Gut und Böse - Schuld und Unschuld


dtrainer

Du magst es als veraltet sehen, andere tun das nicht, und die Zahl derer ist nicht gerade klein.
Hallo Phobo.
Da du leider nicht konkret wirst, kann ich mir nun aussuchen ob du nun Dorf/Sippenkriege, Sex mit Tieren oder Ehebruch für zeitgemäß hältst. Diebstahl? Gewalt?
Sag doch bitte an, was du meinst.
Gruß
Busshari hat folgendes geschrieben:
Dann lies doch mal das AT, Gott wendet dort ziemlich explizit Gewalt an. Da gibt es keine großen Möglichkeiten der Interpretation. Auch die im Deuteronomium erlassenen Gesetzte sind ziemlich brutal.

Wobei solche Dinge in einem falschen Kontext verstanden werden können. Denn du darfst es nicht so sehen, dass Gott ein von uns abgeschnittenes Individuum ist, was halt mehr Macht hat und willkürlich handeln kann, wie es ihm beliebt, von vornherein unabhängig von ethischen Werten oder dergleichen. Diese Ansicht halte ich für völlig unlogisch. Alle Dinge, die geschehen, sind Entsprechungen unserer menschlichen Lebenseinstellungen, Taten und Unterlassungen. Gott ist sowohl der Urgrund als auch die Summe allen Seins, unabhängig von Zeit und Raum, allgegenwärtig und von vornherein völlig frei gewählt unendlich gerecht und wertschätzend! Nur wir Menschen interpretieren da unter Umständen gewisse Dinge völlig falsch, weil wir geistig zu gering sind, um alle Zusammenhänge vollständig zu verstehen. Auch ich habe solche Bibelübersetzungen/Interpretationen gelesen und war anfangs auch ziemlich erstaunt, wie brutal da gewisse Dinge beschrieben werden. Mittlerweile sehe ich das so, dass es ja auch mitunter menschliche Lebenseinstellungen waren, wie man miteinander umgegangen ist und wie man Schicksal interpretiert hat.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Ich meine ganz konkret die Bibel, Koran usw.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Dann lies doch mal das AT, Gott wendet dort ziemlich explizit Gewalt an. Da gibt es keine großen Möglichkeiten der Interpretation. Auch die im Deuteronomium erlassenen Gesetzte sind ziemlich brutal. (Kann aber auch lustig sein.)


Ich finds putzig, dass Grade diejenigen, die nicht daran glauben, die Bibel wörtlich nehmen^^

Da muss ich jetzt mal die Wissenschaftskeule schwingen und darauf verweisen, dass die Bibel eine lange Redaktionsgeschichte hat und in deren Verlauf viele unterschiedliche Menschen in vielen unterschiedlichen Lebensumständen Bücher geschrieben haben, die irgendwann zusammengefasst worden sind. Dass für einen Juden, der von den Babyloniern grade aus seiner Heimat verschleppt worden ist (die dabei auch noch dezent ausradiert wurde), die Vorstellung eines brutalen Rächers, der Babylon zu staub zermahlt, etwas Beruhigendes hatte, ist doch klar. Aber von Gottesbildern auf Gott zu schließen, führt nicht weiter. Gott ist nicht der gutmütige Opa Rauschebart und genausowenig ein Herkules-Verschnitt (die Fernsehserien-Variante, versteht sich).
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Oder man warnt nur vor Menschen, die die Bibel, Koran wörtlich nehmen.
phobo hat folgendes geschrieben:
Ich meine ganz konkret die Bibel, Koran usw.

Das ist so pauschal, daß man nur ebenso antworten könnte. Sind ja bloss hunderte von Themen.
Ich hatte ja konkret nachgefragt...
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Wobei solche Dinge in einem falschen Kontext verstanden werden können.


Welcher Kontext macht Genozid verständlich oder lässt ihn nicht wie Genozid aussehen?

Sören hat folgendes geschrieben:
Ich finds putzig, dass Grade diejenigen, die nicht daran glauben, die Bibel wörtlich nehmen


Wie könnte man es denn anderes interpretieren, sodass es nicht mehr so grausam und schrecklich ist? Auch wenn man davon ausgeht, dass nichts davon passiert ist, alles Phantasie, dass weder die beschriebenen Personen existiert haben noch dass es einen Gott gibt, sind es grausame Geschichten, die das Bild eines psychopathischen, sadistischen Gottes zeichnen.

Ich habe das Gefühl, dass die Leute, die an die Bibel, Jesus und Gott glauben diese Stellen nicht mal kennen, bzw. einfach ignorieren, denn sonst müssten sie ihr Bild vom lieben Gott gründlich überdenken. Und das wollen die meisten nicht.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Wie könnte man es denn anderes interpretieren, sodass es nicht mehr so grausam und schrecklich ist? Auch wenn man davon ausgeht, dass nichts davon passiert ist, alles Phantasie, dass weder die beschriebenen Personen existiert haben noch dass es einen Gott gibt, sind es grausame Geschichten, die das Bild eines psychopathischen, sadistischen Gottes zeichnen.

Ich habe das Gefühl, dass die Leute, die an die Bibel, Jesus und Gott glauben diese Stellen nicht mal kennen, bzw. einfach ignorieren, denn sonst müssten sie ihr Bild vom lieben Gott gründlich überdenken. Und das wollen die meisten nicht.


Der grundsätzliche Fehler, den du machst, ist, die Erfahrungen der Menschen von vor 3000 Jahren mit heutigen westlichen Maßstäben zu messen.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
Der grundsätzliche Fehler, den du machst, ist, die Erfahrungen der Menschen von vor 3000 Jahren mit heutigen westlichen Maßstäben zu messen.


Ich messe nicht die Menschen, ich messe Gott. War der Gott vor 3000 Jahren ein anderer? Und Gott verhält sich sogar nach den Maßstäben seines Volkes falsch. Sie beschweren sich bei ihm, dass er so viele Menschen tötet - worauf er sie tötet.

Ich denke auch nicht, dass was im AT steht, vom Großteil der Menschheit damals als richtig und gut angesehen worden ist. Ich denke es braucht keine besonderen kulturellen Fortschritt um zu erkennen, dass Folter, Mord und Genozid nicht super sind. Um das zu erkennen, braucht man nur ein gewissen Maß an Empathie und Mitgefühl.

So unterentwickelt waren die Menschen damals nicht, wie du vielleicht meinst. Da fällst Du meiner Meinung nach auf religiöse Propaganda herein. Die moralischen Werte, die Jesus gepredigt hat, wie Feindesliebe, Toleranz, .... , sind 2000+ Jahre vorher schon schriftlich an anderer Stelle fixiert, im ägyptischen Glauben.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.