Die Bibel ist nur ein Buch


Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich denke, dass zwar das Christentum auf dem Judentum aufbaut, aber andere religiöse Strömungen wie der Islam bauen nicht auf dem Christentum oder Ähnlichem auf.


Der Islam weist eindeutige Bezüge zum Spätantiken Judentum und Christentum auf. Das gilt natürlich besonders für die unter den östlichen Semiten verbreiteten Varianten davon.
Wobei aber angeblich in manchen Kreisen des Islam die Christen als eins der schlimmsten Feindbilder angesehen wird...
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Wobei aber angeblich in manchen Kreisen des Islam die Christen als eins der schlimmsten Feindbilder angesehen wird...


Der Hass mancher (vieler?) Muslime auf die Juden ist da noch schlimmer. Dennoch baut der Islam stark auf dem Judentum auf, weit stärker als auf dem Christentum.
Long Road hat folgendes geschrieben:
Oder zentrale Frage: Wie soll bitte eine fortschreitende Gottesoffenbarung funktionieren wenn man nicht aufeinander aufbaut, sondern jetzt etwas ganz Neues hat das mit dem vorhergehenden nichts zu tun hat?


Als Antwort darauf möchte ich Dir dasselbe Zitat von Baha'u'llah nennen, das ich auch im anderen Thread gepostet habe; und zwar deshalb, weil ich es mit meinen Worten anscheinend nicht so gut erklären kann, dass es verstanden wird:

Wir haben schon auf den vorangegangenen Seiten¹ einer jeden der Leuchten, die sich von den Aufgangsorten ewiger Herrlichkeit erheben, zwei Stufen zugeschrieben. Die eine dieser Stufen, die Stufe der Wesenseinheit, haben Wir bereits erläutert. »Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen«.² Die andere Stufe ist die der Unterscheidung, sie gehört zur Welt der Schöpfung und ihren Begrenzungen. In dieser Hinsicht hat jede Manifestation Gottes eine ausgeprägte Individualität, eine genau vorgezeichnete Mission, eine vorherbestimmte Offenbarung und besonders bestimmte Begrenzungen. Eine jede von ihnen ist unter einem anderen Namen bekannt, durch ein anderes Attribut gekennzeichnet, mit einem bestimmten Auftrag und einer besonderen Offenbarung betraut. So wie Er spricht: »Einige Sendboten haben Wir die anderen überragen lassen. Zu einigen hat Gott gesprochen, einige hat Er erhoben und erhöht. Und Jesus, dem Sohn Marias, verliehen wir offenbare Zeichen und stärkten Ihn mit dem Heiligen Geist«.³

¹ Abschnitt 2/60 (161) ² Qur'án 2:136 ³ Qur'án 2:254


+2:91 (192)

Durch diese Verschiedenheit ihrer Stufe und ihrer Mission kommt es, daß die aus diesen Quellen göttlicher Erkenntnis strömenden Worte scheinbar voneinander abweichen. Dagegen ist in den Augen derer, die in die Mysterien göttlicher Weisheit eingeweiht sind, alles, was sie sagen, in Wirklichkeit nur Ausdruck einer Wahrheit. Da die meisten Menschen diese Stufen, auf die Wir hingewiesen haben, nicht richtig einzuschätzen vermögen, sind sie bestürzt und verwirrt angesichts der unterschiedlichen Aussagen der Manifestationen, die doch in ihrem Wesen eine und dieselbe sind.

+2:92 (193)

Es war seit jeher offenkundig, daß diese Unterschiede in der Redeweise den Unterschieden in der Stufe zuzuschreiben sind. Vom Standpunkt ihrer Einheit und erhabenen Loslösung aus betrachtet, waren seit je die Attribute Gottheit, Göttlichkeit, höchste Einzigkeit und innerstes Sein auf diese Inbegriffe des Seins anwendbar, da sie alle auf dem Throne göttlicher Offenbarung ruhen und den Sitz göttlicher Verborgenheit einnehmen. Mit ihnen tritt Gottes Offenbarung in die Erscheinung, durch ihr Antlitz wird die Schönheit Gottes enthüllt. So wird die Sprache Gottes selbst aus dem Munde dieser Manifestationen des göttlichen Seins vernommen.

+2:93 (194)

Im Lichte ihrer zweiten Stufe betrachtet, der Stufe der Auszeichnung, der Unterscheidung, der zeitlichen Begrenzungen, der Kennzeichen und Maßstäbe, legen sie unbedingte Dienstbarkeit, äußerste Armut und völlige Selbstauslöschung an den Tag. So hat Er gesprochen: »Ich bin der Diener Gottes, Ich bin nur ein Mensch wie ihr«.¹


Baha'u'llah, Das Buch der Gewissheit

_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Long Road hat folgendes geschrieben:
Oder zentrale Frage: Wie soll bitte eine fortschreitende Gottesoffenbarung funktionieren wenn man nicht aufeinander aufbaut, sondern jetzt etwas ganz Neues hat das mit dem vorhergehenden nichts zu tun hat?


Als Antwort darauf möchte ich Dir dasselbe Zitat von Baha'u'llah nennen, das ich auch im anderen Thread gepostet habe; und zwar deshalb, weil ich es mit meinen Worten anscheinend nicht so gut erklären kann, dass es verstanden wird:

Wir haben schon auf den vorangegangenen Seiten¹ einer jeden der Leuchten, die sich von den Aufgangsorten ewiger Herrlichkeit erheben, zwei Stufen zugeschrieben. Die eine dieser Stufen, die Stufe der Wesenseinheit, haben Wir bereits erläutert. »Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen«.² Die andere Stufe ist die der Unterscheidung, sie gehört zur Welt der Schöpfung und ihren Begrenzungen. In dieser Hinsicht hat jede Manifestation Gottes eine ausgeprägte Individualität, eine genau vorgezeichnete Mission, eine vorherbestimmte Offenbarung und besonders bestimmte Begrenzungen. Eine jede von ihnen ist unter einem anderen Namen bekannt, durch ein anderes Attribut gekennzeichnet, mit einem bestimmten Auftrag und einer besonderen Offenbarung betraut. So wie Er spricht: »Einige Sendboten haben Wir die anderen überragen lassen. Zu einigen hat Gott gesprochen, einige hat Er erhoben und erhöht. Und Jesus, dem Sohn Marias, verliehen wir offenbare Zeichen und stärkten Ihn mit dem Heiligen Geist«.³

¹ Abschnitt 2/60 (161) ² Qur'án 2:136 ³ Qur'án 2:254


+2:91 (192)

Durch diese Verschiedenheit ihrer Stufe und ihrer Mission kommt es, daß die aus diesen Quellen göttlicher Erkenntnis strömenden Worte scheinbar voneinander abweichen. Dagegen ist in den Augen derer, die in die Mysterien göttlicher Weisheit eingeweiht sind, alles, was sie sagen, in Wirklichkeit nur Ausdruck einer Wahrheit. Da die meisten Menschen diese Stufen, auf die Wir hingewiesen haben, nicht richtig einzuschätzen vermögen, sind sie bestürzt und verwirrt angesichts der unterschiedlichen Aussagen der Manifestationen, die doch in ihrem Wesen eine und dieselbe sind.

+2:92 (193)

Es war seit jeher offenkundig, daß diese Unterschiede in der Redeweise den Unterschieden in der Stufe zuzuschreiben sind. Vom Standpunkt ihrer Einheit und erhabenen Loslösung aus betrachtet, waren seit je die Attribute Gottheit, Göttlichkeit, höchste Einzigkeit und innerstes Sein auf diese Inbegriffe des Seins anwendbar, da sie alle auf dem Throne göttlicher Offenbarung ruhen und den Sitz göttlicher Verborgenheit einnehmen. Mit ihnen tritt Gottes Offenbarung in die Erscheinung, durch ihr Antlitz wird die Schönheit Gottes enthüllt. So wird die Sprache Gottes selbst aus dem Munde dieser Manifestationen des göttlichen Seins vernommen.

+2:93 (194)

Im Lichte ihrer zweiten Stufe betrachtet, der Stufe der Auszeichnung, der Unterscheidung, der zeitlichen Begrenzungen, der Kennzeichen und Maßstäbe, legen sie unbedingte Dienstbarkeit, äußerste Armut und völlige Selbstauslöschung an den Tag. So hat Er gesprochen: »Ich bin der Diener Gottes, Ich bin nur ein Mensch wie ihr«.¹


Baha'u'llah, Das Buch der Gewissheit

Hallo Minou,
Die Zitate Bahaullahs geben soweit ich es überblicken kann aber keine Antwort auf die Frage, ob die Gottesoffenbarungen denn nun aufeinander aufbauen oder "nebeneinander bestehen". Es geht ja konkret darum, ob das jetzt Stufen auf einer Treppe sind, wo man jede Stufe braucht, um nach oben zu kommen oder eher mehrere Wegabzweigungen, die am Ende aber alle das gleiche Ziel haben.

Gruß,
Cacau
_________________
Die Gottheit lebt in den Details.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Wobei aber angeblich in manchen Kreisen des Islam die Christen als eins der schlimmsten Feindbilder angesehen wird...


Und in manchen christlichen Kreisen ist der Islam das schlimmste Feindbild oder auch mal gern 'die Juden'.

Feindbilder entstehen aus den verschiedensten Gründen.

Den heutigen Hass den verschiedenste Islamisten auf 'die Christen' hegen richtet sich eher gegen die Kultur der Moderne und den westlichen Imperialismus bzw. gegen die westliche Vorherrschaft als gegen das Christentum als Religion.
Long Road hat folgendes geschrieben:
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Wobei aber angeblich in manchen Kreisen des Islam die Christen als eins der schlimmsten Feindbilder angesehen wird...


Der Hass mancher (vieler?) Muslime auf die Juden ist da noch schlimmer. Dennoch baut der Islam stark auf dem Judentum auf, weit stärker als auf dem Christentum.


Der islamistische Antisemitismus ist historisch als Reaktion auf den Zionismus, da dieser auf zuvor islamischen Gebiet einen jüdischen Nationalstaat errichten wollte und dies dann auch tat.
Cacau hat folgendes geschrieben:
Die Zitate Bahaullahs geben soweit ich es überblicken kann aber keine Antwort auf die Frage, ob die Gottesoffenbarungen denn nun aufeinander aufbauen oder "nebeneinander bestehen". Es geht ja konkret darum, ob das jetzt Stufen auf einer Treppe sind, wo man jede Stufe braucht, um nach oben zu kommen oder eher mehrere Wegabzweigungen, die am Ende aber alle das gleiche Ziel haben.

Gruß,
Cacau


Ohne jetzt Zitate zu posten grundlegend:

Bahai sehen Offenbarung als zyklisch und fortschreitend an.

Offenbarungen - so die Überzeugung der Bahai - kommen von Gott und führen zu ihm. Allerdings sind Offenbarungen im Bezug auf ihre Empfänger nicht absolut, sonder immer relativ. Das ist dann auch der zentrale Grund dafür warum Offenbarung fortschreitend ist.

Ob nun jede historisch spätere Offenbarung gegenüber jeder historisch früheren Offenbarung in jedem Aspekt einen Fortschritt darstellt ist eine komplexe Frage. Ich denke tatsächlich das man dies - auch aus Bahai-Sicht - so generell nicht sagen kann, denn historisch haben sich ja auch nicht alle Kulturen in allen Winkeln der Welt genau synchron entwickelt.
Cacau hat folgendes geschrieben:
Hallo Minou,
Die Zitate Bahaullahs geben soweit ich es überblicken kann aber keine Antwort auf die Frage, ob die Gottesoffenbarungen denn nun aufeinander aufbauen oder "nebeneinander bestehen". Es geht ja konkret darum, ob das jetzt Stufen auf einer Treppe sind, wo man jede Stufe braucht, um nach oben zu kommen oder eher mehrere Wegabzweigungen, die am Ende aber alle das gleiche Ziel haben.

Gruß,
Cacau


Liebe Cacau,
ich finde schon, dass die Antwort in diesen Zitaten liegt.

Ich empfinde es so, dass jede Offenbarung Gottes, ich könnte auch sagen jede Religion, für ihre Zeit, die Situation, in der sie offenbart wurde und in ihrer geografischen Gegend immer richtig war. Ich sehe das Aufbauende darin, dass in jeder Sendung die vorangegangene Offenbarung verdeutlicht wird. Es ist wie bei der Erziehung eines Kindes. Solange es klein ist, bedient man sich einfacher Bezeichnungen für Dinge, die es noch nicht erfassen kann. Je größer das Kind wird, desto genauer kann man ihm Vieles erklären. Als junger Erwachsener will man auch noch nicht die Ratschläge und Erklärungen der Eltern akzeptieren, bei fortgeschrittenem Alter erkennt man erst die Weisheit darin.
So erzieht auch Gott die Menschheit. In tausend Jahren werden die Menschen noch genauer informiert sein, weil sie sich ja weiter entwickelt und wieder mehr erfassen kann als wir heute.

Ich hoffe, ich habe das einigermaßen verständlich ausgedrückt. Wenn nicht, bitte ich um weitere Fragen.

Alles Liebe,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Tobias hat folgendes geschrieben:

Den heutigen Hass den verschiedenste Islamisten auf 'die Christen' hegen richtet sich eher gegen die Kultur der Moderne und den westlichen Imperialismus bzw. gegen die westliche Vorherrschaft als gegen das Christentum als Religion.

Und teilweise lehnen die Islamisten den Begriff "göttlich" auf Jesus Christus beuzogen strikt ab.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!

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