Ist Conchita Wurst eine Narzisstin?!


Hallo Freunde,

zunächst muss ich Dänemark als Gastgeber dieses Eurovision Song Contests loben. Sie haben sich große Mühe gegeben. Europa vereint singen zu hören erfüllt mein Herz mit großer Freude.

Musik ist eine Geschmackssache, jedoch habe ich über den ESC-Sieger so meine Bedenken. Das Lied traf nicht meinen Geschmack und die erschaffene Kunstfigur Conchita Wurst finde ich krank an der Psyche.

Eure Meinung ist mir wichtig und würde mich interessieren.

LG
Eule
Hej,

Dänemark hat einen klasse Job gemacht. Ich bin stolz auf meine Heimat (Dänemark) und auf unser Europa. Sicherlich gewann die Kunstfigur mehr Sympathie als das Lied. Wir Menschen sollten uns nie über Andere erhöhen und über diese richten. Vielleicht haben einige Länder nur Weltoffenheit demonstrieren wollen. Naja.

LG
dein Kaharan.
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Bei Dummköpfen holt man sich keine Beweise. Talmud Bavli Schabbat 104
Liebe Eule,

Conchita Wurst ist eine Drag Queen.
Eine Drag Queen ist laut Wikipedia "...ein Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Praktizierung von Travestie durch Aussehen und Verhalten eine Frau darstellt. " Drag Queens haben eine lange Geschichte, wenn auch unter anderem Namen. Zu Zeiten Shakespeares, als Frauen nicht auf die Bühne durften, stellten Männer Frauen dar in Theaterstücken.
Die englische Wikipedia beschreibt noch, dass Drag Queen eine übertriebene Weiblichkeit darstellen, was verschiedee Gründe haben kann. Einige tun es zur Selbstdarstellung, andere zur Unterhaltung, wieder andere tun es, um Geschlechterrollen in der Gesellschaft kritisch und humorvoll zu hinterfragen.

Ich denke also nicht, dass Conchita Wurst psychisch gestört ist, sondern dass sie vorallem das Geschlechterrollenthema nutzt, um zu unterhalten, zu polarisieren und zu kritisieren. Zudem war ihr Auftritt ein Aufschrei der europäische Lesben- und Schwulenwelt gegen die Unterdrückung, die wir in den letzten Jahren außerhalb Europas wieder erfahren müssen (Russland, Uganda, Beirut).

Yahia
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https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Eule hat folgendes geschrieben:
Musik ist eine Geschmackssache, jedoch habe ich über den ESC-Sieger so meine Bedenken. Das Lied traf nicht meinen Geschmack und die erschaffene Kunstfigur Conchita Wurst finde ich krank an der Psyche.

Ich persönlich habe keinen Fernseher,
Ich weiß auch nicht, wie das Ganze ausgegangen ist.
Ich finde es nur anmaßend - Sorry Eule - Menschen,
einen Menschen (ich habe gerade nach C.Wurst gegooglet), nur weil er von der Norm abweichend ist,
"krank in der Psyche" zu nennen.

Damit kämen wir zurück in die Zeit des Faschismus.
Die Welt ist bunt!

Dass es mehr als nur die Zwei Geschlechter gibt,
ist glücklicherweise mittlerweile auch anerkannt.

Vielen Kindern, mit unklaren Geschlecht bleiben dadurch (hoffentlich)
Körperverstümmelungen erspart, nur weil es anderen Menschen in ihrer Spießigkeit nicht ins Bild passt.

Wir müssen auch mal eines Bedenken:
Würde immer alles nur nach der Norm gehen,
so hätte keinerlei Evolution stattgefunden,
denn diese kann sich nur durch etwas "Abnormes",
welches sich nachträglich als Vorteilhaft erweist, entwickeln.

Das Göttliche würde ich definieren,
als das bedingungslose "JA" zu allem Sein.

Und je näher wir dem kommen, desto mehr verwirklichen wir das Göttlich in uns.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Eule hat folgendes geschrieben:
Musik ist eine Geschmackssache, jedoch habe ich über den ESC-Sieger so meine Bedenken. Das Lied traf nicht meinen Geschmack und die erschaffene Kunstfigur Conchita Wurst finde ich krank an der Psyche.

Erstmal ganz unabhängig von Conchita Wurst:
Über die Hälfte der Titel fand ich unerträglich, neun erträglich und drei gut. Die drei, die ich gut fand, waren Niederlande, Österreich und Spanien.

Es nervt mich enorm, wenn Frauen meinen, sie könnten gut singen, nur weil sie in den höchsten Tönen herumschreien. Sogar dieses Mädchen im Zwischenprogramm meinte, so etwas wie Whitney Houston sein zu müssen. Fürchterlich.

Ich weiß nicht, ob es wirklich nur eine Sache des Musikgeschmacks ist. Auf jeden Fall dürfte sich das junge Publikum durch solch ein Affentheater eher angesprochen fühlen als jemand wie ich (57), der normalerweise hauptsächlich Klassik, Jazz und hin und wieder volkstümliche Musik (keine Volksmusik) hört.

Zum Sieger(in):
Das Musikstück fand ich gut, die Stimme im Großen und Ganzen auch, wenn auch wieder viel geschrien wurde. Die Kunstfigur war für mich bzgl. der Gesamtbewertung eher abschreckend. Aber es war nun mal eines der besten Stücke.

Naja - und krank an der Psyche?
Ich kenne kaum einen Menschen - mich eingeschlossen - der das in der heutigen Zeit nicht mehr oder weniger ist. Vielleicht hat Conchita Wurst auch einige Sympathie- und Mitleidspunkte bekommen. Aber ich denke nicht, dass das den Ausschlag gegeben hat.

Auf Youtube gibt es einige Privatvideos, die Wurst (Tom Neuwirth) eingestellt hat. Ich finde den Typen echt komisch (im Sinne von spaßig) und er scheint auch intelligent und sympathisch zu sein. Mir persönlich ist es egal, wie jemand aussieht und welche sexuelle Orientierung er/sie hat, solange es nicht zu aufdringlich ist. Neuwirth will sicher provozieren und das hat vielleicht schon mit Verletzungen seiner Psyche zu tun. Dass er sehr sensibel ist, hat man ja gesehen.

Ich finde es aber gut, wenn Menschen aller Farbschattierungen toleriert werden. Der Charakter dahinter ist doch das Wesentliche.

Trotzdem:
Das Stück aus den Niederlanden hat mir wesentlich besser gefallen und ich hätte mich gefreut, wenn es gewonnen hätte.
Eule hat folgendes geschrieben:

Musik ist eine Geschmackssache, jedoch habe ich über den ESC-Sieger so meine Bedenken. Das Lied traf nicht meinen Geschmack und die erschaffene Kunstfigur Conchita Wurst finde ich krank an der Psyche.

Zuerst, zum ersten Teil deines Kommentars: ich fand das Lied auch uninteressant, soweit Zustimmung. Allerdings hatte ich auch nichts derartiges erwartet, was da mit goßer Show vorgeführt wird, ist einfach nicht mein Musikgeschmack. Ich finde auch die Musik selbst viel wichtiger als die tollen Effekte. Naja. Dann, zur Überschrift: Narzißmus ist in diesem Geschäft absolut nicht selten, also, man kann einer Menge Stars und Sternchen viele solche Vorwürfe machen: aber es geht ja um das Lied. und was du davon hältst, hast du ja schon gesagt. Exakt darum geht es.

Aber dann: Ferndiagnose, vermutlich von einem Laien, der den Künstler gar nicht persönlich kennt und gar kein längeres therapeutisches Gespräch mit ihm geführt hat? Welchen Wert soll das bitte haben?

Das wirft natürlich Fragen auf.
- soll hier ein ohnehin vorhandenes Vorurteil mit einem wissenschaftlichen Anstrich versehen, geschönt werden?
- angenommen du hättest zufällig den Sachverhalt getroffen, was braucht denn ein Kranker, Hilfe, oder einen öffentlichen Verriß?
- warst du vielleicht Zuschauer bei einer Veranstaltung, die eher nicht zu dir passt?
- was würdest du wohl sagen wenn jemand einen öffentlichen Auftritt von dir derart heftig kritisiert und dabei persönlich wird? Per Ferndiagnose - fehrlerhafter geht es ja kaum?

Ich fände es nett, wenn du das beantworten würdest.
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Okay, erst einmal zum Eurovision Song Contest an sich. Ich finde es, unabhängig von der Qualität der Lieder, trotzdem sehr schön, dass es solch ein verbindendes Ereignis in Europa gibt und dass sich Künstler aus ganz Europa daran beteiligen. Insofern ist es über alle Maßen traurig, dass die beiden russischen Mädchen, die ja nun für Putins Politik absolut überhaupt nichts können -sie dürfen noch nicht einmal wählen, weil sie erst 17 sind-, vom Publikum in der Halle ausgebuht worden sind. Jedes Mal, wenn Russland Punkte bekommen hat, kamen Buhrufe aus dem Publikum. Das ist eines künstlerischen Wettbewerbs nicht würdig. Putin hat mit dem ESC nichts zu tun, und das sollte auch so bleiben!

Von den Liedern fand ich, muss ich ehrlich zugeben, am allerbesten den Beitrag von Australien in dem einen Halbfinale. Ich finde es extrem beeindruckend, dass die Australier, obwohl sie ja eigentlich mit Europa nichts zu tun haben, morgens um vier den Fernseher einschalten, um den ESC zu verfolgen. Insofern fand ich es eine sehr große Geste vom dänischen Fernsehen, dass sie die Australier haben mitsingen lassen. Vielleicht wird das ja in Zukunft noch mal offiziell. Ich würde mir sehr wünschen, dass irgendwann ein Worldvision Song Contest entsteht. Meine persönlichen Favoriten waren dieses Jahr die Niederländer, obwohl das unter meinen Bekannten irgendwie keiner nachvollziehen kann.

Was nun Conchita Wurst angeht, glaube ich, dass einige das Konzept von Travestie noch nicht verstanden haben. Travestie-Künstler verbinden mit ihren Auftritten einen Anspruch. Und dieser Anspruch ist in der Regel, in humoristischer Weise Geschlechterrollen aufzubrechen. Man mag von Travestie jetzt persönlich halten, was man will, aber jemanden als gestört zu bezeichnen, weil er sich als Frau verkleidet und damit etwas inhaltliches aussagen will, finde ich dann schon arg überheblich.

Es gab noch vor hundert Jahren die psychische Störung "Hysterie", die seltsamerweise nur Frauen befiel, die ihre Männer grad beim Fremdgehen im Ehebett erwischt hatten. Dann konnten diese ihre Frauen für ein paar Tage in die Gummizelle sperren lassen, bis sie wieder gefügig waren.

Ich kann also nur davor warnen, die Psyche ins Spiel zu bringen, wenn man etwas persönlich nicht mag. Niemand hat das Recht, über einen anderen Menschen zu richten.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Guten Abend,

ich hab so den leisen Verdacht, dass hier jemand nur diesen Chat etwas aufmischen will

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Ich finde, das Siegerlied hat deshalb gewonnen, weil die Länder ihre Toleranz zeigen wollten und weil das Lied und das Aussehen von Conchita politisch korrekt sind bzw. das heute erwünscht ist. Die Conchita hat im Hintergrund auch mächtige Förderer an Geld und Werbung, ....

Es ist heute erwünscht von den Reichen und Mächtigen, dass die Geschlechter verschwimmen sollen, keine richtigen Männer mehr und keine richtigen Frauen, sondern so ein Mischmasch nach dem Motto: Alles ist möglich.
Hallo Rosenblüte,
Zitat:
Es ist heute erwünscht von den Reichen und Mächtigen, dass die Geschlechter verschwimmen sollen, keine richtigen Männer mehr und keine richtigen Frauen, sondern so ein Mischmasch nach dem Motto: Alles ist möglich


Das ist m.E. eine sehr eigenartige Einstellung. Es gibt keine "richtigen" Männer und Frauen. Es gibt nur Männer und Frauen, die von der Natur mal mehr auf die männliche und mal mehr auf die weibliche Geschlechterrolle festgelegt worden sind. Nicht umsonst hat man sich endlich in Deutschland dazu durchgerungen, bei Zweifelsfällen in der geschlechtlichen Ausrichtung die Geschlechtsbezeichnung bei der Geburt offen zu lassen.
Außer, dass man in einigen wenigen Fällen damit ein gutes Geschäft machen kann, haben die meisten Mitglieder von sexuellen Randgruppen eher eine längere Zeit von Identitätskrisen hinter sich, bevor sie sich zu einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen und sehr viele outen sich auch dann noch nicht.

Pjotr Kala
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