Die USA schickt neue Panzer nach D


leuthner hat folgendes geschrieben:
Liebe Leute!

Den Kommunismus hat es noch nie als Staatsform gegeben, es gab höchstens sozialistische Diktaturen, denn die Grundaussage des Kommunismus lautet: " Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen!" Das kann allerdings nur dann funktionieren, wenn die Menschen aus ihren Herzen handeln und nicht aus ihrem Verstand, denn alle, die den eigenen Vorteil suchen, schaden dem Gemeinwohl.

Alles Liebe

Erich


Genau genommen kann es Kommunismus auch nie als Staatsform geben, da (und hier waren sich alle Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten immer einig) der Kommunismus da Absterben des Staates bedeuten würde.

Handeln aus dem Herzen war aber allenfalls bei den religiösen oder schwärmerischen Sozialisten ein Thema (und im gewissen Sinne bei den Anarchisten). Die effektivste sozialistische Strömung (der Marxismus-Leninismus) verstand sich als 100% rationell. Er verstand sich eben nicht als Gefühl oder Ideologie, sondern als reine Wissenschaft.

Zumindest in der Theorie diente übrigens jedes leninistisch-marxistische Staatswesen immer dazu die Klassenstruktur soweit zu zerschlagen das eine kommunistische Gesellschaft entstehen kann. Das hat freilich aus diversen Gründen nie geklappt.
Tobias hat folgendes geschrieben:
leuthner hat folgendes geschrieben:
Liebe Leute!

Den Kommunismus hat es noch nie als Staatsform gegeben, es gab höchstens sozialistische Diktaturen, denn die Grundaussage des Kommunismus lautet: " Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen!" Das kann allerdings nur dann funktionieren, wenn die Menschen aus ihren Herzen handeln und nicht aus ihrem Verstand, denn alle, die den eigenen Vorteil suchen, schaden dem Gemeinwohl.

Alles Liebe

Erich


Genau genommen kann es Kommunismus auch nie als Staatsform geben, da (und hier waren sich alle Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten immer einig) der Kommunismus da Absterben des Staates bedeuten würde.

Handeln aus dem Herzen war aber allenfalls bei den religiösen oder schwärmerischen Sozialisten ein Thema (und im gewissen Sinne bei den Anarchisten). Die effektivste sozialistische Strömung (der Marxismus-Leninismus) verstand sich als 100% rationell. Er verstand sich eben nicht als Gefühl oder Ideologie, sondern als reine Wissenschaft.

Zumindest in der Theorie diente übrigens jedes leninistisch-marxistische Staatswesen immer dazu die Klassenstruktur soweit zu zerschlagen das eine kommunistische Gesellschaft entstehen kann. Das hat freilich aus diversen Gründen nie geklappt.


So habe ich das noch nie betrachtet.
Verwunderlich ist das nicht. Die Zerschlagung einer Klassenstruktur bringt nun einmal Verlierer mit sich und man kann wohl kaum erwarten, dass Menschen, denen etwas weggenommen wurde, nun durch genau diesen Umstand das Herz aufgeht.
Die Frage ist ja, wie man eine Gesellschaft dazu bekommt, aus dem Herzen zu handeln. Religionen haben es nicht geschafft, eine Gesellschaft komplett zu verändern. Man müsste wohl dort ansetzen, wo eben der Mensch seinen eigenen Vorteil sucht. Erst wenn jeder einen empfundenen Vorteil erfährt, könnte der Kommunismus Gesellschaftsform werden.
Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Menschen und die damit verbundenen Sympathien und Antipathien, bleibt das aber wohl eher eine Utopie.
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
dtrainer hat folgendes geschrieben:
Macht es Sinn, dem Kapitän der Titanik nach der Kollision mit dem Eisberg vorzuwerfen, er fahre einen gefährlichen Kurs?
Kritik wird nichts daran ändern daß es ist wie es ist.

Vor der Kollision wäre es sinnvoller gewesen. Allerdings hat der erfahrene Kapitän Smith zu diesem Zeitpunkt geschlafen (hat auch eine gewisse Symbolik) und einer seiner Offiziere Murdoch hat das Schiff gegen den Eisberg gesteuert.
Wäre ich Passagier auf der Titanic gewesen, hätte ich im Angesicht des sicheren Todes dem Steuermann bestimmt einen Vorwurf gemacht und keine fatalistische Haltung eingenommen.

Im Übrigen sind die Bahá'í-Schriften und auch andere Heilige Schriften voll von Kritik und Warnungen an das herrschende System und den Einzelnen. Und ich finde auch nichts schlechtes dabei konstruktive Kritik zu üben.

Allerdings ist mir durchaus bewusst, dass man dann leicht - auch in unseren Reihen - als Nörgler und negativer Mensch dargestellt wird.

"Bevor Du die Wahrheit sagst, sattle Dein Pferd!"
(Orientalisches Sprichwort)

Alles wird gut !
http://www.youtube.com/watch?v=vGV8Hhhg9hQ
Nett, daß du auf etwas reagierst, was allerdings keiner hier gesagt hat...
Zitat:
Allerdings ist mir durchaus bewusst, dass man dann leicht - auch in unseren Reihen - als Nörgler und negativer Mensch dargestellt wird.
...und ich auch nicht.

Im Übrigen bin ich der Meinung daß nach der Kollision Rettungsmaßnahmen angesagt waren und es für Diskussionen der schlechtest mögliche Zeitpunkt war. Sowas macht man, wenn alles menschenmögliche getan ist, unnötiges Leid zu verhindern.
Was ist denn wichtiger, Schuldzuweisungen oder Menschenleben?
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
leuthner hat folgendes geschrieben:
Liebe Leute!

Den Kommunismus hat es noch nie als Staatsform gegeben, es gab höchstens sozialistische Diktaturen, denn die Grundaussage des Kommunismus lautet: " Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen!" Das kann allerdings nur dann funktionieren, wenn die Menschen aus ihren Herzen handeln und nicht aus ihrem Verstand, denn alle, die den eigenen Vorteil suchen, schaden dem Gemeinwohl.

Alles Liebe

Erich


Genau genommen kann es Kommunismus auch nie als Staatsform geben, da (und hier waren sich alle Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten immer einig) der Kommunismus da Absterben des Staates bedeuten würde.

Handeln aus dem Herzen war aber allenfalls bei den religiösen oder schwärmerischen Sozialisten ein Thema (und im gewissen Sinne bei den Anarchisten). Die effektivste sozialistische Strömung (der Marxismus-Leninismus) verstand sich als 100% rationell. Er verstand sich eben nicht als Gefühl oder Ideologie, sondern als reine Wissenschaft.

Zumindest in der Theorie diente übrigens jedes leninistisch-marxistische Staatswesen immer dazu die Klassenstruktur soweit zu zerschlagen das eine kommunistische Gesellschaft entstehen kann. Das hat freilich aus diversen Gründen nie geklappt.


So habe ich das noch nie betrachtet.
Verwunderlich ist das nicht. Die Zerschlagung einer Klassenstruktur bringt nun einmal Verlierer mit sich und man kann wohl kaum erwarten, dass Menschen, denen etwas weggenommen wurde, nun durch genau diesen Umstand das Herz aufgeht.
Die Frage ist ja, wie man eine Gesellschaft dazu bekommt, aus dem Herzen zu handeln. Religionen haben es nicht geschafft, eine Gesellschaft komplett zu verändern. Man müsste wohl dort ansetzen, wo eben der Mensch seinen eigenen Vorteil sucht. Erst wenn jeder einen empfundenen Vorteil erfährt, könnte der Kommunismus Gesellschaftsform werden.
Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Menschen und die damit verbundenen Sympathien und Antipathien, bleibt das aber wohl eher eine Utopie.


Natürlich: die Zerschlagung der Klassenstruktur ist schlecht für die zuvor dominierenden und herrschenden Klassen (also das Bürgertum und damals z.T. auch noch der Adel) in dem Sinne das sie etwas verlieren das sie vorher hatten. Gerade die Herrschaft von Menschen über Menschen soll ja abgeschafft werden. Das diese herrschenden Klassen das nicht gut finden war den jeweiligen revolutionären Gruppen aus dem linken Spektrum auch klar. Genau deswegen sprachen sie ja von Klassenkampf und planten eine Revolution aus Ausweg. Ethisch muss man hier aber tatsächlich einwenden das - zumindest in der Theorie - der Marxismus nie die Menschen der oberen Klassen irgendwie quälen wollten, sondern lediglich ihren herrschaftlichen Vorteil beseitigen wollten. In den damaligen kapitalistischen Systemen dagegen hatten die Arbeiter sehr wohl massiv unter der Knute des kapitalistischen Systems gelitten. Davon abgesehen darf man ja nicht vergessen, dass die ganzen marxistischen Theoretiker eigentlich alle selbst Bildungsbürger waren (Engels sogar Industriekapitalist) und die Parteielite kommunistischer und sozialistischer Parteien eigentlich auch. Lediglich die Anarchisten fallen da etwas aus dem Muster (da hat man tatsächlich vom Pauper bis zum Grafen alles dabei).

Das Grundlegende Problem ist aber schon ein ganz anderes: nur der Marxismus-Leninismus brachte je eine Bewegung hervor die dazu in der Lage war wirklich eine Revolution durchzuführen. Dies schaffte er indem er anstatt auf die freie Assoziation von Arbeitern (und anderen Benachteiligten der bestehenden Systeme) und dem Ideal einer sehr kurzen Revolution auf eine hierarchische Partei unter der Führung von Chefideologen setzte. Diese sollte dann danach den Staat gerade nicht gleich aufheben (wie die Anarchisten und einige andere Sozialisten planten), sondern den Staat noch weiter ausbauen und zentralisieren. Diesmal aber unter der Führung der Parteielite. Genau das hatte man dann in den realen sozialistischen Staaten.

Das Problem ist nur folgendes: damit hat man die Herrschaft von Menschen über Menschen überhaupt nicht aufgehoben, sondern auf eine neue Klasse von Menschen (marxistische Berufsideologen) verschoben. Die marxistische Theorie gibt auch nirgendwo an inwiefern diese nun ihre Macht je abgeben sollten. Das ist schon fast gerade absurd, da Marx sonst ja immer ein wahrer Meister der Kritik von Machtverhältnissen und Ideologie war.

Tatsächlich wiesen ihn andere Mitglieder der Sozialrevolutionären Bewegung auch auf dieses Problem hin. Besonders der Anarchist Michael Bakunin (dieser sah eigentlich den Stalinismus und den Maoismus fast vollständig voraus). Das Ergebnis war das Marx und Bakunin Todfeinde wurden und Marx Bakunin aus der sozialistischen Bewegung herausdrängte.

Hier zeigt sich dann das nächste Problem Marx und Lenin sahen ihre Ideologie selbst scheinbar nie als solche, sondern als praktische Wissenshaft des Sozialen, Politischen und Ökonomischen. Für Zweifel war da kein Raum mehr. Auch nicht mehr für Selbstkritik oder Ideologiekritik. Dabei war gerade letzteres der große wissenschaftliche Verdienst von Marx. Er ist - man muss fast sagen absurderweise - genau ein Täter dessen geworden was er immer bekämpfen wollte: Herrschaftsideologie.

Wie würde denn deiner Meinung nach eine Gesellschaft aussehen und funktionieren die aus dem Herzen heraus funktioniert?
Zitat:
Man müsste wohl dort ansetzen, wo eben der Mensch seinen eigenen Vorteil sucht. Erst wenn jeder einen empfundenen Vorteil erfährt, könnte der Kommunismus Gesellschaftsform werden.
schrieb Aria

Vom Kommunismus mal abgesehen denke ich, erst wenn wir erkennen können, dass das Wohl des Einzelnen nur im Wohl des Gesamten liegen kann, geht es allen gut.

Die Religionen haben dazu die Vorgaben geliefert, (siehe - goldene Regel) auch wenn sich ihre Anhänger nur ungenügend daran hielten. Die Taten werden es sein, die die Welt weiterbringen. Nicht die Worte.

Der Vorteil des Gesamten führt zum Vorteil des Einzelnen. Wenn es dem Einzelnen nur um seinen eigenen Vorteil geht, führt dies zum Zerfall.

Liebe Grüße
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Tobias hat folgendes geschrieben:


Hier zeigt sich dann das nächste Problem Marx und Lenin sahen ihre Ideologie selbst scheinbar nie als solche, sondern als praktische Wissenshaft des Sozialen, Politischen und Ökonomischen. Für Zweifel war da kein Raum mehr. Auch nicht mehr für Selbstkritik oder Ideologiekritik. Dabei war gerade letzteres der große wissenschaftliche Verdienst von Marx. Er ist - man muss fast sagen absurderweise - genau ein Täter dessen geworden was er immer bekämpfen wollte: Herrschaftsideologie.

Wie würde denn deiner Meinung nach eine Gesellschaft aussehen und funktionieren die aus dem Herzen heraus funktioniert?


In meinem Beitrag habe ich ja schon erwähnt, dass ich den Kommunismus im marxistischen Sinne für eine Utopie halte. Kommunismus im urchristlichen Sinne - und dieser Kommunismus sollte einer des Herzens sein - hat ja schon damals nicht funktioniert. Die Verzweiflung darüber hat einer der Autoren der biblischen Schriftensammlugn ja dann auch in der abrschreckende Geschichte vom bösen Ende der Saphira und ihres Mannes ausgedrückt. Als Strafe für das Bedürfnis persönlicher Absicherung aus selbst erwirtschafteten Mitteln, platzen den beiden die Gedärme auf.
Wie begründet man eine Gesellschaft des Herzens? - Zunächst muss man wohl eine Bestandsaufnahme machen. Warum funktionierte schon der urchristliche Kommunismus nicht, obwohl die Gruppe dieser Menschen ein Herz und eine Seele waren? Die Antwort bleibt dieselbe: Weil die Menschen unterschiedlich sind. Jeder hat andere Vorstellungen /Prägungen von Anstand, von Pflichterfüllung, von Benehmen, von Liebe und der Relevanz persönlicher Wünsche und Erfüllung. Um eine Gesellschaftsform des Herzens zu errichten, müsste man die Menschen für diese Tatsache sensibilisieren. Das allein reicht aber nicht. Denn nur weil jemand weiß, dass jemand anderes nicht so gerne arbeitet wie er selber und vielleicht auch weniger Talente hat als er selber, heißt das ja nicht automatisch, dass er damit auch zurecht kommt. Toleranz ist ein schönes Wort, aber es reicht nicht. Man muss sein Gegenüber völlig annehmen und das fällt schon in einer aus Liebe geschlossenen Ehe nicht immer leicht. Wieviel schwerer ist dies dann gegenüber Fremden?
Also wie öffnet man das Herz aller Menschen eines Staates für die Mitbürger? Meiner Meinung nach kann dies nur durch die mystische Einheitserfahrung geschehen, von denen man in der mystischen Literatur erfährt. Die Erfahrung, dass wir offenbar alle Teil eines Wesens sind, ist glaube ich, die einzige Möglichkeit, aus dem Herzen zu leben. Also wäre es sinnvoll, dass jeder Mensch ab dem frühen Kindesalter in diverse Praktiken eingeführt wird, wie man diesen Zustand erreicht. Eine spiritualisierte Gesellschaft scheint mir der einzige Weg, eingeschlafenes, verkümmertes Religionsrudiment wieder zu beleben und "heiligem Geist" (meine ich ganz interreligiös) zu erfüllen.

Dazu ein Textauszug aus "Die Kirche der Liebe" von Colin Bloy:

Sie lebt nicht als feste Form,
nur im Einvernehmen der Menschen untereinander.
Sie hat keine Mitlgieder außer jenen,
die sich ihr zugehörig fühlen.
Sie hat keine Konkurrenz, denn sie wetteifert nicht.
Sie hat keinen Ehrgeiz, denn sie wünscht nur zu dienen.
Sie zieht keine Landesgrenzen, denn das entbehrt der Liebe.
Sie kapselt sich nicht ab, denn sie sucht alle Gruppen und Religionen zu bereichern.
Sie achtet alle großen Lehrer aller Zeiten, welche die Wahrheit der Liebe offenbaren. Wer ihr angehört, übt die Wahrheit der Liebe mit seinem ganzen Sein. (...)

Ein gemeinsamer Konsens muss schon vorhanden sein, aber leider glaube ich, dass auch das Utopie bleibt. Man kann nichts forcieren, kann Liebe nicht zwangsverordnen und mystische Erlebnisse nicht vorprogrammieren.
Daher ist die beste Rahmenbedingung eine liberale Demokratie, in der jeder so sorglos leben kann, dass er die Muße hat, sich seiner religiösen Entwicklung zu widmen. Nur die Freiwilligkeit ist Garant einer positiven Entwicklung. Es braucht aber natürlich Vorbilder. Nur die sind gerade im religiösen Bereich dünn gesät, denn auch in den religiösen Instituionen sorgen Hierachien und Machtstrukturen für eine Unterdrückung des eigentlichen Ziels: Die Liebe zu leben und dadurch zu lehren.

Richtig blöd, was?
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Die Frage ist ja, wie man eine Gesellschaft dazu bekommt, aus dem Herzen zu handeln. Religionen haben es nicht geschafft, eine Gesellschaft komplett zu verändern. Man müsste wohl dort ansetzen, wo eben der Mensch seinen eigenen Vorteil sucht. Erst wenn jeder einen empfundenen Vorteil erfährt, könnte der Kommunismus Gesellschaftsform werden.
Es gibt recht wenige "Herzensreligionen". Daß sie es trotzdem nicht schafften ist wohl der Schwäche der Mitglieder, die dann trozdem ihren Vorteil suchten, zuzuschreiben. Stell dir ein Christentum vor, das wirklich nach der Lehre Christi gelebt und gehandelt und sie lebendig gehalten hätte, ohne eine Theologie daraus zu machen, also ein theoretisches Gebilde. Und ohne Hierarchie, denn Jesus hat nie von Unterschieden gesprochen.
Da hätte jeder Mensch seinen Vorteil - und ein Ideal, dem nachzustreben lohnt.
Kommunismus finde ich nicht erstrebenswert, weil auch dort nicht alle gleich - aber vielleicht alle gleich arm sind .
Ein Leben in Fülle ziehe ich vor. Und unser Planet ist ein Planet der Fülle - wir müssen nur sehen, dass jeder Mensch Zugang hat.
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Ich Bin was ich wähle zu sein
Tobias hat folgendes geschrieben:
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
leuthner hat folgendes geschrieben:
Liebe Leute!

Den Kommunismus hat es noch nie als Staatsform gegeben, es gab höchstens sozialistische Diktaturen, denn die Grundaussage des Kommunismus lautet: " Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen!" Das kann allerdings nur dann funktionieren, wenn die Menschen aus ihren Herzen handeln und nicht aus ihrem Verstand, denn alle, die den eigenen Vorteil suchen, schaden dem Gemeinwohl.

Alles Liebe

Erich


Genau genommen kann es Kommunismus auch nie als Staatsform geben, da (und hier waren sich alle Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten immer einig) der Kommunismus da Absterben des Staates bedeuten würde.

Handeln aus dem Herzen war aber allenfalls bei den religiösen oder schwärmerischen Sozialisten ein Thema (und im gewissen Sinne bei den Anarchisten). Die effektivste sozialistische Strömung (der Marxismus-Leninismus) verstand sich als 100% rationell. Er verstand sich eben nicht als Gefühl oder Ideologie, sondern als reine Wissenschaft.

Zumindest in der Theorie diente übrigens jedes leninistisch-marxistische Staatswesen immer dazu die Klassenstruktur soweit zu zerschlagen das eine kommunistische Gesellschaft entstehen kann. Das hat freilich aus diversen Gründen nie geklappt.


So habe ich das noch nie betrachtet.
Verwunderlich ist das nicht. Die Zerschlagung einer Klassenstruktur bringt nun einmal Verlierer mit sich und man kann wohl kaum erwarten, dass Menschen, denen etwas weggenommen wurde, nun durch genau diesen Umstand das Herz aufgeht.
Die Frage ist ja, wie man eine Gesellschaft dazu bekommt, aus dem Herzen zu handeln. Religionen haben es nicht geschafft, eine Gesellschaft komplett zu verändern. Man müsste wohl dort ansetzen, wo eben der Mensch seinen eigenen Vorteil sucht. Erst wenn jeder einen empfundenen Vorteil erfährt, könnte der Kommunismus Gesellschaftsform werden.
Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Menschen und die damit verbundenen Sympathien und Antipathien, bleibt das aber wohl eher eine Utopie.


Natürlich: die Zerschlagung der Klassenstruktur ist schlecht für die zuvor dominierenden und herrschenden Klassen (also das Bürgertum und damals z.T. auch noch der Adel) in dem Sinne das sie etwas verlieren das sie vorher hatten. Gerade die Herrschaft von Menschen über Menschen soll ja abgeschafft werden. Das diese herrschenden Klassen das nicht gut finden war den jeweiligen revolutionären Gruppen aus dem linken Spektrum auch klar. Genau deswegen sprachen sie ja von Klassenkampf und planten eine Revolution aus Ausweg. Ethisch muss man hier aber tatsächlich einwenden das - zumindest in der Theorie - der Marxismus nie die Menschen der oberen Klassen irgendwie quälen wollten, sondern lediglich ihren herrschaftlichen Vorteil beseitigen wollten. In den damaligen kapitalistischen Systemen dagegen hatten die Arbeiter sehr wohl massiv unter der Knute des kapitalistischen Systems gelitten. Davon abgesehen darf man ja nicht vergessen, dass die ganzen marxistischen Theoretiker eigentlich alle selbst Bildungsbürger waren (Engels sogar Industriekapitalist) und die Parteielite kommunistischer und sozialistischer Parteien eigentlich auch. Lediglich die Anarchisten fallen da etwas aus dem Muster (da hat man tatsächlich vom Pauper bis zum Grafen alles dabei).

Das Grundlegende Problem ist aber schon ein ganz anderes: nur der Marxismus-Leninismus brachte je eine Bewegung hervor die dazu in der Lage war wirklich eine Revolution durchzuführen. Dies schaffte er indem er anstatt auf die freie Assoziation von Arbeitern (und anderen Benachteiligten der bestehenden Systeme) und dem Ideal einer sehr kurzen Revolution auf eine hierarchische Partei unter der Führung von Chefideologen setzte. Diese sollte dann danach den Staat gerade nicht gleich aufheben (wie die Anarchisten und einige andere Sozialisten planten), sondern den Staat noch weiter ausbauen und zentralisieren. Diesmal aber unter der Führung der Parteielite. Genau das hatte man dann in den realen sozialistischen Staaten.

Das Problem ist nur folgendes: damit hat man die Herrschaft von Menschen über Menschen überhaupt nicht aufgehoben, sondern auf eine neue Klasse von Menschen (marxistische Berufsideologen) verschoben. Die marxistische Theorie gibt auch nirgendwo an inwiefern diese nun ihre Macht je abgeben sollten. Das ist schon fast gerade absurd, da Marx sonst ja immer ein wahrer Meister der Kritik von Machtverhältnissen und Ideologie war.

Tatsächlich wiesen ihn andere Mitglieder der Sozialrevolutionären Bewegung auch auf dieses Problem hin. Besonders der Anarchist Michael Bakunin (dieser sah eigentlich den Stalinismus und den Maoismus fast vollständig voraus). Das Ergebnis war das Marx und Bakunin Todfeinde wurden und Marx Bakunin aus der sozialistischen Bewegung herausdrängte.

Hier zeigt sich dann das nächste Problem Marx und Lenin sahen ihre Ideologie selbst scheinbar nie als solche, sondern als praktische Wissenshaft des Sozialen, Politischen und Ökonomischen. Für Zweifel war da kein Raum mehr. Auch nicht mehr für Selbstkritik oder Ideologiekritik. Dabei war gerade letzteres der große wissenschaftliche Verdienst von Marx. Er ist - man muss fast sagen absurderweise - genau ein Täter dessen geworden was er immer bekämpfen wollte: Herrschaftsideologie.

Wie würde denn deiner Meinung nach eine Gesellschaft aussehen und funktionieren die aus dem Herzen heraus funktioniert?


Es gäbe keine Angst, sondern nur bedingungslose Liebe. Dies würde dazu führen, dass keiner den eigenen Vorteil, sondern jeder das Gemeinwohl sucht. Es gäbe einzig und allein Menschen, die ihren Begabungen, Talenten, Fähigkeiten und Interessen folgen würden, weswegen jeder einzelne in diesen bestärkt wird. Es würde flache Strukturen geben und kleine Einheiten, die von selbst funktionieren, weil Gott sie steuert. Die Arbeit würde jedem leicht von der Hand gehen, vor allem deshalb weil sie allen Arbeitenden Freude bereitet. Die Politik wäre auf Weisensenate beschränkt, die die Grundztüge des Zusammenlebens festlegen. Viele heutige Gesellschaftsstrukturen würden beendet werden, denn alles würde aufrgrund des Vertrauens in Gott richtig funktionieren, denn in Gott funktioniert alles wie von selbst, wie von einer unsichtbaren Hand geleitet.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Die Frage ist ja, wie man eine Gesellschaft dazu bekommt, aus dem Herzen zu handeln. Religionen haben es nicht geschafft, eine Gesellschaft komplett zu verändern. Man müsste wohl dort ansetzen, wo eben der Mensch seinen eigenen Vorteil sucht. Erst wenn jeder einen empfundenen Vorteil erfährt, könnte der Kommunismus Gesellschaftsform werden.
Wenn die Menschen aus der Armut und damit aus den Ängsten des Überlebens herausgerissen werden können, wäre das vielleicht ein Weg. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen für Alle wäre das möglich, alle Menschen in eine moderate Fülle zu bekommen. Dann wird der Geist frei, und die Urangst kann zu Vertrauen wechseln...
Es braucht keinen Kommunismus dazu, denn auch die haben die Menschen geknechtet, - nur Freiheit.
Dann folgt wahrscheinlich Inspiration...
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Ich Bin was ich wähle zu sein