Wer bist du ?


Habe ihn im TV mal reden hören. Er verbindet Wissenschaft mit schönen Überlegungen. Bringt Wind die müden Hirnwindungen, Freunde
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Ich denke, dass wir im Alltagsleben die Persönlichkeit allzusehr irgendwie auf eine amtsbekannte Identität mit bestimmtem Vornamen und Nachnamen reduzieren, und zwar auf die Alltagsrealität zwischen der Geburt und dem Tod eines Menschen bezogen, der mit Fleisch und Blut da ist.
Minato hat folgendes geschrieben:


In meiner Kindheit habe ich für mich keine besonders gute Erziehung
von meinen Eltern genossen. So habe ich nach einiger Zeit, es mir zur
Aufgabe gemacht mich selbst zu erziehen.


Na, das wäre ja eine Leistung. Nach welchen Maßstäben bist du denn da vorgegangen? Welches Ideal hat die vorgeschwebt und wie hast du dich dahingehend diszipliniert?

Zitat:
Beispielsweise habe ich mir meine Freunde immer selbst ausgesucht und ließ mich nie auf Kinder von Bekannten meiner Eltern ein,[...]weil Sie oft schlecht über mich redeten.
Das fing mit Kleinigkeiten an wie, dass ich mein Brokkoli nicht esse, bis
hin zum ''öfteren Zuspätkommen''.


Schrecklich.


Zitat:
Ich hatte immer einen Ort an den ich gehen konnte, sei es ein Freund aus dem Kindergarten, der Fußballclub oder weiter entfernte Bauernhof.
Die nächtliche dresche habe ich dafür in Kauf genommen.


Schön und schrecklich zugleich.

Zitat:

Später in der Grundschule fing ich an mich zu verändern.
Die äußeren Einflüsse waren stärker als die meiner Eltern, weil ich Ihnen
nicht entfliehen konnte. Ein Lehrertyp hat mir zu der Zeit den meisten Nerv
geraubt. Diejenigen die immer sagten, " Wenn du dass und das nicht so machst wie ich es dir sagen, dann...". Auch heute noch.
Ich habe es gehasst, wie meine Eltern haben Sie gemeint mich beherrschen zu müssen um mir was beizubringen.


Welche pädagogischen Strategien hast du dann im Gegenzug deiner Selbsterziehung angewendet?



Zitat:
Eines Tages dann in der Pause geriet ich in streit mit einem Schüler aus der Parallelklasse, dies ging soweit in eine Keilerei, dass ich zum ersten das Gefühl hatte, als hätte ein Dämon besitzt von mir ergriffen.
Heute weiß ich das dies der angestaute Zorn, seit Anbeginn meines Denkens war. Völlig benebelt stehe ich da und schaue auf Ihn herab.
Sein Gesicht mit Blut umströmt, das Auge geschwollen und ich stehe einfach nur da. Erst nach einigen Minuten habe ich realisiert was ich überhaupt getan hatte. Alle schauten mich an. Diese art von Blicken kannte ich aus dem Fernsehen wenn etwas schlimmes passierte.
Nach den ganzen Gesprächen mit dem Lehrer und meinen Eltern, habe ich mich zurückgezogen. Ein Gefühl von Einsamkeit schlich sich an, doch ich wollte es nicht wahrhaben.


Naja, mit Kritik muss man sich schon auseinandersetzen. Wenn man nur sich selbst sieht und sich nicht in andere hineinversetzt, dann kann man schon irgendwann alleine dastehen.
Auf der anderen Seite kannst du natürlich von Eltern und Lehrern erwarten, dass sie sich auch in ein Kind hineinversetzen.

Zitat:

Heute ist es anders.
Heute habe ich Zweifel. Zweifel am Leben selbst. Zweifel am Leben nach dem Tod. Mich reizt es nicht auf ein Leben nach dem Tod zu hoffen.
Ein Leben in Ewigkeit könnte und will ich mir nicht vorstellen.
Der Gedanke zu sterben und als etwas neues wiedergeboren zu werden erfüllt mich mehr. Versteht mich bitte nicht falsch. Das ist keine Kritik an
Jene die an etwas höheres glauben. Im Gegenteil ich sehe es Menschen an wie glücklich sie sind, weil sie etwas haben woran sie glauben können.
Es gibt Ihnen die Kraft und den Mut das Leben weiterzuführen.
Nur glaube ich daran, dass falls es einen Gott gibt, es nicht unbedingt von nöten ist an Ihn zu glauben, solange man von Herzen Gut ist und aus destruktiven Gedanken keine Handlung folgt, man ebenfalls Erleuchtung finden kann.


Zweifel finde ich normal und zwar in allen Bereichen des Lebens. Dein letzter Satz zeigt aber doch, dass du tief in dir eine Gewissheit über das hast, was diesem ganzen Sein zu Grunde liegt und dass das eine positive Vorstellung ist. Damit hast du doch schon mehr als viele andere Menschen. Religionsinhalte sind ohnehin nur Bilder dessen, was sich der Mensch nicht vorstellen kann. Es sind nur Wegweiser.

Zitat:
Ansonsten bin ich der Typ der anderen Ihr Glück verschafft bevor er sein eigenes schmiedet. Auch in der Liebe


Finde ich nicht gesund. Es ist auch kein normales Verhalten, sich selber prinzipiell hintenanzustellen, es sei denn es geht um die eigenen Kinder.
In zwischenmenschlichen Beziehungen geht es doch darum, das eigene Wohl in Relation zu dem der anderen zu stellen und zu einem ausgewogenen Verhältnis in seinem Wollen und Handeln zu kommen. Ich nehme es keinem Menschen ab, dass er glücklich sein kann, wenn er immer nur auf die anderen achtet. Es sei denn, er bezieht seine Anerkennung und das damit verbundene Glücksgefühl aus dem Status des selbslosen Gebers. Das ist dann aber eigentlich keine wahre Nächstenliebe, sondern Mittel zum Zweck. Da ist es doch für alle Beteiligten besser, wenn sich jeder zugesteht, nach seinem eigenen Glück zu streben und wenn er es gefunden hat, davon abgibt und aus der Position eines "satten Menschen" heraus anderen hilft, ebenfalls glücklich zu werden.

Zitat:
Ich gehe nicht von einer Frau zur nächsten. Ich höre auf das was mein Gefühl mir sagt. [...] Bis auf ein paar Bettgeschichten lief in den letzten zwei Jahren nichts ernstes, nichts was sich lohnen würde.


Bei der Dastellung deines Typs musst du schon konsequent bleiben. Was denn nun? Hüh oder hott?


Zitat:
Ich bin verliebt und dass schon länger. Und ausgerechnet in die Freundin meines besten Freundes.
[...]
Deswegen distanziere ich mich die letzte Zeit immer mehr.
Und er kann es nicht verstehen, weil er von alldem nichts weiß.
Doch ich kann es Ihm ja nicht sagen, da es unsere Freundschaft gefährden
würde.
So dachte ich jetzt, ''lass ein wenig Zeit vergehen konzentriere dich nur auf dich und finde heraus wer du bist, wo du stehst, wohin du gehen willst''

Doch es gelingt mir nicht. [...] Ich möchte einfach an einem Punkt ankommen an dem ich sagen kann
''Das bin ich'', aber ich verliere mich in Gedanken und Gefühlen die nicht meine zu sein scheinen.


Also ich denke, du weißt ziemlich gut, wer du bist. Jetzt musst du dich nur noch trauen, es den anderen auch zu zeigen. Das ist ja die eigentliche Entscheidung. Möchte ich erkannt werden oder nicht?

Wenn du keine Chancen bei der Freundin deines Freundes gehabt hättest, ist es vielleicht ganz ratsam, seine Gefühle nicht preiszugeben. Wenn du das Gefühl hast, doch Chancen gehabt zu haben, hättest du dein Glück versuchen sollen. Die Freundschaft zu deinem Freund ist ohnehin belastet. Ob du ihn nun nicht mehr triffst, weil er dir die Frau vor der Nase weggeschnappt hat oder weil du sie ihm weggeschnappt hättest, kommt aufs Gleiche heraus, nur dass du in diesem Fall der Unglückliche bist. Auf Dauer tut es nicht gut, wenn man immer nur zurücksteckt, aber innerlich die Seele blutet.
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Die eigen Maßstäbe entwickeln sich, wenn man die Fehler anderer sieht. Gerade die der Eltern.

Wer wir sind, können wir nur zu einem geringen Maß steuern. Das Leben passiert, auch wenn man das Gefühl hat, alles und sich selbst im Griff zu haben. Der eine wird Yogi, der andere Börsenmakler...entweder durch Zufall oder göttliche Führung werden wir zu dem was wir gerade sind. Wobei ich auch glaube, dass unsere Identität nicht statisch ist. Gestern war ich noch jemand anders, heute habe ich eine neue Einsicht und bin so...
Nochmal Danke für die Anregung darüber nachzudenken wer ich eigentlich bin, Minato. Schon heute früh war ich mit meinen Gedanken wieder bei diesem Thema.

Bevor ich wusste, wer und was ich tatsächlich bin, (werden wir ja nie zu 100% erfassen) war ich ein total verunsichertes, scheues "Mädchen", ohne Mut und Selbstwertgefühl, ohne Vertrauen in mich, geschweige denn in andere oder das Leben.

Als ich dann endlich erfuhr welcher "Reichtum" tatsächlich in mir steckt, konnte sich dann langsam aber stetig etwas verändern.

Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert. Nur die Erziehung kann bewirken, dass es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus Nutzen zu ziehen vermag.

Baha'u'llah, Ährenlese

Dieses Bergwerk mit den reichen Schätzen an Edelsteinen snd wir alle, sogar ich. Unsere Edelsteine sind die guten Eigenschaften wie Mitgefühl, Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Geduld, Liebe und viele mehr. Wenn wir sie bergen sind wir reich und können auch andere um uns herum damit bereichern.
Schön, wenn uns das in unserer Kindererziehung mitgegeben wurde.

Wenn nicht, gibt es ja die Möglichkeit der Selbsterziehung und da geben uns Zitate wie dieses, (oder auch die, von denen ich bereits auf Seite 2 sprach, dass ich z.B. edel erschaffen wurde) einen guten Leitfaden.

Schöne Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Liebe linde!

In Sahaja Yoga, wenn man wirklich regelmässig meditiert und einmal die Woche in Gemeinschaft ist, kommen die Schätze ganz von selbst hervor.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!