Pilgern für Anfänger


Schon jahrelang habe ich mir vorgenommen den Jakobsweg zu gehen, leider hat es sich bisher nie ergeben, dass es mir möglich gewesen wäre diesen Plan auch in die Tat umzusetzen. Am liebsten würde ich einfach aus der Haustür raus und losmarschieren. Bis Santiago. Leider ist mir das aufgrund meiner beruflichen Situation nicht möglich.

Nun habe ich allerdings Ende August eine Woche frei und habe mir überlegt einfach direkt bei mir in Niederösterreich zu Pilgern. Von Linz über St. Florian nach Seitenstetten. Im Stift Seitenstetten würde ich mir dann gerne die Sonderausstellung "Dem Pilger auf der Spur" anschauen. Als vorläufigen Abschluss meiner Pilgerei quasi.

Die Strecke, die ich mir vorgenommen habe, sollte in 2 Tagel locker machbar sein. Eine abgespeckte Pilgerreise.

Wer von euch ist schon gepilgert? Welche Strecken und zu welchen Ziel seid ihr gegangen? Wie viel Strecke sollte man sich pro Tag vornehmen? Ich kann das ein bisschen schwer einschätzen..
Hallo Buntspecht, sieht so aus als sei im Moment gerade keiner im Forum der damit Erfahrungen hat.

Na, kommt vielleicht noch.

Meine Pilgerreise, bei der ich gemeinsam mit Pilgern aus der ganzen Welt tief eintauchen konnte, ging vor ein paar Jahren nach Haifa.
Natürlich nicht zu Fuß, wie man sich denken kann.

Aber es waren dort 9 Tage im "Himmel"

www.bahaipictures.com

Liebe Grüße
Linde

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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Lieber buntspecht!

Mein Onkel ist Katholik.

Er pilgert alle Jahre wieder mit anderen Gläubigen an drei Tagen im Sommer von Krems a.d. Donau nach Mariazell, wobei der Grossteil der Wegstrecke bereits an den ersten beiden Tagen zurückgelegt wird.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Lieber buntspecht,

du könntest dich an eine Gruppe wenden, die schon etabliert ist, was Fußwallfahrten anbelangt.

Ich nenne dir da die "Augustiner-Fußwallfahrt", die jedes Jahr von Wien aus startet - und offen ist für Alle.

http://www.augustinerkirche.at/augustines_gruppen-wallfahrt.php

Ich zitierte auch eine Aussage der Augustiner:

"Unser Glaube wird nämlich erst dann wirksam, wenn er ins Leben übersetzt, "realisiert" wird in Wahrnehmung und Lebensvollzug. Dabei ist das Wallfahren bleibende Hilfe, weil es reelles Symbol für unsere menschliche Lebensentfaltung ist: Mensch-Sein ist gekennzeichnet von Unterwegs-Sein, von Auf-dem-Weg-Sein. Das, was eine Wallfahrt ausmacht - die Unterbrechung vom Alltag; das Verlassen, um anderes zu erreichen; das Zurückbleiben; das Vorwärtskommen; die Scheidewege und Wegkreuzungen; die Wegsuche; das Ziel vor Augen; die Weggefährten; manchmal auch das Umkehren - ist gleich einem Spiegelbild auf das je eigene Leben übertragbar. "

Vor diesem Hintergrund kann eine Wallfahrt auch sein, den Alltag zu unterbrechen und auf ein religiöses Ziel bewusst zuzugehen. Vielleicht zu einer Kirche in der eigenen Stadt pilgern, vielleicht eine, die in schöner Grünlage ist - An einem schönen Maitag zwei Stunden früher vom Büro weggehen und mit einem guten Freund/einer guten Freundin dorthin gehen durch die Natur. Dabei vielleicht einen Rosenkranz beten. Und schon ist das Ziel des Pilgerns erreicht - ein "Hinter-Sich-Lassen" des Alltagstrotts, ein Vorwärtskommen, eine bewusste Begegnung mit dem Nächsten und mit Gott.
Danke euch für eure Worte und Erfahrungsberichte!

Nach Mariazell zu Pilgern wäre definitiv auch eine Option, allerdings würde ich statt Krems wohl Wien als Startpunkt nehmen und dann den Wiener Wallfahrerweg gehen.

Das mit der Pilgergruppe der Augustiner klingt auch sehr interessant, die pilgern ja auch nach Mariazell, da werde ich mich mal schlau machen. Diese Wallfahrt scheint ja jährlich im Mai statt zu finden!

Vielleicht pilgere ich diesen Sommer ein paar wenige Tage für mich alleine und nächsten Frühling dann mit den Augustinern.
Lieber buntspecht,
es freut mich sehr, dass du mit den Anregungen etwas anfängst. Vielleicht bist du ja bald "Profi-Pilger". Wenn du einmal im Mai in Wien bist dann pilgere ich auch gerne mit dir nach Maria Grün. Das ist meine Lieblingswallfahrtskirche hier in meiner Heimatstadt. Ich suche dir noch einen Link mit Lage und Fotos...

Lieben Gruß, Burkl
Hallo buntsprecht,

was ist daraus geworden?
Bist du letzten Sommer noch gepilgert?

Mir ist gerade aufgefallen, dass man Pilgern oft mit Wandern in Verbindung bringt, auch so umgangssprachlich..."Alle sind zum Bahnhof gepilgert" haha

Ich glaube es ist bestimmt eine besonders intensive Erfahrung, wenn man zu einem Heiligen Ort zu Fuß geht. Wie die Vorfreude sich steigert und welche Gespräche man unterwegs führt und welche Hindernisse man überwindet. Bestimmt erfüllt einen das alles mit Dankbarkeit und man hat unterwegs auch viel Zeit zum Nachdenken.
Schweigend zu wandern ist auch eine schöne Erfahrung, die ich einmal machen durfte.

Ich durfte auch nach Haifa pilgern, allerdings in 5 Stunden mit dem Flugzeug.

Ich glaube die Idee vom Pilgern ist mit dem Opfer verbunden, was Geld und Bequemlichkeit angeht, obwohl wir heutzutage ja sehr bequem reisen können. Trotzdem tun wir das gerne...es ist schon schön, wenn man die Möglichkeit hat zu pilgern.