Getrennter Katholik - wie mit der Einsamkeit umgehen


Long Road hat folgendes geschrieben:
Hier ist es barmherzig dem unschuldigen Ehepartner keine unnötigen Steine in den Weg (in Form eines Unauflöslichkeitsideals) zu einer glücklichen neuen Ehe zu legen.


Vom ersten inneren Impuls her würde ich mich anschließen. Das Geheimnis des "Ein-Fleisch-Seins" der Eheleute ist aber tiefer als die Frage nach dem "schuldigen Teil". Es kann letztlich sogar darum gehen die Schuld des Anderen zu tragen. Das kann der eigentliche Weg zu Gott sein. Auch Jesus hat die fremde Schuld getragen und sie so überwunden. Das ist wesentlich für das Christentum - auch und gerade das Kreuz das aus der fremden Schuld kommt annehmen - auch wenn das unser Verstehen oft übersteigt: Im Kreuz ist Licht.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Hier ist es barmherzig dem unschuldigen Ehepartner keine unnötigen Steine in den Weg (in Form eines Unauflöslichkeitsideals) zu einer glücklichen neuen Ehe zu legen.


Vom ersten inneren Impuls her würde ich mich anschließen. Das Geheimnis des "Ein-Fleisch-Seins" der Eheleute ist aber tiefer als die Frage nach dem "schuldigen Teil". Es kann letztlich sogar darum Gehen die Schuld des Anderen zu tragen. Das kann der eigentliche Weg zu Gott sein. Auch Jesus hat die fremde Schuld getragen und sie so überwunden. Das ist wesentlich für das Christentum - auch und gerade das Kreuz das aus der fremden Schuld kommt annehmen - auch wenn das unser Verstehen oft übersteigt: Im Kreuz ist Licht.


Lieber Burkl

Ich meinte keine "Wir haben uns auseinandergelebt" Scheidungen. Ich meinte hier Härtefälle. Häusliche Gewalt, Vergewaltigung durch schwer alkoholisierte Ehemänner unter Berufung auf die ehelichen Pflichten, notorische Fremdgeher etc. Manchmal ist da kein Licht und keine Hoffnung mehr, und das weitertragen solcher fremden Schuld nur mehr menschenunwürdig.
Schuld tragen heißt nicht, dass man sich nicht schützen darf und das volle und 100 prozentige Recht und die Pflicht hat sich zu schützen. Aber die Dimension der Sühne ist trotz "Schuldlosigkeit" nicht etwas zu tun, was gegen das Höhere verstößt. Auch wenn es Anstrengungen kostet - ja nicht tragbar erscheint: Gott wird tragen helfen. Das ist der Weg zum größeren Glück, den man den Menschen nicht verschweigen darf. Das Naheliegende - die "kleine" Gerechtigkeit ist nicht per se schlecht. Sie ist aber nicht das Große, nicht die erlösende Gerechtigkeit und Liebe, die sich im Kreuz zeigt.
Danke für die Aufklärung.

Zitat:
- wenn Gründe für eine Annulierung der ersten Ehe vorliegen
Was können das denn für Gründe sein?
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Danke für die Aufklärung.

Zitat:
- wenn Gründe für eine Annulierung der ersten Ehe vorliegen
Was können das denn für Gründe sein?


Dass wesentliche Kernelemente der Ehe von Anfang an nicht vorlagen - zum Beispiel die Offenheit für Kinder. Es wird durch die Kirche in solchen Fällen festgestellt, dass es nie eine sakramentale Ehe gab.
Hallo Burkl,
Zitat:


Dass wesentliche Kernelemente der Ehe von Anfang an nicht vorlagen - zum Beispiel die Offenheit für Kinder.


meinst du nicht, daß die kath. Kirche da jahrhundertelang ein sehr bigottes Rechtsverständnis gehabt hat? Sie hat soweit ich informiert bin, früher nie die Gewalt in der Ehe als rechtmäßigen Scheidungsgrund anerkannt, sondern dies eher als das zwar unerwünschte aber zu tolerierende Recht des Mannes angenommen.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!