Gründung einer Anti-Homo-Union


Heteronormativität. Ich bitte dich, dass du aufhörst, mit deiner Partnerin zu schlafen, sobald sie keine Kinder mehr bekommen kann. Danke.
Yahia hat folgendes geschrieben:
Heteronormativität. Ich bitte dich, dass du aufhörst, mit deiner Partnerin zu schlafen, sobald sie keine Kinder mehr bekommen kann. Danke.


Es kann auch in der Ehe passieren, dass Sexualität nicht mehr gelebt werden kann - ja ganz klar. Wenn zum Beispiel ein Partner schwer erkrankt und der Geschlechtsverkehr organisch nicht mehr möglich ist. Dann hat der andere Partner auch nicht das "Recht auf Befriedigung". So etwas gibt es nicht, solange die höhere auf Gott hingeordnete Liebe über die Sexualität als körperlichen Akt gestellt wird.

Und nicht jeder Akt zwischen Mann und Frau muss auch tatsächlich zu einer Zeugung führen. Es geht um den Grundsatz der Offenheit für das Leben, die z.B. durch systematischen und manipulativen Ausschluss einer Empfängnis nicht mehr gegeben ist.
Hallo Burkl,

Zitat:
und das ist eben der ganz objektive Irrtum wenn jedwede Form sexueller Handlungen unterschiedlichen bewertet wird, wenn angeblich jeder einvernehmliche Sex auch gleichzeitig Liebe sein soll. Die eigentliche "Verschmelzung" - nämlich die, die neues Leben hervorbringt, ist dem homosexuellen Akt wesensfremd. Bei dieser Art sexueller Betätigung fehlt daher das letzte und tiefste innere Wesen - die Offenheit für neues Leben.


wer hier irrt, steht noch nicht fest!
Es wurde hier nicht von einvernehmlichen Sex sondern von Liebe inclusive Sex geschrieben.
Menschen jedweder Veranlagung, die nur einvernehmlichen Sex haben wollen, werden sich kaum durch deine Ausführungen aufhalten lassen. Sie werden sich höchstens über deine Ansichten amüsieren.
Außerdem bezweifle ich, daß du bei jedem Orgasmus gleich an die Weitergabe von Leben denkst, sonst hättest du inzwischen mehr Kinder.
Die Natur tut dies übrigens auch nicht. Ich hab mal gelesen, daß eine relativ hohe Zahl von befruchteten Eizellen einfach wieder abgestoßen werden. (so 6 - 8 von 10 befruchteten Eizellen, aber so genau weiß ich das nicht mehr).
Sexualität ist nicht auf die Weitergabe von Leben hin angeordet, sondern primär auf das Lustempfinden der Einzelpersonen. Erst in der sozialen und moralischen Evolution hat sich ein moralischer Überbau entwickelt, der teilweise zweckmäßig, aber eben auch teilweise ausgrenzend und sogar tödlich wurde.
Eine von gegenseitiger Achtung und Liebe getragene Partnerschaft jeglicher Art ist mehr wert als eine nur durch religiöse Gebote und Verbote zwangsverbunde Ehe-Gemeinschaft.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Zitat:
Sexualität ist nicht auf die Weitergabe von Leben hin angeordet, sondern primär auf das Lustempfinden der Einzelpersonen.


Lieber Pjotr,

das eine schließt das andere nicht aus. Es ist durchaus gut, dass mit der Lebensweitergabe schöne Gefühle einhergehen. Es gibt ja auch belohnende Lust für andere dem Leben dienende leibliche Vorgänge, z.B. Essen.
Schlecht wird das Ganze wenn nur die Lust - ohne höheren Sinn dahinter - isoliert gesucht wird. Wenn also jemand ein Festmahl isst und dabei Lust empfindet und Genuss ist das gut. Isst er aus reiner Lust viel mehr als er braucht und verträgt dann wird dieser Vorgang zu etwas Schlechtem.

Letztlich könnte man verallgemeinern: Die körperliche Lust außerhalb des dahinter stehenden höheren Sinnes anzustreben führt nicht zum Glück und Frieden, sondern zu sich verfestigender Unruhe und Unzufriedenheit, was niemandem zu wünschen ist.
Oh man, mich nervt diese Überheblichkeit. Burkl, was du schreibst ergibt keinen Sinn. Du tust so, als würden Ehepaare aus Mann und Frau nur Sex haben, um sich fortzupflanzen. Damit widersprichst du dem der Natur inneliegenden Sinn von Sexualität und tust etwas widernatürliches. Der Mensch gehört zu den Lebewesen, die Sexualität für biologische und soziale Zwecke nutzen. Wenn du sagst, dass Sexualität nur für die Fortpflanzung da ist, dann ignorierst du fünfzig Prozent der Funktionen von Sexualität. Nebenbei beleidigst du alle Menschen, die deiner Auffassung von Fortpflanzung nicht entsprechen: neben Lesben und Schwulen gehören dazu auch Menschen, die keine Kinder haben können. Du degradierst ihre Beziehungen und Partnerschaften zu nutzlosen Dingen herab. Wobei dies nichts Neues ist, religiöse Menschen degradieren gerne andere Lebensstile, um sich selbst hervorzuheben.

Zudem nervt es mich, dass Homosexualität nur mit Lust in Verbindung gebracht wird. Heterosexualität ist wohl keine Lust?

Es ist auch egal. Religion hat gezeigt, was sie bewirken kann. Die Bahai-Religion hat gezeigt, wie sie mit Homosexuellen umgeht und wie die Zukunft in einer Welt mit Bahai-Mehrheit wohl aussieht für LGBT: alles andere als bunt.
Hallo Yahia,

tja religiösen "Überzeugungstätern" ist mit Vernunft nicht beizukommen.
Sie spulen die ihrer Meinung nach zutreffenden Argumente in einer Art Gebetsmühle immer wieder herunter, ohne direkt auf vorgebrachte Gegenargumente einzugehen.
Können sie einem Argument überhaupt nicht ausweichen, wird entweder ganz allgemein ohne auf das Argument einzugehen geantwortet (hier in diesem Thread ist es dann bevorzugt die "Liebe" und die "Fortpflanzung" oder auch die von "Gott gegebene Moral") oder aber gar nicht mehr geantwortet.

Gelernt habe ich aus diesem Thread, daß sich gerade die abrahamitischen Religionen schwer tun, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und falsche Entwicklungen zu stoppen oder zu ändern.
Aber auch gesamtgesellschaftlich ist es mit der Anerkenneung der Randgruppen noch nicht besonders weit her.
Im Bereich der Sexualität würde ich heute diesen Menschen immer noch empfehlen, sich vor ihrem "Outing" genau zu überlegen, in welchem privaten und beruflichen Umfeld sie leben oder auch in Zukunft leben wollen und ob sich das mit dem "Outing" verträgt.
Noch stärker als für Homosexuelle gilt das für die wenigen Paare der "Geschwisterliebe". Wenn aus dieser Verbindung Kinder entstanden sind, sollten sie sich überhaupt nicht öffentlich dazu äußern, da sonst auch die Kinder in Mitleidenschaft gezogen würden. Die unter normalen Umständen funktionierende Konditionierung, Geschwister nicht als Sexpartner anzusehen, bringt in uns eine gefühlsmäßige Aversion gegen solche Paarungen hervor. Und die mit reinen Vernunfts-Argumenten zu begrenzen, ist schwierig, auch wenn einem der Verstand sagt, die vorgebrachten Argumente sind stimmig.

Pjotr Kala
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Ich frage mich, wieso für uns immer noch der Bedarf besteht, Sexualtät in "richtig" oder "falsch" einzuordnen. Es kann doch einfach alles zwischen erwachsenen Menschen geben. Solange alles freiwillig geschieht und in gegenseitigem Einvernehmen.

Es gibt garantiert Forschung dazu, wie die Buchreligionen darauf kamen, Sex sei nur zur Fortpflanzung da...
Vielleicht gab es mal eine Überbevölkerung und man hat dann gesagt "Leute, bitte weniger Sex..." Oder Krankheiten...müsste man mal nachlesen.
Hallo RoseGarden,
leider gibt es außer den äußerst ungenauen und historisch teilweise angezweifelten Schriften der Religionen kaum belastbare Belege. Daher konnten die "Schriftreligionen" hier auch über Jahrtausende hin die "öffentliche Moral" bestimmen. Die Unterdrückung der Frau hat z.B. noch bis Mitte des vorigen Jahrhunderts funktioniert.

Pjotr Kala
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Zitat:
Wenn du sagst, dass Sexualität nur für die Fortpflanzung da ist, dann ignorierst du fünfzig Prozent der Funktionen von Sexualität.


Lieber Yahia,

Das sage ich nicht.

Was ich sage ist, dass von ihrem Wesen her außerhalb des höheren Sinnzusammenhanges der Weitergabe des Lebens gelebte Sexualität kein Beitrag zum menschlichen Wachstum und Glück ist, weil der angestrebten Lust kein selbstloses höheres Motiv gegenübersteht. Und das gilt für jede Sexualität. Ohne Einbettung in das Übergeordnete bleibt sie letztlich unvollständig und bringt nicht "echte" Befriedigung. Das hat etwas mit dem Wesen der Liebe zu tun, die immer auch das Selbstlose suchen muss, um echt zu sein. Eine wie du es selbst formulierst "50%-ige" Sexualität zu leben wird nie in sich gut sein und wahrhaft im vollsten Sinne menschlich.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Photo Kala hat folgendes geschrieben:
Ganz einfach, weil wir Vollkommenheit" gar nicht allgemein verbindlich definieren können


Abstrakt definierbar ist "Vollkomenheit" nicht, aber sie ist konkret "personifizierbar" - am Wesen eines Menschen "exemplarisch darstellbar", weil eben die Liebe ihr Wesen nur im konkret gelebten menschlichen Beispiel offenbart. Und wer wirklich liebt, der ist am Weg zur Vollkommenheit. Das "Vollbild" des ganz rein liebenden - und dadurch vollkommenen - Menschen ist Jesus Christus.

"Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist." (Mt 5,48 )

"Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben." (Joh 13,34)


Das spricht aber gegen den Geschlechtsakt an sich, gegen die Fortpflanzung und gegen die Ehe.

Jesus war nicht verheiratet, hatte keine Nachkommen und war zum Zeitpunkt seines Todes "Jungfrau". Zumindest findet man nichts Gegenteiliges im Evangelium.