Gott/Gottheit = Nirvana bzw. Nirvana = Gott/Gottheit


Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Long Road hat folgendes geschrieben:

Gott = unbeschreibbar.
(Pari-)Nirvana = unbeschreibbar.
Sexualverkehr = unbeschreibbar.

Wobei der Sexualverkehr als ein Teil der Natur durchaus beschrieben werden kann...


Jein, zu einem Teil sicher, aber das trifft auf den Tod und auf Gott auch zu. Die tatsächliche Erfahrung meine ich ist aber unbeschreibbar, sondern nur direkt erfahrbar.
[quote="Long Road"]
JimHa hat folgendes geschrieben:
Das selbe zählt auch für das göttliche. Es kann in Worten nicht erklärt werden man muss es erleben,erfahren: Darin sehe ich die Verbindung zum Nirvana bzw. Parinirvana.


1. Wenn "those things—matter, sensation, perception, mental activities, consciousness (...) are completely destroyed and uprooted" eintritt, was ist dann Erfahrung für dich? Und "wer" erfährt dann noch etwas?

2.

Zitat:
Das selbe zählt auch für das göttliche. Es kann in Worten nicht erklärt werden man muss es erleben,erfahren


Die Logik dahinter ist doch

Gott = unbeschreibbar.
(Pari-)Nirvana = unbeschreibbar.

Wir kürzen das "unbeschreibbar" und setzen gleich. Conclusio Gott = (Pari-)Nirvana. Richtig?

Aber nur weil zwei Dinge unbeschreibbar sind heißt das noch lange nicht, dass sie das Gleiche sind.

Beispiel:

Ich atme Luft, du atmest Luft -> Ich bin du? Passt das für dich?
Mein Auto ist weiß, Schnee ist weiß -> Mein Auto besteht aus Schnee.

Anderes Beispiel:

Gott = unbeschreibbar.
(Pari-)Nirvana = unbeschreibbar.
Sexualverkehr = unbeschreibar.
(Mir würden jetzt da millionen Dinge einfallen)

-> Gott = (Pari-)Nirvana = Sexualverkehr = etc.

Klar das ist die Logik dahinter aber so wie du es erklärst wirkt es natürlich sehr oberflächlich. Ich komme ja nur zu diesem Ergebnis weil alle mystischen Lebensweisen sehr stark dem Buddhismus ähneln.

Beide "Religionen" Also Buddhismus und Mystik haben das Ziel sich vom Ego zu befreien und beide auf ähnliche Art und Weise. Die einen wollen Gott so nah wie möglich kommen und die anderen dem Nirwana bzw. Parinirvana

PS: Deine Interpretation meiner Signatur war leider falsch falls dich das interessiert. Ich habe nicht den Wunsch auf ein Leben nach dem Tot. Meine Signatur soll darauf hinweisen das alles eins ist gerade weil die Welt vergänglich ist. Ohne Tot kein Leben und hinter diesem Kreislauf ist das unsterbliche, göttliche, usw usf.
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Wohl ist alles in der Natur Wechsel/vergänglich, aber hinter dem Wechselnden ruht etwas unsterbliches.

Johann Wolfgang von Goethe

Amatam adhigatam'', sagte der Buddha, "das Unsterbliche ist gefunden!"
JimHa hat folgendes geschrieben:
Mein Auto ist weiß, Schnee ist weiß -> Mein Auto besteht aus Schnee.

Wenn jemand weiße Farbe mit "Schnee" meint, stimmt das schon. Richtiger wäre hier: Beides, also mein Auto und auch Schnee, reflektiert das Licht ziemlich gleich.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
JimHa hat folgendes geschrieben:
Klar das ist die Logik dahinter aber so wie du es erklärst wirkt es natürlich sehr oberflächlich. Ich komme ja nur zu diesem Ergebnis weil alle mystischen Lebensweisen sehr stark dem Buddhismus ähneln.


Das macht es für mich noch unverständlicher. Was hat die Lebensweise eines Buddhisten mit den Eigenschaften von (Pari-)Nirvana zu tun? Gibt die Lebensweise eines Monotheisten Aufschluss über die Eigenschaften von Gott? Und wenn man die beiden Lebensweisen vergleicht und Ähnlichkeiten findet kann man daraus schließen dass Gott und (Pari-)Nirvana das gleiche sind?

Zitat:
Beide "Religionen" Also Buddhismus und Mystik haben das Ziel sich vom Ego zu befreien und beide auf ähnliche Art und Weise. Die einen wollen Gott so nah wie möglich kommen und die anderen dem Nirwana bzw. Parinirvana


Ja, aber das ist nur ähnlich, wenn du davon ausgehst, dass Gott und (Pari-)Nirvana das gleiche sind. Wenn du aber davon ausgehst, dass es nicht das gleiche ist, dann streben zwar beide nach etwas, aber nach etwas verschiedenem.
Zitat:

PS: Deine Interpretation meiner Signatur war leider falsch falls dich das interessiert. Ich habe nicht den Wunsch auf ein Leben nach dem Tot. Meine Signatur soll darauf hinweisen das alles eins ist gerade weil die Welt vergänglichist. Ohne Tot kein Leben und hinter diesem Kreislauf ist das unsterbliche, göttliche, usw usf.


Wenn alles eins ist dann strebst du nach dem ewigen Leben. Außer du differenzierst zwischen den Möglichkeiten ewiges Leben oder (Pari-)Nirvana und sagst, dass du kein ewiges Leben sondern (Pari-) Nirvana anstrebst. Wenn du aber die zwei Möglichkeiten zur Wahl hast dann ist es nicht mehr das selbe. Darauf will ich ja hinaus.
Und wieso strebe ich nach "ewigem" Leben wenn ich der Auffassung bin dass alles eins ist?
Dann sehe ich auch mein Leben als ewig an, weil es im Gegensatz zum Leben im Hier und jetzt mit dem aktuellen Organismus und der Erkennbarkeit der Person auf unserer Welt fortdauert, da es nicht nur gleichgesetzt wird mit dem, was mich jetzt ausmacht, sondern ich sehe es umfassender. So interpretiere ich diese Sache.
JimHa hat folgendes geschrieben:
Und wieso strebe ich nach "ewigem" Leben wenn ich der Auffassung bin dass alles eins ist?


Weil "ewiges Leben" und "nicht ewiges Leben" zwei sind.

Außer du sagst es gibt gar kein ewiges Leben, es gibt nur (Pari-)Nirvana, dann ist alles eins, aber dann hast du zwei Riesenprobleme mMn:

Erstens hast du dann ein Problem, weil du da keine Verbindung zu den Monotheisten herstellst. Ein Christ oder Moslem wird diese Ansicht nicht teilen, die streben nach dem ewigen Leben bzw. nach dem Paradies. Der christliche Glaube an eine (physische!) Auferstehung ist nicht ein und das selbe wie (Pari-)Nirvana. Genauso wie ihr Gottesbild nicht mit (Pari-)Nirvana kompatibel ist.

2. Wenn alles eins ist ist alles egal. Dann kannst du Buddha Shakyamuni genauso gut verehren wie Hitler. Dann hätte Buddha Shakyamuni nie nach einer endgültigen Befreiung suchen müssen und diese dann auch nie lehren müssen. Weil dann sind ohnehin alle befreit egal was man macht. Wenn du aber davon ausgehst, dass mit Buddha Shakyamuni und Hitler bei deren Tod etwas anderes passiert ist, ist nicht alles eins. Wenn du meinst, dass mit ihnen das gleiche passiert ist, dann ist alles eins, dann ist aber auch alles wurst.
Long Road hat folgendes geschrieben:
[...] Außer du differenzierst zwischen den Möglichkeiten ewiges Leben oder (Pari-)Nirvana und sagst, dass du kein ewiges Leben sondern (Pari-) Nirvana anstrebst. Wenn du aber die zwei Möglichkeiten zur Wahl hast dann ist es nicht mehr das selbe. Darauf will ich ja hinaus.

Ich verstehe Nirvana so, dass eine völlig andere Qualität erreicht wird, im Gegensatz zum Samsara, was ja nicht als endlich oder als unendlich, sondern in erster Linie als unbefriedigend definiert wird.
Ewiges Leben verstehe ich jetzt auch nicht als die immerwährende Fortsetzung des stetig Gleichen, sondern als eine völlig andere Qualität, die schon in diesem Leben erfahren werden kann.

Das wird mMn nach auch schon im NT so definiert: Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit Joh. 11,25 u 26

Meinem Verständnis nach wird ewiges Leben in diesem Zitat explizit nicht mit Körperlichkeit oder physischer Auferstehung in Verbindung gebracht.
Diese Diskussion ist nach meiner Meinung sowieso schon seit ein paar Seiten "tot" also können wir sie hier auch ruhig beenden. Das was ich wissen wollte hab ich erfahren und sogar noch einige Sachen mehr also bitte nicht falsch verstehen.

Ich bedanke mich für euer Interesse bzw. sehr interessante Diskussion
ziraki hat folgendes geschrieben:


Ich verstehe Nirvana so, dass eine völlig andere Qualität erreicht wird, im Gegensatz zum Samsara, was ja nicht als endlich oder als unendlich, sondern in erster Linie als unbefriedigend definiert wird.
Ewiges Leben verstehe ich jetzt auch nicht als die immerwährende Fortsetzung des stetig Gleichen, sondern als eine völlig andere Qualität, die schon in diesem Leben erfahren werden kann.


Ja aber als Fortsetzung. Als Fortsetzung von dir als Person (Seele, etc.), meinetwegen in anderer Qualität. Demnach glaubst du auch, dass es eine derartige Fortsetzung von Buddha Shakyamuni nach dessen Tod geben muss (in welcher Qualität auch immer). Das ist nach buddhistischer Auffassung aber nicht der Fall. Die einzige Fortsetzung von Buddha Shakyamuni ist dessen Vermächtnis (Lehre und Sangha)

Eine Frage die mir eingefallen ist: Wo siehst du Gemeinsamkeiten zwischen der einmaligen irdischen Existenz in den abrahamitischen Religionen und der vielleicht unendlichen Wiedergeburt bzw. der Reinkarnation? (Da wäre auch die Meinnung von JimHa interessant. )

Zitat:
Das wird mMn nach auch schon im NT so definiert: Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit Joh. 11,25 u 26

Meinem Verständnis nach wird ewiges Leben in diesem Zitat explizit nicht mit Körperlichkeit oder physischer Auferstehung in Verbindung gebracht.


Soweit ich das sagen kann wird dir kein Christ widersprechen, dass diese Auferstehung eine vollkommen andere Qualität darstellt. Jedoch ist Jesus Christus körperlich auferstanden und der gilt als Beispiel. Burkl hatte das schon öfter treffen formuliert, dass der Auferstehung im Christentum keine abstrakte metaphysische Theorie zu Grunde liegt, sondern das konkrete Beispiel von Jesus Christus, das von seinen Jüngern bezeugt wurde.

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