Gott/Gottheit = Nirvana bzw. Nirvana = Gott/Gottheit


Long Road hat folgendes geschrieben:


Eine Frage die mir eingefallen ist: Wo siehst du Gemeinsamkeiten zwischen der einmaligen irdischen Existenz in den abrahamitischen Religionen und der vielleicht unendlichen Wiedergeburt bzw. der Reinkarnation? (Da wäre auch die Meinnung von JimHa interessant. )


Soweit ich es bisher verstehe, gab es zur Zeit des Buddha mehrere verschiedene Ansichten, die sich grob in den Glauben an Vernichtung und den Glauben an Wiedergeburt unterteilen lassen.
Bei dem Glauben an Wiedergeburt gab es eine Vorstellung von einem unwandelbaren Selbst, das durch nichts zu beeinflussen ist. Diese unwandelbare Selbst wird aus vedischen Traditionen abgeleitet und mit Atman bezeichnet. Darauf bezieht sich meiner Meinung nach die Anatta-Lehre, die damit auch eine Ethisierung des Karma-Begriffs einführte.
Von den beiden Ansichten - Vernichtung und Wiedergeburt - ausgehend, ist Wiedergeburt sicher die heilsamere, weil sie Konsequenzen für Handlungen einrechnet, siehe Rede an die Kalamer.
Ob der Buddha Wiedergeburt in wörtlichem Sinn lehrte, mit der Möglichkeit, mehrfach als Mensch oder Tier oder Geist... in dieser Erfahrungswelt wiedergeboren zu werden, halte ich für sehr zweifelhaft.
Ich vermute er wollte tatsächlich nur im Rahmen der Verständnismöglichkeiten seiner Zeit auf die Konsequenzen von Handlungen/Intentionen hinweisen.
Viele Begriffe die in den Lehrreden (z.B Bewusstsein) auftauchen, werden mehrfach genau analytisch beschrieben.
Bei Wiedergeburt ist das nicht der Fall , es gibt keine Beschreibung, wie dieser Prozess ablaufen soll. Und eine Beschreibung der Rückerinnerungen des Buddha bei seinem eigenen Erwachen, ist schlichtweg nicht realistisch nachvollziehbar.

Zitat:
Burkl hatte das schon öfter treffen formuliert, dass der Auferstehung im Christentum keine abstrakte metaphysische Theorie zu Grunde liegt, sondern das konkrete Beispiel von Jesus Christus, das von seinen Jüngern bezeugt wurde.

Und es wurde Burkl aus meiner Sicht sehr überzeugend geantwortet, warum das von z.B. Bahai anders interpretiert wird.
Sicher nichts Neues, auch der Buddha hat die Aussagen der Vorgängerreligion neu gedeutet.
ziraki hat folgendes geschrieben:
Long Road hat folgendes geschrieben:


Eine Frage die mir eingefallen ist: Wo siehst du Gemeinsamkeiten zwischen der einmaligen irdischen Existenz in den abrahamitischen Religionen und der vielleicht unendlichen Wiedergeburt bzw. der Reinkarnation? (Da wäre auch die Meinnung von JimHa interessant. )


Soweit ich es bisher verstehe, gab es zur Zeit des Buddha mehrere verschiedene Ansichten, die sich grob in den Glauben an Vernichtung und den Glauben an Wiedergeburt unterteilen lassen.
Bei dem Glauben an Wiedergeburt gab es eine Vorstellung von einem unwandelbaren Selbst, das durch nichts zu beeinflussen ist. Diese unwandelbare Selbst wird aus vedischen Traditionen abgeleitet und mit Atman bezeichnet. Darauf bezieht sich meiner Meinung nach die Anatta-Lehre, die damit auch eine Ethisierung des Karma-Begriffs einführte.
Von den beiden Ansichten - Vernichtung und Wiedergeburt - ausgehend, ist Wiedergeburt sicher die heilsamere, weil sie Konsequenzen für Handlungen einrechnet, siehe Rede an die Kalamer.
Ob der Buddha Wiedergeburt in wörtlichem Sinn lehrte, mit der Möglichkeit, mehrfach als Mensch oder Tier oder Geist... in dieser Erfahrungswelt wiedergeboren zu werden, halte ich für sehr zweifelhaft.
Ich vermute er wollte tatsächlich nur im Rahmen der Verständnismöglichkeiten seiner Zeit auf die Konsequenzen von Handlungen/Intentionen hinweisen.
Viele Begriffe die in den Lehrreden (z.B Bewusstsein) auftauchen, werden mehrfach genau analytisch beschrieben.
Bei Wiedergeburt ist das nicht der Fall , es gibt keine Beschreibung, wie dieser Prozess ablaufen soll. Und eine Beschreibung der Rückerinnerungen des Buddha bei seinem eigenen Erwachen, ist schlichtweg nicht realistisch nachvollziehbar.


Die Frage war eigentlich, wo du Gemeinsamkeiten zu den abrahmitischen Religionen siehst. Mir geht es nach wie vor die verschiedenen Standpunkte auf einen Nenner zu bringen, wie es JimHa im ersten Post geschrieben hat.

Dass du da jetzt anzweifelst, dass Buddha Shakyamuni überhaupt Wiedergeburt gelehrt hat: Hast du nicht selbst vor ein paar Seiten die Theorie des bedingten Entstehens (die sich über drei Lebzeiten erstrecken soll) in die Diskussion eingebracht?

Zitat:

Zitat:
Burkl hatte das schon öfter treffen formuliert, dass der Auferstehung im Christentum keine abstrakte metaphysische Theorie zu Grunde liegt, sondern das konkrete Beispiel von Jesus Christus, das von seinen Jüngern bezeugt wurde.

Und es wurde Burkl aus meiner Sicht sehr überzeugend geantwortet, warum das von z.B. Bahai anders interpretiert wird.
Sicher nichts Neues, auch der Buddha hat die Aussagen der Vorgängerreligion neu gedeutet.


Es wurde (für die Bahai) sehr überzeugend geantwortet, warum Bahai das nicht glauben. Nur für Christen ist die Auslegung der Bahai eben nicht überzeugend (sonst würden sie wohl konvertieren ). Auch hier gibt es zwei grundlegend verschieden Standpunkte und auch hier denke ich, dass es schwer wird da einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Ich denke nunmal, dass sich die verschiedenen Religionen nicht unter einen Hut bringen lassen. Und ich finde das sehr gut so, solange man diese anderen Standpunkte akzeptiert. Ist es so schlimm, wenn andere Religionen was anderes lehren?
Ich behaupte mal du willst die verschiedenen Religionen nicht unter einen Hut bringen. Anstatt auf die Gemeinsamkeiten zu achten, gilt deine Aufmerksamkeit immer dem negativen.

Niemand behauptet das es schlimm ist, dass andere Religionen in manchen Themen unterschiedliche Ansichten haben aber ich frage dich: Was ist denn so schlimm dran einfach mal zu akzeptieren dass die meisten mystischen Religionen das selbe lehren?
Long Road hat folgendes geschrieben:

Dass du da jetzt anzweifelst, dass Buddha Shakyamuni überhaupt Wiedergeburt gelehrt hat: Hast du nicht selbst vor ein paar Seiten die Theorie des bedingten Entstehens (die sich über drei Lebzeiten erstrecken soll) in die Diskussion eingebracht?


Das hatte ich doch als Beispiel angeführt, um aufzuzeigen dass zur Zeit der systematischen Formulierung der Theravada-Lehrinhalte schon einige Zusammenhänge in Vergessenheit geraten waren. Die Theorie von drei Lebenszeiten wird inzwischen angezweifelt.
Zitat:
Ist es so schlimm, wenn andere Religionen was anderes lehren?

Ich finde es nicht schlimm, aber gerade bei der Lehre des Buddha fände ich es sehr interessant ein besseres Bild davon zu bekommen was er ursprünglich lehrte und was durch Tradition hinzugefügt wurde.
ziraki hat folgendes geschrieben:
Ewiges Leben verstehe ich jetzt auch nicht als die immerwährende Fortsetzung des stetig Gleichen, sondern als eine völlig andere Qualität, die schon in diesem Leben erfahren werden kann.


Nirvana ist keine Erfahrung, kein Eindruck, nichts sinnliches, kein Bewusstsein, weder Existenz noch Nicht-Existenz. Existenz ist für den Buddhist nicht Nirvana, sondern Samsara, ewiges Leben daher nicht erstrebenswert.

Niemand hat Nirvana je erreicht, niemand ist bisher ins Nirvana eingetreten, denn Nirvana kann nicht erlangt werden, es stellt sich ein und damit endet die Person. Siddhartha Gautama ist tot, so tot wie man nur sein kann. Nichts ist von ihm übrig geblieben - außer seiner Asche. Jedoch erschien ein Buddha.

ziraki hat folgendes geschrieben:
]Soweit ich es bisher verstehe, gab es zur Zeit des Buddha mehrere verschiedene Ansichten, die sich grob in den Glauben an Vernichtung und den Glauben an Wiedergeburt unterteilen lassen.



Buddha lehrte etwas, das man heute als Wiedergeburt bezeichnet, aber eigentlich ist das falsch und einer eher oberflächlichen Betrachtung geschuldet. Buddha lehrte eigentlich Neugeburt, denn mit dem Tode z.B. des Menschen stirbt auch seine Person, er schafft jedoch die Grundlagen für die Geburt eines neuen Wesens. Wir sind vielmehr die Eltern des Wesens, was nach uns kommt, als das Wesen selber.

Was Buddha Lehre ist weder eine Neuinterpretation oder Korrektur früherer Lehren, sondern eine neue Lehre, die sich natürlich an Begriffen und Vorstellungen bestehender Kulte orientiert. Buddhas Lehre an die Angehörigen eines Feuerkultes zeigt sehr gut warum er das macht, und zwar trägt er seine Lehre in der Sprache des Rezipienten vor.

ziraki hat folgendes geschrieben:
]Von den beiden Ansichten - Vernichtung und Wiedergeburt - ausgehend, ist Wiedergeburt sicher die heilsamere, weil sie Konsequenzen für Handlungen einrechnet, siehe Rede an die Kalamer.
Ob der Buddha Wiedergeburt in wörtlichem Sinn lehrte, mit der Möglichkeit, mehrfach als Mensch oder Tier oder Geist... in dieser Erfahrungswelt wiedergeboren zu werden, halte ich für sehr zweifelhaft.


Ich glaube dem Karma, Lohn und Strafe früher Taten (wenn man so will), wird viel zu viel Bedeutung beigemessen. Wiedergeburt & Co "erfinden" damit sich der Mensch sittlich verhält, steht in keinem Verhältnis zur tatsächlich geringen Bedeutung für die Erleuchtung.

Würde der Buddha nicht tatsächlich von einer Wiedergeburt im wörtlichen Sinne ausgehen, wäre seine Lehre sinnlos, sie würde nicht einmal gebraucht.

ziraki hat folgendes geschrieben:
]Ich vermute er wollte tatsächlich nur im Rahmen der Verständnismöglichkeiten seiner Zeit auf die Konsequenzen von Handlungen/Intentionen hinweisen.


Die Menschen damals waren nicht dümmer als die heutigen, es gab auch schon im Prinzip alle Spielformen der Religionen, die es heute gibt. Zeitgenössische Lehrer Buddhas werden in den Schriften genannt, ja auch Atheisten kommen vor.

ziraki hat folgendes geschrieben:
]Bei Wiedergeburt ist das nicht der Fall , es gibt keine Beschreibung, wie dieser Prozess ablaufen soll.


Es gibt die 12 Glieder des Bedingten Entstehens (M38 §19) und sehr genau in D 15,21

- Aus der Vorraussetzung Bewusstsein entsteht >Name und Körper< (die empirische Person), so habe ich gesagt. Das ist so zu verstehen: Wenn nämlich das Bewusstsein (eines Verstorbenen) nicht in einen Mutterschoß hinabstiege, würde dann in diesem Mutterschoß >Name und Körper< (die neue Person) entstehen?
- Gewiss nicht, Herr.
(erwiedert Ananda)


ziraki hat folgendes geschrieben:
]Und eine Beschreibung der Rückerinnerungen des Buddha bei seinem eigenen Erwachen, ist schlichtweg nicht realistisch nachvollziehbar.


Was meinst du damit?

JimHa hat folgendes geschrieben:
Ich behaupte mal du willst die verschiedenen Religionen nicht unter einen Hut bringen. Anstatt auf die Gemeinsamkeiten zu achten, gilt deine Aufmerksamkeit immer dem negativen.


Wer Unterscheide als negativ wahrnimmt, ist ein kleiner Mensch.
_________________
Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Busshari hat folgendes geschrieben:


Nirvana ist keine Erfahrung, kein Eindruck, nichts sinnliches, kein Bewusstsein, weder Existenz noch Nicht-Existenz. Existenz ist für den Buddhist nicht Nirvana, sondern Samsara, ewiges Leben daher nicht erstrebenswert.


Nun irgendwie muss der Buddha ja den Unterschied zwischen vorher und nachher erlebt haben. Ist es falsch das als Erfahrung zu bezeichnen?
Zitat:
Niemand hat Nirvana je erreicht, niemand ist bisher ins Nirvana eingetreten, denn Nirvana kann nicht erlangt werden, es stellt sich ein und damit endet die Person. Siddhartha Gautama ist tot, so tot wie man nur sein kann. Nichts ist von ihm übrig geblieben - außer seiner Asche. Jedoch erschien ein Buddha.

Soweit ich mich erinnere hat der Buddha selber sich geweigert die Frage seiner Existenz bzw. Nichtexistenz nach dem Tode zu beantworten. Und als Person, als Lehrer, Leiter, Freund, politischer Berater... hat er nach seinem Erwachen sehr wohl noch funktioniert.

Zitat:
Was Buddha Lehre ist weder eine Neuinterpretation oder Korrektur früherer Lehren, sondern eine neue Lehre, die sich natürlich an Begriffen und Vorstellungen bestehender Kulte orientiert. Buddhas Lehre an die Angehörigen eines Feuerkultes zeigt sehr gut warum er das macht, und zwar trägt er seine Lehre in der Sprache des Rezipienten vor.

Das ist dem was ich sagen möchte sehr ähnlich. Was die Forschung in den letzten Jahren herausgefunden hat, ist dass die Sprache und Gleichnisse seiner Zuhörer schon früh in Vergessenheit gerieten und deshalb seine Lehre nicht mehr in diesem Zusammenhang gesehen wurde und es deshalb evtl. zu Fehlinterpretationen kam.
Zitat:
Ich glaube dem Karma, Lohn und Strafe früher Taten (wenn man so will), wird viel zu viel Bedeutung beigemessen. Wiedergeburt & Co "erfinden" damit sich der Mensch sittlich verhält, steht in keinem Verhältnis zur tatsächlich geringen Bedeutung für die Erleuchtung.

Ein gutes Drittel des achtfachen Weges besteht aus Ethik.
Zitat:
Würde der Buddha nicht tatsächlich von einer Wiedergeburt im wörtlichen Sinne ausgehen, wäre seine Lehre sinnlos, sie würde nicht einmal gebraucht.

Für viele Menschen die nicht an Wiedergeburt als Prozess über mehrere Leben glauben, bedeutet seine Lehre sehr viel. Z.B. die säkularen Buddhisten.

Zitat:
Es gibt die 12 Glieder des Bedingten Entstehens (M38 §19) und sehr genau in D 15,21

- Aus der Vorraussetzung Bewusstsein entsteht >Name und Körper< (die empirische Person), so habe ich gesagt. Das ist so zu verstehen: Wenn nämlich das Bewusstsein (eines Verstorbenen) nicht in einen Mutterschoß hinabstiege, würde dann in diesem Mutterschoß >Name und Körper< (die neue Person) entstehen?
- Gewiss nicht, Herr. (erwiedert Ananda)


Ich habe ja auch nicht behauptet, dass es diese Lehre nicht gibt, sondern dass es neue Forschungsergebnisse gibt, die eine andere Bedeutung nahelegen, als sie z.B. in deinem obigen Zitat suggeriert wird.
Hier mal der Text aus Digha Nikaya ohne die in Klammern gesetzten interpretativen Einfügungen
'Durch Bewußtsein bedingt ist Geistigkeit und Körperlichkeit', das ist da wohl gesagt worden; das muß nun, Anando, in folgender Weise auch verstanden, wie durch Bewußtsein bedingt Geistigkeit und Körperlichkeit ist. Wenn sich da etwa, Anando, kein Bewußtsein in den Mutterleib herabsenkte, würde dann wohl Geistigkeit und Körperlichkeit im Mutterleibe gegenständlich werden können?"

„Gewiß nicht, o Herr."

http://www.palikanon.com/digha/d15.htm
Im Original steht nichts vom Bewusstsein eines Verstorbenen.
Zitat:
ziraki hat folgendes geschrieben:
]Und eine Beschreibung der Rückerinnerungen des Buddha bei seinem eigenen Erwachen, ist schlichtweg nicht realistisch nachvollziehbar.


Was meinst du damit?

Dass es Jahre gedauert hätte diese Erinnerungen aufzurufen, die er in einer Nacht hatte. Ich habe es neulich schon in einem anderen Thread erwähnt. Möchtest du nochmals den Link?
JimHa hat folgendes geschrieben:
Ich behaupte mal du willst die verschiedenen Religionen nicht unter einen Hut bringen.


Das behaupte ich auch.
Zitat:

Anstatt auf die Gemeinsamkeiten zu achten, gilt deine Aufmerksamkeit immer dem negativen.


Woher weißt du, dass ich Gemeinsamkeiten nicht achte? Ich habe noch nicht mal gesagt, dass es keine Gemeinsamkeiten gibt. Im Gegenteil schätze ich diese sogar sehr!

Aber zwischen "Gemeinsamkeiten achten" und "lehren das Gleiche" liegen Welten. Es gibt eben auch Unterschiede und ich finde besser diese zu akzeptieren als sie zu negieren.

Zitat:
Niemand behauptet das es schlimm ist, dass andere Religionen in manchen Themen unterschiedliche Ansichten haben aber ich frage dich: Was ist denn so schlimm dran einfach mal zu akzeptieren dass die meisten mystischen Religionen das selbe lehren?


Wenn es mehrere Religionen gibt die das gleiche lehren braucht man nicht mehrere Religionen, da reicht eine. Wozu bist du Buddhist, wenn das Christentum und der Islam das gleiche lehren?

Ziraki hat folgendes geschrieben:
Das hatte ich doch als Beispiel angeführt, um aufzuzeigen dass zur Zeit der systematischen Formulierung der Theravada-Lehrinhalte schon einige Zusammenhänge in Vergessenheit geraten waren.


Also gehst du davon aus, dass Buddha Shakyamuni nicht die Lehre vom bedingten Entstehen und der Wiedergeburt innerhalb von Samsara gelehrt hat? Das heißt, dass die Theravadamönche die Lehrreden gefälscht haben. Und da wir außer den gefälschten Lehrreden keine Quellen haben weiß keiner was Buddha Shakyamuni gelehrt hat?

Wozu liest du das dann? Was interessiert dich die Meinung von Mönchen die die Lehrreden ihres eigenen Religionsstifters gefälscht haben?

Zitat:
Die Theorie von drei Lebenszeiten wird inzwischen angezweifelt.


Es gibt keine Theorie der drei Lebzeiten. Das bedingte Entstehen erstreckt sich über unzählige Lebzeiten, bis zum (Pari-) Nirvana.

Es werden zur Darstellung oft drei Lebzeiten verwendet, aber das finde ich (und andere) nicht gut.

Zitat:
Ich finde es nicht schlimm, aber gerade bei der Lehre des Buddha fände ich es sehr interessant ein besseres Bild davon zu bekommen was er ursprünglich lehrte und was durch Tradition hinzugefügt wurde.


Und wie entscheidest du das? Wenn man bedenkt, dass die Quellen nicht vertrauenswürdig sein sollen?
Long Road hat folgendes geschrieben:

Also gehst du davon aus, dass Buddha Shakyamuni nicht die Lehre vom bedingten Entstehen und der Wiedergeburt innerhalb von Samsara gelehrt hat? Das heißt, dass die Theravadamönche die Lehrreden gefälscht haben. Und da wir außer den gefälschten Lehrreden keine Quellen haben weiß keiner was Buddha Shakyamuni gelehrt hat?

Wozu liest du das dann? Was interessiert dich die Meinung von Mönchen die die Lehrreden ihres eigenen Religionsstifters gefälscht haben?


Also Fälschung setzt jetzt schon einen Vorsatz voraus. Das habe ich nicht behauptet.
Und ich möchte mich entschuldigen, wenn meine Beiträge als respektlos gegenüber der buddhistischen Tradition erscheinen. Meine Auseinandersetzung hat vor etlichen Jahren mit einer großen Wertschätzung für den Buddhismus begonnen. Diese Wertschätzung besteht immer noch.

Zitat:
Es gibt keine Theorie der drei Lebzeiten.

Die gibt es im Visuddhimagga. Dieser Text spiegelt sich fast in der gesamten deutsch - und englischsprachigen Einführungsliteratur in den Theravada-Buddhismus wieder.

Zitat:
Und wie entscheidest du das? Wenn man bedenkt, dass die Quellen nicht vertrauenswürdig sein sollen?


Gute Frage! Ich versuche möglichst viele Informationen zu verarbeiten. Quellen, gerade die Lehrreden, enthalten wohl das, was wir wissen können. Trotzdem versuche ich nicht unkritisch zu sein. Wie entscheidest du, was du für glaubwürdig hältst?
ziraki hat folgendes geschrieben:
Nun irgendwie muss der Buddha ja den Unterschied zwischen vorher und nachher erlebt haben. Ist es falsch das als Erfahrung zu bezeichnen?


Buddha erschien erst mit eintreten des Nirvanas, Siddhartha verschwand mit eintreten des Nirvanas, er ging nicht ins Nirvana ein. Wenn man pingelig ist, kann man nicht mal sagen, dass Siddhartha zu Buddha wurde. Siddhartha endete, Buddha begann und da Nirvana keine Ursache hat, besteht nichtmal ein konditioneller Zusammenhang zwischen Siddhartha und Buddha.

Deswegen würde ich "vorher" und "nachher" in diesem Zusammenhang als unpassende Begriffe empfinden. Siddhartha ist nicht zu Buddha geworden. Buddha ist nicht Siddhartha gewesen.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Soweit ich mich erinnere hat der Buddha selber sich geweigert die Frage seiner Existenz bzw. Nichtexistenz nach dem Tode zu beantworten.


Er sage das eine, weder das andere (s.o.).

Zitat:
Und als Person, als Lehrer, Leiter, Freund, politischer Berater... hat er nach seinem Erwachen sehr wohl noch funktioniert.


Sicher.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Das ist dem was ich sagen möchte sehr ähnlich. Was die Forschung in den letzten Jahren herausgefunden hat, ist dass die Sprache und Gleichnisse seiner Zuhörer schon früh in Vergessenheit gerieten und deshalb seine Lehre nicht mehr in diesem Zusammenhang gesehen wurde und es deshalb evtl. zu Fehlinterpretationen kam.


Kannst du mir sagen, wo solche Fehlinterpretationen gibt oder gab?

ziraki hat folgendes geschrieben:
Ein gutes Drittel des achtfachen Weges besteht aus Ethik.


Ja, aber gute Werke bringen nur ein tausendstel soviel auf dem Weg zur Erleuchtung, wie ein kurzer Moment der rechten Versenkung. Ein sittsames Leben ist ein Mittel zum Zweck, damit man sich die Bedingungen schafft unter denen man besser Meditieren kann.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Für viele Menschen die nicht an Wiedergeburt als Prozess über mehrere Leben glauben, bedeutet seine Lehre sehr viel. Z.B. die säkularen Buddhisten.


Er hätte nicht gelehrt, wenn er nicht nicht den Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt erkannt hätte.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Ich habe ja auch nicht behauptet, dass es diese Lehre nicht gibt, sondern dass es neue Forschungsergebnisse gibt, die eine andere Bedeutung nahelegen, als sie z.B. in deinem obigen Zitat suggeriert wird.


Kann ich mir schwerlich vorstellen... Einzelne Textstellen sind vielleicht mehrdeutig (wenn man es anders lesen möchte), aber in seiner Gesamtheit ist die Lehre ziemlich eindeutig.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Im Original steht nichts vom Bewusstsein eines Verstorbenen.


Die Klammern habe ich zum besseren Verständnis nach Schumann dort eingesetzt, aber der Kontext sagt nichts anderes.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Dass es Jahre gedauert hätte diese Erinnerungen aufzurufen, die er in einer Nacht hatte.


Tut mir leid, verstehe ich immer nicht nicht.
_________________
Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
ziraki hat folgendes geschrieben:

Also Fälschung setzt jetzt schon einen Vorsatz voraus. Das habe ich nicht behauptet.


Nun ja, rein theoretisch müssen Fehler, Änderungen, Ergänzungen der Lehrreden ja eigentlich bei der Kanonisierung beim ersten Konzil durch die engsten Vertrauten Buddha Shakyamunis bewusst und vorsätzlich durchgeführt worden sein. Danach entstanden ja schon die ersten Zersplitterungen und Verstreuungen des Buddhismus.

Wenn danach in einer Region was geändert oder hinzugefügt worden wäre, würde man das durch Abweichungen zu anderen Überlieferungen bemerken. Was aber nicht der Fall ist, soweit mir bekannt ist. Also hätte man schon alle Überlieferungen gleich manipulieren müssen, was auch ein bewusster Akt gewesen wäre (mit einem gigantischen Aufwand)

Eine spätere nachträgliche, einheitliche Änderung (z.B. das Hinzufügen der Wiedergeburtslehre) in allen Versionen erscheint mir daher unmöglich.

Zitat:
Und ich möchte mich entschuldigen, wenn meine Beiträge als respektlos gegenüber der buddhistischen Tradition erscheinen. Meine Auseinandersetzung hat vor etlichen Jahren mit einer großen Wertschätzung für den Buddhismus begonnen. Diese Wertschätzung besteht immer noch.


Nein, deine Beiträge empfinde ich nicht als respektlos, eher im Gegenteil. Ich finde es bemerkenswert mit welcher Hingabe du dich da reinkniest um ein stimmiges Bild für dich zu zeichnen.

Mich wundert dieser Arbeitsaufwand nur wenn du davon ausgehst, dass die Lehrreden nicht authentisch sind.

Zitat:
Zitat:
Es gibt keine Theorie der drei Lebzeiten.

Die gibt es im Visuddhimagga. Dieser Text spiegelt sich fast in der gesamten deutsch - und englischsprachigen Einführungsliteratur in den Theravada-Buddhismus wieder.


Wie gesagt kenne ich diese Werk nicht, ich vermute aber, dass die drei Lebzeiten dort auch nur zu Illustrationszwecken verwendet werden. Nur so ein Bauchgefühl.

Zitat:

Gute Frage! Ich versuche möglichst viele Informationen zu verarbeiten. Quellen, gerade die Lehrreden, enthalten wohl das, was wir wissen können. Trotzdem versuche ich nicht unkritisch zu sein. Wie entscheidest du, was du für glaubwürdig hältst?


Aus den oben genannten Gründen vertraue ich, dass die Lehrreden des Sutta Pitaka authentisch den Inhalt Buddha Shakyamunis Lehre enthalten.

Die andere Frage ist natürlich was man wörtlich und was allegorisch verstehen soll, wie auch bei anderen Schriften. Da gehe ich eher nach dem Gesamtbild.

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