Arm und Reich


Reichtum, den einige Wenige auf Kosten Vieler erworben haben, ist ein Merkmal gesellschaftlicher Dekadenz.
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Nur dem Glühwürmchen ist es immer hell genug
Reichtum muss nicht zwangsläufig auf dem Rücken anderer erworben sein.
Wenn ich erfolgreicher Schriftsteller bin, wen beute ich aus?
Ok... stimmt, früher als ich noch im Geldwesen gearbeitet habe, habe ich über das Geld verdienen anders gedacht und hin und wieder mal einen über den Tisch gezogen, das ist aber in diesem Sektor ganz normal, weiterhin betraf dies hauptsächlich diejenigen die so oder so Zuviel Geld besassen...
Aber habe ich im eigentlichen Sinn mein Geld nicht auf dem Rücken anderer erworben - auch ich habe auf diese Weise schon Geld verloren - und hat es mir weh getan...? Nein eigentlich nicht, ich habe immer wieder etwas daraus gelernt...
Heute besitze ich unter anderem ein Softwareunternehmen und meinen Mitarbeiter geht es gut - sie beziehen keine Mindestlöhne...
Etwas mehr Geld als die anderen zu haben und den Überblick nicht zu verlieren, kann auch sehr stressig sein...
Zudem ist man viel unterwegs und hat nicht soviel Freizeit wie viele anderen denken
Geld wird oft als schmutzige Ware und daher negativ betrachtet, aber in unserem System würde ohne Geld vieles nicht mehr funktionieren, die Wirtschaft würde zusammenbrechen, sehr viele Menschen würden verhungern...
Der Fluch des Geldsystems ist der Zins und Zinseszins, das ist es was unsere Wirtschaft bedroht und eine Krise nach den anderen nach sich zieht...
Leider ist unsere Gesellschaft so eingerichtet, dass wenn man etwas gibt auch etwas mehr zurückerhalten will...
So ist die Wirtschaft und so schnell wird sich da auch nichts ändern - leider...
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„Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht.“

George Bernard Shaw
Gralsbote hat folgendes geschrieben:
Reichtum ist nach meinem Wissen weder schlecht noch gut...


An sich ist Reichtum weder gut noch schlecht. Dies mag stimmen.

Wenn der Reichtum allerdings von vorn herein auf Lasten anderer Personen generiert wird oder zu sozialem Unfrieden führt, dann schon.

Gralsbote hat folgendes geschrieben:
Es kommt immer darauf an wie man seinen Reichtum einsetzt...


Auch der gute Einsatz von Vermögen macht den strukturellen gesellschaftlichen Schaden nicht wett, wenn dieses Vermögen zulasten anderer Personen entstanden ist oder seine Verteilung an sich die Gesellschaft schädigt.

Gralsbote hat folgendes geschrieben:
Wenn jemand erbt und sein Erbe so einsetzt, dass auch andere Menschen davon profitieren können - zB. Arbeiter in einer Fabrik, die einen regelmässigen Lohn beziehen und so ihr Leben finanziell gesichert ist, ist dies sicher nichts schlechtes...


Das hängt davon ab wie die Fabrik betrieben wird. Wenn diese Fabrik letztlich nur dazu dient das eigene Vermögen auf Kosten anderer Menschen, der Umwelt und der Gesellschaft zu erhalten oder zu vergrößern ist daran ethisch nichts gutes. Das dabei die Arbeiter und Angestellten bezahlt werden müssen und ein verkaufbares Produkt hergestellt werden muss macht es auch noch nicht automatisch gut. Erst wenn beides nicht lediglich der Ausbeutung dient und auch nicht schadet.

Der große Teil des Kapitals wird übrigens gerade nicht über produzierende Betriebe, sondern über Finanzdienstleistungen verdient.

Gralsbote hat folgendes geschrieben:
Das ist unser System, wenn alle Menschen gleich wären, würde es keinen Wachstum und Fortschritt mehr geben...


Was soll denn "unser System" aussagen? Nur weil ein System gerade besteht muss es deshalb nicht gut sein. Auch bleibt die Frage was hier "unser" heißen soll. Ein Kapitalsystem in dem der große Teil des Kapitals einem kleinen Zirkel an Personen gehört ist dann mehrheitlich das System derer die das Kapital kontrollieren.

Die Gleichheit aller Menschen im Sinne der rechtlichen Gleichheit und der Chancengleichheit ist übrigens in den Menschenrechten und in den Grundrechten der Bundesrepublik Deutschland verankert. Das benötigt zwar keine völlige soziale Gleichheit, aber doch zumindest eine gewisse gerechte Verteilung nach Leistung und Können. Diese ist aber nur beding gegeben. Inwiefern dadurch der Wachstum und der Fortschritt leiden sollten ist nicht ersichtlich.

Selbst in sozialistischen Staaten litten Fortschritt und Wachstum vermutlich eher unter der ineffizienten zentralen Verwaltung der Ökonomie durch eine eigentlich überforderte und geschlossene Politelite denn als durch die Gleichheit der Menschen.
Astrella hat folgendes geschrieben:
Reichtum muss nicht zwangsläufig auf dem Rücken anderer erworben sein.


Richtig. Daher sprach ich ja auch immer davon, dass es unproblematisch ist solange man den Reichtum nicht zulasten anderer erzeugt oder sozialen Unfrieden damit auslöst.

Astrella hat folgendes geschrieben:
Wenn ich erfolgreicher Schriftsteller bin, wen beute ich aus?


Das kommt konkret darauf an was man für Bücher schreibst. Wenn die Bücher tatsächlich ihr Geld wert sind und die Leser und die Gesellschaft im Wert der Bücher bereichern ist alles okay.

Zumindest solange wie der Reichtum nicht so groß wird, dass er damit die Gesellschaft destabilisiert.

Aber das Beispiel geht etwas an der Realität vorbei. Die meisten guten Schriftsteller verdienen nicht sonderlich viel an ihren Werken. Zudem verdient auch der Verlag (bzw. die Firmen dahinter) gut mit bei jedem Buch.
Astrella hat folgendes geschrieben:
Reichtum muss nicht zwangsläufig auf dem Rücken anderer erworben sein.
Wenn ich erfolgreicher Schriftsteller bin, wen beute ich aus?


Wie Tobias schon schrieb, ist das auch eine Frage schriftstellerischer Qualität, die nur selten im direkt proportionalen Verhältnis zur finanziellen Vergütung steht. Gustave Flaubert, ein französischer Schriftsteller mit hohen stilistischen Ansprüchen, ließ deshalb einige Manuskripte unveröffentlicht, wohingegen sein Werk Madame Bovary anstatt Geld ihm zunächst einen Prozess einbrachte (Flaubert war seiner Zeit voraus) und erst im Nachhinein die gebührende Anerkennung fand. Die Liste hervorragender Schriftsteller mit ähnlichen Erfahrungen ist nicht gerade klein.

Während nun literarisch hochwertige Werke von Leuten wie Flaubert, John Dos Passos, John Milton usw. nur ein überschaubares Publikum fand (obwohl es sich dabei um Weltliteratur handelt), kennt fast jeder den Namen Monica Lewinsky, die mit eigen geschriebenen sowie in Auftrag gegebenen Machwerken, die fast ausschließlich von ihrer Affäre mit Bill Clinton handeln, über Nacht weltberühmt wurde und sich das auch fürstlich vergüten ließ.

Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, muss ich nicht näher ausführen, oder?

Aber auch sehr erfolgreiche Schriftsteller - ob nun verdientermaßen oder nicht, sei einmal dahingestellt - gelangen kaum zu Reichtümern in der Größenordnung, die zugleich politische Macht und hohen (meist negativen) Einfluss zur Folge haben. Und darum ging es ja letztendlich.
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Nur dem Glühwürmchen ist es immer hell genug
Astrella hat folgendes geschrieben:
Joa... Atheismus und Ethik sind auch keine Gegensätze.


Kommt darauf an was man unter Atheismus versteht.

Zumindest ein reiner Materialismus hat meiner Meinung nach große Probleme eine Ethik zu begründen.

Astrella hat folgendes geschrieben:
Altruismus hat durchaus eine sehr befriedigende Komponente, so ganz selbstlos ist es also nicht.


Das stimmt. Umso erstaunlicher wie selten solche Handlungen stattfinden. Derweil ist es meiner Meinung nach für eine ethische Handlung nicht notwendig, dass diese keine persönlichen Vorteile bringt.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Astrella hat folgendes geschrieben:
Joa... Atheismus und Ethik sind auch keine Gegensätze.


Kommt darauf an was man unter Atheismus versteht.

Zumindest ein reiner Materialismus hat meiner Meinung nach große Probleme eine Ethik zu begründen.


Materialismus hat seine eigene Ethik. Aber warum du von Atheismus gleich darauf schließt, verstehe ich nicht ganz.
luschn hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Astrella hat folgendes geschrieben:
Joa... Atheismus und Ethik sind auch keine Gegensätze.


Kommt darauf an was man unter Atheismus versteht.

Zumindest ein reiner Materialismus hat meiner Meinung nach große Probleme eine Ethik zu begründen.


Materialismus hat seine eigene Ethik. Aber warum du von Atheismus gleich darauf schließt, verstehe ich nicht ganz.


Ich sagte ja: das kommt darauf an was man unter Atheismus versteht.

In seiner strengsten Form verwirft der Atheismus jegliche Metaphysik und ist somit ein reiner Materialismus.

Tatsächlich vertreten aber nur wenige Menschen einen solchen Atheismus.
Gebt mal 10 Menschen je 1000 Euro, nach einem Jahr wird bestimmt einer sein Vermögen verdoppelt haben aber mindestens einer total verschuldet sein...
Der eine kann mit dem Geld umgehen der andere nicht...
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„Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht.“

George Bernard Shaw