Gibt es ewige Vergebung?


Ich wollte mal fragen, ob jemand weiß, ob man von Gott unendlich viele Chancen erhält oder ob es dafür Grenzen gibt.
Gott vergibt nicht, denn Gott hat niemals verdammt.

Es sind Menschen die meinen Gott würde verdammen,
denn Menschen können sich keinen Gott vorstellen,
der/die im Geiste über dem des Menschen steht.

So wurden Dinge wie Vergebung in Glaubensvorstellungen hineingedichtet.

Gott ist aber das Ewige "Ja" zum Sein,
denn wäre da ein "Nein" so würde das Sein ja nicht mehr sein.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Papaloooo hat folgendes geschrieben:

Gott vergibt nicht, denn Gott hat niemals verdammt.


Lieber Papaloooo,

das stimmt auf jeden Fall.

"Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte." (Mt 5,45)

"Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm." (1 Joh 1,5)

kinslayer hat folgendes geschrieben:

Ich wollte mal fragen, ob jemand weiß, ob man von Gott unendlich viele Chancen erhält oder ob es dafür Grenzen gibt.


Lieber kinslayer,

es gibt von Seiten Gottes unendlich viele Chancen umzukehren. Die einzige Grenze, die es gibt, setzen wir uns selbst: Es ist unser mangelndes Vertrauen darauf, dass Gott uns wieder vergeben wird.

"Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um.
Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an.
Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern." (Lk 15,11-24)

Der Widersacher - also der Böse, der Teufel - möchte, dass Menschen unten gehalten werden, im Dunkel der Schuld und der Enge (Angst und "Enge" hängen stark zusammen, es geht dem Bösen darum, dass wir Angst haben). Diese Stimme des Bösen sagt also: "Dir kann nicht vergeben werden, das war zu arg, was du getan hast, du bist verloren."

Man soll also in der Dunkelheit und Verzweiflung bleiben - "Schweinefutter essen", wie das Gleichnis vom verlorenen Sohn sagt. Was ist also notwendig? Einzusehen, dass man jederzeit wieder nach Hause kommen kann zum liebenden Vater - dass es keine Notwendigkeit gibt, in der Fremde zu bleiben, erniedrigt im Schmutz am Boden.
Der ständig notwendige Schritt ist, sich beständig vor Augen zu halten: Gott - ohne dich bin ich nichts, du bist meine Heimat, ich kehre - obwohl ich nicht wert bin dein Sohn, deine Tochter zu sein - immer wieder zu dir zurück, egal wie weit ich weg war. "Der Vater sah ihn schon von weitem kommen" - ständig hält Gott also Ausschau nach jedem Menschen, der sich entfernt hat, voller Sehnsucht, wann er oder sie zu ihm zurückkommt.
@Burkl

Womit du eine perfekte Widerlegung der Lehre der Erbsünde verfasst hast. Warum ist diese dann noch Teil vieler christlicher Lehrgebilde?
Tobias hat folgendes geschrieben:
@Burkl

Womit du eine perfekte Widerlegung der Lehre der Erbsünde verfasst hast. Warum ist diese dann noch Teil vieler christlicher Lehrgebilde?


Lieber Tobias,

das sind "zwei verschiedene Paar Schuhe". Die Erbsünde besagt ja, dass der Mensch weiter weg von Gott gerückt ist, als dies ursprünglich im Plan Gottes gelegen ist. Dieses grundsätzliche "Weiter-Weg-Sein" von Gott wird durch die Taufe geheilt. Die Lehre über die Erbsünde sagt über die persönliche individuelle Schuld eines Menschen gar nichts aus. Und um diese individuelle Schuld, die ein Mensch mit eigenem Tun und Unterlassen auf sich lädt, um die geht es hier.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Und um diese individuelle Schuld, die ein Mensch mit eigenem Tun und Unterlassen auf sich lädt, um die geht es hier.


Ich glaube aber nicht, dass diese individuelle Schuld nur durch den Glauben an Jesus getilgt wird. Da gehört m.E. Buße und Abbitte dazu, der Versuch der Wiedergutmachung sowie die tätige Nachfolge Jesu, wie er es in der Bergpredigt zum Ausdruck gebracht hat.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Sehr geehrter Herr Burkl,

ich bin kein guter Mensch, aber das haben Sie sicher bereits erkannt. Ich bin voller Zweifel was ich tun oder lassen soll und schiebe oft die Schuld auf andere. Nach jeder Einsicht kommt bei mir keine Umkehr. Ich hab damals die Kirche verantwortlich gemacht was mir passiert ist aber in Wahrheit hab ich mich nur wie ein Verrückter aufgeführt. Und die Arbeit und Schule hab ich auch immer vernachlässigt, jemand wie mich braucht man nicht deswegen habe ich auch so viele Absagen.

Danke an alle die mir wieder einmal so viele gute Nachrichten geschenkt haben.

Weiß jemand was ich als Buße tun muss?
kinslayer hat folgendes geschrieben:
Weiß jemand was ich als Buße tun muss?


Das gleiche wie der verlorene Sohn im Gleichnis. Gott sagen: "Vater ich bin nicht wert dein Sohn zu sein und dennoch kehre ich zu dir zurück." - diese Haltung ist eigentlich schon der Anfang von Allem - das Bewusstsein, dass du ohne Gott nichts, mit Gott Alles bist. Dieser "Grundton" sollte dein ganzes Leben durchziehen.

Und dann ganz wichtig - dich mit dem Herrn zu unterhalten, was die nächsten Schritte sind. Das hast du ohnedies in dir drinnen. Du solltest in dich hineinhören - jeder Mensch kann durch den inneren Dialog mit seinem Gewissen, mit Gott, die nächsten Schritte erkennen. Nimm jeden Tag zweimal eine Viertelstunde - einmal vormittags einmal abends - in der du auf Gott hörst. Hier ist ein Tipp, wie das aussehen kann:

http://www.peterdyckhoff.de/buch32.html
Was steht im alten Testament, falls ein Mensch sich gegen Gott gewandt mehrmals keine Umkehr gezeigt hat bzw. ihn sogar direkt verraten hat?

Wie sieht das mit Taufe aus, ich bilde mir ein ich hätte mal gehört dass manche Menschen sich so weit versündigt haben dass nur mehr die Taufe einem von den Sünden befreien kann und wenn das geschieht ist, dass mit dem Nachleben eine ganz andere Sache wie bei den anderen.
Meines Wissens befreit die Taufe von der Erbsünde, nicht aber von deren Folgen.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten

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