Einfach die Gedanken nieder schreiben.


Hallo erstmal!
Ich bin froh, dass ich hier keine Zeichenbeschränkung habe und eigentlich weiß ich garnicht wie ich all meine Gedanken hier niederschreiben soll, aber ich will, denn sagen kann und will ich das gar keinem, den es ist mein geistiges Reichtum. Ich werde einfach gleich anfangen und vielleicht kann der Eine oder Andere einen meiner Gedanken nach vollziehen. Ich entschuldige mich jetzt schon für Formatierungen, Zeichenfehler und Sonstiges, aber das ist nicht wichtig, weil ich ja nur im Grunde für mich schreibe. Wenn jemand irgendwas dazu sagen möchte, darf er sagen was er/sie möchte, sei es Positiv oder Negativ. Nur bitte keine Religion oder spezielle spirituelle Ansichten. Vielen Dank.

Ich habs schon gesagt, ich werde einfach anfangen auch wenn ich nicht weiß wie und völlig ungeordnet. Ich bin 20 Jahre alt, männlich, bin seit nun fast 5 Jahren mit meiner Freundin zusammen und wohnen auch gemeinsam. ich habe einen guten Job der mir eigentlich auch wirklich Spaß macht. Ich kann mir sorgen ein schickes Auto leisten. Ich habe Freunde. Den Besten und viele andere Gute. Ich habe keine Feinde deren Namen ich kenne oder an die ich denke. Eigentlich geht es mir so gesehen viel besser als den Meisten. Jeder der mich sieht, denkt ich bin glücklich. Und ja ich bin auch meist glücklich, wenn ich denn abgelenkt bin. Von was? Von allem. Ich sitze hier und frage mich wie geht es weiter. Nicht nur mit mir, aber wie ich das meine weiß ich selbst nicht. ich will nicht ganz normal leben. Jetzt würde die aussage kommen, dann mach doch was Ausgefallenes such dir ein Abenteuer. Aber nein! Es gibt nichts... ich könnte einen Dschungeltempel erkunden und ja es wäre spannend und ich würde alles wieder einige Zeit lang vergessen, aber hinterher? nein ich will meine zeit nicht verschwenden. Es muss doch ein Ziel geben oder nicht? Ich will nicht vor mich hinleben wie jeder andere auf diesem Planeten. Ich will alles hier und woanders sehen. wo auch immer "woanders" ist. Ich will nicht sterben. Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich weiß, dass wenn ich sterbe, mein Organismus versagt, mein Gehirn nicht mehr arbeitet und dann ist dunkel. Nein ich schwebe dann nicht in der Dunkelheit. Da ist nichts. Kein Gefühl, kein Schwarz, kein Weiß, kein gar nichts. Ich bin mir bewusst das ein Großteil der Menschheit das nicht versteht. Ich akzeptiere die Menschen, die das nicht verstehen wollen und sich an ihren Glauben klammern, weil sie eventuell Angst haben oder sich anders nicht vorstellen können. Das ist ok. Ich kann mich abfinden, dass da nichts ist. Ich möchte nur ewig leben, ich will nichts verpassen von all dem was passiert. Es kann doch nicht sein, dass ich einfach so vor mich hinleben soll, die Zeit verschwenden soll. Es muss doch etwas geben, weswegen ich hier bin. Und nein nicht für die Menschen um mich, was bringt das wenn es mich nicht erfüllt. Aber was erfüllt mich. Es ist nicht fair. Es heißt man solle dankbar für sein Leben sein. Aber ist es nicht Folter wenn man nicht weiß wofür? Es ist doch einfach so, das man nur seine Zeit totschlagen muss und sich ablenken soll. Der ein oder andere denkt hier nun vielleicht an Selbstmord. Aber das ist schwach. Ich bin nicht schwach. Und jeder Mensch um mich spürt meine Stärke. Natürlich nicht die Körperliche! Ich gehe auf jeden Menschen mit Wärme zu! Ich helfe jedem wenn ich kann, egal ob ich ihn kenne oder Fremd. Aber das erfüllt mich nicht. Ich spüre in diesem Moment das ich gar nicht mehr so lust habe weiter zuschreiben. Schäme ich mich für mich selbst? nein warum auch es kennt mich keiner von euch. Ja es ist wieder besser. Jeder meiner Gedanken fließt über meine Finger in diesem Text. Ich bin gut zu jedem der es verdient. Und gleichzeitig hasse ich alle Menschen um mich herum, wenn ich nicht von meinen wirklichen Gedanken abgelenkt werde. Große Menschenansammlungen machen mich krank. Die Menschheit kann man nicht beschreiben. Fast jeder hält sich für eine Hauptfigur oder Schlüsselperson. Und ich sowieso. Ich sehe auf die Menschen herab, halte mich für etwas Besseres oder Höheres. Dem ist nun mal nicht so auch wenn ich es nicht war haben will. Wenn ich etwas höheres wäre, ich würde leiten... verändern... richten..? Wer weiß schon was recht und unrecht ist. Niemand hat recht, denn jeder hat seine Auffassung und Ansichten. Nur irgendjemand hatte mal das Glück das seine Ansichten als die Richtigen angesehen wurden. Der ein oder andere denkt nun vielleicht an Gott. Ich glaube nicht an einen Gott oder sonstige Mächte, auch wenn ich selbst gern einer wäre. Ich bin ein Mann des Realismus. Als Kind habe ich mich vielleicht aus Angst einige Zeit an den Glauben an einen Gott geklammert, das ist aber vorbei und das nicht, weil ich die Angst weg war. Ich habe einfach angefangen und logisch zu denken. Und genau das hat mich bis hier her gebracht. Aus einer nicht einfachen Kindheit bin ich ein äußert vernünftiger selbstständiger junger Erwachsener geworden, der erfolgreich in Beruf und Beziehung voranschreitet und doch irgendwie schon fast depressiv mit seinen Gedanken und unrealistischen Wünschen kämpft. Ich weiß nicht warum, das so ist. Es gab nicht mehr oder weniger dramatische Ereignisse im meinem Leben, als wie bei den meisten anderen auch. Der ganze Standardkram ist dabei. Meine Eltern trennten sich, Mama heiratet neu, trennt sich, versucht sich umzubringen, Papa heiratet neu, meine Schwester stirbt mit nur einem Lebensjahr an einer Krankheit, ich seh meinen Opa nach einem Schlaganfall halb tot auf dem Boden liegend, mein Onkel belästigt mich als kleines Kind, ohne dass ich es wirklich mit bekam, meine Mutter die ExAlkoholikerin und ja all sowas. Heute ist alles gut, alle verstehen sich und ich mag meine Familie. Besonders meinen Vater, aber das ist für einen Sohn sowieso Standard. Ich bin glaube ich ziemlich gefühlskalt. Das Ganze geht mir inzwischen ziemlich am Arsch vorbei und wichtig bin ich und mein Leben. Man war das damals schwer zu erklären warum ich wegen meiner Schwester nicht weinen musste. Ich verarbeitete das nicht irgendwie, ich fand mich damit ab. Klar wünschte ich sie wäre heute noch da und ich könnte mir ihr spielen und so weiter, aber so ist es nicht. Sie ist auch an keinem besseren Ort, wo sie nicht mehr leiden muss. Sie muss einfach nicht mehr leiden, weil sie nicht mehr da ist, außer natürlich in unseren Gedanken, was auch nur solange bleibt, bis bei uns Licht aus ist. Inzwischen habe ich viel geschrieben und ich kann nicht sagen, hey das tat gut es geht mir etwas besser. Nein mein vorheriges Gefühl hat sich in etwas bisschen Wut verwandelt. Wut auf mich, auf die Ärzte, die das Leben meiner Schwester verpfuscht haben, nicht aber auf die Leute die mein Leben verpfuscht haben. Ich weiß nicht wie es weiter geht. Ich werde warscheinlich gleich ins Bett gehen, mich zu meiner Freundin legen. Keine Ahnung wie ich es schaffen werde einzuschlafen, warscheinlich ewig auf dem Handy lustige Bilder angucken, bis die Augen brennen und schwer werden. Morgen ist dann erstmal Thema, was es zu essen gibt, dann werde ich wohl mit Freunden am Computer spielen und meine Tasche für die Arbeit am Montag vorbereiten. Und warscheinlich denk ich die Tage auch erstmal gar nicht mehr an die Punkte hier, denn mein Auto ist kaputt und ich muss mich darum kümmern, damit ich weiterhin gut zur Arbeit komme um Geld zu verdienen, damit ich Zeit totschlagen kann, bis ich vielleicht endlich weis wozu das Ganze. Ich bin müde. Körperllich weil ich schon den ganzen Abend auf den Bildschirm starre. Geistig weil es doch gefordert hat das hier alles zu schreiben, nein viel mehr ein zurammen. Ach ich weiß auch nicht. Insgeheim hoffe ich hier auf die Große Antwort, auch wenn ich weiß, dass es sie hier oder überhaupt nicht geben wird. Ich werde mich vielleicht über den ein oder anderen dummen Kommentar ärgern, über den Kommentator der vergessen hat, dass ich keinen Rat zu Religionen haben will. Ich werde müde lächeln, aber dankbar sein, über den Zuspruch der mich ermutigen soll. Ich würde mich freuen wenn einer sagt, hey mir geht es auch so! Oder ein einfaches "wow". Aber dann wird auch mir klar das es doch nicht so ist. Die Musik auf meinen Ohren wird lauter. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Ich danke euch fürs zuhören!
Noch einen kurzen Gute-Nacht-Gruß, bevor ich jetzt endlich ins Bett gehe.

Hi Andi, ich kenne diesen (oder ähnlichen) Zustand oder Zustände.

Ist zum Glück schon lange, lange her.
Zitat:
Es heißt man solle dankbar für sein Leben sein. Aber ist es nicht Folter wenn man nicht weiß wofür?

Ich finde das schlimmer als Folter. Das ist Hölle!

Wenn die Religionen von Himmel und Hölle sprechen, dann sind das meiner Meinung nach Zustände und keine Orte.
In diesen Zuständen kann ich sein solange ich noch in meinem Körper bin und auch wenn ich diesen abgelegt habe.
Was Du schilderst, das ist für mich Hölle und ich kenne das auch, wie gesagt.

Wie glücklich bin ich, dass ich trotz vieler Schicksalsschläge und manch großen Problemen von denen ich manchmal denke, dass ich sie nicht bewältigen kann, doch sehr oft im "Himme"l bin, was meine Zustände betrifft. So gerade auch heute wieder.



Gute Nacht
und liebe Grüße
Linde

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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
D_Andi_W hat folgendes geschrieben:
Ich habe keine Feinde deren Namen ich kenne


Aus deinem Text entnehme ich die Existenz eines inneren Feindes, der es gut versteht, sich deiner bewussten Wahrnehmung zu entziehen. So simpel ist die von dir erhoffte "Große Antwort", doch wirst du sie womöglich nicht als solche erkennen.

D_Andi_W hat folgendes geschrieben:
Ich will nicht vor mich hinleben wie jeder andere auf diesem Planeten.


Und wie >>> jeder Andere auf diesem Planeten <<< vor sich hinlebt, weißt du bitteschön auf Grund welcher besonderen Fähigkeit? Oder steht diese (aus meiner Sicht anmaßende) Wertung im Zusammenhang mit dieser Aussage:

D_Andi_W hat folgendes geschrieben:
Ich sehe auf die Menschen herab, halte mich für etwas Besseres oder Höheres. / Ich glaube nicht an einen Gott oder sonstige Mächte, auch wenn ich selbst gern einer wäre.




D_Andi_W hat folgendes geschrieben:
Ich bin glaube ich ziemlich gefühlskalt. Das Ganze geht mir inzwischen ziemlich am Arsch vorbei und wichtig bin ich und mein Leben. Man war das damals schwer zu erklären warum ich wegen meiner Schwester nicht weinen musste. Ich verarbeitete das nicht irgendwie, ich fand mich damit ab. Klar wünschte ich sie wäre heute noch da und ich könnte mir ihr spielen und so weiter, aber so ist es nicht. Sie ist auch an keinem besseren Ort, wo sie nicht mehr leiden muss. Sie muss einfach nicht mehr leiden, weil sie nicht mehr da ist, außer natürlich in unseren Gedanken ...


Dass mit deiner Schwester, deinem Opa usw. tut mir Leid. Ich muss dir aber wohl nicht sagen, dass auch andere Menschen ähnliche bzw. noch heftigere Erfahrungen im Laufe ihres Lebens gemacht haben. Deinem Text zufolge bist du Atheist. Aber Atheismus korreliert nicht zwangsläufig mit Gefühlskälte. Trauer drückt sich nicht immer in sichtbaren Tränen aus. In dieser Hinsicht kann ich deine Irritation gut nachvollziehen, denn auch ich habe mir zuweilen ähnliche Fragen gestellt.

D_Andi_W hat folgendes geschrieben:
Ich gehe auf jeden Menschen mit Wärme zu! Ich helfe jedem wenn ich kann, egal ob ich ihn kenne oder Fremd. Aber das erfüllt mich nicht.


Du hilfst anderen Menschen aus der Intuition heraus und gehst dabei den rechten Weg. Es erfüllt dich womöglich deshalb nicht, weil dir dein Unterbewusstsein vermittelt, dass in deiner Umwelt Dinge vor sich gehen, die sich "falsch anfühlen", doch diese Diskrepanz dringt nicht in dein Bewusstsein vor. Vielleicht vermisst du auch die unmittelbar erkennbaren Früchte deiner Bemühungen und fragst dich deshalb: Wozu das Ganze?

Was du meiner Meinung nach dringend benötigst, ist ein geistiger Kompass. Eine solide Orientierung, ein spiritueller Ruhepol. Nicht zu verwechseln mit einem Bekenntnis zu einer konkreten Religion. Auch dies wäre zwar ein möglicher Weg, muss aber nicht der für dich bestimmte sein.

Wenn du diesen Weg für dich gefunden hast, wirst du da Fülle und Zufriedenheit spüren, wo jetzt noch Leere, Orientierungslosigkeit und Frustation dein Leben bestimmen.

Alles Gute
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Nur dem Glühwürmchen ist es immer hell genug
Marcolo hat das sehr schön geschrieben, dem kann ich nur zustimmen.

Im Leben wird es immer wieder mal Zeiten geben wo man sich nach dem "ganzen Sinn" fragen wird weil man sich leer fühlt...

glücklich der der die Erfüllung findet - die meist in geistigen Dingen liegt.

Auch von mir alles Gute
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Lieber D_Andi_W!

Im Grunde genommen hast du alles. Eine Berufung, der du folgst, und eine Frau, die du liebst, und die dich liebt. Herz, was willst du mehr? Eigentlich müsstest du ja im siebenten Himmel schweben.

Allerdings habe ich dir ewas voraus. Ich bin gedankenfrei bewusst und kann deshalb die Fülle aus dem Einen schöpfen, die mir himmlischen Frieden gebracht hat und bringt.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!