Gott danken -trotz eigener Krankheiten


Burkl hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

Ich glaube letzlich sehnt sicher jeder Mensch sehr tief danach, eine konkrete Antwort Gottes auf die ungelöste Frage des Leids zu finden, und ja - dieses Leid Gott auch "vorzuwerfen".


Da überstrapazierst du deinen Glauben etwas, jeden Menschen einzubeziehen.


So weit ich dich kennengelernt habe, ist die ungelöste Frage, warum es das Leid, die Krankheit und den Tod gibt - und Gott scheinbar schweigt - ein Hauptgrund für dich, dich mit der Gottesfrage nicht näher auseinanderzusetzen. Also die klassische Theodizee-Frage.
Das ist auch sehr verständlich - es ist letzlich die Kernfrage nach dem Leiden.


Ehrlich gesagt sind das keine ungelösten Fragen für mich. Für unser Leid sind wir selbst verantwortlich, niemand sonst. Gott kann uns dieses Leid auch nicht abnehmen, zumindest auf keiner Ebene welche durch uns unmittelbar erfahrbar ist. Mit Krankheiten muss man leben, sie kommen und gehen und sind unser ständiger Wegbegleiter. Das einzige Unumgängliche ist der Tod. Ich nehme es hin wie es ist und mache das beste daraus, da brauche ich auch keinen göttlichen Beistand. Tragisch wäre es nur, wenn es einen Gott gibt, weil in meinen Augen unser Leben dann an Sinnlosigkeit kaum zu übertreffen ist.
lichtbsp hat folgendes geschrieben:
Falls du in deiner Krankheit oder in deinen Problemen aufgehört hast, Gott zu danken und dich stattdessen beschwerst, bedenke, dass eine Beschwerde nur bei einer Rechtsverletzung Sinn macht.


Was in den Augen des einen Menschen sinnvoll ist, muß es in den Augen eines anderen noch lange nicht sein. Sich über Dinge beschweren, die nicht so sind, wie man sich das vorstellt, ist typisch menschlich. Dem Menschen deshalb gewissermaßen das Recht abzusprechen, menschliche Regungen zu zeigen, halte ich für reine Unterdrückung, also das Gegenteil der Freiheit, die Religion bieten kann.

Zitat:
Es ist aber keines deiner Rechte verletzt worden, sodass du klagen dürftest. Im Gegenteil, du stehst in der ewigen Dankesschuld Gottes und zwar in aller Hinsicht, jedoch kommst du dieser Dankespflicht nicht nach. Ohne Gottes unendlichen Rechtsanspruch auch nur gedanklich zu erfüllen*, beschwerst du dich, als hättest du das Recht darauf.


In diesem Absatz sind so viele Vermutungen und Annahmen, daß er als Gesamtheit einfach nichts taugt. Welche Rechte hat ein Gott mir gegenüber? Wer weiß das denn so genau? Wer legt das fest? Der Gott des Alten Testaments hat völlig andere, viel brutalere "Rechte" als der des Neuen Testaments, und da haben wir all die anderen Religionen noch gar nicht betrachtet.

Weshalb stehe ich als Mensch in einer "Dankesschuld, und zwar in jeder Hinsicht"? Dank wofür? Daß ich lebe? Daß ich sterben muß? Daß täglich tausende von Menschen an Hunger verrecken? Daß es tödliche Krankheiten gibt? Daß Säuglinge sterben? Daß die Sonne scheint? Daß es mir persönlich gut geht? Wer legt fest, wofür ich Gott danken soll? Mit welchem Recht?

Zitat:

Fehlt dir ein Auge, schaue auf die Blinden, humpelst du, denke an einen Rollstuhlfahrer und danke Gott vom ganzen Herzen für die wertvollen Dinge, die er dir geschenkt hat. Eine klagende Haltungsweise gegen unseren gütigen Schöpfer ist völlig inakzeptabel und auch moralisch nicht vertretbar.


Zynischer und menschenverachtender könnte man es nicht formulieren. Wenn es mir dreckig geht, dann soll ich auf die Menschen schauen, denen es noch dreckiger geht? Was bringt mir das? Geht's mir deswegen besser? Hilft das demjenigen, dem es dreckiger geht als mir?

Obendrein mache ich meine Zufriedenheit, mein Glücklichsein dann immer von Bedingungen im Außen abhängig. Meine Zurfriedenheit ist also dann nicht von mir steuerbar. Das ist der sicherste Weg in tiefe Depressionen.

Zitat:
Weiterhin ist es bei einer bloßen Existenz nicht geblieben, denn auch Steine existieren. Vielmehr hast du ein Leben bekommen.


Wir Menschen entstehen und vergehen, Steine entstehen und vergehen. Nur weil wir viel kurzlebiger als Steine sind, heißt das nicht, daß wir leben und Steine nicht. Das ist ein klassischer Fall von Selbstüberhöhung. Und nebenbei einer der Gründe, warum wir Menschen mit unserem Planeten und Tieren umgehen, als wären sie Verfügungsmasse.


Zitat:
Auch das ist ein so großes Geschenk, dass es schwer wird, seinen Wert mit Worten zu beschreiben. Aber es geht noch weiter... Auch Pflanzen besitzen ein Leben, aber du hast eine Seele bekommen, die einem Juwel gleicht, für das man sich ewig bei seinem Schöpfer bedanken sollte.


Wenn wir einfach mal in uns gehen und reinschauen, ohne Konzepte und die Lehren irgendwelcher Religionsstifter -- was stellen wir dann fest? Gibt es eine Seele? Da stellen wir nichts fest. Gibt es irgendwas anderes außer unseren köstlichen Atem und das Gefühl, lebendig zu sein? Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, gibt es nichts anderes. Alle anderem Behauptungen ("es gibt eine Seele") sind deine eigene Fantasie.

(...)

Zitat:
Fazit:
Der vernünftige Mensch sagt angesichts eines Leidens: "Von Allah sind wir und zu Ihm werden wir wieder zurückkehren."


Auch diese Aussage basiert nur auf Ideen und religiösen Vorstellungen. Die einzige TATSACHE, die wir feststellen können, ist die: Wir sind. Und sonst nichts weiter. Das genügt vollauf. In dem Moment, wo wir irgendwas an diesen einfachen Satz dranhängen, begeben wir uns weg vom unmittelbaren Leben und hinein ins Land der Fantasie, Wünsche und Hoffnungen.

Was ist so furchterregend am Leben, daß man es mit Konzepten und Vorstellungen zudecken muß?

Liebe Grüße
Norbert
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Burkl hat folgendes geschrieben:

Im Christentum stellt Gott dem Leiden des Menschen sein Mitleiden in Jesus Christus gegenüber. Die Frage nach dem "Warum?" des Leidens und des Todes wird einen Akt der Solidarisierung Gottes beantwortet - und durch die Auferstehung, also dadurch, dass Gott zeigt, dass Leid und Tod letzlich nicht das letzte Wort haben, einen letzten Sinn haben werden.


Luschn hat folgendes geschrieben:

Hallo lieber Mensch,

ich bin Gott. Ich habe dich und deinesgleichen erschaffen. Ich habe euch Krankheiten, Behinderungen, massenhaft negative Eigenschaften, einen extremen Hang zur Selbszertstörung und noch weitere destruktive Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben. Solltest du ein gesunder Mensch sein, gebe ich dir die nötige Intelligenz, dass du all das Leid der restlichen Menschheit erfassen kannst und auch nicht glücklich wirst. All dies nur, damit du weißt, wer dein Herr ist. Sei ein artiges Menschlein und befolge meine Regeln, dann darfst du später auch in meinem Paradies spielen.

In Liebe dein Vater
Amen



Liebe luschn!

Krankheiten und Leid sind Ausdruck einer falschen Lebensweise im Hier und im Jetzt, aus vergangenen Tagen und aus früheren Leben, denn man erntet, was man sät, solange man nicht im Herzen ist.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
leuthner hat folgendes geschrieben:


Liebe luschn!

Krankheiten und Leid sind Ausdruck einer falschen Lebensweise im Hier und im Jetzt, aus vergangenen Tagen und aus früheren Leben, denn man erntet, was man sät, solange man nicht im Herzen ist.

Alles Liebe

Erich


Leid ja, Krankheiten nein.
luschn hat folgendes geschrieben:
Ich nehme es hin wie es ist und mache das beste daraus, da brauche ich auch keinen göttlichen Beistand. Tragisch wäre es nur, wenn es einen Gott gibt, weil in meinen Augen unser Leben dann an Sinnlosigkeit kaum zu übertreffen ist.


Lieber luschn,

Jesus hat ja auch den Beinamen "Immanuel" - übersetzt der "Gott-Mit-Uns". Sein Leben verkörpert durch und durch dieses "Gott-Mit-Uns"; er ist also der Mensch, der ganz mit Gott ist, das Menschsein in seiner ganzen Fülle hat, so wie Gott es für jeden Menschen will.
Glaube mir, es ist viel schöner und erfüllter sein Menschsein mit Gott zu leben als ohne ihn. Der Vergleich macht sicher.
lichtbsp hat folgendes geschrieben:
Im Gegenteil, du stehst in der ewigen Dankesschuld Gottes und zwar in aller Hinsicht,


seh ich ähnlich, der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen, alles nur Leihgabe, auch der Körper.
_________________
Deine Zwischenmenschlichen Beziehungen spiegeln Deine Beziehung zu Dir selbst.
luschn hat folgendes geschrieben:


Leid ja, Krankheiten nein.


das Nein zu Krankheit ist nicht Ökologisch denn Krankheit gibt es trotzdem und das Nein dazu, der Widerstand verbraucht zu viel Energie.
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kleeblatt hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:


Leid ja, Krankheiten nein.


das Nein zu Krankheit ist nicht Ökologisch denn Krankheit gibt es trotzdem und das Nein dazu, der Widerstand verbraucht zu viel Energie.


Lies den Kontext.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Lieber luschn,

Jesus hat ja auch den Beinamen "Immanuel" - übersetzt der "Gott-Mit-Uns". Sein Leben verkörpert durch und durch dieses "Gott-Mit-Uns"; er ist also der Mensch, der ganz mit Gott ist, das Menschsein in seiner ganzen Fülle hat, so wie Gott es für jeden Menschen will.
Glaube mir, es ist viel schöner und erfüllter sein Menschsein mit Gott zu leben als ohne ihn. Der Vergleich macht sicher.


Also sind Menschen wie ich unerfüllt, nicht ganz Mensch? Hast du es schon mal ohne Gott versucht um mir diesen Vergleich anzubieten? Ich habe versucht in der katholischen Kirche Gott zu finden, musste jedoch feststellen, dass ich mehr Mensch bin als viele ehemalige Wegbegleiter dort, die glaubten Gott gefunden zu haben ...
luschn hat folgendes geschrieben:
leuthner hat folgendes geschrieben:


Liebe luschn!

Krankheiten und Leid sind Ausdruck einer falschen Lebensweise im Hier und im Jetzt, aus vergangenen Tagen und aus früheren Leben, denn man erntet, was man sät, solange man nicht im Herzen ist.

Alles Liebe

Erich


Leid ja, Krankheiten nein.


Liebe luschn!

Der Grossteil unserer Krankheiten sind Wohlstandskrankheiten. Wie kannst du dabei so bestimmt behaupten, dass Krankheiten nicht eine Folge einer falschen Lebensweise sind?

Alles Liebe

Erich
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