Eucharistie im röm. Katholischen Glauben


Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

Es gibt nach dem Willen Christi nur eine katholische (=allumfassende) Kirche - und die ist in der römisch-katholischen voll verwirklicht. Aus katholischer Sicht ist es so, dass die anderen christlichen Konfessionen ebenfalls Anteil an der Wahrheit Christi haben, aber nicht in vollem Ausmaß.
"Unfehlbarkeit des Papstes" bedeutet, dass er das Zentrum der Lehre ist. Wenn es in theologischen Fragen keine Einigung gibt, dann hat er das letzte Wort. Er sichert damit die Einheit der Kirche.

Ich denke, wenn jemand das so eng sieht, dann kann die Sache einen Pferdefuß haben. Denn warum soll jeder Papst, der vom Volk auserwählt wird, zwingend in allen Lehrdingen da direktes Wissen von "oben" beziehen und jemand anders nicht?


Lieber Peter, als Katholiken glauben wir dass das Papstamt von Gott seine Vollmacht erhält. Die Unfehlbarkeit in Lehrfragen zu entscheiden ist daher nicht eine des Menschen, sondern die Unfehlbarkeit Gottes, der seine Kirche nicht aus der Wahrheit herausfallen lässt. Die Kirche mit dem Papst an der Spitze ist der einzige Ort, von dem Gott sagt, er hat dorthin die "Schlüssel zum Himmelreich" gegeben. Die Kirche selbst kann also niemals "demokratisch" sein. Der Demos (also das Volk) würde hier recht rasch zum "Dämon" werden, weil eben nur Gott dafür sorgen kann, dass die der Kirche anvertraute ganze Wahrheit unversehrt bleibt. Und der oberste Beschützer dieser Wahrheit ist der von Gott dazu eingesetzte Apostel Petrus, der erste Papst und seine Nachfolger.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Lieber Peter, als Katholiken glauben wir dass das Papstamt von Gott seine Vollmacht erhält. Die Unfehlbarkeit in Lehrfragen zu entscheiden ist daher nicht eine des Menschen, sondern die Unfehlbarkeit Gottes, der seine Kirche nicht aus der Wahrheit herausfallen lässt. Die Kirche mit dem Papst an der Spitze ist der einzige Ort, von dem Gott sagt, er hat dorthin die "Schlüssel zum Himmelreich" gegeben. Die Kirche selbst kann also niemals "demokratisch" sein. Der Demos (also das Volk) würde hier recht rasch zum "Dämon" werden, weil eben nur Gott dafür sorgen kann, dass die der Kirche anvertraute ganze Wahrheit unversehrt bleibt. Und der oberste Beschützer dieser Wahrheit ist der von Gott dazu eingesetzte Apostel Petrus, der erste Papst und seine Nachfolger.

Auch das ist allerdings eine Interpretation, die durchaus auch von Menschen stammt und nicht zwingend dem Auftrag Gottes oder der Bibel oder Jesu entspricht. Denn wenn Petrus zu was Großem beauftragt war, muss das nicht heißen, dass irgendeine gewählte institutionelle Instanz das dann unbedingt gleich tun kann oder soll. Außerdem hat es doch kirchlicherseits schon Hexenprozesse gegeben, die ziemlich grausam waren und nicht den Forderungen Gottes an uns Menschen entsprochen haben.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Minou hat folgendes geschrieben:
Danke für die Infos, lieber Burkl!

Die Brotrede ist schon beeindruckend, ich frage mich nur, ob Jesus das nicht symbolisch gemeint haben könnte, nämlich, dass mit seinem Leib seine Lehre gemeint sein könnte und mit seinem Blut der Heilige Geist? Dass mit dem Verzehren der Hostie eine Bereicherung an Geistigkeit verbunden ist und eine mystische Nähe zu Gott?


Liebe Minou,

in der frühesten Kirche gab es zwei separate Mahlfeiern, einmal die heutige Eucharistie, die allerdings nur an Ostern gefeiert wurde, um an den Opfertod Christi zu erinnern, die andere war das sogenannte "Herrenmahl" oder "Liebesmahl" (gr. Agapé), das bei den normalen Gottesdiensten gefeiert und später verboten wurde, weil die Mahlfeiern zu Gelagen auszuarten drohten. Bei letzterem handelte es sich tatsächlich mehr um ein symbolisches Gedächtnismahl, das an das Leben Christi erinnern sollte, seine Lehren und seine Liebe. Nicht umsonst nahm man mit dem Brot bei dieser Feier die Liebe Gottes in symbolischer Form in sich auf. Beide Arten der Mahlfeier wurden auf das Letzte Abendmahl zurückgeführt, aber unterschiedlich ausgedeutet. Vermutlich haben sie sich in verschiedenen Kreisen entwickelt und wurden irgendwann zunächst beide von der offiziellen Kirche übernommen.

Übrigens lehnt sich Abdu'l-Bahas Auslegung des Abendmahls deutlich an das frühchristliche Liebesmahl an, nicht an die Eucharistie. Das deutlich zu machen ist leider im interreligiösen Gespräch selten gelungen, weswegen es auch insbesondere zwischen Baha'i und Katholiken immer wieder zu Verständnisschwierigkeiten kam.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hier ist eine für Katholiken interessante Seite. Übertragen wird ein Livestream aus dem Innenraum von Kirchen. Zu sehen oft auch die Tabernakel. Es kann eine gute Hilfe sein, um sich geistig mit dem Herrn zu vereinigen, der verborgen in der Hostie als Mensch aus Leib, Geist und Seele und Gott anwesend ist. Ich benutze die Seite gelegentlich, wenn es mir an einem Tag einmal nicht gelingen sollte dem Herrn persönlich im Tabernakel einen Besuch abzustatten.

http://www.churchservices.tv/westerham

Noch ein Zitat vom heiligen Josefmaria Escrivá:

Besuche oft - und sei es auch nur im Geiste, mit dem Herzen - den Herrn im Tabernakel. Das schenkt dir Sicherheit und Ruhe. So wirst du spüren, dass du Liebe empfängst, und wirst Liebe schenken.

Im Feuer der Schmiede, 837
Hallo Burkl,

das ist eine Babtistenkirche. Ist für Dich dort auch Jesus präsent wie in einer katholischen Kirche?

LG
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Hallo Burkl,

das ist eine Babtistenkirche. Ist für Dich dort auch Jesus präsent wie in einer katholischen Kirche?

LG


Hallo Minou,

das ist keine Baptistenkirche, sondern eine englischsprachliche katholische Kirche, die nach Johannes dem Täufer heißt: ST. John, the Baptist.

LG
Mara
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Sören hat folgendes geschrieben:

in der frühesten Kirche gab es zwei separate Mahlfeiern, einmal die heutige Eucharistie, die allerdings nur an Ostern gefeiert wurde, um an den Opfertod Christi zu erinnern, die andere war das sogenannte "Herrenmahl" oder "Liebesmahl" (gr. Agapé), das bei den normalen Gottesdiensten gefeiert und später verboten wurde, weil die Mahlfeiern zu Gelagen auszuarten drohten. Bei letzterem handelte es sich tatsächlich mehr um ein symbolisches Gedächtnismahl, das an das Leben Christi erinnern sollte, seine Lehren und seine Liebe. Nicht umsonst nahm man mit dem Brot bei dieser Feier die Liebe Gottes in symbolischer Form in sich auf. Beide Arten der Mahlfeier wurden auf das Letzte Abendmahl zurückgeführt, aber unterschiedlich ausgedeutet. Vermutlich haben sie sich in verschiedenen Kreisen entwickelt und wurden irgendwann zunächst beide von der offiziellen Kirche übernommen.

Hallo Sören,
kannst du mir bitte sagen, wo ich diese Darstellung der zweierlei Mahlfeiern finde?
LG
Mara
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
das ist keine Baptistenkirche, sondern eine englischsprachliche katholische Kirche, die nach Johannes dem Täufer heißt: ST. John, the Baptist.


O, danke Mara

Trotzdem meine Frage an Burkl - ist Jesus für Dich auch in der Kirche einer anderen christlichen Denomination gegenwärtig?
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Burkl hat folgendes geschrieben:

Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt in
Nr. 1323
„Unser Erlöser hat beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er verraten wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, damit dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauere und er so der Kirche, der geliebten Braut, das Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung anvertraue: als Sakrament des Erbarmens und Zeichen der Einheit, als Band der Liebe und österliches Mahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird"


Was ist das denn für ein verschrobenes bis merkwürdigem Bild eines angeblich allmächtigen Gott.

Ein Allmächtiger hätte die Macht der Begnadigung der "Zubestrafenden", ohne Blutopfer. Ein Allmächtiger steht über den Rechtsregeln wie "Auge um Auge", "Blut für Blut" usw.

Also ist der Gott den die Christenheit sich ausdachte nur ein schwaches Göttchen.
Minou hat folgendes geschrieben:
Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
das ist keine Baptistenkirche, sondern eine englischsprachliche katholische Kirche, die nach Johannes dem Täufer heißt: ST. John, the Baptist.


O, danke Mara

Trotzdem meine Frage an Burkl - ist Jesus für Dich auch in der Kirche einer anderen christlichen Denomination gegenwärtig?

Im Opus Dei haben wir die Gewohnheit das betrachtende Gebet, das wir zweimal täglich halten, mit diesen Worten einzuleiten:

Mein Herr und mein Gott, ich glaube fest, dass du hier zugegen bist; dass du mich siehst, dass du mich hörst. Ich bete dich in tiefer Ehrfurcht an. Ich bitte dich um Verzeihung für meine Sünden und um die Gnade diese Weile des Gebetes so zu halten, dass sie mir Frucht bringt. Maria, meine unbefleckte Mutter, heiliger Josef, mein Vater und Herr, mein Schutzengel, bittet für mich.

Das bete ich, wenn ich die Betrachtung vor dem Tabernakel abhalte unmittelbar auf den eucharistischen Herrn ausgerichtet. Ich bete diese Einleitung aber genauso, wenn ich nicht vor dem Tabernakel beten kann.

Also konkret zu deiner Frage - die Dreifaltigkeit ist ausnahmslos immer und überall anwesend, der menschgewordene Gott nur in der Eucharistie, verborgen in den Gestalten von Brot und Wein.