Studie zur Persönlichkeit


Hallo,

ich studiere im Master Psychologie und wir führen gerade im Rahmen einer Projektarbeit eine Studie durch, die interessant sein könnte:

Verfügen Sie über eine besondere Wahrnehmung?
Springen Sie manchmal schnell von einem Thema zum anderen?
Hatten Sie schon einmal das Gefühl Gedanken anderer lesen oder hören zu können?
Finden andere Leute Sie manchmal unnahbar und distanziert?
Hatten Sie schon einmal den Eindruck etwas zu hören, was nicht da war?

Die Universität Bonn sucht Teilnehmer für eine Studie zur Untersuchung verschiedener Aspekte der Persönlichkeit. Hierfür ist einzig ihre persönliche Meinung gefragt, es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Ihre Daten werden vollkommen anonym gespeichert und können so in keinem Moment mit einzelnen Personen in Zusammenhang gebracht werden. Es werden unter allen Personen, die den Fragebogen ausgefüllt haben, mehrere Gewinne im Wert von 10 Euro verlost. Die Bearbeitung des Fragebogens dauert ca. 30 Minuten.
Hier der Link zur Studie:

https://www.soscisurvey.de/personalityquest/

Ich würde mich freuen, wenn Sie teilnehmen!
Lieber Joha,

ich bin im Normalfall ein absoluter Fan davon, mich an Forschungsprojekten zu beteiligen, allerdings fallen mir bei eurem Projekt mehrere Dinge auf.

1. Die Fragestellung selbst generiert das Ergebnis. Das will heißen, dass die Präsentation der Fragestellung allein schon diejenigen aktiv von einer Teilnahme abhält, die solche Phänomene für, entschuldige, "esoterische Spinnerei" halten. Kaum jemand, der nicht an die Existenz solcher Phänomene glaubt, wird an dieser Studie teilnehmen, nur um das zu bestätigen.

2. Viele der von dir hier gestellten Fragen gelten gemeinhin als Anzeichen für Wahnvorstellungen bzw. Halluzinationen. Insofern werden diejenigen, die zwar Erfahrungen haben, diese aber aufgrund ihrer Sozialisation als psychisch gestört empfinden, ebenfalls kaum daran teilnehmen.

Entsprechend befürchte ich, dass eure Studie in ihrer Aussagekraft durch einige wesentliche Faktoren schon stark eingeschränkt werden könnte und sich am Ende vielleicht wirklich nur "esoterische Spinner" daran beteiligen könnten.

Ich will mit der Verwendung des Begriffs "esoterische Spinner" keineswegs Vorurteile befeuern, sondern lediglich das gesellschaftlich verbreitete Bild solcher Phänomene und der Klientel, die daran glaubt, wiedergeben.

Vielleicht könnt ihr ja die Präsentation noch ein wenig umstellen, um diesen Schockeffekt zu vermeiden. Ich meine es wirklich nicht böse.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523