Fragen an Bahai


Kisses hat folgendes geschrieben:
Die Hoffnung an eine Ehe ist seinerseits kaputt. [...] Nach zweieinhalb Jahren zu sagen "Ich will keinen Sex mehr vor der Ehe" - wäre auch der Hammer. Irgendwie habe ich ihm innerlich etwas versprochen das ich durchaus Ehe nennen würde. Derzeit wäre es einfach aufgesetzt und nicht reinen Herzens, wenn ich mich trennen würde.


Ich hab da nochmal ein Zitat ausgebuddelt:

Universales Haus der Gerechtigkeit hat folgendes geschrieben:
Because of unusual conditions in certain countries and certain cases it sometimes happens that a person will become a Bahá'í when he or she is living in a situation which does not clearly fit within either of the above definitions. Such a case occurs, for example, where a couple have established firm ties of union and are living together in such a way that they appear to be married and are accepted as such by those around them; the union has stood the test of time and there may even be children, and yet, in fact, the couple are not actually married in any of the ways defined above. The principle followed here is that we do not pry into people's lives and insist on their undoing those ties they have established before becoming believers, but the union is accepted as a marriage in the eyes of Bahá'í law. The Guardian upheld this principle in situations which arise in some Catholic countries where, because of the relationship between church and state divorce is impossible, and one or both of the parties may still be legally married to someone else. Where it is possible for such a couple to regularize their position in civil law by having a civil marriage ceremony, they may certainly do so, but it is neither necessary nor permissible for them to have a Bahá'í marriage ceremony, since, in the eyes of Bahá'í law, they are already united in marriage.

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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo Sören,
wow das hast Du aber wirklich etwas ausgebuddelt.
Mein englisch ist so schlecht, dass ich es nicht wirklich hätte selber suchen können, aber verstehen funktioniert

"United" fühle ich mich durchaus nach über 2,5 Jahren und davon ein Jahr zusammen wohnen.

Hallo an alle Schreiber,
ich danke für die Beratung - jetzt ist für mich vieles klarer
Mal sehen, ob und wie schnell ich erklärte Baha'i werde.
Ich bin noch immer verwundert, wie schnell ich immer wieder die Nachteile der Religionen vor Augen hatte und nicht mitmachen konnte/wollte. Jetzt plötzlich gehen mir bei Baha'i die alten Argumente aus und ich profitiere und erweitere mich selbst. Es ist wunderschön und ich hoffe, dass dieses traumhafte Gefühl so bleibt.
Endlich "darf" mein Gefühl und mein Verstand in einer Religion mitreden und wird sogar erwünscht
Kisses hat folgendes geschrieben:
Ich bin noch immer verwundert, wie schnell ich immer wieder die Nachteile der Religionen vor Augen hatte und nicht mitmachen konnte/wollte. Jetzt plötzlich gehen mir bei Baha'i die alten Argumente aus und ich profitiere und erweitere mich selbst. Es ist wunderschön und ich hoffe, dass dieses traumhafte Gefühl so bleibt.
Endlich "darf" mein Gefühl und mein Verstand in einer Religion mitreden und wird sogar erwünscht


Liebe Kisses,

das freut mich total, dass Dir die Baha'i-Schriften helfen konnten
Danke auch für Deine Erklärung bezüglich Deiner erwünschten Heirat!
Ich wünsche Dir noch viele erbauliche Stunden mit dem Baha'i-Schrifttum.

Alles Liebe,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo,
ich möchte nur noch eine Zitat nachreichen. Ich kannte es nur bis zu der Leerzeile, die ich nun eingefügt habe. Da kam von mir der Kommentar, dass man irren darf, wenn man ehrlich (von Herzen) und vertrauenwürdig (große Liebe an die Menschheit) handelt. Mein Umkehrschluss ist dann irgendwie, dass gute Taten allein nicht zählen, da das Motiv stimmen muss. Meine Trennung wäre geheuchelt und ich würde es nicht tun.
Oh je und nach dem Absatz das verstehe ich jetzt gar nicht so richtig. Das hieße irgendwie, dass ich auf darauf vertrauen kann, dass meine persönliche Würde ungemein wichtig ist und ich nicht "gezwungen" werden darf zu heucheln? Das könnte dann die Ausnahme sein auf die sich das Haus der Gerechtigkeit beruft.
Meinungsaustausch erwünscht

Hier jetzt der Text für die eigene Meinungsbildung:

Zitat:
47 Sollte jemand lauter gute Werke verrichten, aber ohne das leiseste Bedenken versäumen, voll und ganz vertrauenswürdig und ehrlich zu sein, würden seine guten Taten trockenem Zunder und sein Versäumnis seelenverzehrendem Feuer gleichen. Sollte andererseits all sein Tun mangelhaft sein, er aber vertrauenswürdig und ehrlich handeln, so würden alle seine Mängel schließlich wettgemacht, aller Schaden behoben und alle Schwächen geheilt. Unsere Meinung ist, daß in den Augen Gottes Vertrauenswürdigkeit die Grundlage Seines Glaubens und das Fundament aller Tugenden und Vollkommenheiten ist. Wer dieser guten Eigenschaft beraubt ist, dem mangelt es an allem.

Was sollen Glaube und Frömmigkeit nützen, wenn die Vertrauenswürdigkeit fehlt? Welches Ergebnis können sie zeitigen? Welchen Gewinn oder Vorteil können sie bescheren? Deshalb rät 'Abdul-Bahá den Freunden nein, beschwört sie sogar inbrünstig, die Heiligkeit der Sache Gottes so wachsam zu beschützen und ihre persönliche Würde als einzelne so zu wahren, daß alle Völker sie wegen ihrer Vertrauenswürdigkeit und Rechtschaffenheit kennenlernen und dafür ehren werden. Sie können heute keinen größeren Dienst leisten als diesen. Anders zu handeln würde bedeuten, die Axt an die Wurzeln der Sache Gottes zu legen wir suchen Zuflucht bei Gott vor diesem abscheulichen Vergehen und beten darum, daß Er Seine Geliebten vor dem Begehen solch eines schändlichen Unrechts schützen möge.

(Aus einem bisher nicht übersetzten Tablet)

Ich habe nicht verstanden wer das genau geschrieben hat Baha'u'llah stand wo und dann steht in dem Text Abdul-Bahá - wer hat das Tablet geschrieben?
Kisses hat folgendes geschrieben:
Ich habe nicht verstanden wer das genau geschrieben hat Baha'u'llah stand wo und dann steht in dem Text Abdul-Bahá - wer hat das Tablet geschrieben?


Das lässt sich relativ einfach beantworten. Abdu'l-Baha spricht öfters von sich in der dritten Person, während Baha'u'llah ihn unter dem Namen Abdu'l-Baha nicht kannte, sondern ihn den "Größten Zweig" nannte.

Kisses hat folgendes geschrieben:
Oh je und nach dem Absatz das verstehe ich jetzt gar nicht so richtig. Das hieße irgendwie, dass ich auf darauf vertrauen kann, dass meine persönliche Würde ungemein wichtig ist und ich nicht "gezwungen" werden darf zu heucheln? Das könnte dann die Ausnahme sein auf die sich das Haus der Gerechtigkeit beruft.


Also in meinen Augen ist das eher eine allgemeine Aussage, ohne konkreten Bezug zum Eherecht. Dass Vertrauenswürdigkeit die Kardinaltugend ist, ohne die alles andere wertlos ist, bestätigt schon Baha'u'llah in seinen Schriften durchgehend. Ich würde es persönlich so verstehen, dass man ohne Vertrauenswürdigkeit weder wirklich fromm, noch wirklich großzügig noch etwas anderes sein kann. Denn du könntest nie wissen, wann dein Gegenüber dich anlügt, und wann nicht. Deswegen sind alle anderen positiven Charakterzüge wertlos, wenn man sich nicht auf ihre Aufrichtigkeit und Beständigkeit verlassen kann.

Kisses hat folgendes geschrieben:
Da kam von mir der Kommentar, dass man irren darf, wenn man ehrlich (von Herzen) und vertrauenwürdig (große Liebe an die Menschheit) handelt. Mein Umkehrschluss ist dann irgendwie, dass gute Taten allein nicht zählen, da das Motiv stimmen muss. Meine Trennung wäre geheuchelt und ich würde es nicht tun.


Ich glaube dass Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit hier tatsächlich sehr wörtlich und allgemein verstanden werden können. Wobei ich aber deine Schlussfolgerung, dass gute Taten aus den richtigen Motiven getan werden sollten, während gut gemeinte Fehlschläge nicht negativ angerechnet werden, schon teile.

Was mich noch interessieren würde ist, wo du dieses Zitat her hast.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo,
hier die Quelle:
Compilations : 1987 Jan, Vertrauenswürdigkeit
http://bahairesearch.com/german/Bah.....auensw%C3%BCrdigkeit.aspx

Darauf gestoßen bin ich bei einer Andacht. Hier wurden Postkarten ("Sterne der Weisheit") verteilt auf denen u.a. der erste Absatz stand.
Wow, das ist ja ein absolut interessanter Link, Kisses.
Ganz herzlichen Dank. Werde ich mir gleich speichern.

Ja, Vertrauenswürdigkeit und Wahrhaftigkeit, das sind die Grundtugenden. Ohne sie hat alles andere keinen Bestand.

Liebe Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Hallo zusammen.

Ich habe auch ein paar Fragen an diese Religion.


1.

Folgende Gesetze und Ermahnungen sind mir etwas supekt. Ich würde hierzu gerne mal die Textstellen aus den Schriften zu lesen bekommen, aus denen diese Auflistung entnommen wurde.

1) sich im Handel oder einem Beruf zu betätigen, wurde zur Pflicht gemacht und auf den Rang des Gottesdienstes erhoben(31)
m)Gehorsam gegenüber der Regierung
m)solche Künste und Wissenschaften zu studieren, die der Menschheit Nutzen bringen
XX. mit denen, die Amtsgewalt haben, nicht zu streiten
w) zur Verherrlichung des Glaubens die Entwicklung von Städten und Ländern zu fördern

Arbeiten zu gehen ist Gottesdienst, Gehorsamkeit gegenüber der Regierung, nicht mit denen zu streiten die Amtsgewalt haben, Länder fördern... nichts für Ungut, aber das wären ja fast perfekte Vorraussetzungen eines Unterdrückungsstaats für dumme, meinungslose Mitläufer Schafe (ähnlich wie es in Deutschland schon der Fall ist), die sich nicht trauen sich zur Wehr zu setzen, weil sie es als zwecklos empfinden. Das wär dann natürlich ganz im Stile unserer heuchlerischen und verlogenen Regierung und der reichen Eliten.
Aber was ist wenn man sich im Recht befindet, unfair behandelt wird oder die Ämter / Regierungen korrupt sind, dann hätte man einfach Pech gehabt oder interpretiere ich das jetzt falsch?


2.

Warum darf man nicht gemeinsam mit anderen beten (IV. Gesetze, Gebote und Ermahnungen, Nr. 13)? Gilt das auch innerhalb der Familie? Und wenn ja, wie soll man dann seinen Kindern beibringen richtig zu beten?


3.

Warum sollte die ganze Welt nur eine einzige Sprache, Schrift, Währung, etc. einführen und alle anderen ablösen?
Warum sollten die Landesgrenzen abgeschafft werden, um die Welt zu einem einzigen Land zu machen?
Wo wäre am Ende die Vielfalt, die Traditionen und die verschiedenen Kulturen hin? Das ist doch gerade das, was die Welt so interessant macht. Die Welt wäre sehr langweilig, wären alle Völker gleich. Wir können froh, dass es so viele verschiedene Länder und Menschen gibt. Dadurch bereichern wir uns gegenseitig und es macht die Welt lebendig.
Und mittlerweile gibt es ja schon eine Weltsprache, das muss doch jetzt genug sein mit der Globalisierung.


4.

Also einerseits verstehe ich ja die Gleichstellung zwischen Mann und Frau, gleiche Rechte für beide klar normal, aber man kann einfach nicht in jeder Hinsicht gleichstellen. Und das gerade zuhause innerhalb der Familie. Nicht umsonst sind die Geschlechter verschieden. Sonst wär die Fortpflanzung eben nicht möglich, es existieren nunmal riesen Unterschiede sowohl körperlich als auch mental. Deswegen kann man einen Mann nie komplett mit einer Frau gleichstellen.
Seit es die Menschheit gibt war der Mann immer das Oberhaupt im Haus und in der Familie und das ist auch richtig so, denn da steckt ja ein Sinn dahinter. Z.B. der, das er, da er das stärkere Geschlecht ist, die Rolle des Familien Beschützers und Ernährers einnehmen soll.
Wieso sollte daran jetzt etwas geändert werden, oder gar noch die Rollen vertauscht werden?
Das würde nie vernünftig funktionieren, da es einfach gegen die Natur ist.
Ich würde mal gerne Textstellen sehen wie die Bahai sich mit der Verteilung von Haushalt, Küche, Kindererziehung, Familienernährung usw. positionieren.



Hoffe auf schnelle Antworten
MFG
Hallo limao, erstmal herzlich willkommen hier im Forum.

Ich muss gleich weg, deshalb versuche ich es erstmal mit ein evtl. 2 Fragen von Dir.

Zitat:
Warum sollte die ganze Welt nur eine einzige Sprache, Schrift, Währung, etc. einführen und alle anderen ablösen?


Das wäre in der Tat wohl nicht so schlau. Was Sprache und Schrift betrifft so soll dies neben der Muttersprache sein. Auf diese Art und Weise kann man sich dann mit allen Menschen verschiedener Sprachen austauschen, wenn alle neben ihrer eigenen Sprache noch diese Sprache gelernt haben.

Zitat:
Wo wäre am Ende die Vielfalt, die Traditionen und die verschiedenen Kulturen hin? Das ist doch gerade das, was die Welt so interessant macht. Die Welt wäre sehr langweilig,


Da hast Du aber recht.
Wenn eine Einheit zustande kommen soll, so nur eine Einheit in Vielfalt. So etwa wie der menschliche Körper eine Einheit ist trotz oder gerade wegen seiner so ganz verschiedenen Organe, Glieder etc.
Oder ein Garten eine Einheit bildet mit all den ganz verschiedenen Pflanzen, Blumen, Bäume, Sträucher usw.
Genauso auch wie bei einer wunderbaren Melodie die ja auch aus ganz verschiedenen Tönen besteht.
Das ist mit Einheit wohl gemeint. All diese verschiedenen Kulturen bilden die Einheit.
Hat absolut nichts mit Gleichmacherei zu tun, ganz das Gegenteil.
Es geht wohl eher darum, dass wir erkennen, dass wir eins sind, trotz unserer Verschiedenheit.

Jetzt muss ich aber los.

Liebe Grüße
Linde
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Bahá'u'lláh
limao hat folgendes geschrieben:
Warum darf man nicht gemeinsam mit anderen beten (IV. Gesetze, Gebote und Ermahnungen, Nr. 13)? Gilt das auch innerhalb der Familie? Und wenn ja, wie soll man dann seinen Kindern beibringen richtig zu beten?


Tatsächlich sorgt das Thema selbst unter gut informierten und langjährigen Baha'i immer wieder zu Konfusionen und wilden Erklärungsversuchen. Das liegt an einer Ungenauigkeit der Begriffe.

Die Antwort ist folgende. Das Baha'itum kennt zwei 'Grundtypen' des Gebets: das rituelle Pflichtgebet (Salat) und mehr oder weniger alle anderen Gebete (Du'a' / Munadschat). Die erstere Kategorie soll im Baha'itum nur allein absolviert werden (Ausnahme: das Gebet für einen Verstorbenen). Somit wird jeder soziale Drang und jede politische Implikation aus dieser Art des Gebets entfernt (als Kontrast zum islamischen Salat). Alle anderen Gebete können in der Gruppe absolviert werden, wenngleich die Baha'i nie einen wirklichen Ritus dazu entwickelt haben noch dies überhaupt wollen. Gleichwohl sind 'Andachten' einer der Kernpfeiler der Aktivitäten der Gemeinde. Auch den Andachten in den Häusern der Andacht wird große Stellung zugemessen. Ein gemeinsames Gebet dieser Art in einer Familie stellt absolut kein Problem dar (solange es ohne Zwang erfolgt), gehört vllt. sogar zu einem Baha'i-Familienleben dazu.