Schwer krank würdet ihr darüber schweigen


Hallo mir ist so ein Gedanke gekommen der mich nicht loslässt
würdet ihr eigentlich wenn ihr schwer Krank wärt oder wenn es euch gesundheitlich nicht gut geht es wenn anvertrauen oder würdet ihr darüber schweigen?
hallo Wissender
das ist nicht so einfach zu beantworten. Ein Bekannter von mir
musste sich wegen unguten Prostata Werten operieren lassen und muss jetzt schwer daran arbeiten mit Training der entsprechenden Muskeln die partielle Inkontinenz in den Griff zu kriegen. Ich glaube es ist sehr gesund, dass er nichts verschleiert vor anderen und offen damit umgeht indem er darüber sich ausspricht. Wenn ich selber was hätte ... ich weiss nicht an welchem Punkt von heftigen Schmerzen ich anfangen würde andere davon in Kenntnis zu setzen ...
Bislang hab ich in ' weinerlicher Befindlichkeit ' eher in ein Handtuch gebissen als mich ' zu outen ' . Wenn ich's dann doch irgendwie geschafft hab ' über den Berg zu kommen '
dann sprech ich über alles.
weil dann erschrecke und ängstige ich keinen mehr
mit dem Wissen, sondern ich kann vermitteln
' auch dassss ist geschafft '
also eine Pauschalantwort ist nicht möglich ...
lieben Gruss
und viel Kraft und Zuversicht auf Deinem Weg.
einen entspannten Sonntag Dir
Fidu
Hallo Wissender,

Auch würde sagen, dass das nicht so einfach und schon gar nicht pauschal zu beantworten ist.
Es gibt Menschen, die brauchen es, sich mituzuteilen und empfinden es als Erleichterung, wenn sie über die Krankheit reden können und damit viele Missverständnissen und Fettnäpfchen von vornherein vermeiden.
Es gibt aber auch Menschen, die den Umgang mit einer Diagnose für sich selber noch nicht ganz gefunden haben und deswegen nicht darüber reden möchten. Hat jemand eine schwere Erkrankung, möchte er vielleicht selber Ablenkung davon erfahren und redet bewusst nicht darüber.
Dann gibt es auch Mensche, die Vorurteile fürchten oder die Angst haben, man könnte nicht mehr offen und ehrlich mit ihnen sein, wenn man etwas von ihrer Erkrankung weiß.
Wahrscheinlich halten Menschen mit schweren Erkrankungen es ohnehin verschieden mit den unterschiedlichen Kontakten, die sie haben. Es kommt doch immer auf das Gegenüber an, was jemand preisgeben kann und möchte. Es kommt auch auf die Absicht an, die der Kranke innerhalb des Personenkreises demgegenüber er sich offenbart oder nicht offenbart, hat. Möchte er Hilfe, möchte er Mitgefühl, möchte er Zerstreuung, möchte er Frust abbauen, sucht er Antworten, möchter er selber helfen?, etc.
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
......mir ging es mal so, dass ich seeehr wertvolle Tipps bekam, weil ich drüber gesprochen habe, das ist auch ein Aspekt.
Aber es gibt halt viele Aspekte :
-niemanden belasten wollen
- Freunde/Angehörige die es krumm nehmen würden nix zu erfahren ( das sind gute Freunde)
- Freunde/Angehörige die nix damit zu tun haben wollen
- bst selnicht damit klar kommen und sprechen müssen
- undundund

ich glaube , dass lässt sich nicht pauschal beantworten sondern ist immer davon abhängig wie der Gegenüber gestrickt ist und was man gerade selber braucht. Damit muss man dann jonglieren.
Also...ich finde auch so pauschal kann man das nicht beantworten- es käme darauf an, was jemand hat und welche Auswirkung eine Erkrankung auf das weitere Leben hat.
Ich persönlich würde grob darüber reden, wenn es mir nicht gut geht. Mal davon abgesehen, merkt das sowieso jeder.
Ich habe das auch schon so gehandhabt und eine Menge Unterstützung erfahren, die mir sehr gut tat.
Ich habe einen extrem stressigen Job- und wenn ich aus gesundheitlichen Gründen mein "Pensum" nicht schaffe, müssen das die Kollegen einfach wissen, weil wir somst alle am Ende der Schicht darunter leiden( weil wir nicht fertig werden würden und natürlich keiner weiß, was ich für ein Problem habe)
Bei einer schweren Erkankung, kommt es dann wieder auf die Schwere an. Hier kann man ja davon ausgehen, dass man irgendwann nicht mehr arbeiten kann ider krank geschrieben wäre.... was dem Umfeld ja auffällt. Also- es würde spekuliert werden und man würde nachfragen. Und dann kann man ja sagen was los ist- entweder grob oder eben etwas genauer- je nach Intensivität des Kontakts.
Und dann: Nehmen wir mal eine schwere Krebs Erkrankung als Bsp.
Ja- hier denke ich schon man( oder ich) sollte darüber reden. Klar nicht mit jedem- das ständige Mitleid ist oft nicht sehr hilfreich, aber darüber zu reden hilft dem nahem Umfeld Abschied nehmen zu können und trägt vor allen sehr dazu bei, dass man so gehen kann, wie man das möchte.
( Sterberituale, Patientenverfügung, Hospiz....)
Irgendwann ist man nämlich nicht mehr in der Lage für sich selbst zu sprechen- und da ist es mehr als gut, Menschen zu haben, die wissen was man möchte und sich darum kümmern, weil sie zB wissen, dass einem Schmerzfreiheit wichtiger als Lebenserhaltung ist. ( und der persönliche Glaube das auch zulässt)
Sowas erleichtert nach meiner Erfahrung den Übergang ungemein und nimmt eine ganze Menge Angst.
Und wenn wir bei tödlichen Krankheiten sind...Hier muss man daran denken dass die meisten Menschen durch die verschiedenen Sterbephasen gehen, und die sind für nicht Eingeweihte extrem schwer zu verstehen. Sie erleben dann sowas wie Wut und haben keine Ahnung was mit dem Betroffenen los ist- was dann einsam machen kann. Eine Einsamkeit, die man später nicht mehr haben möchte.
Also grob gesagt- ja man sollte mit Menschen die einem wichtig sind und für die es wichtig ist über eine Erkankung reden.