Eucharistie im röm. Katholischen Glauben


Beitrag Datum: 30.07.14, 19:56 Titel: Eucharistie im röm. Katholischen Glauben Zitieren Bearbeiten Löschen



Burkl, Pjotr Kala und ich haben hier

http://www.geistigenahrung.org/ftopic72419-40.html

eine Diskussion über die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu begonnen. Dort passt das nicht zum Thema, darum möchte ich gerne hier fortsetzen.


Burkl hat folgendes geschrieben:
Lies bitte das Gebet von Thomas.
Von Interesse ist in dem Zusammenhang auch die sogenannte "Brotrede" von Jesus im Johannes-Evangelium. Ganz genau ist es im Katechismus der Katholischen Kirche beschrieben, was die reale Präsenz Christi in der Eucharistie meint. Einen Grundgedanken habe ich schon ausgeführt: Liebe will unbegrenzte Nähe und Präsenz.



Ich bat um Bekanntgabe eines Stichwortes, unter dem ich die Realpräsenz Christi in der Eucharistie finden kann.

Über die Brotrede habe ich leider auch nichts Konkretes gefunden.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Minou,

für einen gläubigen Katholiken bedeutet es aber genau das wirkliche Fleisch und Blut Gottes. Gott hat nicht gesagt, "das sei mein Fleisch", sondern "das ist mein Fleisch". Deswegen wird ja auch in der Messe eine "Wandlung" von Brot und Wein zelebriert.
Für den Katholiken ist dies ein "mystisches Geheimnis"


Dankeschön
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Ich bat um Bekanntgabe eines Stichwortes, unter dem ich die Realpräsenz Christi in der Eucharistie finden kann.


Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt in

Nr. 1323

„Unser Erlöser hat beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er verraten wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, damit dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauere und er so der Kirche, der geliebten Braut, das Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung anvertraue: als Sakrament des Erbarmens und Zeichen der Einheit, als Band der Liebe und österliches Mahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird"

Nr. 1375

Christus wird in diesem Sakrament gegenwärtig durch die Verwandlung des Brotes und des Weines in den Leib und das Blut Christi. Die Kirchenväter betonten entschieden den Glauben der Kirche, daß das Wort Christi und das Walten des Heiligen Geistes so wirkkräftig sind, daß sie diese Verwandlung zu bewirken vermögen. Der hl. Johannes Chrysostomus erklärt:

„Nicht der Mensch bewirkt, daß die Opfergaben Leib und Blut Christi werden, sondern Christus selbst, der für uns gekreuzigt worden ist. Der Priester, der Christus repräsentiert, spricht diese Worte aus, aber ihre Wirkkraft und Gnade kommen von Gott. Das ist mein Leib, sagt er. Dieses Wort verwandelt die Opfer-gaben".

Und der hi. Ambrosius sagt über diese Verwandlung:

„Hier liegt etwas vor, was nicht die Natur gebildet, sondern die Segnung konsekriert hat, und die Wirksamkeit der Segnung geht über die Natur hinaus, indem sogar die Natur selbst kraft der Segnung verwandelt wird ... Das Wort Christi, das noch nicht Seiende aus dem Nichts zu schaffen vermochte, soll Seiendes nicht in etwas verwandeln können, was es vorher nicht war? Nichts Geringeres ist es, neue Dinge zu erschaffen, als Naturen zu verwandeln" (myst. 9,50,52).

http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P42.HTM

Die Brotrede Jesu findest du hier (Joh 6,48 ff.):

http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/joh6.html#48
Von wem wurde der Katechismus eigentlich verfasst?
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
Von wem wurde der Katechismus eigentlich verfasst?


"Den Katchechismus" gibt es eigentlich nicht.

Es sind Zusammenstellungen wichtiger kirchlicher Lehraussagen. Es gibt unterschiedliche für verschiedene Sprach- und Kulturräume.

Hier findest du die Entwicklung im deutschen Sprachraum:

http://www.kathpedia.com/index.php?.....smus#Deutscher_Sprachraum

Das Zitat oben stammte aus dem wichtigsten Katechismus - dem "Weltkatechismus", der Original in Latein verfasst wurde und vom Papst als höchste Lehrinstanz approbiert wurde. Infos dazu hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Katechismus_der_Katholischen_Kirche

Diese Weltkatechismus wird seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts überlicherweise gemeint, wenn man einfach von "Katechismus der Katholischen Kirche" spricht.
Danke für die Infos, lieber Burkl!

Die Brotrede ist schon beeindruckend, ich frage mich nur, ob Jesus das nicht symbolisch gemeint haben könnte, nämlich, dass mit seinem Leib seine Lehre gemeint sein könnte und mit seinem Blut der Heilige Geist? Dass mit dem Verzehren der Hostie eine Bereicherung an Geistigkeit verbunden ist und eine mystische Nähe zu Gott?
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Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Liebe Minou,

man kann die Brotrede symbolisch auffassen. Aber so war sie sicherlich nicht gemeint. Es war schon wortwörtlich so gemeint, darum hat es ja auch die Jünger ziemlich überfordert, wie an ihrer perplexen Reaktion erkennbar wird:

"Viele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?" (Joh 6,60)

Hätte Jesus nur in symbolisch reden wollen, hätte er sich hier in diesem Punkt nicht so direkt und mit wuchtigen Bildern ausgedrückt. Er meint es so, wie er es sagt: Sein Fleisch essen, sein Blut trinken.

Das ist ja auch ein Punkt, wo bis heute viele "aussteigen" - sogar innerhalb des Christentums wird gesagt: "Das kann er nicht so gemeint haben!". Als Katholiken glauben wir das aber und folgen seiner Anweisung: Wir essen und trinken ihn. Und zum Unterschied vom normalen Essen und Trinken, wo das Niedrigere (Pflanzen, Tiere) in das Höhere (menschliches Gewebe) verwandelt wird. Ist es bei der Eucharistie genau umgekehrt: Die Speise ist das Höhere (göttliche Substanz) und der Mensch, der isst, das Niedrigere, das durch die Speise erhöht wird.
Danke, Burkl, kann ich jetzt nachvollziehen.

Eine Frage hätte ich noch bezüglich dem Heiligen Geist. Man hört immer, dass die Kirche vom Hl. Geist geführt wurde und wird. Ist hier nur die röm. Katholische Kirche gemeint oder auch andere christliche Glaubensrichtungen, wie das orthodoxe Christentum oder die Altkatholische Kirche?
Ich verstehe auch nicht, dass, wenn die Kath. Kirche immer vom Hl. Geist geführt wurde, es dann zu Gräueltaten durch gewisse Päpste kommen konnte, zumal die Päpste als unfehlbar gelten.
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Eine Frage hätte ich noch bezüglich dem Heiligen Geist. Man hört immer, dass die Kirche vom Hl. Geist geführt wurde und wird. Ist hier nur die röm. Katholische Kirche gemeint oder auch andere christliche Glaubensrichtungen, wie das orthodoxe Christentum oder die Altkatholische Kirche?


Es gibt nach dem Willen Christi nur eine katholische (=allumfassende) Kirche - und die ist in der römisch-katholischen voll verwirklicht. Aus katholischer Sicht ist es so, dass die anderen christlichen Konfessionen ebenfalls Anteil an der Wahrheit Christi haben, aber nicht in vollem Ausmaß. Man muss da unterscheiden, die orthodoxen Kirchen haben z.B. alle Sakramente. Ihnen fehlt nur der Petrusdienst, was sie gegenüber Christus aus katholischer Sicht in eine gewisse auflehnende Position bringt, er hat ja Petrus als den ersten Papst eingesetzt.
Viele protestantische Richtungen haben die Eucharistie mehr oder weniger aufgegeben. Das ist schon ein wesentlich größerer Schritt weg von der Wahrheit, die Christus gegeben hat.

Insgesamt kann man wohl sagen wo genau die Grenzen des "mystischen Leibes Christi" verlaufen, das weiß nur Gott. Der Ort, von dem wir glauben, dass er alle Mittel bereithält, um das Heil zu erlangen ist die römisch-katholische Kirche. Sie stellt sozusagen die meisten Ressourcen bereit, um das Ziel zu erreichen - hoffentlich nutzen wir sie auch kann ich nur an die Adresse der Katholiken richten...

Minou hat folgendes geschrieben:
Ich verstehe auch nicht, dass, wenn die Kath. Kirche immer vom Hl. Geist geführt wurde, es dann zu Gräueltaten durch gewisse Päpste kommen konnte, zumal die Päpste als unfehlbar gelten.


Da darf man nicht Dinge miteinander vermischen. "Führung durch den heiligen Geist" heißt, dass die Kirche bis zum Ende der Zeit insgesamt nicht aus der Gnade Gottes herausfallen kann - er verlässt seine Herde nicht. Das hat nichts damit zu tun, dass die Kirche so seine Art "Verein von Vollkommenen" wäre - im Gegenteil, wie sagt Jesus: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Die Kirche gibt es ja dazu, um Menschen heil zu machen, nicht um ein Club der schon am Ziel Angekommenen zu sein... Selbstverständlich schmerzen Fehler und Sünden von Menschen, die hohe Ämter innehaben besonders. Allerdings tut jede Sünde weh...

"Unfehlbarkeit des Papstes" bedeutet, dass er das Zentrum der Lehre ist. Wenn es in theologischen Fragen keine Einigung gibt, dann hat er das letzte Wort. Er sichert damit die Einheit der Kirche.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Es gibt nach dem Willen Christi nur eine katholische (=allumfassende) Kirche - und die ist in der römisch-katholischen voll verwirklicht. Aus katholischer Sicht ist es so, dass die anderen christlichen Konfessionen ebenfalls Anteil an der Wahrheit Christi haben, aber nicht in vollem Ausmaß.
"Unfehlbarkeit des Papstes" bedeutet, dass er das Zentrum der Lehre ist. Wenn es in theologischen Fragen keine Einigung gibt, dann hat er das letzte Wort. Er sichert damit die Einheit der Kirche.

Ich denke, wenn jemand das so eng sieht, dann kann die Sache einen Pferdefuß haben. Denn warum soll jeder Papst, der vom Volk auserwählt wird, zwingend in allen Lehrdingen da direktes Wissen von "oben" beziehen und jemand anders nicht?
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!