben - frei von Zorn Gottes. Die Menschen sollen selbst erkennen.
Kisses hat folgendes geschrieben:
@Burkl: Ich sehe in den Worten kein wirkliches "Ringen". Es ist eher eine Art Erkenntnis. Klar hat er theoretisch die "Macht", aber er kennt Gott und liebt ihn - also weiß Jesus mehr und "will" selbst das Beste. Er sagt mehrfach, dass er die Prophezeiungen erfüllen muss. Er lässt alles geschehen.
„Mein Vater, auch wenn mir dieses Leiden nicht erspart bleiben kann, bin ich bereit, deinen Willen zu erfüllen!“ (Matth. 26,42)


Aber das entscheidende ist, den Willen Gottes zu erfüllen ist seine völlig freie Entscheidung. Jesus ist eben voller Mensch. Er musste alles "durchringen" bevor er sich in den Willen des Vaters ergab. Es gibt hier nichts, was seine Freiheit auch nur ein bisschen "eingeschränkt" hätte. Es ist seine volle Leistung und sein volles Verdienst seinen freien Willen mit Gottes Willen in Einklang gebracht zu haben.

Wir haben auf Grund unserer gefallenen Natur ein Problem mit dem Gehorsam. Wir glauben gehorsam zu sein sei Verzicht auf Autonomie - Freiheit sei "zu tun, was man will".
In Wahrheit ist es die höchste Freiheit sich den Willen Gottes zu Eigen zu machen - freilich nicht "blind" sondern als Ergebnis eines offenen Prozesses des Erkennens und des Ringens. Dieser Prozess war bei Jesus voll und ganz da. Keineswegs ist es so, dass "eh Alles vorherbestimmt war" - das hätte ihn zur "Marionette Gottes" gemacht. Er ist aber voller Mensch, der allen Versuchungen ausgesetzt war - und durch rechten Gebrauch seiner Freiheit siegte.
Die Version, dass Jesus seinen Vater einfach wirklich kannte als einziger Mensch - findest Du nicht gut?

Meine Version ist, dass wir einfach nur Gott nicht direkt kennen. Adam und Eva hatten ja direkten Kontakt und trotzdem war halt die Versuchung. Jesus kannte seinen Vater, sah was aus der Versuchung geworden war?
Er sagte so beeindruckend, dass der Vater in ihm ist.
Jesus wollte die Welt besser machen und seinen Schäfchen zuversicht geben. (Johannes 10)

Für mich ist Autonomie eher in die Richtung Illusion zu deuten. Die Menschen merken häufig gar nicht, wie viel sie bewirken und was ihnen wirklich gut tut. Wahre Bescheidenheit hat viele Vorteile...

Demetrius hat es so wunderschön erklärt auf seiner Homepage
Zitat:
Man kann einen Kuchen backen, um mit Freunden Kaffee zu trinken. Dann backe ich den Kuchen, um die Freunde zu erfreuen, oder ich backe den Kuchen, damit die Freunde MICH loben. Es ist also die GLEICHE HANDLUNG – Kuchen Backen – aus zwei verschiedenen Beweggründen heraus – der Beweggrund geht NUR in Deinem Kopf vor.
Wenn Du aus egoistischen Gründen (für Lob) handelst, kannst Du immer enttäuscht werden, denn jedes ERWARTEN (für sICH) birgt eine Enttäuschung in sich. Handelst Du aber nur für die Anderen, OHNE eine Erwartung eines Lobes, kannst Du NICHT enttäuscht werden. So „einfach“ ist das!

Jesus hat das in meinen Augen perfekt gekonnt.

Eine Frage an Burkl:
Ich laß in einer Bibel, dass Gott früher sehr zornig war (Sintflut) und dies menschliche Anteile wären.
Bei Jesus fand ich keinen Ansatzpunkt für Zorn - Du?
Man könnte die Aussage so deuten, dass Gott etwas dazugelernt hat (stand auch so ausgeführt) - wie passt das zu "allwissend"?