Wie sieht das andere Leben nach dem Tode aus ?


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Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr
Hallo, lieber Edgar, ja darüber habe ich schon sehr viel nachgedacht. Im Laufe meiner Lebensjahre haben sich zahlreiche mir nahestehenden Menschen verabschiedet.
Auch habe ich einige Zeit lang Schwerstkranke begleitet bis sie mich dann nicht mehr brauchten.

Als ich Deine Frage las, ist mir spontan folgendes Zitat eingefallen:

Das Wesen der Seele nach dem Tode läßt sich niemals beschreiben, noch ist es angemessen und erlaubt, ihre ganze Beschaffenheit den Augen der Menschen zu enthüllen
Baha'u'llah, Ährenlese


Wir wären ja sowieso in unserem jetzigen Zustand nicht fähig zu begreifen wie es dann sein wird, genausowenig wie das Kind im Mutterleib begreifen könnte was es hier auf dieser Erde erwartet.

Mein absolutet Lieblingszitat, von dem ich mir nach dem urplötzlichen Fortgang meiner Schwester auch ein Bild gemalt habe, ist folgendes:

Der Gedanke, dass der Geist nach dem Tod des Körpers zugrunde gehe, ist wie die Vorstellung, dass ein Vogel in einem Käfig umkäme, wenn der Käfig zerbrochen wird, obwohl ja der Vogel von der Zerstörung des Käfigs nichts zu fürchten hat. Unser Körper ist dem Käfig und der Geist dem Vogel zu vergleichen... wenn daher der Käfig zerbricht, wird der Vogel unversehrt weiterleben; seine Empfindungen werden sogar tiefer, seine Wahrnehmungen weiter und sein Glück größer sein.

Aus dem Buch ....Und zu Ihm kehren wir zurück


Schöne Grüße Linde


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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
edgar gne hat folgendes geschrieben:
Habt Ihr darüber eine eigene Meinung oder schon mal nachgedacht darüber ?


Lieber Edgar,

ich habe in den letzten Jahren einige Erfahrungen gemacht, die mich zumindest glauben lassen, eine Ahnung zu haben.´Ich habe mich lange und intensiv mit diesem Thema beschäftigt, nicht aus persönlicher Not, sondern ein Stück weit aus philosophischem Interesse und ein anderes aus dem Unwillen heraus, ein zweites körperliches Leben auf dieser Welt nach einer physischen Auferstehung nach dem Ende der Welt leben zu müssen.

Ich für meinen Teil glaube, dass uns Träume einen Einblick davon verschaffen können, wie eine Realität losgelöst von physischen Beschränkungen unserer Welt aussehen könnte. Ich für meinen Teil habe schon einiges in meinen Träumen mitmachen dürfen. Dazu gehören ein so intensives Fühlen im Traum, wie es manchen Tag in der "wachen Welt" nicht mmöglich ist. Ich habe erlebt, wie ich mit bewusst wurde, dass ich die Kontrolle über meinen Traum habe und in seinen Ablauf eingreifen konnte.

Ich bin sogar einmal, und davon bin ich bei aller wissenschaftlichen Unbeweisbarkeit "felsenfest" überzeugt, dem Geist meines damaligen besten Freundes im Traum begegnet. Er hat mir am nächsten Morgen erzählt, dass es ihm vorkam, als würde ihn etwas aus seinem Traum herausreißen und in eine völlig fremde Umgebung katapultieren, während ich das Gefühl hatte, dass er an einer Stelle in meinem Traum auftauchte, wo es überhaupt keinen Sinn ergab. Außerdem habe ich schon von Menschen gehört -meine Freundin gehört auch dazu- die aus einem Traum Wissen mitgenommen haben, das sie sich zuvor im wachen Zustand niemals erworben hatten.

All diese Phänomene scheinen mir nicht weniger real zu sein als die "wache Welt", weshalb ich wirklich glaube, dass unsere Träume ein Ausblick auf das sind, was uns nach dem Tod erwartet. Ich glaube, dass sich direkt nach dem Tod jeder erst einmal gemäß seinen persönlichen Vorstellungen einen eigenen Himmel bzw. eine eigene Hölle schafft. Nicht, weil es physische Realitäten wären, sondern weil man mit genau dieser Erwartungshaltung stirbt. Früher oder später wird jedem bewusst werden, wie dies in luziden Träumen der Fall ist, dass irgendetwas nicht stimmt und Einfluss auf ihre Realität nehmen können.

Zu diesem Zeitpunkt werden sich die meisten noch an feste Formen, eine Physis, klammern, um diese neue Realitätsebene zu erfahren. Diejenigen, die ihren Geist bereits vor dem Tod von dem Gedanken daran befreit haben, dass die materielle Existenz das höchste Maß der Dinge ist, werden eher als die anderen in der Lage sein, auf diese materiellen Vorstellungen des Daseins zu verzichten und ganz in der Geistigkeit aufzugehen. Die Illusion des Sprechens oder Lesens wird nicht mehr notwendig sein, sondern durch eine wahrhaftige geistige Bindung ersetzt werden.

Es ist übrigens erstaunlich, dass Traumbegegnungen ausschließlich von Menschen berichtet werden, die sich sehr nahe stehen, wie beste Freunde oder Familienmitglieder. Es wird also ein Wiedersehen im Leben nach dem Tod geben, aber nur dann, wenn auch beide Seiten bereit dazu sind und sich darauf einlassen. Und ebenso wird es auch mit der Bindung zu Gott sein. Lässt man sich nicht darauf ein, wird man nie die Gegenwart Gottes spüren. Das gilt in unserer Welt genauso wie in der nächsten.

So, das müssten soweit die Gedanken sein, die ich mir zu dem Thema gemacht habe, noch lange bevor ich Baha'i wurde. Es war dann sehr interessant zu lesen, dass auch Baha'u'llah und Abdu'l-Baha sich auf Träume beziehen.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo Sören,

was du hier schreibst gefällt mir sehr gut. Es deckt sich zu großen Teilen mit dem, was ich mir selber aus allem was ich gehört, gelesen und erfahren habe, erschlossen habe.

Zitat:
Ich glaube, dass sich direkt nach dem Tod jeder erst einmal gemäß seinen persönlichen Vorstellungen einen eigenen Himmel bzw. eine eigene Hölle schafft. Nicht, weil es physische Realitäten wären, sondern weil man mit genau dieser Erwartungshaltung stirbt. Früher oder später wird jedem bewusst werden, wie dies in luziden Träumen der Fall ist, dass irgendetwas nicht stimmt und Einfluss auf ihre Realität nehmen können.


Genau in diesem Punkt sehe ich das Problem. Ich frage mich oft, ob nicht einfach die Umstände des Todes das bestimmen, was derjenige "drüben" erfährt. Der Mensch ist größtenteils gefühlsbestimmt und hat Bilder verinnerlicht, mit denen er aufgewachsen ist. Hat er nicht hauptsächlich positive Vorstellungen in sich verankert, kann sein Todeserlebnis u. U. sehr schlimm sein. Er muss nichteinmal ein schlechter Mensch sein, es genügt ja schon, vom Wesen her angstbesetzt oder hysterisch veranlagt zu sein, um sich seine eigene Hölle zu schaffen.
Zum Glück gibt sehr viele schöne Berichte, die hoffen lassen, dass die eigene Gefühlswelt während des Sterbeprozesses nicht maßgeblich für die Gestaltung der jenseitigen Welt ist.
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Elem.Luft hat folgendes geschrieben:
Zum Glück gibt sehr viele schöne Berichte, die hoffen lassen, dass die eigene Gefühlswelt während des Sterbeprozesses nicht maßgeblich für die Gestaltung der jenseitigen Welt ist.


Das hoffe ich auch; man weiß ja letztendlich nicht, wie man (unsere Seele, unser Bewusstsein) dann wirklich im Sterbeprozess reagiert.
Ich hoffe da schon auf die Gnade Gottes, uns da beizustehen.
Seit dem Tod meiner Mutter vor über vierzig Jahren weiß ich jedenfalls definitiv, dass Seele/Bewusstsein nach dem Verlassen des materiellen Körpers weiter bestehen. Sehr gut gefällt mir, wie Baha'u'llah uns dieses Jenseits beschreibt.

Zitat:

Nun zu deiner Frage über die Seele des Menschen und ihr Fortleben nach dem Tode. Wisse wahrlich, daß die Seele nach ihrer Trennung vom Leibe weiter fortschreitet, bis sie die Gegenwart Gottes erreicht, in einem Zustand und einer Beschaffenheit, die weder der Lauf der Zeiten und Jahrhunderte noch der Wechsel und Wandel dieser Welt ändern können. Sie wird so lange bestehen, wie das Reich Gottes, Seine Allgewalt, Seine Herrschaft und Macht bestehen werden. Sie wird die Zeichen Gottes und Seine Eigenschaften offenbaren, Seine Gnade und Huld enthüllen. Meine Feder stockt, wenn sie die Höhe und Herrlichkeit einer so erhabenen Stufe gebührend zu beschreiben sucht. Mit solcher Ehre wird die Hand der Barmherzigkeit die Seele bekleiden, daß keine Zunge es gebührend schildern noch ein anderes irdisches Mittel es beschreiben kann. Gesegnet die Seele, die zur Stunde ihrer Trennung vom Leibe über die eitlen Vorstellungen der Völker dieser Welt geheiligt ist. Eine solche Seele lebt und wirkt im Einklang mit dem Willen ihres Schöpfers und geht in das allhöchste Paradies ein. Die Himmelsdienerinnen, Bewohnerinnen der erhabensten Stätten, werden sie umschreiten, und die Propheten Gottes und Seine Auserwählten werden ihre Gesellschaft suchen. Mit ihnen wird die Seele frei verkehren und ihnen berichten, was sie auf ihrem Wege zu Gott, dem Herrn aller Welten, erdulden mußte. Erführe ein Mensch, was einer solchen Seele in den Welten Gottes, des Herrn des Thrones in der Höhe und auf Erden hienieden, verordnet ist, er entflammte sogleich mit seinem ganzen Wesen im überwältigenden Verlangen, diese erhabenste, diese geheiligte, strahlende Stufe zu erreichen.
Baha'u'llah, Ährenlese 81:1


Herzlichst,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Edgar,

Möglicherweise findest du Antworten innerhalb der Anthroposophie. Dort werden auch deine Fragen behandelt. Man findet das Gesamtwerk (frei) von Rudolf Steiner inzwischen auch im Internet. Es gibt auch Hinweise zur Selbstschulung. Zum Beispiel das Buch "Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten".

http://fvn-rs.net

Grüße Omega
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You Are what You Art.
Hallo Minou,

Zitat:
Gesegnet die Seele, die zur Stunde ihrer Trennung vom Leibe über die eitlen Vorstellungen der Völker dieser Welt geheiligt ist.


Was ist damit gemeint? Eitle Vorstellungen zu haben? Ist damit jeder Gedanke gemeint, den man sich so macht, wenn man über das jenseitige Leben nachdenkt und damit dann eventuell auch falsch liegt?
Oder ist damit wirklich die Eitelkeit gemeint, also dass sich jemand selbst erhöht und glaubt dort eine besondere Stellung einzunehmen?

LG
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Hallo Minou,

Zitat:
Gesegnet die Seele, die zur Stunde ihrer Trennung vom Leibe über die eitlen Vorstellungen der Völker dieser Welt geheiligt ist.


Was ist damit gemeint? Eitle Vorstellungen zu haben? Ist damit jeder Gedanke gemeint, den man sich so macht, wenn man über das jenseitige Leben nachdenkt und damit dann eventuell auch falsch liegt?
Oder ist damit wirklich die Eitelkeit gemeint, also dass sich jemand selbst erhöht und glaubt dort eine besondere Stellung einzunehmen?

LG


Also ich für meinen Teil verstehe unter diesen "Eitlen Vorstellungen" die Vorstellung, dass das Irdische irgendeinen bleibenden Wert haben könnte. Zum Beispiel am Ende seines Lebens auf einem Haufen Geld zu sitzen wäre für mich so eine eitle Vorstellung. Wie schon Jesus sagte, kann man irdische Schätze nicht mitnehmen.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Elem.Luft hat folgendes geschrieben:
Was ist damit gemeint? Eitle Vorstellungen zu haben? Ist damit jeder Gedanke gemeint, den man sich so macht, wenn man über das jenseitige Leben nachdenkt und damit dann eventuell auch falsch liegt?
Oder ist damit wirklich die Eitelkeit gemeint, also dass sich jemand selbst erhöht und glaubt dort eine besondere Stellung einzunehmen?


Hallo Luft,

ich kann nur sagen, wie ich das verstehe.
Für mich sind diese eitlen Einbildungen die Bindungen an materielle Dinge,
die Vorstellung, diese materielle Welt in den Zenit unseres Daseins zu stellen. Denn diese Welt ist vergänglich, so wie auch die Bindungen an diese und in dieser Welt vergänglich sind. Was ewig währt, ist die geistige Welt, auf die wir unser Hauptaugenmerk richten sollen.

Damit will ich aber nicht sagen, dass wir in dieser materiellen Welt nicht auch alles tun sollen, um Mensch, Tier und Umwelt zu dienen. Ja, ich sehe das Handeln hier als Prüfung für die geistige Welt. Unsere Hauptaufgabe ist die Liebe, eine Liebe, die aber aus dem Herzen kommen soll und nicht allein aus dem Pflichtgefühl. Diese Liebe wird ewig bestehen.

Liebe Grüße,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Minou, hallo Sören,

darin seit ihr euch ja unabhängig voneinander einig, dass es bei Eitelkeiten um die Anhaftung an materielle Güter geht. Ich frage mich aber schon ernsthaft, ob es wirklich spirituelle/gläubige Menschen gibt, die glauben, sich in der jenseitigen Welt auf ihren Reichtum verlassen zu können. Auf die Idee kommt doch niemand ernsthaft. Deshalb denke ich weiter darüber nach, was mit Eitelkeiten gemeint sein kann, vor allem, weil es in dem Zitat ja um Völker geht und nicht der einzelne, individuelle Leser angesprochen ist.

Welche Eitelkeiten haben alle Völker gemeinsam, selbt die armen verglichen mit den reichen Völkern?


LG
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)