Gott danken -trotz eigener Krankheiten


Falls du in deiner Krankheit oder in deinen Problemen aufgehört hast, Gott zu danken und dich stattdessen beschwerst, bedenke, dass eine Beschwerde nur bei einer Rechtsverletzung Sinn macht. Es ist aber keines deiner Rechte verletzt worden, sodass du klagen dürftest. Im Gegenteil, du stehst in der ewigen Dankesschuld Gottes und zwar in aller Hinsicht, jedoch kommst du dieser Dankespflicht nicht nach. Ohne Gottes unendlichen Rechtsanspruch auch nur gedanklich zu erfüllen*, beschwerst du dich, als hättest du das Recht darauf.

Wenn wir zum besseren Verständnis die Gaben Gottes mit höhenunterschiedlichen Stufen vergleichen würden, wäre es nicht nur unfair, sondern auch selbstschädigend für uns, wenn wir auf die höheren Stufen hinaufschauen und uns über die Stufe beschweren, auf der wir uns befinden. Fehlt dir ein Auge, schaue auf die Blinden, humpelst du, denke an einen Rollstuhlfahrer und danke Gott vom ganzen Herzen für die wertvollen Dinge, die er dir geschenkt hat. Eine klagende Haltungsweise gegen unseren gütigen Schöpfer ist völlig inakzeptabel und auch moralisch nicht vertretbar. Folgendes Gleichnis soll dir helfen, diese Tatsache sowohl gedanklich als auch emotional zu verinnerlichen:

Ein gütiger Herr holt einen bedauernswerten Mann von der Straße und rettet ihn aus der Kälte und Finsternis. In seinem Gebäude, das mit jedem weiteren Stockwerk schöner und komfortabler wird, bittet er ihn immer weiter nach oben. Zusätzlich zu der Güte, dass er umsonst hausen darf, erweist der edle Herr in jedem seiner Stockwerke diesem Mann eine weitere Güte oder übergibt ihm ein weiteres Geschenk. Bis er schließlich auf dem obersten Geschoss ankommt, welche die schönste Etage ist. Der Mann darf hier nicht nur umsonst wohnen, sondern bekommt auch das bisher größte und erfreulichste Geschenk.

Alles was dieser edle Herr von dem bedauernswerten Mann erwartet ist Zufriedenheit und Dank.

Falls jedoch nun dieser ungehobelte Kerl all diese Geschenke und Wohltaten vergisst oder abwertet, seine Blicke nach oben wendet und klagt: "Wenn dieses Gebäude doch bloß etwas größer wäre und ich noch höher steigen könnte. Warum ist es eigentlich nicht so hoch wie dieser Turm hier oder dieser Berg dort drüben?", wenn er sich nur noch beschwert und meckert, was für eine unmenschliche Undankbarkeit, wie unfair und ungerecht gegenüber dem edlen wäre Herr wäre das?


Jetzt achte einmal nach diesem Gleichnis auf deine eigene Lage: Du bist aus der ewigen Finsternis des Nichts errettet und mit einer Existenz beschenkt worden.Sonst wärst du für immer und ewig nichts, nichts und wieder nichts geblieben, ohne überhaupt zu wissen oder zu fühlen, dass du nichts bist. Dieses ist Tausende Male schlimmer als die finstere, kalte Straße, von der dieser Mann im Beispiel errettet wurde.

Weiterhin ist es bei einer bloßen Existenz nicht geblieben, denn auch Steine existieren. Vielmehr hast du ein Leben bekommen. Auch das ist ein so großes Geschenk, dass es schwer wird, seinen Wert mit Worten zu beschreiben. Aber es geht noch weiter... Auch Pflanzen besitzen ein Leben, aber du hast eine Seele bekommen, die einem Juwel gleicht, für das man sich ewig bei seinem Schöpfer bedanken sollte. Er ist also so gut zu dir, dass er dich sogar in diesem reichlich bescherten Zustand immer noch weiter nach oben auf den Stufen der Gaben holt. Doch auch die Tiere besitzen eine Seele. Du aber duftest eine weitere Gabensstufe aufsteigen und hast ein Bewusstsein bekommen. Somit stehst du über den Tieren, die Allah dir in den Dienst gestellt hat. Als Mensch und Muslim bist du mit vielen Organen und Sinnen, körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Eigenschaften ausgestattet und hast seit deiner Geburt unzählige Geschenke bekommen, die diesen Eigenschaften gut tun. Selbst jeder Atemzug oder jeder schöne Lichtstrahl ist in Wirklichkeit ein Geschenk Gottes an dich, auf das du eigentlich gar keinen Anspruch hast. Der einzige Grund für diese Geschenke ist nicht dein Anspruch, sondern die Güte Gottes. Wenn er dir das Augenlicht nimmt, hat er nichts von dir weggenommen, sondern nur seine Gabe nicht fortgesetzt. Anstatt dich über die Zukunft ohne Augenlicht zu beschweren, ist es logischer und gerechter, dich wegen dem Augenlicht zu bedanken, dass du unzählige Sekunden in der Vergangenheit bekommen hattest. Sonst bist du schlimmer als ein Bettler, der gegen einen gütigen Herrn klagt, welcher ihn jahrelang mit Spenden besorgt hat und jetzt aus ein wichtigen Gründen keine Spenden mehr gibt.

Außerdem darfst du nicht vergessen, dass dein Schöpfer allwissend und allgütig ist. Das bedeutet, dass es einen sehr wichtigen Sinn hat, warum dir manche Geschenke wieder entzogen werden. Wenn du dich geduldest und dich bei Gott für alles andere, was er dir geschenkt hat, bedankst, wirst du nicht nur in dieser Welt den inneren Frieden als vollkommenen Trost gegen den Verlust dieser einen Gottesgabe verspüren, sondern dich auch im Jenseits über diesen Verlust freuen, da er sich positiv für dein Glück im Jenseits ausgewirkt hat.


Du und dein Hab und Gut wart in der untersten Stufe. Auf die darauf folgenden Stufen hast du keinen Anspruch, sie sind reine Geschenke aus der Güte Gottes. Außerdem darf man nicht vergessen, dass jede obere Stufe mit unzähligen weiteren Gaben zusammenhängt.


Fazit:

Der vernünftige Mensch sagt angesichts eines Leidens: "Von Allah sind wir und zu Ihm werden wir wieder zurückkehren."

Das ist auch das, was der Allmächtige uns Muslimen empfiehlt (vgl. Sure 2, Vers 156).

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*Wir könnten Gott niemals für alles, was er uns gegeben hat, genug bedanken, doch mit dem Wunsch, dies tun zu können, uns überhaupt bedanken.
Liebe(r) lichtbsp,

ich habe deinen Beitrag gelesen und finde ihn sehr gut - da steckt viel Wahrheit drinnen.

Als Christ habe ich, was das menschliche Leid und den Schmerz anbelangt, noch einen zusätzlichen Trost: Gott selbst hat das Leid, das wir Menschen oft zu tragen haben, durch Jesus auf sich genommen - er hat es sozusagen nicht verschmäht, nicht alleine uns überlassen.
Damit hat alles Leiden nicht nur mehr eine rein menschliche Dimension, sondern auch eine göttliche. Mit jedem menschlichem Schmerz, mit jedem Leiden, mit jeder Träne identifiziert sich Gott - ist gleichsam durch den leidenden Jesus dort anwesend.

Das erklärt zwar immer noch nicht, warum es das Leiden geben muss. Das Mitleiden Gottes im gekreuzigten Jesus gibt aber allem Leid eine neue Sinndimension - weil dieses Leid durch die Auferstehung in etwas Neues und Großes verwandelt wurde.

Die christliche Hoffnung ist: Das Leiden wird verherrlicht werden - wenn wir es um Gottes Willen (er)tragen. Das bringt auch dieses wunderschöne Osterlied zum Ausdruck:

"Die Wunden rot, jetzt o wie schön, freu dich und singe! Wie Sonn- und Mondglanz anzusehn. Halleluja! Singt fröhlich Halleluja!"

GL (alt) 826,3
Hallo Burkl,
in meinem Beitrag ging es in erster Linie nicht um Trost, sondern darum, dass wir gegenüber Gott keine Rechtsansprüche haben und ihm trotz all der Leiden danken müssen, statt uns zu beklagen. Genauer genommen zeigt der Beitrag sogar auf, dass diese Leiden in Wahrheit kein Verlust sind, sondern wir immer noch im Überfluss der Gaben Gottes schwimmen.

Somit steht der Mensch über den Leiden, denn sie treffen ihn nicht wirklich, wenn er seine Einstellung korrigiert. Gott steht sowieso über den Leiden, kein Leiden kann ihn erfassen. Somit wird im Islam nicht das Leid, sondern nur Gott alleine verherrlicht.

Im Kreuzungskonzept von Paulus wird das Leid verherrlicht. Es trifft nicht nur die Menschen, sondern sogar Gott selbst. Das ist nach islamischer Lehre Gotteslästerung. Aber durch diese Gotteslästerung wird das Leid so real wie nie zuvor. Es wird übermächtig und umzingelt uns. Wenn wir den Leidensgrad unserer Krankheit mit dem Wert 1 gleichsetzen, dann reduziert ihn der islamische Glaube auf 0, da es kein wirkliches Leiden und nicht einmal einen Verlust darstellt. Der Kreuzigungsgedanke erhöht den Wert auf Millionen, da er es als die Spitze eines übergigantischen Leidenseisbergs darstellt, der uns zerquetscht und sogar -mein Herz zittert bei diesen gotteslästernden Worten- Gott selbstpersönlich quält. Möge der allmächtige, allweise, allgüte und über alles erhabene und unabhängige Schöpfer mich vor diesem Gedanken, der in keiner Lehre Jesu anklang findet, beschützen.

Lieber Burkl, bitte verstehe meine Wortwahl nicht falsch. Sie sind in friedlicher Gesinnung gegenüber dir, aber in kritisierender gegenüber der Ideologie, die du vertrittst, formuliert. Möge Gott uns allen zum richtigen Weg verhelfen.
lichtbsp hat folgendes geschrieben:
Gott steht sowieso über den Leiden, kein Leiden kann ihn erfassen. Somit wird im Islam nicht das Leid, sondern nur Gott alleine verherrlicht.


Ich verstehe dich schon, liebe(r) lichtbsp. Ich teile ja auch einen wesentlichen Aspekt deiner Meinung: Gott ist über diese Welt vollkommen erhaben.

Wir glauben als Christen aber darüber hinaus, dass Gott neben dieser Stellung der absoluten Erhabenheit und dem Thronen über dieser Welt - die wir als "Gott-Vater" personifizieren - auch die Liebe ist. Es geht also darum, dass wir glauben, dass die eigentliche Macht von der alle Mächte kommen die Liebe ist. Und Liebe in ihrer äußersten Form identifiziert sich mit dem Geliebten, sie will sein Schicksal teilen. Wir als Christen glauben, dass ein die Menschen absolut liebender Gott unserem Schicksal nicht fernbleiben kann. Vielleicht ist es an Hand dieses Gleichnisses besser verstehbar, was ich meine:

Es gab einen Mann, der zu einem Königsmahl eingeladen wurde und sich vor dem Fest die Kleider völlig beschmutzt hatte und daher nicht am Fest teilnehmen konnte.

Und wie reagierte der König, der ihn eingeladen hat?

Er macht sich auf, um den Mann zu holen. Doch davor wirft er sich in eine Lacke und beschmutzt absichtlich seine Kleidung.

Dann nimmt er den Mann samt seiner zum Fest unwürdigen Kleidung unter den Arm und geht mit ihm gemeinsam in den Königssaal.

Was ist bei dieser Geschichte geschehen?

Der König hat mit seinem Akt der Solidarität das Schamgefühl des Mannes getilgt. Er hat die missliche und ausweglose Situation des Mannes gewendet – indem er sich in dieselbe Situation begeben hat.

Indem ein König dieselbe Position einnimmt, wie ein Untertan wird die Situation des Untertanen automatisch erhöht ("transzendiert").

Indem der König (=Gott) den „Schmutz“ des Untertanen (=Mensch) nicht abfällig betrachtet, ihn verurteilt, aburteilt und ihn von seiner "Reinheit" ausschließt – sondern mitleidet und annimmt - nimmt er ihn automatisch in sein Königreich, in seine Gegenwart, in seinen Königreichssaal - zu seinem Fest - auf.

Das ist es, was Gott für uns durch seine Menschwerdung in Jesus Christus getan hat. Das ist für mich der Kern des Christentums: Gott hat unseren Blick von der Haltung der untertanenhaften Unterwerfung vor seiner unbegreiflichen Größe aufgerichtet und uns in die Augen geschaut.
Hallo Burkl,
oft stehen Menschen unter dem Einfluss der Liebe zur eigenen Gesinnung und interpretieren seine eigenen Erfahrung in der Auseinandersetzung mit der Realität oder wahre Argumente seines Gegenübers so um, um sie ins eigene Konzept einzupassen. Auch wir beide sind von dieser Gefahr nicht befreit und müssen uns deshalb auf eine gemeinsame Diskussionsbasis besinnen. Eine solche Basis kann die universal akzeptierte Logik und Vernunft sein. Da ich leider nicht so viel Zeit habe, möchte ich nur kurz auf deine Punkte eingehen.

Burkl hat folgendes geschrieben:

Wir glauben als Christen aber darüber hinaus, dass Gott neben dieser Stellung der absoluten Erhabenheit (...) auch die Liebe ist. Es geht also darum, dass wir glauben, dass die eigentliche Macht von der alle Mächte kommen die Liebe ist.

Eine solche Gleichsetzung ist -so romantisch sie auch einigen vorkommen mag- im metaphorischem Sinne unschön, im ernst gemeinten Sinne völlig sinnlos. Man kann sagen, dass Gottes Liebe unendlich ist, aber nicht dass er die Liebe ist. Liebe weiß und sieht nichts, kann nicht das Universum erschaffen. Nur Gott, dessen Liebe, aber auch Macht, Wissen, Gerechtigkeit etc. unendlich ist, hat alles erschaffen. Alle Macht kommt nicht von Liebe, sondern von Gottes Macht und Kraft. Alle Weißheit kommt von Gottes Alwissen. Alle Liebe von Gottes Liebe. Liebe ist nur eine Eigenschaft. Gott hat unermesslich schöne und unendlich große Eigenschaften, deren Anzahl wir nicht kennen. Nur seine Liebe so sehr in den Vordergrund zu stellen, ist unfair gegenüber seinen anderen Eigenschaften. Dieser ganze Tanz um Liebe in vielen Esoterikgruppen scheint mir nur ein Rausch der Sehnsucht danach zu sein, selbst geliebt zu werden. Es gibt auch andere Dinge auf dieser Welt und jede Eigenschaft hat ihren Platz, so auch Weißheit und Gerechtigkeit.

Zitat:
Und Liebe in ihrer äußersten Form identifiziert sich mit dem Geliebten, sie will sein Schicksal teilen.

Nur unfähige Liebenden möchten das. Mächtige Liebende möchten dem Leiden des Geliebten ein Ende setzen. Um bei deinem Beispiel zu bleiben, wenn ein König einen geliebten Gast mit einem in den Matsch gefallenen Hemd sieht, würde er sich nicht selbst dreckig machen und den Gast in seinem Leid -dass er nunmehr teilt- belassen, sondern ihm einfach ein neues Hemd aus seiner Schatzkammer schenken. Wenn man zur Liebe also auch die Weisheit dazu nimmt, geht es so einfach.

Zitat:
Wir als Christen glauben, dass ein die Menschen absolut liebender Gott unserem Schicksal nicht fernbleiben kann.

Wir dürfen jetzt wirklich nicht die Logik zuliebe von Gefühlswallungen opfern. Erstens ist er der Bestimmer dieses Schicksals und zweitens sieht man an diesem Satz (bitte jetzt nicht falsch verstehen), dass es der Lehre von Paulus etwas an Rationalität mangelt und zugunsten des verherrlichten und tausendfach durchgekauten Liebesbegriffs andere heilige Eigenschaften Gottes beschmutzt werden. In diesem Fall sind es zumindest die Eigenschaften: Allmacht und Allwissen Gottes. Denn ein die Menschen absolut liebender Gott würde sie nicht in das ewige Feuer stecken. Sonst müssten wir wegen dieser unsinnigen Tat entweder leugnen, dass Weise ist oder annehmen, dass er die Menschen nicht vor der Hölle retten kann und deshalb nicht allmächtig ist. Diese ganze Respektlosigkeit gegenüber Gott nur um ihm eine vermenschlichte Liebesromantik zuzuschreiben.. Uns bleibt nichts anderes, als zu sagen, dass diejenigen, die Gott für alle Ewigkeiten in die Hölle steckt, nicht von Gottes Liebe sondern von seinem Zorn erfasst werden. Seine Liebe gegenüber denen aber, die er ins Paradies steckt, ist sehr viel schöner und größer als die Liebe in eurer Kreuzigungstheorie.

Zitat:
Vielleicht ist es an Hand dieses Gleichnisses besser verstehbar, was ich meine:

Es gab einen Mann, der zu einem Königsmahl eingeladen wurde und sich vor dem Fest die Kleider völlig beschmutzt hatte und daher nicht am Fest teilnehmen konnte.

Und wie reagierte der König, der ihn eingeladen hat?


Eine liebevolle, aber zugleich sinnvolle Reaktion wäre es, ihm prächtige saubere Kleidung aus seinem königlichen Reichtum durch seine Diener überbringen zu lassen.

Zitat:
Er macht sich auf, um den Mann zu holen. Doch davor wirft er sich in eine Lacke und beschmutzt absichtlich seine Kleidung.

Womit er den Mann von seiner misslichen Lage, von seiner unwürdigen Kleidung, von seinem am Körper haftenden Dreck nicht befreit hätte. Vielmehr verdoppelt er sein Leid, weil wegen ihm sogar der König dreckig geworden ist. Ich käme mir komisch in meiner Haut vor, wenn der König wegen mir auch leiden müsste und voll verdreckt vor mir erschien. Dann doch lieber ein paar saubere Kleider, gerne mit einer Rolex Armbanduhr, der König ist ja reich .
Mein Beispiel hadelt von sinnvoller Liebe, Stolz, Größe, Erhabenheit, Reichtum, Wissen und Macht vereint in der Person des Königs. Dein Beispiel handelt von vermenschlichter Romantik, die zudem wenig hilfreich ist.
Es geht um Gott, nicht um die Befriedigung unserer Gefühlswallungen. Allahu Akbar. Ich fühle gerade, dass mich Gott für die Verherrlichung seiner Selbst auch lieb hat und kann mir nicht vorstellen, dass er mich für die Ablehnung des Kreuzigungskonzepts aus purer Gottesfurcht für immer und ewig in die Hölle steckt, was ja die paulinischen Christen behaupten.
Zitat:
Dann nimmt er den Mann samt seiner zum Fest unwürdigen Kleidung unter den Arm und geht mit ihm gemeinsam in den Königssaal.

Was nur dazu führen würde, dass die Gäste den König für verrückt halten würden, weil sie den Defizit anderer wichtiger Eigenschaften wie Vernunft und Verstand etc. zur Kenntnis nähmen.

Zitat:
Was ist bei dieser Geschichte geschehen?

Der König hat mit seinem Akt der Solidarität das Schamgefühl des Mannes getilgt. Er hat die missliche und ausweglose Situation des Mannes gewendet – indem er sich in dieselbe Situation begeben hat.

Nein, er hätte das Schamgefühl des Mannes auf alle anderen Gäste übertragen, weil diese bei dem Anblick des dreckigen und gestören Königs peinlich berührt wären. Außerdem überkommt dem schmutzigen Mann zusätzlich zu seinem immernoch vorhandenen Schmamgefühl auch noch ein großes Schuldgefühl wegen der ganzen Unannehmlichkeiten, die er dem König beschert hat.

Zitat:
Indem ein König dieselbe Position einnimmt, wie ein Untertan wird die Situation des Untertanen automatisch erhöht ("transzendiert").

Vielmehr wird der König erniedrigt. Der Untertan versinkt im Erdboden.

Zitat:
Indem der König (=Gott) den „Schmutz“ des Untertanen (=Mensch) nicht abfällig betrachtet, ihn verurteilt, aburteilt und ihn von seiner "Reinheit" ausschließt – sondern mitleidet und annimmt - nimmt er ihn automatisch in sein Königreich, in seine Gegenwart, in seinen Königreichssaal - zu seinem Fest - auf.


Der Begriff "Leiden" kann alleine per Definition nicht auf einen allmächtigen, allheiligen, makellosen Gott übertragen werden. Darüber hinaus muss weder Gott, noch sein Gesandter Jesus leiden, damit Gott aufrichtigen Menschen, die ihre Tat bereuen und beten, vergibt. Das Vergeben ist also das Säubern der schmutzigen Kleidung, womit das Beispiel jetzt komplett auf die Realität übertragen wird. Gott ist so allmächtig, allgütig, großzügig und vergebend, dass er keiner Opfer bedarf, um uns zu vergeben. Wirkliche Vergebung ist ohnehin schon per Definiton nur ohne Opfer und Gegenleistung existent. Doch wenn jetzt Gott seinen Gesandten Jesus an meiner Stelle quälen würde, würden weder mein Schamgefühl noch mein Schuldgefühl getilgt werden, im Gegenteil: Meine Schuldgefühle würden sich ins Unvorstellbare steigern. Im ernst, lieber hänge ich am Kreuz, als dieser ehrenwerte Gottesgesandte. Deshalb lehne ich diesen Wahn von der Kreuzigung, der vorn und hinten von Unlogik und Ungerechtigkeit durchdrungen ist, ab und glaube, dass Jesus in den Himmel emporgehoben wurde, während ein Verräter in die Gestalt von Jesus verwandelt wurde und am Kreuz starb.

Zitat:
Das ist für mich der Kern des Christentums: Gott hat unseren Blick von der Haltung der untertanenhaften Unterwerfung vor seiner unbegreiflichen Größe aufgerichtet und uns in die Augen geschaut

Das ist nicht der Kern der Lehre von Jesus, sondern die Lehre von Paulus, die man euch in den Kirchen eintrichtert. Und diese Lehre ist ein ganz ganz übler Egotrip. Möge der Allerhöchste und Allmächtige mir diese untertanenhafte Unterwerfung, von der du hier abfällig redest, in vollsten Zügen ausleben lassen und mich schon vorher vernichten, falls ich je der Annahme anheimfallen sollte, auf gleicher Höhe mit ihm zu sein. Amin.
lichtbsp hat folgendes geschrieben:
Womit er den Mann von seiner misslichen Lage, von seiner unwürdigen Kleidung, von seinem am Körper haftenden Dreck nicht befreit hätte. Vielmehr verdoppelt er sein Leid, weil wegen ihm sogar der König dreckig geworden ist. Ich käme mir komisch in meiner Haut vor, wenn der König wegen mir auch leiden müsste und voll verdreckt vor mir erschien.


lichtbsp hat folgendes geschrieben:
Was nur dazu führen würde, dass die Gäste den König für verrückt halten würden, weil sie den Defizit anderer wichtiger Eigenschaften wie Vernunft und Verstand etc. zur Kenntnis nähmen.


Lieber lichtbsp,

Ja, das ist menschlich - diese deine Reaktion auf das Bild des "beschmutzten Königs".

Aber genau so will Gott uns zeigen, dass unsere Vorstellung von "Macht Gottes" eine falsche ist, die nicht zum Frieden führt.
Er geht sogar noch einen Schritt weiter: Nur, wer diesen Aspekt Gottes - die Liebe und Allmacht Gottes, die sich darin zeigt, dass er uns gegenüber nicht allmächtig und thronend sein will, sondern ein "auf Augenhöhe" Liebender - näher bedenkt und sich im Glauben dieser Wahrheit annähert, der versteht überhaupt WIE Gott wirklich von seinem Wesen her ist.

"Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir." (Joh 13,5-8 )

Alles Gute und Gottes Segen auch von mir an dich. Wir werden beide ja einmal vor ihm stehen - und ich bete dafür, dass wir Beide solche Menschen geworden sind, die ihm mit Freude sagen können: "Herr, ich möchte über mein Leben Rechenschaft abgeben."
Hallo!

Zitat:
Jetzt achte einmal nach diesem Gleichnis auf deine eigene Lage: Du bist aus der ewigen Finsternis des Nichts errettet und mit einer Existenz beschenkt worden. Sonst wärst du für immer und ewig nichts, nichts und wieder nichts geblieben

Woher weißt du das lichtbsp?

Ich habe deinen Blog angeschaut, den du sehr liebevoll gestaltest! Mir gefällt auch das meiste, was man dort lesen kann.

Vor vier Jahren traf ich bei meiner Arbeit einen Muslim in einem Land, das zum Teil muslimisch ist. Durch ihn habe ich zuerst wieder gesehen, wie edel die Religion einen Menschen machen kann. Seine Taten haben mir immer gezeigt, wie ich sein soll. Er hat mich nie kritisiert, sondern immer versucht, mich liebevoll zu lehren. Nie hat er mir vom Islam erzählt, aber seine Hingabe an Gott war durch sein ganzes Wesen sichtbar. Er hat gebetet und gefastet, für seine Familie gesorgt und war immer geduldig, selbst wenn Leute ihn angeschrien haben. Diese würdevolle Person kann ich niemals vergessen, dennn er hat mir gezeigt, was es heißt, seine Religion zu leben.

Zuvor kannte ich nur die Muslime, die hier in Deutschland vorgeben, Muslime zu sein. Und ihr Verhalten hat mich nichts gelehrt, sondern mich nur abgestoßen.

Jetzt denke ich anders über den Islam und schätze diese Religion und ihre Heilige Schrift sehr.

Ich gehöre der Baha'i Religion an und kann damit jede Religion wertschätzen, ohne die eine über die andere Stellen zu müssen.
In manchen Punkten ist die Baha'i Religion dem Islam sehr ähnlich. Es ist so, das die Gebote dem Alltag ein festes Gerüst geben. Gott ist der Starke, an den die Menschen sich lehnen, dennoch ist er erhaben, über alle seine Geschöpfe.

Die Baha'i Schriften lehren auch, dass wir mit Gottes wohlgefallen zufrieden sein sollen. Er tut, was er will.

"Ich bin dir immer nah, doch du bist mir immer fern...", offenbart Baha'u'llah.
Ich verstehe das so, dass Gott allezeit mit uns ist, aber wir erkennen nicht immer die Segnungen, die von Ihm kommen.

Zum Beispiel können Gebote wie eine Last erscheinen, aber sie sind der beste Schutz für die Menschheit und für jeden einzelnen.

Auch die Prüfungen, die wir bekommen, sind zu unserem Besten, aber wir klagen oft, wenn wir Prüfungen bekommen.

O Sohn des Menschen! Wenn dich auf Meinem Pfad keine Trübsal befiele, wie könntest du die Wege derer beschreiten, die mit Meinem Wohlgefallen zufrieden sind? Und wenn keine Prüfungen dich heimsuchten in deiner Sehnsucht nach Mir, wie könntest du dann das Licht in deiner Liebe zu Meiner Schönheit erlangen? (Baha'u'llah)

Wir haben kein Recht, uns bei Gott zu beschweren. Und doch können wir seinen Schutz suchen und bei Ihm klagen, denn er ist auch "Der Mitleidvolle". Dennoch finde ich deinen Ansatz lichtbsp sehr gut, da ich auch denke, das wir uns erst nach all den Segnungen umschauen sollten, bevor wir klagen. Aber diese Erkenntnis braucht Zeit, manchmal ein ganzes Leben.

Ich hoffe, dass wir es alle schaffen, unsere Religion wirklich zu leben und in Taten zu zeigen.
Zitat:
Vor vier Jahren traf ich bei meiner Arbeit einen Muslim in einem Land, das zum Teil muslimisch ist. Durch ihn habe ich zuerst wieder gesehen, wie edel die Religion einen Menschen machen kann. Seine Taten haben mir immer gezeigt, wie ich sein soll. Er hat mich nie kritisiert, sondern immer versucht, mich liebevoll zu lehren. Nie hat er mir vom Islam erzählt, aber seine Hingabe an Gott war durch sein ganzes Wesen sichtbar. Er hat gebetet und gefastet, für seine Familie gesorgt und war immer geduldig, selbst wenn Leute ihn angeschrien haben. Diese würdevolle Person kann ich niemals vergessen, dennn er hat mir gezeigt, was es heißt, seine Religion zu leben.


Liebe RoseGarden,
das sind wunderbare Worte die Du hier geschrieben hast. Ganz lieben Dank.

Mich macht es immer sehr traurig, wenn man über den Islam sehr oft und sofort so negativ urteilt.
Du hast hier eine andere Seite beleuchtet.
Natürlich gibt es in dieser Religion, wie in jeder anderen auch, Menschen, die die Worte aus der heiligen Schrift zu ihren eigenen Gunsten auslegen, verdrehen und missbrauchen. Und wenn das dann ganze Gruppen sind, dann könnte man da schon falsche Schlüsse ziehen.
Aber das heißt doch nicht, dass der Islam schlecht ist.

Hat doch der Islam in allerkürzester Zeit die damals zu Mohammads Zeiten in blutiger Fehde zerstrittenen Stämme und Völker mit barbarischen Verhalten zu einer kraftvollen Nation und zu einer der größten und blühendsten Kulturen der Menschheitgeschichte vereinigt.

Viel kann man darüber erfahren in dem Buch >Allahs Sonne über dem Abendland<

Sorry, dass ich vom eigentlichen Thema jetzt abgekommen bin, aber das lag mir auf dem Herzen.

Liebe Grüße
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
Sorry, dass ich vom eigentlichen Thema jetzt abgekommen bin, aber das lag mir auf dem Herzen.


Im Islam setzt Gott der Frage nach dem Leiden des Menschen - so wie es lichtbsp schildert - letzlich seine Allmacht und absolute Erhabenheit entgegen: Die Frage nach dem "Warum?" des leidenden Menschen ist nicht legitim, bewegt sich zumindest schon Richtung Respektlosigkeit gegenüber Gott (wenn nicht sogar Lästerung).

Im Christentum stellt Gott dem Leiden des Menschen sein Mitleiden in Jesus Christus gegenüber. Die Frage nach dem "Warum?" des Leidens und des Todes wird einen Akt der Solidarisierung Gottes beantwortet - und durch die Auferstehung, also dadurch, dass Gott zeigt, dass Leid und Tod letzlich nicht das letzte Wort haben, einen letzten Sinn haben werden.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Im Christentum stellt Gott dem Leiden des Menschen sein Mitleiden in Jesus Christus gegenüber. Die Frage nach dem "Warum?" des Leidens und des Todes wird einen Akt der Solidarisierung Gottes beantwortet - und durch die Auferstehung, also dadurch, dass Gott zeigt, dass Leid und Tod letzlich nicht das letzte Wort haben, einen letzten Sinn haben werden.


Hallo lieber Mensch,

ich bin Gott. Ich habe dich und deinesgleichen erschaffen. Ich habe euch Krankheiten, Behinderungen, massenhaft negative Eigenschaften, einen extremen Hang zur Selbszertstörung und noch weitere destruktive Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben. Solltest du ein gesunder Mensch sein, gebe ich dir die nötige Intelligenz, dass du all das Leid der restlichen Menschheit erfassen kannst und auch nicht glücklich wirst. All dies nur, damit du weißt, wer dein Herr ist. Sei ein artiges Menschlein und befolge meine Regeln, dann darfst du später auch in meinem Paradies spielen.

In Liebe dein Vater
Amen

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