Geschwister


Warum streiten sich Geschwister, wenn es objektiv gesehen keinen Grund zur Eifersucht gibt und beide sich geliebt wissen, auch gegenseitig?
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Hallo Aria, da weiß ich jetzt so auf die Schnelle auch nicht die Antwort, obwohl ich mich schon sehr viel mit Erziehung beschäftigt habe.

Mit Sicherheit könntest Du in dem folgenden Buche Antworten finden, oder besser noch, erfahren wie man damit umgeht.
Ja genau, wichtiger noch als das "Warum" ist wohl doch zu wissen, >wie gehe ich damit um.<

Ermutigen statt Kritisieren
Ein Elternratgeber nach Rudolf Dreikurs
Barbara Hennings und Gisela Niemöller, Herder-Verlag

Erziehen ohne Bestrafen, Schimpfen und Predigen! Geht das überhaupt? Mit Rudolf Dreikurs lernen Leserinnen und Leser, wie man respektvoll mit Kindern spricht, aus Machtkämpfen aussteigt, natürliche und logische Folgen eintreten lässt, aufmerksam zuhört und dabei humorvoll bleibt.

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Außer den Ausführungen der beiden Autorinnen haben mir auch besonders die über hundert ganz kurzen Berichte von Eltern gefallen, in denen diese schildern, wie sie schwierige Situationen im positiven Sinne gemeistert haben. Ist gut zu lesen, auch wenn man schon gestresst und müde ist.
Auch im Umgang mit Erwachsenen können die Ratschläge und Erfahrungen gut angewendet werden.
Das waren zumindest meine persönlichen Erfahrungen

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Warum streiten sich Geschwister, wenn es objektiv gesehen keinen Grund zur Eifersucht gibt und beide sich geliebt wissen, auch gegenseitig?


"Streit" muss ja nicht nur negativ besetzt sein. Wenn es ein "Wettstreit" ist, beispielweise in der Tugendhaftigkeit, dann ist das ja gut und in Ordnung.

Ich persönlich habe die Meinung, dass, wenn es wirklich ein starke und feindselige Eifersucht zwischen Geschwistern gibt, das auf eine Störung der elterlichen Liebe zu den Kindern hindeutet - also entweder zu wenig und/oder zu selektiv bzw. zu leistungsbetont - das heißt Liebe nur im Austausch für "Leistung". Oder anders formuliert: Wenn wenig Liebe von den Eltern gegeben wird, dann führen Geschwister wirklich "bis aufs Blut" den Verteilungskampf, um den "größten Happen" der nicht für alle ausreichenden Portion abzubekommen.
Hallo linde,

danke für den Buch-Tipp. Das hört sich richtig gut an .



Lieber Burkl,
Zitat:
Ich persönlich habe die Meinung, dass, wenn es wirklich ein starke und feindselige Eifersucht zwischen Geschwistern gibt, das auf eine Störung der elterlichen Liebe zu den Kindern hindeutet - also entweder zu wenig und/oder zu selektiv, zu leistungsbetont - das heißt Liebe nur im Gegenzug zu "Leistung". Oder anders formuliert: Wenn wenig Liebe von den Eltern gegeben wird, dann führen Geschwister wirklich "bis aufs Blut" den Verteilungskampf um den größten "Happen" der nicht für alle ausreichenden Portion abzubekommen.


Gut, dass du das erwähnst. Das passt total auf uns, ich finde mich da sofort wieder. Wir lieben unsere Kinder nicht wirklich und natürlich kriegen die nur ein Lächeln, wenn sie die ganze Bude geschrubbt, gewienert und auf Hochglanz poliert haben. Ich werde mich nun von der preußischen Disziplin abwenden, endlich ...
Ab morgen gibt es nur noch unselektierte Liebe, aber erst, wenn die Kinder die Blutspitzer von der Wand geputzt haben.
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Elem. Luft. hat folgendes geschrieben:

Ab morgen gibt es nur noch unselektierte Liebe, aber erst, wenn die Kinder die Blutspitzer von der Wand geputzt haben.


Unsere Kinder "streiten" auch. Aber das ist eine Art von Aggression, die im zwischenmenschlichen Umgang auftritt und normal ist - Geschwistern sind sich nun einmal räumlich und körperlich sehr nahe. Wir müssen lernen, wie man mit Nähe und Distanz umgeht. Ich würde dem als Elternteil nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit zuwenden. Die Streithähne trennen und zur Tagesordnung übergehen. Fünf Minunten später denken die an etwas Anderes.

Ich kenne allerdings auch Beispiele, wo es echten Hass zwischen Geschwistern gibt. Und da ist - soweit meine Erfahrung - immer etwas in der Eltern-Kinder Beziehung deutlich schiefgegangen.
Kleine Episode am Rande:

Die jüngste meiner Mädels hat sich am Arm ihrer mittleren Schwester ihren ersten Wackelzahn ausgebissen, weil sie dabei an einer Masche des Strickpullovers hängen blieb. Das war auf dem Schulweg.

Hat ihrer Liebe keinen Abbruch getan. Heute, nach so vielen Jahren können sie herzlich darüber lachen und geliebt haben sie sich immer.

Ich würde sagen, nicht so wichtig machen.
Wenn Kinder sich streiten und es stört die Mutter, dann kann sie die Kinder höflich auffordern sich doch bitte in ihrem Zimmer weiterzustreiten. Das macht die Sache uninteressanter. Eingreifen nur wenn es gefährlich wird.

Mit ihrem kleinen Bruder haben die Mädels nie gestritten. Für ihn hatten sie alle nur Verständnis. (Er ist mehrfach behindert) Er ist allerdings noch immer die "größte Nervensäge" und oft so unvernünftig und uneinsichtig wie ein kleines Kind.

Schöne Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Burkl hat folgendes geschrieben:


Unsere Kinder "streiten" auch. Aber das ist eine Art von Aggression, die im zwischenmenschlichen Umgang auftritt und normal ist - Geschwistern sind sich nun einmal räumlich und körperlich sehr nahe. Wir müssen lernen, wie man mit Nähe und Distanz umgeht. Ich würde dem als Elternteil nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit zuwenden. Die Streithähne trennen und zur Tagesordnung übergehen. Fünf Minunten später denken die an etwas Anderes.


Ich kenne das nicht, wie es ist Geschwister zu haben, deshalb kann ich mich schwer einfühlen und kaum unterscheiden, wann Streit "echt" ist oder die Streithähne ihren Spaß daran haben (diesen Eindruck habe ich nämlich manchmal). Ich denke oft, die streiten, weil es ihnen Spaß macht, so albern das klingt. Sobald dann der vermeintliche Agressor mit einer Konsequenz belegt wird, kommt der Andere und setzt sich für ihn ein. Die halten dann zusammen wie Pech und Schwefel und man selber fühlt sich wie im falschen Film. Nur langsam nervt das unglaublich.

Dann ist Gerechtigkeit ein großes Thema. Ständig ist etwas ungerecht. Objektiv ist es das aber nicht und es wird auch erklärt, warum es nicht ungerecht ist. Zum Beispiel haben Ältere mehr Rechte als Jüngere, dafür aber auch mehr Pflichten. Irgendwie kommt das aber nicht so recht an.
Heute hatten wir das "Drama", wer im Auto vorne sitzen darf. Dabei könnte es so einfach sein. Hinfahrt der Eine, Rückfahrt der Andere. Aber nein, dann ist der Streitpunkt: Wer z u e r s t vorne sitzen darf. Das ist zum Mäuse melken. Setzt man dann beide nach hinten, weil es keine Einigung gibt, wird die ganze Fahrt darüber diskutiert, wer jetzt dafür verantwortlich ist, dass keiner vorne sitzt.

Ich kauf' mir das Buch.


Zitat:
Ich kenne allerdings auch Beispiele, wo es echten Hass zwischen Geschwistern gibt. Und da ist - soweit meine Erfahrung - immer etwas in der Eltern-Kinder Beziehung deutlich schiefgegangen.


Bei Kain und Abel offenbar ....
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)