Ist Schönheit subjektiv oder objektiv?


hallo Elem. Luft,
das macht doch nix - war auch so zu verstehen.
Aber dann kann ich Dir doch mal bei dieser Gelegenheit sagen, dass ich Deine Beiträge echt gerne lese.

liebe Grüße in die Lüfte!
Zitat:
Ist Schönheit subjektiv oder objektiv?


Ich würde sagen das Schönheit von der spirituellen Seele kommt.
Denn so lange die Seele in einem Körper anwesend ist, ist in ihm Lebenskraft, wenn die Seele den Körper jedoch verlässt ist auch die Schönheit verschwunden.

Für gewöhnlich verehrt ein Mann eine schöne Frau, wäre die Seele der Frau jedoch nicht anwesend, wäre es lediglich eine Leiche. Eine Leiche mag noch so "schön" sein, niemand findet sie anziehend.
Also ist es doch die ewige spirituelle Seele die der Materie ihre Form und somit Schönheit schenkt und auf uns anziehend wirkt. (nicht die leblose Materie)
Und da alle individuellen Seelen von der höchsten und grössten Seele (Gott) stammen kommt alle Schönheit von Gott.

Die materielle Welt ist doch nur eine temporäre Reflexion der spirituellen ewigen Wirklichkeit.
So wie ein Baum der am Ufer steht und sich im Wasser spiegelt.

Gruss
Willkommen im Forum, Nityanda!

Gefällt mir sehr Dein Beitrag, vielen Dank.

Lasst eure Herzen wie klare Spiegel sein, aus denen Sterne des Himmels der Liebe und Schönheit strahlen.

Baha'i-Schriften


Schöne Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Auch im Namen des Moderatorenteams ein herzliches Willkommen, Nityananda !

Ich schließe mich Linde an - Dein Beitrag spricht mir auch aus dem Herzen.

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Nityananda hat folgendes geschrieben:

Ich würde sagen das Schönheit von der spirituellen Seele kommt.
Denn so lange die Seele in einem Körper anwesend ist, ist in ihm Lebenskraft, wenn die Seele den Körper jedoch verlässt ist auch die Schönheit verschwunden.
Für gewöhnlich verehrt ein Mann eine schöne Frau, wäre die Seele der Frau jedoch nicht anwesend, wäre es lediglich eine Leiche. Eine Leiche mag noch so "schön" sein, niemand findet sie anziehend.
Also ist es doch die ewige spirituelle Seele die der Materie ihre Form und somit Schönheit schenkt und auf uns anziehend wirkt. (nicht die leblose Materie)
Und da alle individuellen Seelen von der höchsten und grössten Seele (Gott) stammen kommt alle Schönheit von Gott.
Die materielle Welt ist doch nur eine temporäre Reflexion der spirituellen ewigen Wirklichkeit.
So wie ein Baum der am Ufer steht und sich im Wasser spiegelt.

Stimmt prinzipiell. Aber auf irgendeine Art und Weise so richtig anziehend oder erotisch kann man auch eventuell einige nicht lebende Objekte finden. Das ist halt dann eine schöne Nebensache, nicht das tiefgehend bleibende Schöne.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Hallo Peter,
sorry für die späte Antwort... ich war in den Ferien...

@peter
Zitat:
Stimmt prinzipiell. Aber auf irgendeine Art und Weise so richtig anziehend oder erotisch kann man auch eventuell einige nicht lebende Objekte finden. Das ist halt dann eine schöne Nebensache, nicht das tiefgehend bleibende Schöne.


Ja ich weiss was du meinst
Aber ohne das die Seele in den Körper eingeht, würde sich auch der Körper nicht bilden können da kein Bewusstsein vorhanden wäre.
Es ist immer die spirituelle Energie die die leblose Materie formt und lebendig erscheinen lässt.
Hallo Leute,

Zuerst einmal finde ich es von großer Signifkanz die Worte der Fragestellung zu definieren. Was ist denn überhaupt Schönheit? und was zum Teufel bedeutet überhaupt dieser Begriff 'objektiv',den jeder Mensch selbstverständlich benutzt, ohne sich jemals einen Kopf darüber gemacht zu haben?

Schönheit ist eine Wertvorstellung. Sie ist mit einer positiven Bewertung verbunden, im Gegensatz dazu steht die Hässlichkeit. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen attraktivität und Schönheit. Attraktivität bezeichnet eine sexuelle Regung, die rein evolutionstechnisch zu erklären ist. Große Hüften, große Brüste, all das steht für Fruchtbarkeit und dementsprechend auch für sexuelle Attraktivität.

Objektivität wird oft im Volksmund als Synonym für Allgemeinheit verwendet. Allerdings sind diese beiden Begriffe nicht deckungsgleich, eventuell beschreiben sie im sprachlichen Gebrauch den gleichen Sachverhalt auf eine fast identische Art und Weise, nichtsdestotrotz ist schnell zu erkennen, dass ein erheblicher Unterschied zwischen ihnen besteht. Objektiv bedeutet nämlich lediglich, dass eine Eigenschaft direkt am objekt haftet, also dass es klar erkennbar, sowohl a priori als auch a posteriori ist. Allgemein bedeutet hingegen, dass etwas von einer vielzahl von Menschen, der Allgemeinheit, gleich wahrgenommen wird. Letztendlich schreiben wir einer Pflanze die grüne Farbe zu, betiteln es als objektiv, nur weil wir davon ausgehen, dass die Wahrnehmung der Allgemeinheit mit Objektivität gleichgesetzt ist. Nicht umsonst findet das Wort inter-subjektivität so selten Verwendung.

Nun würde ich mich gerne auf den vorangegangenen Beitrag von Elem. Luft beziehen, in dem gesagt wird, dass die Vollkommenheit Gottes, Schönheit bedeutet und das dessen Projektion zu dieser Wahrnehmung führt. Ich gebe dieser Aussage nur bedingt Recht. Ganz wie Freud, bin ich der Ansicht, dass der Mensch einem Ideal unterliegt, einer höheren Instanz. Diese Instanz beinhaltet alle Werte eines Menschens ( wie vorhin gesagt, ist Schönheit eine Wertvorstellung ). Ein Atheist wird dementsprechend nicht nach der Vollkommenheit Gottes Trachten, sondern vielleicht nach der Vollkommenheit des Vaters, der Mutter, etc..

Darüber hinaus, sollte die Wichtigkeit der Schönheitsbilder nicht unerwähnt bleiben. Wie kommt es, dass Gesellschaften so verschiedene Ansichten von Schönheit haben? Also wie kann es sein, dass Schönheit so inter-subjektiv ist? Die Antwort ist aus psychoanalytischer Sicht nicht schwer zu erklären. Denn Auch die Gesellschaftlichen Werte verfestigen sich in dem sogenannten Ich-Ideal, und so auch die Gesellschaftlichen Schönheitsbilder. Das führt dazu, dass eine gewisse Massenpsychologische Ansicht entsteht, und Schönheit objektiv, bzw korrekterweise inter-subjektiv werden lässt!
Schönheit ist objektiv. Subjektiv ist die Fähigkeit des Einzelnen, sie zu erfassen. Wenn jemand ein geniales Kunstwerk oder einen makellosen Körper hässlich findet, dann liegt das nicht an einem objektiven Umstand, sondern an einem subjektiven Mangel das Schöne erfassen zu können. Wenn jemand Mozarts Musik hässlich findet, so ist das nicht eine Frage des Geschmacks, sondern des Mangels an Geschmack. Schönheit liegt also nicht im Auge oder Ohr des Hörers bzw. Betrachters.

Schönheit gehört so wie "Wahrheit" und "Liebe" zu den Grundtatsachen dieser Welt, die sich auf keine Vorursachen zurückführen lassen und nicht durch andere Begriffe auflösen lassen. Warum dieser Mensch oder dieser Berg schön ist lässt sich nicht "festmachen" - es haftet einer Person oder einer Sache an, wie eine Art unsichtbarer Schein. Schönheit ist ein Abglanz Gottes.
Da kommt auch wieder die Religion ins Spiel: Die christliche Kultur hat aufgrund ihrer größtmöglichen Nähe zur Wahrheit Gottes - und damit auch zur Schönheit - in überwältigendem Ausmaß das Schöne zum Ausdruck gebracht. Die Kirche ist daher nicht nur Trägerin der Wahrheit, sondern auch der Schönheit.
Wirklich schön ist doch genau genommen nur das was ewig ist.
Wohingegen zeitweilige Schönheit nur eine Illusion ist, vergleichbar einer Fata Morgana. Es scheint schön zu sein, aber bei genauer Betrachtung wandelt es sich in eine Ent-täuschung.

Aus diesem Grund erklären die vedischen Schriften, dass die kosmische Manifestation, die mit einem vielverzweigten riesigen Baum verglichen wird, geschaffen wurde aus der illusionierenden Energie, genannt maya.

Wenn wir einen Baum sehen der an einem Gewässer steht, so ist der Baum der sich im Wasser spiegelt nicht echt obwohl es so scheinen mag.
In ähnlicher weise gibt es hinter der scheinbaren Realität der zeitweiligen kosmischen Schöpfung eine ewige Realität.
Diese transzendentale höchste Realität wird vaikuntha genannt und die Höchste Persönlichkeit Gottes, Shri Krishna ist der Beherrscher beider Energien - sowohl der zeitweilig illusionierenden als auch der ewigen und höchsten Schönheit.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Schönheit ist objektiv. Subjektiv ist die Fähigkeit des Einzelnen, sie zu erfassen. Wenn jemand ein geniales Kunstwerk oder einen makellosen Körper hässlich findet, dann liegt das nicht an einem objektiven Umstand, sondern an einem subjektiven Mangel das Schöne erfassen zu können. Wenn jemand Mozarts Musik hässlich findet, so ist das nicht eine Frage des Geschmacks, sondern des Mangels an Geschmack. Schönheit liegt also nicht im Auge oder Ohr des Hörers bzw. Betrachters.

Schönheit gehört so wie "Wahrheit" und "Liebe" zu den Grundtatsachen dieser Welt, die sich auf keine Vorursachen zurückführen lassen und nicht durch andere Begriffe auflösen lassen. Warum dieser Mensch oder dieser Berg schön ist lässt sich nicht "festmachen" - es haftet einer Person oder einer Sache an, wie eine Art unsichtbarer Schein. Schönheit ist ein Abglanz Gottes.
Da kommt auch wieder die Religion ins Spiel: Die christliche Kultur hat aufgrund ihrer größtmöglichen Nähe zur Wahrheit Gottes - und damit auch zur Schönheit - in überwältigendem Ausmaß das Schöne zum Ausdruck gebracht. Die Kirche ist daher nicht nur Trägerin der Wahrheit, sondern auch der Schönheit.


Sehr interessant!
Schönheit zu erfassen, oder wahrzunehmen ist abhängig von dem Grad der internalisierten Wertvorstellungen, welche sich laut Freud im Ich Ideal verfestigen. Dieses wird dann auf Objekte, Menschen, Aussagen projeziert, und die Entsprechung, wird als schön wahrgenommen. Auf dieser Basis, gebe ich dir Recht, dass ein Mangel des Geschmacks dazu führt, dass bestimmte Schönheiten nicht wahrgenommen werden. Erst nach erfolgreicher Internalisierung der Werte und nach Projektion, ist sie erkennbar. Wahrnehmung und erkennen ist aber sowieso immer eine subjektive Fähigkeit. Der Inhalt der Wahrnehmung kann jedoch objektiv sein, Wertungen höchstens inter-subjektiv.
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Wer hoch erhoben wird,muss auch tief fallen können.