Radikal hoffnungslos


Ihr Lieben,

mein neuer Blogeintrag ist fertig
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"Solange wir Hoffnung haben, lehnen wir unsere derzeitige Situation ab. Wie stark diese Ablehnung ist, soll uns jetzt gerade nicht interessieren. Je weniger Konzepte wir haben, desto weniger Erklärungen haben wir. Je weniger Erklärungen wir haben, desto weniger Hoffnung haben wir. Je weniger Hoffnung wir haben, desto mehr sind wir in der Gegenwart, “im Jetzt”, wie es so schön klischeehaft heißt. Und je mehr wir im Jetzt sind, desto weniger Ängste und Sorgen haben wir.

Interessanterweise kann also radikale Hoffnungslosigkeit zu mehr innerer Ruhe führen. Diese Feststellung ist es, die so vielen Menschen Angst macht, die diesen Zustand noch nicht selbst erlebt haben.

Alles ist, wie’s ist. Alle anderen Erklärungen darüber hinaus sind Fantasie, unsere eigenen Vorstellungen. Diese Feststellung dauert, bis sie ankommt. Und in vielen Fällen ist sie schmerzhaft, weil sie alle unsere Bilder zerschlägt. Und haben wir nicht so oft gehört, daß Träume (im Sinne von Wünschen) unser wichtigstes Gut sind?

Diese Vergötterung von Träumen hat teilweise groteske Züge an sich. Hier nur ein winziger Ausschnitt von Zitaten, mit deren Inhalt wir sicherlich vertraut sind, obwohl wir sie vielleicht nicht im Einzelnen kennen:

“Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.” (Marie von Ebner-Eschenbach)
“Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.” (Salvador Dali)
“Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben.” (Eleanor Roosevelt)

Diesen Meinungen zufolge sind also die Millionen von Zen-Leuten und Nichtdualisten “wirklich arm”, zumindest ab dem Zeitpunkt, wo sie sich bewußt für die Zukunft nichts mehr wünschen; alle Tiere sowieso. Die Zukunft gehört nicht den Nichtdualisten, meint Frau Roosevelt, was an und für sich schon ausgemachter Schwachsinn ist, weil die Zukunft nicht mal existiert. Ich bin mir auch ziemlich sicher, daß Millionen von hungernden Menschen sich jeden Tag nichts sehnlicher wünschen als etwas zu essen, aber denen gehört dem obigen Zitat zufolge die Zukunft auch nicht. Wahrscheinlich müssen sie einfach noch mehr an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben.

Das bringt uns dann unweigerlich zu dem dampfenden Haufen an Exkrement, der sich “erfolgreiches Wünschen”, “Bestellungen beim Universum” oder “The Secret” nennt. Einfach nur fest und oft genug wünschen, vielleicht noch etwas Energie hinterherschicken, und alles wird gut. Ein patentes Rezept gegen alles Leiden auf der Welt. Komisch, warum verhungern dann immer noch Menschen bei uns, jeden Tag? Warum gibt es immer noch tödliche Krankheiten, und warum müssen geschätzte 99 Prozent der Erdbevölkerung immer noch arbeiten, um Geld zu verdienen — und sind trotzdem nicht reich?

Der Leidensdruck durch diese New Age-Ansichten muß groß genug sein. So groß, daß wir irgendwann zusammenbrechen unter der Last unserer Wünsche und Träume und Hoffnungen. So groß, daß sich alle Hoffnungen zerschlagen, sich auflösen und uns nackt und wehrlos zurücklassen. Wenn dann die Einsicht kommt, daß alles, was wir haben, das ist, was ist, kann sich unsere Situation positiv verändern. Zumindest ist das meine persönliche Erfahrung.

Natürlich, es muß sich nichts ändern. Es kann. Oder aber es ändert sich etwas, aber bis diese Änderung vollzogen ist, dauert es. Dann kann es aber noch passieren, daß wir uns innerlich noch nicht damit abfinden wollen, daß das alles sein soll. Bei mir dauerte es Jahre, bis ich es zulassen konnte.

Das Leben nach New Age und Wunscherfüllungs-Religion ("Bitte, und dir wird gegeben") erscheint manchmal trist und farblos. Und erst, wenn wir uns einlassen (können) auf dieses durch und durch normale, durchschnittliche, unaufgeregte Dasein, stellt sich (oft) mehr Ruhe ein. Die Rollen, die wir uns zugedacht hatten, fallen weg. Dann sind wir plötzlich wieder wir, oder vielmehr: Wir sehen, daß wir noch nie was anderes waren. Und daß “wir” in diesem Sinne als einzelne Personen ohnehin nie existierten.

Hoffnungslosigkeit — wenn Sie sie nächstes Mal im Supermarktregal sehen, greifen Sie zu. Sie wird Ihnen gut tun."


Liebe Grüße
Norbert
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Amulette, Zauberöle und Kerzen:
http://www.mojo-joes.com

Blog:
http://www.indogermanisch.com
Lieber Carl Reed!

Es gibt nur einen reinen Wunsch, und das ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung. Hat jemand diesen Wunsch, so kann ihm dieser Wunsch von jedem Sahajayogi erfüllt werden . Ist der Wunsch erfüllt, so werden die Geschicke dieses Menschen von nun an von Gott gelenkt, der diesem Menschen Weisheit, Wissen und Liebe schenkt, sodass er alles hat, was er zum Leben braucht.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
leuthner hat folgendes geschrieben:
Lieber Carl Reed!


Servus lieber Erich!
Danke, daß du dich mit mir austauscht!

Zitat:

Es gibt nur einen reinen Wunsch, und das ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung.


Das weiß ich nicht. Ich glaube, es tauchen im Lauf der Dinge noch viel mehr Wünsche auf, und alle Antworten darauf sind bloße Spekulation.

Zitat:

Hat jemand diesen Wunsch, so kann ihm dieser Wunsch von jedem Sahajayogi erfüllt werden .


Bei uns früher im Bhakti Yoga konnte sich jeder Mensch selbst diesen Wunsch selbst erfüllen und mußte sich auf niemanden sonst verlassen. Das seht ihr im Sahaja Yoga anders, klar. Beides -- die Lösungsvorschläge des Bhakti und des Sahaja -- sind nur von Menschen gemachte Weltbilder. Im reinen Erfahren jetzt im Augenblick gibt's weder Selbstverwirklichung noch sonst irgendwas. Das sind nur Gedanken und Theorien.

Zitat:

Ist der Wunsch erfüllt, so werden die Geschicke dieses Menschen von nun an von Gott gelenkt, der diesem Menschen Weisheit, Wissen und Liebe schenkt, sodass er alles hat, was er zum Leben braucht.


Lieber Erich, auch diese Antwort ist doch nur eine von vielen tausenden von Möglichkeiten -- sie kann also nicht die einzige sein, und führt uns, wie alle anderen, vom Leben, das wir direkt und ohne Umschweife und ohne Interpretation erfahren können, weg. Und je weiter wir davon weg sind, je mehr wir uns auf Weltbilder (Gott, Sahaja, Bhakti, Erlösung, Selbstverwirklichung, Schicksal, usw) verlassen, desto größer ist unser Potential zum Unglücklichsein. Das ist natürlich nur meine persönliche Erfahrung.

Viele liebe Grüße
Norbert
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Carl Reed hat folgendes geschrieben:
Ihr Lieben,
Und je mehr wir im Jetzt sind, desto weniger Ängste und Sorgen haben wir.
Liebe Grüße
Norbert


diese Theorie kenne ich auch, es funktioniert manchmal sogar, wenn man die sorgenden Gedanken mit etwas ersetzen kann was im Hier und Jetzt wichtiger ist. Aber viele Sorgen sind immer noch da, das einzige was wohl wirklich hilft ist die Sicht auf ein Problem zu ändern.
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Deine Zwischenmenschlichen Beziehungen spiegeln Deine Beziehung zu Dir selbst.
Carl Reed hat folgendes geschrieben:
leuthner hat folgendes geschrieben:
Lieber Carl Reed!


Servus lieber Erich!
Danke, daß du dich mit mir austauscht!

Zitat:

Es gibt nur einen reinen Wunsch, und das ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung.


Das weiß ich nicht. Ich glaube, es tauchen im Lauf der Dinge noch viel mehr Wünsche auf, und alle Antworten darauf sind bloße Spekulation.

Zitat:

Hat jemand diesen Wunsch, so kann ihm dieser Wunsch von jedem Sahajayogi erfüllt werden .


Bei uns früher im Bhakti Yoga konnte sich jeder Mensch selbst diesen Wunsch selbst erfüllen und mußte sich auf niemanden sonst verlassen. Das seht ihr im Sahaja Yoga anders, klar. Beides -- die Lösungsvorschläge des Bhakti und des Sahaja -- sind nur von Menschen gemachte Weltbilder. Im reinen Erfahren jetzt im Augenblick gibt's weder Selbstverwirklichung noch sonst irgendwas. Das sind nur Gedanken und Theorien.

Zitat:

Ist der Wunsch erfüllt, so werden die Geschicke dieses Menschen von nun an von Gott gelenkt, der diesem Menschen Weisheit, Wissen und Liebe schenkt, sodass er alles hat, was er zum Leben braucht.


Lieber Erich, auch diese Antwort ist doch nur eine von vielen tausenden von Möglichkeiten -- sie kann also nicht die einzige sein, und führt uns, wie alle anderen, vom Leben, das wir direkt und ohne Umschweife und ohne Interpretation erfahren können, weg. Und je weiter wir davon weg sind, je mehr wir uns auf Weltbilder (Gott, Sahaja, Bhakti, Erlösung, Selbstverwirklichung, Schicksal, usw) verlassen, desto größer ist unser Potential zum Unglücklichsein. Das ist natürlich nur meine persönliche Erfahrung.

Viele liebe Grüße
Norbert


Lieber Norbert!

Wenn jemand den Wunsch nach Selbstverwirklichung hat, dann werden alle materiellen Wünsche bedeutungslos. Zumindest ist das bei mir und denjenigen Sahajayogis, die ich kenne, so, denn die eigenen Geschicke werden von der Selbstverwirklichung an von Gott gelenkt.

In Sahajayoga funktioniert der Aufstieg der Kundalini bereits bei der ersten Realisation. Und jeder, der bereits ein bischen feinfühlig ist, kann sie bereits beim ersten Mal als kühlen Hauch über dem Kopf und auf den Händen spüren. Und es handelt sich dabei nicht um Zauberei, denn die Selbstverwirklichung ist im Hier und im Jetzt und führt zu gedankenfreiem Bewusstsein, was der Weg jeder Meditation sein sollte.

Das gedankenfreie Bewusstsein führt in Sahajayoga zum Glücklichsein, denn ab diesem Zeitpunkt dieser Erfahrung lernt man den himmlischen Frieden kennen. Liebe, Weisheit, Freude, Frieden sind dann keine Fremdworte mehr.

Wenn dich Bakhtiyoga unglücklich gemacht hat, dann bist du den falschen Weg gegangen, Sahajayoga macht jedenfalls glücklich.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
leuthner hat folgendes geschrieben:

Lieber Norbert!


Servus Erich!

Zitat:
Wenn dich Bakhtiyoga unglücklich gemacht hat, dann bist du den falschen Weg gegangen, Sahajayoga macht jedenfalls glücklich.


Oh, das hast du falsch verstanden! Bhakti Yoga machte mich nicht unglücklich, ganz im Gegenteil. Ich war gewissermaßen fast ständig "Glücks-high". Eines Tages fiel es einfach von mir ab. Alle Übungen, alles Streben nach "Erleuchtung", "Erwachen", "Selbstverwicklichung" -- alles fiel einfach ab, anders kann ich es nicht ausdrücken. Und das ist unglaublich erleichternd und schön!

Zitat:
Alles Liebe
Erich


Alles Liebe auch an Dich!
Norbert
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Zitat:
Es gibt nur einen reinen Wunsch, und das ist der Wunsch nach Selbstverwirklichung. Hat jemand diesen Wunsch, so kann ihm dieser Wunsch von jedem Sahajayogi erfüllt werden . Ist der Wunsch erfüllt, so werden die Geschicke dieses Menschen von nun an von Gott gelenkt, der diesem Menschen Weisheit, Wissen und Liebe schenkt, sodass er alles hat, was er zum Leben braucht.


Erich, das Konzept kenne ich. Es ist in jeder Religion so, dass man den eigenen Willen an Gott aufgeben soll, mit seinem Willen übereinstimmen soll. Es ist einfach Löslösung und das Vertrauen, dass es eine höhere Macht gibt. Ein "sich abfinden" mit Dingen, auf die man sowieso keinen Einfluss hat.
Ich denke, dass es dafür viele Wege gibt neben Sahajayoga.
Liebe RoseGarden!

Ich stimme dir zu, dass es viele Wege zu Gott gibt, Sahaja Yoga ist allerdings der direkte Weg.

Alles Liebe

Erich
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Carl Reed hat folgendes geschrieben:
leuthner hat folgendes geschrieben:

Lieber Norbert!


Servus Erich!

Zitat:
Wenn dich Bakhtiyoga unglücklich gemacht hat, dann bist du den falschen Weg gegangen, Sahajayoga macht jedenfalls glücklich.


Oh, das hast du falsch verstanden! Bhakti Yoga machte mich nicht unglücklich, ganz im Gegenteil. Ich war gewissermaßen fast ständig "Glücks-high". Eines Tages fiel es einfach von mir ab. Alle Übungen, alles Streben nach "Erleuchtung", "Erwachen", "Selbstverwicklichung" -- alles fiel einfach ab, anders kann ich es nicht ausdrücken. Und das ist unglaublich erleichternd und schön!

Zitat:
Alles Liebe
Erich


Alles Liebe auch an Dich!
Norbert


Lieber Norbert!

Sahaja Yoga besteht aus keinen körperlichen Übungen, es handelt sich um die geistige Verbindung mit dem kollektiven Bewusstsein, welche glücklich macht.

Ich kann deshalb alles bis auf Sahaja Yoga loslassen, weil ich weiss wie mein Leben ohne Sahaja Yoga gewesen ist, und wie es ist, seitdem ich Sahaja Yoga betreibe.

Alles Liebe

Erich
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leuthner hat folgendes geschrieben:

Lieber Norbert!


Servus lieber Erich!

Zitat:
Sahaja Yoga besteht aus keinen körperlichen Übungen, es handelt sich um die geistige Verbindung mit dem kollektiven Bewusstsein, welche glücklich macht.


Ich hatte ähnliche Erlebnisse, als ich damals sehr intensiv Westlichen Zen praktizierte. Auch im Schamanismus, den ich extrem intensiv und sehr lange betrieb, gab es solche Verbindungs-Erlebnisse.

Zitat:
Ich kann deshalb alles bis auf Sahaja Yoga loslassen, weil ich weiss wie mein Leben ohne Sahaja Yoga gewesen ist, und wie es ist, seitdem ich Sahaja Yoga betreibe.


Finde ich gut! Wenn es dich glücklich macht, ist es richtig

Zitat:
Alles Liebe
Erich


Liebe Grüße zurück!
Norbert
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