Wer bist du ?


"Wer bin ich - und wenn ja wie viele?"
(Richard David Precht)

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achim56 hat folgendes geschrieben:
"Wer bin ich - und wenn ja wie viele?"
(Richard David Precht)



auch lustig ....
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Wer ich "bin", das ist eine komplizierte Frage, auf die ich bisher noch keine befriedigende Antwort gefunden habe.

Ich definiere mich jedenfalls weniger über Erreichtes, eigene Leistungen oder Erfolge, sondern über Zugehörigkeiten. Demnach bin ich in einer behüteten und intakten Familie aufgewachsen, habe von klein auf gelernt, dass mein Handeln Konsequenzen hat und bin demnach eigentlich relativ gut auf das Leben vorbereitet gewesen. Unglücklicherweise hat mich niemand darauf vorbereiten können, dass viele andere Menschen diesen Grad an Reife in meinem Alter noch nicht erreicht haben und sich austesten, Grenzen überdehnen oder einfach nur abstürzen wollen.

Ich bin jemand, der sehr viel Empathie aufbringen kann und sich in andere Menschen gut hineinfühlen kann, allerdings ist das auch eine große Gefahr, denn ich treffe leider viel zu oft auf Menschen, die schon in so jungen Jahren so zerstört sind, dass sie immer wieder drohen, mich mit in den Abgrund zu ziehen. Davor habe ich Angst, aber ich kann es auch nicht ändern, da ich weder ihre Probleme lösen noch sie einfach sich selbst überlassen kann. Ich kann nicht egoistisch handeln, denn es hat mir nie jemand beigebracht oder als erstrebenswert vorgelebt. Ich bin auch nicht böse darum, dass ich so bin, wie ich bin. Ich bin eigentlich eher böse, dass die Menschen um mich herum so sehr leiden, dass sie keinen Boden mehr unter die Füße bekommen. Diese Welt macht krank!

Außerdem bin ich jemand, der sich nicht mit einer halbherzigen Antwort zufrieden geben kann und so lange weiterbohrt, bis entweder scheinbare Gewissheiten in sich zusammenfallen oder ich eine Antwort gefunden habe, die ich akzeptieren kann. Da es leider auf viele Fragen keine logischen Antworten gibt, drehe ich mich mit meinen Gedanken leider viel zu oft im Kreis, insbesondere wenn die Fragen auch noch was mit Gefühlen gegenüber anderen Menschen zu tun haben.

Und zuguterletzt bin ich jemand, der sich als einzelnes Individuum nicht vollständig fühlen kann. Ich bin als Single nur ein halber Mensch und spüre das jede Sekunde meines Lebens; nach meiner ersten Beziehung im letzten Winter noch mehr als jemals zuvor. Ich brauche jemanden, mit dem ich mein Leben teilen kann, denn als Selbstzweck kann ich es nicht begreifen und will ich es auch nicht begreifen. Was bringt mir mein Leben, wenn es auf mich ausgerichtet ist? Dann bräuchte ich keine Welt um mich herum. Deswegen suche ich nach Anschluss, nach Zugehörigkeit, nach Seelenverwandten und natürlich auch nach jemandem, mit dem ich mein Leben vollständig teilen und gemeinsam verbringen kann.

Ich denke das müsste es soweit erstmal gewesen sein...
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo Minato, wenn ich auch wie Aria (Elem.Luft) der Meinung bin, dass es Dir nicht unbedingt etwas nützt zu wissen wer der andere ist (aber wer weiß), so hast Du hier aber auf alle Fälle etwas Wichtiges angestoßen.

Darüber nachzudenken, wer ich bin, kann doch wirklich nur gut sein. So habe ich mich die Tage doch immer wieder damit beschäftigt.

Auch eben auf einem herrlichen Spaziergang durch den lichtdurchfluteten Wald.
Ich habe mich gefragt, warum bin ich manchmal ängstlich und traurig und ein andermal könnte ich zerspringen vor Glück?

Ich bin vorläufig zu dem Schluss gekommen, dass mich manchmal meine Erziehung, meine Erlebnisse, mein früheres Umfeld etc. wieder einholen. Und zwar immer dann, wenn ich mir folgender Göttlichen Worte nicht bewusst bin, die mir sagen, wer ich tatsächlich bin.

In den >Verborgenen Worten< heißt es:

Du bist Meine Lampe, und Mein Leuchten ist in dir...

Edel erschuf Ich dich...

Von Herzen wünschte ich, dich zu erschaffen, also erschuf Ich dich.
Nun liebe du Mich, damit Ich deinen Namen nenne
und deine Seele mit dem Geiste des Lebens erfülle.

Mit den Händen der Macht erschuf Ich dich, mit den Fingern der Kraft formte Ich dich,
und Ich barg in dich das Wesen Meines Lichtes.


Immer dann, wenn mir das wieder klarer ist, dann geht es mir so wie es in einem Wienerlied heißt >..dass man vor Glück fast aus der Haut fahrn könnt..<

Dann weiß ich wieder wer ich wirklich bin!


Liebe Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Zitat:
Ich würde auch gerne wissen, wer du bist. Was sind deine Ängste, was schätzt du am Leben? Ich glaube, seine Ängste kann wohl jeder beschreiben und auch das, was ihm am Leben Freude macht oder machen würde. Damit weiß man schon einmal eine ganze Menge über sich.



Nun ich stimme dir vollkommen zu, deshalb wage ich den Versuch mal.

Umgangssprachlich kann man mich wohl als ''stilles Wasser'' bezeichnen.
Doch so bin ich nicht immer gewesen.

In meiner Kindheit habe ich für mich keine besonders gute Erziehung
von meinen Eltern genossen. So habe ich nach einiger Zeit, es mir zur
Aufgabe gemacht mich selbst zu erziehen. Einen kleinen Rebellen hätte man mich nennen können. Beispielsweise habe ich mir meine Freunde immer selbst ausgesucht und ließ mich nie auf Kinder von Bekannten meiner Eltern ein, weil ich es gehasst habe wie Sie über uns redeten als wären wir Ihre Trophäen und weil Sie oft schlecht über mich redeten.
Das fing mit Kleinigkeiten an wie, dass ich mein Brokkoli nicht esse, bis
hin zum ''öfteren Zuspätkommen''. Nun was kann man auch von einem Kind erwarten dass sich zu Hause nicht geborgen fühlt. Ich hatte immer einen Ort an den ich gehen konnte, sei es ein Freund aus dem Kindergarten, der Fußballclub oder weiter entfernte Bauernhof.
Die nächtliche dresche habe ich dafür in Kauf genommen.

Später in der Grundschule fing ich an mich zu verändern.
Die äußeren Einflüsse waren stärker als die meiner Eltern, weil ich Ihnen
nicht entfliehen konnte. Ein Lehrertyp hat mir zu der Zeit den meisten Nerv
geraubt. Diejenigen die immer sagten, " Wenn du dass und das nicht so machst wie ich es dir sagen, dann...". Auch heute noch.
Ich habe es gehasst, wie meine Eltern haben Sie gemeint mich beherrschen zu müssen um mir was beizubringen.
Eines Tages dann in der Pause geriet ich in streit mit einem Schüler aus der Parallelklasse, dies ging soweit in eine Keilerei, dass ich zum ersten
das Gefühl hatte, als hätte ein Dämon besitzt von mir ergriffen.
Heute weiß ich das dies der angestaute Zorn, seit Anbeginn meines Denkens war. Völlig benebelt stehe ich da und schaue auf Ihn herab.
Sein Gesicht mit Blut umströmt, das Auge geschwollen und ich stehe einfach nur da. Erst nach einigen Minuten habe ich realisiert was ich überhaupt getan hatte. Alle schauten mich an. Diese art von Blicken kannte ich aus dem Fernsehen wenn etwas schlimmes passierte.
Nach den ganzen Gesprächen mit dem Lehrer und meinen Eltern, habe ich mich zurückgezogen. Ein Gefühl von Einsamkeit schlich sich an, doch ich wollte es nicht wahrhaben. Ich wurde ruhiger, fast schon abwesend und versuchte es irgendwie geradezubiegen. Meine Freunde hielten zu mir, doch das verging dann mit der Zeit nach der Grundschule.
So ging ich wieder zu meinen Eltern. Doch die hatten alle Hände voll zu tun mit meiner kleinen Schwester und kümmerten sich nicht um meine Probleme. Bis auf die Schulzeit verbrachte ich den Tag dann meist alleine.
Malte mir imaginäre Freunde die mich verstanden.
Auf der Mittelschule traf ich dann meinen heutigen besten Freund.
Er mochte mich wie ich war, ein schüchtern wirkender Junge, der sich öffnet sobald man ein ruhiges Plätzchen zu zweit hat.
Ich fühlte wieder so etwas wie den Sinn des Lebens.
Das Gefühl gebraucht zu werden, für Jemanden da sein zu können und
auch Jemanden zu haben der für einen da ist.

Zusammengefasst war ich in meiner Jugendzeit der Anfangs ruhige Kumpel und bei längerem aber vor allem tieferem Kennenlernen ein Freund für die Ewigkeit.

Heute ist es anders.
Heute habe ich Zweifel. Zweifel am Leben selbst. Zweifel am Leben nach dem Tod. Mich reizt es nicht auf ein Leben nach dem Tod zu hoffen.
Ein Leben in Ewigkeit könnte und will ich mir nicht vorstellen.
Der Gedanke zu sterben und als etwas neues wiedergeboren zu werden erfüllt mich mehr. Versteht mich bitte nicht falsch. Das ist keine Kritik an
Jene die an etwas höheres glauben. Im Gegenteil ich sehe es Menschen an wie glücklich sie sind, weil sie etwas haben woran sie glauben können.
Es gibt Ihnen die Kraft und den Mut das Leben weiterzuführen.
Nur glaube ich daran, dass falls es einen Gott gibt, es nicht unbedingt von nöten ist an Ihn zu glauben, solange man von Herzen Gut ist und aus destruktiven Gedanken keine Handlung folgt, man ebenfalls Erleuchtung finden kann.

Ansonsten bin ich der Typ der anderen Ihr Glück verschafft bevor er sein eigenes schmiedet. Auch in der Liebe. Ich gehe nicht von einer Frau zur nächsten. Ich höre auf das was mein Gefühl mir sagt. Meine Freunde neigen dazu mich verkuppeln zu müssen. Bis auf ein paar Bettgeschichten
lief in den letzten zwei Jahren nichts ernstes, nichts was sich lohnen würde.
Und jetzt der Hammer: Ich bin verliebt und dass schon länger. Und ausgerechnet in die Freundin meines besten Freundes.
Wir haben Sie Gemeinsam auf einer Geburtstagsfeier getroffen.
Später haben wir Sie besser kennengelernt.
Als wir dann in einem Gespräch über Sie redeten, hat er gesagt das Er Sie
süß findet und Sie fragen will ob die beiden sich denn mal treffen können, während ich es gedacht habe. Davon weiß er bis heute nichts.
Ich freue mich für die beiden, doch es zerreist mir jedesmal das Herz, wenn ich Sie sehe und eben auch durch Ihn besser kennenlerne.
Das Problem dabei ist Ich gönne es Ihnen und will einfach meine Gefühle für Sie abschalten und weiterziehen, doch es geht nicht.
Und ich fange an mich selbst dafür zu hassen, mir Vorwürfe zu machen,
mir zu sagen ich sei zu schwach.
Deswegen distanziere ich mich die letzte Zeit immer mehr.
Und er kann es nicht verstehen, weil er von alldem nichts weiß.
Doch ich kann es Ihm ja nicht sagen, da es unsere Freundschaft gefährden
würde.
So dachte ich jetzt, ''lass ein wenig Zeit vergehen konzentriere dich nur auf dich und finde heraus wer du bist, wo du stehst, wohin du gehen willst''

Doch es gelingt mir nicht.

An manchen Tagen, kann ich ganz für mich alleine sein.
In den nächsten brauche den Kontakt. Und während diesen Tagen ändert sich meine Denkweise ständig. An den einen versprühe ich soviel Euphorie dass ich einen etwas molligeren Freund, ''der sonst immer nein sagt'' dazu bringen kann mit mir Sport zu machen. Dabei denk ich mir, '' jetzt tust du dir was gutes ''. An anderen Tagen denk ich mir dann, dass es Zeitverschwendung sei.
Ich möchte einfach an einem Punkt ankommen an dem ich sagen kann
''Das bin ich'', aber ich verliere mich in Gedanken und Gefühlen die nicht meine zu sein scheinen.



Puhh! Geschafft.
Das wars dann erstmal von mir und ich muss sagen das Schreiben hat mir
viel spaß gemacht. Könnte mir grade vorstellen wenn ich besser darin bin ein Buch zu schreiben

Vielen Dank an diejenigen die bereit waren sich das durchzulesen.


Alles Liebe

Minato
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"Das Leben ist dazu da, um gelebt zu werden und nicht um ‘begriffen’ zu werden, oder in sich vorgegebenen Mustern zu fügen."

(Bruce Lee)
Minato hat folgendes geschrieben:
Und jetzt der Hammer: Ich bin verliebt und dass schon länger. Und ausgerechnet in die Freundin meines besten Freundes...

Ich verstehe zwar nicht viel von Beziehungen, aber ich bin alt genug (57) um zu sagen: Finger weg!
Sich in eine bestehende Beziehung einzumischen finde ich nicht besonders ehrenwert und erst recht nicht, wenn es sich um Deinen besten Freund handelt. Aber ich würde schon ihm gegenüber zugeben, dass Du etwas für diese Frau empfindest, er sich aber keine Sorgen machen muss, weil Dir die Freundschaft mit ihm wichtig(er) ist. Vielleicht ist ja sein Interesse an ihr gar nicht so groß. Deine Gefühle ihr gegenüber kannst Du wohl nicht abschalten, aber dein Gehirn und Dein Gewissen einschalten. Ich würde niemals eine enge Freundschaft wegen einer Schwärmerei oder Bettgeschichte riskieren.

Zitat:
Ich möchte einfach an einem Punkt ankommen an dem ich sagen kann ''Das bin ich'', aber ich verliere mich in Gedanken und Gefühlen die nicht meine zu sein scheinen.

Aber das alles bist Du! Auch Deine Gedanken und Gefühle gehören zu Dir. Es sind Deine, auch wenn Du sie am liebsten ignorieren möchtest. Wenn Du zur Selbsterkenntnis gelangen willst, dann nehme Dich liebevoll an, so wie Du bist, mit allem Drum und Dran.

Willkommen im Club.
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
achim56 hat folgendes geschrieben:
"Wer bin ich - und wenn ja wie viele?"
(Richard David Precht)



auch lustig ....


Naja, wenn es lustig ist bist Du deutlich eine Person
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Naja, wenn jemand möglicherweise in diesem Leben so heißt und im anderen anders und wiederum und wiederum nach diesem Schema, dann kann jemand fragen: "Wie viele...?"
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Naja, wenn jemand möglicherweise in diesem Leben so heißt und im anderen anders und wiederum und wiederum nach diesem Schema, dann kann jemand fragen: "Wie viele...?"


Ich denke wir (die menschen allg.) haben multiple Persönlichkeiten drauf. Div Umstände können das erfordern.

Das Buch kenne ich noch nicht. Also ob es etwas in dieser Richtung meint.

@ achim56 was steht den in dem Buch

"Wer bin ich - und wenn ja wie viele?"
(Richard David Precht)


so alles?
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Obstbaum hat folgendes geschrieben:
@ achim56 was steht den in dem Buch

Keine Ahnung. Ich habe es noch nicht gelesen, nur schon öfter davon gehört.