Getrennter Katholik - wie mit der Einsamkeit umgehen


Ich bin Katholikin (Mitte 40) und habe vor über 20 Jahren einen Protestanten (katholisch) geheiratet.
Wir leben seit 4 Jahren in Scheidung, weil das jahrelange Verhältnis meines Mannes mit seiner Geliebten aufgeflogen ist. Es war seine alleinige Entscheidung mich zu verlassen und er hat dies nie bereut.

Die Einsamkeit fällt mir sehr schwer und besonders der Gedanke, als Katholikin nie wieder einen Partner haben zu dürfen, geschweige denn wieder heiraten zu können, denn eine Ehe ist vor Gott unauflöslich.

Wen geht es genauso und wie geht Ihr damit um?
Wer hat sich vielleicht wieder verliebt, was das ganze erschwert?

Freue mich über jede hilfreiche Antwort!

LG Katholikin
Ich denke, das ist eher eine menschliche Interpretation. Überprüfe selbst dein Gewissen und versuche, das möglichst Richtige zu tun.
Liebe Katholikin!

Um Gott zu verstehen, musst Du auf Dein Herz hören, mehr als auf Deinen Verstand.
Und wenn zwischen Verstand und Herz eine Diskrepanz ist, dann gebe dem Herz den Vorzug!

War es denn nicht so, dass Jesus den Pharisäern sagte:
Lukas 14,5: „Wer ist unter euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in den Brunnen fällt, und der ihn nicht alsbald herauszieht, auch am Sabbat?“

Was sagte er damit?
Erachte die Sprache Deines Herzens wichtiger als religiöse Gesetzmäßigkeiten.
Gott wird Dich dafür bestimmt nicht bestrafen, solltest Du Dir einen neuen Partner nehmen, Dein Glück ist Gottes Glück, denn Gott ist Mitgefühl.

Menschen lieben leider Gesetzmäßigkeiten, mit denen sie sich über die Sprache des Herzens hinwegsetzen und damit dann sich selbst und ihre Mitmenschen maßregeln.
So ist es wenig erstaunlich, dass die Menschen aus Jesus' Lehre des Herzens wiederum religiöse Gesetze abgeleitet haben, die Jesus so nie gewollt hatte.

In Diesem Sinne, fühle Dich frei und folge Deinem Herzen und sei gewiss,
dass Gottes Segen mit Dir ist!
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Katholik14 hat folgendes geschrieben:
Ich bin Katholikin (Mitte 40) und habe vor über 20 Jahren einen Protestanten (katholisch) geheiratet.
Wir leben seit 4 Jahren in Scheidung, weil das jahrelange Verhältnis meines Mannes mit seiner Geliebten aufgeflogen ist. Es war seine alleinige Entscheidung mich zu verlassen und er hat dies nie bereut.

Die Einsamkeit fällt mir sehr schwer und besonders der Gedanke, als Katholikin nie wieder einen Partner haben zu dürfen, geschweige denn wieder heiraten zu können, denn eine Ehe ist vor Gott unauflöslich.

Wen geht es genauso und wie geht Ihr damit um?
Wer hat sich vielleicht wieder verliebt, was das ganze erschwert?

Freue mich über jede hilfreiche Antwort!

LG Katholikin


Leider kann ich Dir da keine hilfreiche Antwort geben, weil ich gar nicht verstehen kann wie man sich von so einem Dogma beherrschen läßt.

Bist Du wirklich der Meinung Gott möchte Dich nur noch unglücklich sehen und Dir das Leben schwer machen? Glaubst Du an so einen Gott?
Ich nicht

liebe Grüße
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Hallo, liebe Katholikin. Würde Dich eigentlich lieber mit einem Namen ansprechen, das fände ich persönlicher. Muss ja nicht Dein echter sein.

Willkommen hier im Forum!

Ich sehe es ganz ähnlich wie Rose. Glaubst Du wirklich dass Gott das so will?
Ich glaube, das sind von Menschen gemachte Vorschriften.
Dein Mann hat Dich betrogen und verlässt Dich und dann sollst Du dafür bestraft werden?
Glaubst Du an so einen Gott, muss ich jetzt auch wie Rose fragen?

Ich auch nicht!

Gott liebt Seine Geschöpfe und will dass sie glücklich sind.

Herzliche Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
Glaubst Du wirklich dass Gott das so will?
Ich glaube, das sind von Menschen gemachte Vorschriften.
Dein Mann hat Dich betrogen und verlässt Dich und dann sollst Du dafür bestraft werden?


Der Klassiker, werden Gottes Gebote unangenehm, sind nicht mehr Gottes Gebote. Warum katholisch heiraten, wenn man alles über Bord wirft sobald einem Nachteile daraus entstehen. Wenn man sich einer Religion verpflichtet hat das Vor- und Nachteile, man kann das eine nicht ohne das andere haben. Eine Religion ist kein Selbstbedienungsladen aus der man sich dem Zeitgeist entsprechend was raussucht.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Katholik14 hat folgendes geschrieben:

Die Einsamkeit fällt mir sehr schwer und besonders der Gedanke, als Katholikin nie wieder einen Partner haben zu dürfen, geschweige denn wieder heiraten zu können, denn eine Ehe ist vor Gott unauflöslich.



Erst einmal möchte ich meinen Respekt vor dir ausdrücken. Ich habe eine hohe Achtung vor jedem Menschen, der seine Religion auch noch bei schwierigen Entscheidungen für beachtenswert hält.

Zu der Frage, ob die Ehe vor Gott unauflöslich ist, fällt mir diese Bibelstelle ein:
Wenn aber der Ungläubige sich trennen will, soll er es tun. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht wie ein Sklave gebunden; zu einem Leben in Frieden hat Gott euch berufen.

1. Korinther 7,15

Vielleicht meldet sich Burkl noch, er kennt sich mit katholischer Theologie besser aus, als die meisten anderen hier im Forum.

Liebe Grüße!
Dafür braucht man keinen Theologen, die katholische Kirche kennt keine Scheidung. Ende der Geschichte.
@Busshari
Zitat:
Der Klassiker, werden Gottes Gebote unangenehm, sind nicht mehr Gottes Gebote.


Ich sehe das allerdings nicht so.

Wenn es Gebote Gottes sind, dann will ich sie auch dann befolgen wenn es schwierig ist und manchmal absolut beschwerlich und hart und ich es viel, viel lieber ganz anders hätte.

"Du meinst es besser mit mir als ich selbst" heißt es in einem Gebet, das ich oft spreche.

Wenn ich überzeugt bin, dass Er besser weiß was für mich gut ist, dann spüre ich auch immer wieder (leider oft erst hinterher) wie sinnvoll es für mich war nach Seinem Willen zu handeln und wie gut und segensreich.

Dazu gehört viel Gottvertrauen und man bekommt immer wieder "Chancen" das zu entwickeln. Oft wünsche ich mir echt weniger "Chancen".

Trotzdem denke ich, dass nicht jedes scheinbare Gebot von Gott ist, sondern eben menschengemacht.

edit:
Zitat:
Eine Religion ist kein Selbstbedienungsladen aus der man sich dem Zeitgeist entsprechend was raussucht.


Das würde ich allerdings dick unterstreichen.

Schöne Grüße
Linde
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Bahá'u'lláh
Zitat:
Trotzdem denke ich, dass nicht jedes scheinbare Gebot von Gott ist, sondern eben menschengemacht.


Nur weil ein Gebot nicht deiner Vorstellung von Gott entspricht, ist es nicht von ihm und muss nicht befolgt werden. Das ist auch eine Methode wie man Rosinen picken kann
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