Berateramt Hilfsamt


Hallo RoseGarden,


Zitat:
Wegen den Büchern: Es gibt Leute, die mit Absicht Lügen über die Baha'i Sache säen und die Baha'i wollen natürlich, dass ihre Sache geschützt wird und raten ihren neuen Mitgliedern, solche Bücher nicht zu lesen. Ich würde das auch nicht lesen, es ist wie Gift, dass du nicht mehr aus dem Kopf kriegst. Ich war mal aus Versehen auf so einer Website und es ist nicht schön. Man spürt ganz genau, dass es einer bösen Absicht entspringt


Ob jede Website, die bahaikritisch eingestellt ist, gleich aus böser Absicht ins Web gestellt worden ist, bezweifle ich. Man könnte im Gegenzug vermuten, weil von vielen bahaikritischen Seiten nur noch der "Google-Eintrag" aufzurufen ist und die Seite nicht mehr verfügbar ist, die Urache in Interventionen von Bahais liegt.
Aber das sind Spekulationen.
Aber wenn du Inhalte einer solchen Seite nicht mehr aus dem Kopf kriegst, hat sie dich immerhin zum Nachdenken angegeregt.


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
FranziskaL hat folgendes geschrieben:
Das allgemeine Klima hier ist jedoch im Moment recht schwierig. Wenn ich einen Witz mache, werde ich zurechtgewiesen.


Nicht jeder kann mit selbstironischem Humor, der auch mal die eigene Religion mit einschließt, umgehen. Ich bin selber was das angeht nicht auf den Mund gefallen, bin aber in der glücklichen Situation, in einer fast ausschließlichen Studentengemeinde zu leben. Da ist das Klima entsprechend natürlich völlig anders.

FranziskaL hat folgendes geschrieben:
Es wird verboten, bestimmte Bücher oder Webseiten zu lesen, - ein Gemeindemitglied gebrauchte das Wort "Indoktrination"


Tatsächlich ist es nicht verboten, Schriften von (ich nenne es jetzt mal religionswissenschaftlich neutral) Sondergruppen zu lesen. Es wird nur zu äußerster Vorsicht und mit Nachdruck ganz davon abgeraten. Natürlich sollte man schon entscheiden können, was Lehre der offiziellen Gemeinde und was Lehre von Sondergruppen ist, aber wenn man sich der eigenen Glaubensüberzeugung sicher ist, kann es schon ganz spannend sein, sich das zumindest der Informiertheit wegen mal anzutun. Manches ist echt krudes Zeug, zum Beispiel von einer Gruppe, die behauptet, den Sohn König Davids in ihren Reihen zu haben...

Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat aber ganz klar festgehalten, dass es keinen Index verbotener Schriften gibt, wie ihn die Katholische Kirche beispielsweise bis in die 60er Jahre hinein besaß. Man sollte aber nichtsdestotrotz vorsichtig sein, wem man davon erzählt, was man so in seiner Freizeit liest...

FranziskaL hat folgendes geschrieben:
ich werde darüber belehrt, wer sich in meiner Wohnung aufhalten darf (wenn das "Hilfsamt" mich besucht, sollte mein Freund nicht in der Wohnung sein.)


Solange das Hilfsamtsmitglied euch nicht bei irgendetwas zusieht, was man normalerweise hinter verschlossenen Türen macht, kann dir da keiner was. Jemanden zu lieben und ihn zu Besuch zu haben, ist kein Verbrechen, nicht einmal bei allerstrengster Auslegung der Keuschheitsgebote.

FranziskaL hat folgendes geschrieben:
Von anderen Gemeindemitgliedern bekomme ich den Rat, doch die Klappe zu halten.


"Eine freundliche Zunge ist ein Magnet für die Menschenherzen"

FranziskaL hat folgendes geschrieben:
Aber ich möchte so angenommen werden, wie ich bin. Vielleicht bin ich ein wenig zu ehrlich, jedenfalls fühle ich mich im Moment als "Störer" und habe mich auch deswegen zurückgezogen. Was mich allerdings nicht hindert, zu einzelnen Gemeindemitgliedern eine liebevolle und ehrliche Freundschaft zu pflegen.


Wer möchte das nicht? Ich würde dir jedenfalls als Freund empfehlen, dich nicht zu sehr über diejenigen zu ärgern, die die Grundprinzipien ihres eigenen Glaubens auch nach langen Jahren noch nicht verstanden haben, sondern dich mit Leuten auszutauschen, die ähnlich denken und mit denen man auch über "brisantere" Themen reden kann. Ich bin da immer fpr zu haben, du darfst mich auch gerne außerhalb der Threads anschreiben
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ob jede Website, die bahaikritisch eingestellt ist, gleich aus böser Absicht ins Web gestellt worden ist, bezweifle ich.


Das bezweifle ich allerdings auch. Über Jahrzehnte gab es nur kritische Berichte über die Baha'i, insbesondere von kirchlicher und religionswissenschaftlicher Seite. Manche dieser Berichte haben aber auch innerhalb der Gemeinde das Denken angeregt und manche geäußerte Kritik war auch durchaus berechtigt. Manchmal kann Kritik sogar sehr heilsam sein und ist nicht automatisch ein Indiz dafür, dass man bewusst Schaden anrichten will.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Man könnte im Gegenzug vermuten, weil von vielen bahaikritischen Seiten nur noch der "Google-Eintrag" aufzurufen ist und die Seite nicht mehr verfügbar ist, die Urache in Interventionen von Bahais liegt.


Das halte ich für ein Gerücht. In den Vereinigten Staaten hat die Gemeinde einige Prozesse gegen Sondergruppen verloren, insbesondere was die grundsätzliche Namensgebung als Baha'i betrifft. Deswegen dürfen sich die "Freien Baha'i" und die "Orthodoxen Baha'i" auch offiziell so nennen.

Tatsächlich habe ich eher den Eindruck, dass manche so geplante Anti-Baha'i-Seite sich einfach ziemlich schnell totläuft, weil keine neuen Argumente kommen, sondern alte nur immer wieder aufgewärmt werden. Die Seiten scheitern an ihrem eigenen Anspruch.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Aber wenn du Inhalte einer solchen Seite nicht mehr aus dem Kopf kriegst, hat sie dich immerhin zum Nachdenken angegeregt.


"Eine Stunde Nachdenkens ist mehr wert als siebzig Jahre frommer Andacht."

Es würde mich aber sehr interessieren, zu erfahren, welche Seite das war und was dir davon im Kopf hängen geblieben ist.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:

Nicht jeder kann mit selbstironischem Humor, der auch mal die eigene Religion mit einschließt, umgehen.

Stimmt! Da brauchst du eine gewisse Gelassenheit!
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ob jede Website, die bahaikritisch eingestellt ist, gleich aus böser Absicht ins Web gestellt worden ist, bezweifle ich.


Kritik am Bahaitum ist nicht automatisch Bundesbruch. Hier ging es konkret um Publikationen von Bundesbrechern bezüglich des Bahaitums. Bundesbrecher sind Menschen die dafür sorgen, dass das Bahaitum als Institution überhaupt Diskreditierungen, Diskriminierungen und Verfolgungen ausgesetzt ist und zuvor einmal Bahai waren oder dies zumindest behaupteten. Weder 'einfaches' Fehlverhalten noch Kritik am Bahaitum genügen um zum Bundesbrecher deklariert zu werden.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Man könnte im Gegenzug vermuten, weil von vielen bahaikritischen Seiten nur noch der "Google-Eintrag" aufzurufen ist und die Seite nicht mehr verfügbar ist, die Urache in Interventionen von Bahais liegt.
Aber das sind Spekulationen.


Ah ja... man kann natürlich auch einfach unbegründet irgendwelche Anschuldigungen in die Welt streuen.

Wie soll denn eine solche "Intervention" aussehen? Rechtlich kann man gegen so etwas nur vorgehen, wenn es hetzerisch ist (und auch das nur in einigen Staaten). Auf höfliche Bitten wird jemand der dem Bahaitum feindlich gesinnt ist kaum reagieren. Und alle anderen Mittel verwenden Bahai nicht.

Wenn der Betreiber der Webseite die Inhalte aus eigenen Stücken oder aufgrund eines Hinweises aus dem Netz genommen hat ist das sein gutes Recht. Wenn er seine Webseite nicht weiter bezahlt ist es das gute Recht des Providers die Seite aus dem Netz zu nehmen.
Sören hat folgendes geschrieben:
Das bezweifle ich allerdings auch. Über Jahrzehnte gab es nur kritische Berichte über die Baha'i, insbesondere von kirchlicher und religionswissenschaftlicher Seite. Manche dieser Berichte haben aber auch innerhalb der Gemeinde das Denken angeregt und manche geäußerte Kritik war auch durchaus berechtigt. Manchmal kann Kritik sogar sehr heilsam sein und ist nicht automatisch ein Indiz dafür, dass man bewusst Schaden anrichten will.


Da würde mich glatt mal interessieren welche religionswissenschaftlichen Berichte du meinst. Da würde ich doch gern zwischen Religionswissenschaft im eigentlichen Sinne und irgendwelchen Polemiken die dann als Religionswissenschaft deklariert werden unterscheiden wollen.

Klar ist nicht jede Kritik am Bahaitum mit böser Absicht. Es gibt aber eben auch vermeintliche Kritik die es ist. Zwar mag der vermeintliche Kritiker sich dabei auch im Recht fühlen, doch das muss nicht automatisch heißen das die Absicht nicht doch böse ist.

Vor kurzem erst ist mir wieder eine neue Polemik gegen das Bahaitum in die Hände gefallen die von persischen Zwölferschiiten verfasst wurde. Entweder direkt auf Englisch oder sehr gut übersetzt. Während man zwar formalistisch sauber arbeitet zerrt man alles so extrem aus dem Kontext wie es nur geht um es dann negativ verzerrt darzustellen. Dahinter mag zwar die vermeintlich gute Absicht stehen das vermeintlich falsche Bahaitum zu wiederlegen und die Zwölferschia zu verteidigen, doch in Wahrheit ist die Bösartigkeit schon durch die Methode klar.
Sören hat folgendes geschrieben:
Tatsächlich ist es nicht verboten, Schriften von (ich nenne es jetzt mal religionswissenschaftlich neutral) Sondergruppen zu lesen. Es wird nur zu äußerster Vorsicht und mit Nachdruck ganz davon abgeraten. Natürlich sollte man schon entscheiden können, was Lehre der offiziellen Gemeinde und was Lehre von Sondergruppen ist, aber wenn man sich der eigenen Glaubensüberzeugung sicher ist, kann es schon ganz spannend sein, sich das zumindest der Informiertheit wegen mal anzutun. Manches ist echt krudes Zeug, zum Beispiel von einer Gruppe, die behauptet, den Sohn König Davids in ihren Reihen zu haben...


Mit Sondergruppen hat das nichts zu tun, sondern ob sie Bundesbrecher sind. Allein dieser Status zählt. Bundesbrecher soll man, soweit es geht, meiden. 'Soweit es geht' heißt, dass man weiter ihre Bürger- und Menschenrechte achten muss und zur Not ihre Falschbehauptungen wiederlegen können muss. Darüber hinaus soll man diese Leute und ihre Werke ignorieren.

Die Frage die sich freilich stellt ist, wie man damit umgeht, wenn man wissenschaftlich etwas in dem Bereich unternimmt.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Mit Sondergruppen hat das nichts zu tun, sondern ob sie Bundesbrecher sind. Allein dieser Status zählt.


Da es per definitionem innerhalb der weltweiten Baha'i-Gemeinschaft so etwas wie Sondergruppen nicht geben kann, kann man beide Begriffe durchaus gleichsetzen. Dass es sich bei jeder Gruppe, die außerhalb der Gemeinde steht, die grundlegende Lehren ablehnt und sich eigenständig organisiert, automatisch um Bundesbrecher handelt, ist sowieso klar. Ich bin nur kein Fan von dem Begriff, da ich ihn nicht mehr für zeitgemäß halte und die meisten Gruppen sowieso mittelfristig aussterben. Deshalb habe ich einen neutraleren Begriff verwendet, nicht um irgendwas gedanklich zu rehabilitieren.

Tobias hat folgendes geschrieben:
...und zur Not ihre Falschbehauptungen wiederlegen können muss.


Genau deswegen habe ich mich auch mit den Lehren der zumindest irgendwann mal öffentlich in Erscheinung getretenen Gruppen vertraut gemacht.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Tobias hat folgendes geschrieben:
Da würde mich glatt mal interessieren welche religionswissenschaftlichen Berichte du meinst. Da würde ich doch gern zwischen Religionswissenschaft im eigentlichen Sinne und irgendwelchen Polemiken die dann als Religionswissenschaft deklariert werden unterscheiden wollen.


Ich meine damit nichtmal vordergründig Ficiccia -übrigens ist sein Name hier im Forum auf dem Index- sondern diverse Darstellungen aus Lexika und ähnlichem, in denen meist überblicksartig verschiedene Religionen dargestellt worden sind und die Baha'i entweder als islamische Sekte dargestellt wurden oder aber als kruder Synkretismus. Von den Artikeln, die dann im Auftrag verschiedener Kirchen geschrieben wurden, die selbstverständlich apologetischen Charakter haben, will ich gar nicht erst anfangen. Es war allgemeiner Grundtenor, was sich ja letztendlich auch bei dem Wirbel um das Haus der Andacht gezeigt hat. Übrigens wäre es mir neu, dass nicht auch Religionswissenschaftler ab und an polemisch werden würden oder in der Vergangenheit geworden wären.

Errare humanum est - Auch ein Irrer ist ein Mensch

Ich hab übrigens, wo ich grad bei den Kirchen war, letztens einen Artikel in einem Werk der VELKD gefunden, der am Ende feststellte, dass das Menschenbild der Baha'i mit dem Christentum unvereinbar sei und man die Baha'i insbesondere öffentlich dafür angreifen sollte -als Handlungsempfehlung- dass sie die Prophezeiungen des Christentums für ihre Zwecke vereinnahmen. Oder gar, dass sie behaupten, Erfüllung des Islam zu sein.

Ist ja nicht so, dass das Christentum sich mit Rekurs auf die jüdischen Prophezeiungen als Erfüllung des Judentums darstellen würde...
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Zitat:
Ob jede Website, die bahaikritisch eingestellt ist, gleich aus böser Absicht ins Web gestellt worden ist, bezweifle ich. Man könnte im Gegenzug vermuten, weil von vielen bahaikritischen Seiten nur noch der "Google-Eintrag" aufzurufen ist und die Seite nicht mehr verfügbar ist, die Urache in Interventionen von Bahais liegt.
Aber das sind Spekulationen.


Hi Pjotr,

Ja das stimmt. Ich bin auch nicht gerade unkritisch. Aber diese Sache mit den Bündnisbrechern ist etwas anderes. Sie sind nicht einfach religionskritisch, sondern verdrehen einzelne Sätze aus den Baha'i Schriften so, dass es aussieht, als wären sie anders gemeint, als sie sind. Sie säen aus Bosheit Zweifel und wollen diesen Glauben bewusst zerstören.

Ich finde, es ist schon herausfordernd genug, eine neue Religion zu erkunden...Diese Bündnisbrechergeschichte ist etwas, was einem auf der Suche nach Wahrheit nicht viel bringt. Sie vergiftet das Herz. Aber das muss jeder für sich selbst heraus finden. Wenn die Neugier groß ist, dann liest man diese Dinge. Aber sie sind nichts als Dummgeschwätz.