Fragen und Antworten zur Baha'i-Religion


Zitat:
Mt 24, 23 Wenn dann jemand zu euch sagt: Seht, hier ist der Messias!, oder: Da ist er!, so glaubt es nicht!
Mt 24,24 Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen.
Mt 24,25 Denkt daran: Ich habe es euch vorausgesagt.
Mt 24,26 Wenn sie also zu euch sagen: Seht, er ist draußen in der Wüste!, so geht nicht hinaus; und wenn sie sagen: Seht, er ist im Haus!, so glaubt es nicht.
Mt 24,27 Denn wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.


Hallo Omega, leider hat Oma Linde nicht so sehr die Fähigkeit darauf gut einzugehen und vor allem auch nicht die Zeit, die man dazu bräuchte.

Du schriebst weiter:

Zitat:
Diese Aussage läßt also (zumindest alle Christen) aufhorchen.

Das fände ich super, wenn alle Christen aufhorchten.

Zitat:
Wie läßt sich also diese Textstelle und sein Schluß mit der Aussage eures Religionsstifters
Mirza Husain-ʿAli Nuri (Bahaullah) in Übereinstimmung bringen, wenn er für sich in Anspruch nimmt, die Wiederkunft Christi zu sein?


William Sears kann das in seinem Buch >Dieb in der Nacht< besser erklären als ich, er hat lange und ausgiebig recherchiert. Und natürlich geht Bahá'u'llah in Seinem >Buch der Gewissheit< sehr ausführlich darauf ein. Auch in 'Abdu'l-Bahás -Beantwortete Fragen- wird man dazu fündig.

Zitat:
Hier hätten wir also einen Widerspruch gefunden, der keine Kleinigkeit darstellt


Ich bin mir sicher, wenn man oben angegebene Bücher vorurteilsfrei liest und studiert kann man zu einem neuen Schluss kommen.

Liebe Grüße
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
finnoir hat folgendes geschrieben:

anbei eine Stelle aus dem Matthäus Evangelium / Kapitel 24:
Zitat:

Mt 24, 23 Wenn dann jemand zu euch sagt: Seht, hier ist der Messias!, oder: Da ist er!, so glaubt es nicht!
Mt 24,24 Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen.
Mt 24,25 Denkt daran: Ich habe es euch vorausgesagt.
Mt 24,26 Wenn sie also zu euch sagen: Seht, er ist draußen in der Wüste!, so geht nicht hinaus; und wenn sie sagen: Seht, er ist im Haus!, so glaubt es nicht.
Mt 24,27 Denn wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.

Quelle: Einheitsübersetzung

...und...
Zitat:
Wachsamkeit im Blick auf die Wiederkunft Christi
1 Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, daß euch geschrieben werde. (Matthäus 24.36) 2 Denn ihr selbst wisset genau, daß der Tag des Herrn also kommt wie ein Dieb in der Nacht. (Matthäus 24.42-44) (2. Petrus 3.10) (Offenbarung 3.3) (Offenbarung 16.15) 3 Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, gleichwie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen. (Jeremia 6.14) (Matthäus 24.39) 4 Ihr aber Brüder, seid nicht in Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife; 5 denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis. (Römer 13.12) (Epheser 5.9) 6 Also laßt uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein. (1. Petrus 5. 7 Denn die da schlafen, schlafen des Nachts, und die da trunken sind, sind des Nachts trunken. 8 Wir aber, die von dem Tage sind, laßt uns nüchtern sein, angetan mit dem Brustharnisch des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung der Seligkeit. (Epheser 6.14-17) 9 Denn Gott hat uns nicht zum Zorn gesetzt, sondern zur Erlangung der Seligkeit durch unseren Herrn Jesus Christus, 10 der für uns gestorben ist, auf daß wir, sei es daß wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben. (Römer 14.8-9) 11 Deshalb ermuntert einander und erbauet einer den anderen, wie ihr auch tut. (Hebräer 3.13)

http://bibel-online.net/buch/elberf.....905/1_thessalonicher/5/#1 (Elberfelder)
Da sind nun die "Widersprüche" in der Bibel selbst. Sollte man ja mal drüber nachdenken - warum wohl?
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Liebe Liebenden ,

ich heisse nicht Lilo und auch nicht Uschi

Aber was uns weiterführt ist

now ........ Spiegel dran halten .......... won

Und schwuppps steht da " won "


Weil : im hier und jetzt haben ( wir alle ) gewonnen


Was vergangen ist ist vergangen und für die Zukunft reifen wir noch heran ( wie eine kleine Knospe )

Außerdem ist grad Winter ( starre ) der Pflanzen


halten wir innenschau oder Einkehr bis zum Frühling

Und schauen immer step-for-step

immer mehr mit " liebenswürdigen Kinderaugen "
[quote="finnoir"]Mt 24,27 Denn wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.

Wi ich bereits ausschweifend in einem meiner letzten Beiträge konstatiert habe, geht es den Baha'i gerade darum, zu abstrahieren und die Schriften eben nicht wörtlich zu nehmen. Die Christen machten den Juden ihre mangelnde Abstraktionsgabe bei der Auslegung der Prophezeiungen über das Kommen Christi zum Vorwurf. Das jüdische Volk verstand sie wörtlich und wartete, wie Baha'u'llah es ausdrückt, vergebens darauf, dass "das Idol, das es selbst erschaffen, mit Zeichen erscheine, die es selbst ersonnen." (Buch der Gewissheit 1:17) Genau das gleiche werfen die Baha'i heute den Christen vor. Den wesensmäßigen Unterschied sehe ich dabei nicht.

Übrigens könnte ich diesen Vers sehr wohl allegorisch so zu deuten, dass er auf Baha'u'llah zuträfe. Denn er offenbarte sich im "Osten", also dem Orient aus westlicher Sicht. Schon früh fand die Bewegung Interesse auf der ganzen Welt bei russischen Gesandten am Hof des persischen Schah, bei britischen Forschungsreisenden oder bei christlichen Pilgern. Schließlich trug der Sohn Baha'u'llahs die Botschaft seines Vaters auf ausgedehnten Reisen direkt in den Westen bis nach Amerika.

Ob man diese Auslegung annimmt oder nicht, das ist natürlich jedem selbst überlassen. Ich wollte damit nur zeigen, dass es geht
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Lieber Sören

deinen letzten Satz find ich sehr belebend

Das göttliche " Nadelör " ist möglicherweise

Ein löcheriger Schweizer Käse und

Es gibt für " jeden individuellen Fingerabdruck "

Ein individuelles " Erkenntniss Schlupfloch "


halten wir das vielleicht einfach mal so offen - das tut erstmal ganz gut , finde ich .


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finnoir hat folgendes geschrieben:
Hallo Tobias,

anbei eine Stelle aus dem Matthäus Evangelium / Kapitel 24:

Mt 24, 23 Wenn dann jemand zu euch sagt: Seht, hier ist der Messias!, oder: Da ist er!, so glaubt es nicht!
Mt 24,24 Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen.
Mt 24,25 Denkt daran: Ich habe es euch vorausgesagt.
Mt 24,26 Wenn sie also zu euch sagen: Seht, er ist draußen in der Wüste!, so geht nicht hinaus; und wenn sie sagen: Seht, er ist im Haus!, so glaubt es nicht.
Mt 24,27 Denn wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.

Quelle: Einheitsübersetzung

Diese Aussage läßt also (zumindest alle Christen) aufhorchen. Wie läßt sich also diese Textstelle und sein Schluß mit der Aussage eures Religionsstifters
Mirza Husain-ʿAli Nuri (Bahaullah) in Übereinstimmung bringen, wenn er für sich in Anspruch nimmt, die Wiederkunft Christi zu sein?

Hier hätten wir also einen Widerspruch gefunden, der keine Kleinigkeit darstellt, z.B. ob der Esel links oder rechts gestanden hätte, es handelt sich auch nicht um eine Differenz, die sich durch Kulturelle Widrigkeiten relativieren ließe, sondern hier werden Kern Offenbarungen berührt, welche die höchsten Prinzipien jeweiliger Religionsverständnisse ansprechen, zumal Jesus von sich sagte, er sei gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen. Die Wahrheit steht hier als Gleichnis für die höchste Kraft und wahre Quelle der Schöpfung, die uns duch Jesus Christus (als Neues Testament) offenbart worden ist.

Brüderliche Grüße
Omega


Es wurde ja schon von einigen anderen hier dazu etwas gesagt. Ich will trotzdem mal ein eigenes Statement dazu schreiben. Dazu will ich gar nicht anfangen andere Verse aus der Bibel zu zitieren. Wir wollen uns erst einmal einfach nur diesen Vers anschauen.

In diesen Versen wird vor falschen Ansprüchen auf Messiastum und Prophetentum gewarnt. Am Ende (27) wird darauf hingewiesen, dass man die Ankunft des Menschensohnes (interessanterweise ist hier nicht von Messias oder Prophet die Rede!) an einem Blitz, der bis zum Westen leuchtet, wenn er im Osten aufflammt erkennen würde.

Du interpretierst diese Stelle (wie auch viele Christen sie interpretieren), dass mit Westen und Osten hier globale Weltgegenden gemeint sind und nicht nur kurze Anschnitte des Himmels über uns. Das Problem an dieser Interpretation ist, dass sie - unter bestehenden Naturgesetzen - nicht möglich ist. Aufgrund der Erdkrümmung (und anderer Faktoren) kann man selbst den stärksten Blitz der z.B. in China irgendwo einschlägt in z.B. den USA nicht mehr sehen.

Sinn macht hier also, wie bei fast all solchen prophetischen Aussagen, nur eine symbolische Deutung. Das gilt übrigens bereits für die Messias-Prophezeiungen in der Hebräischen Bibel. Würde man sie wörtlich und materiell deuten würden sie nicht auf Jesus von Nazareth zutreffen.

Interessanterweise wird in Vers 24 sogar direkt vor Wundern als vermeintlicher Beweise gewarnt!

Symbolisch steht der Blitz für große Geschwindigkeit. Osten und Westen für weitere Entfernungen. Ich kann dir hier gleich zwei Interpretationen geben die - Unter der Berücksichtugung des festgestellten - diesen Vers aus Prophezeiung hinsichtlich der Bahai-Offenbarung darstellen:

1. Samuel Morse schickte im Jahre 1844 die erste Morsebotschaft durch eine öffentliche Leitung. Er revolutionierte damit die Kommunikation und leitete das Informationszeitalter ein. Morsebotschaften sind elektrische Signale (also sozusagen 'vom Menschen gezähmte Blitze'), welche sich rasend schnell bewegen und Nachrichten überbringen. Der Inhalt der ersten Morsenachricht war "What hath God wrought!" (4. Mose 23,23; dt.: Was hat Gott bewirkt!). Es war der 24. Mai 1844. In der Nacht vom 22. zum 23. verkündete der Bab (der Vorläufer und Mitoffenbarer Bahaullahs) seinen Anspruch gegenüber seinen ersten Jünger. Man beachte hier die zeitliche Nähe.

2. In dem Jahr als Bahaullah die irdische Existenz verließ (1892) gab es bereits feste Bahai-Gemeinden von Hongkong und Indien bis über den Iran und Großbritanien bis nach Kalifornien - also vom tiefsten Osten bis in den weitesten Westen. Schon weit davor fand bereits die Bewegung des Bab ein echo in den Zeitungen der Welt.
Nachfolgend ein Link zu dem von mir vorgeschlagenen Buch

Dieb in der Nacht

von William Sears

www.wiederkunft.at/Downloads/Dieb_in_der_Nacht.doc

Hier kann man das ganze Buch nachlesen.


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Bahá'u'lláh
--- Das Labyrinth der Widersprüche ---

Hallo Allerseits,

vielen Dank für eure Beiträge und Hinweise (Grüße an Oma Linde, habe besagtes Buch auf meinem Rechner geladen und werde es mir bei Gelgenheit ansehen)

Ich glaube, daß es an dieser Stelle sinnvoll ist, nochmal meinen letzten Anfang zu wiederholen, der da lautete:

Wie gehen wir mit Widersprüchen um?

Ich möchte meine Frage konkretisieren und euch an dieser Stelle fragen, wie geht ihr mit Widersprüchen um? Ich glaube, daß es wichtig ist, daß man Widersprüche auch anerkennt, sofern solche in Erscheinung treten. Wie gesagt, ich bin nicht hier, um jemanden zu überzeugen, so wie viele sogeannte Christen es seit Jahrhunderten praktiziert haben und durch ihren missionarischen Eifer viel Unheil angerichtet haben.

Der Mensch muß lernen, den anderen Menschen frei zu lassen. Jeder Mensch kann sich nur inwendig ergründen. Ich finde mich und meinen Glauben durch ureigene Befragungen und Erlebnisse ... Es gehört zur Natur der Sache, daß sich Erfahrungen nicht übertragen lassen.

Ich habe erst durch dieses Forum von der Bahai Religion erfahren und bin nun im Begriff ein anfängliches Bild zu gewinnen. Ich hätte zu Anfang nicht vermutet, daß die Bahai Gemeinschaft sich als abrahamitischen Zweig versteht und sich ihr Religionsstifter wortwörtlich als legitimer Nachfolger begreift, der die Offenbarungen der vorangegangenen Schriften tatsächlich erfüllt hätte.

Ich würde mich freuen, wenn ihr ergänzende Schriften beilegen könntet, daß die Wiederkunft Christi bereits durch Baha'u'llah erfolgt sei. Mehr Textstellen ergeben mehr Anhaltspunkte und tragen zum Verständnis bei.

Dennoch bleiben die Hinweise aus Mt 24 bestehen, die eindeutig davon sprechen, daß die Wiederkunft Christi ein (globales) Ereignis sein würde. Ob der Schlußsatz einen konkreten Blitz meint, das ist natürlich fraglich, aber die Aussage ist dennoch eindeutig, gerade im Verbund mit den Sätzen davor. Es wird extra darauf hingewiesen, daß es nicht so sein wird, daß ein Mensch dadurch ins Hintertreffen geraten könnte, weil er abseits (geographisch) lebte und darum einen speziellen Ort aufzusuchen hätte, z.B. ein Bahaizentrum im Orient. Daß geht unmißverständlich aus genannten Versen hervor. Es wird sogar ein- und ausdrücklich davor gewarnt.

Eure Erklärungversuche scheinen mir da auf wackligen Beinen zu stehen, da es gerade in dieser Hinsicht klare Aussagen dazu im NT gibt - siehe Mt 24. Die Bahai Anhänger könnten nun versucht sein, diese Verse im Sinne ihres Religionsstifters auszulegen und darum nach Entsprechungen suchen.

Ein gutes Beispiel für so einen Vorgehen finden wir im lezten Beitrag von Tobias.

Zitat:
1. Samuel Morse schickte im Jahre 1844 die erste Morsebotschaft durch eine öffentliche Leitung. Er revolutionierte damit die Kommunikation und leitete das Informationszeitalter ein. Morsebotschaften sind elektrische Signale (also sozusagen 'vom Menschen gezähmte Blitze'), welche sich rasend schnell bewegen und Nachrichten überbringen. Der Inhalt der ersten Morsenachricht war "What hath God wrought!" (4. Mose 23,23; dt.: Was hat Gott bewirkt!). Es war der 24. Mai 1844. In der Nacht vom 22. zum 23. verkündete der Bab (der Vorläufer und Mitoffenbarer Bahaullahs) seinen Anspruch gegenüber seinen ersten Jünger. Man beachte hier die zeitliche Nähe.


Ich möchte dir zu deiner Analogie eine historische Entsprechung einstellen.
Das Orakel zu Delphi zeichnete sich dadurch aus, daß es Wahrheiten auszusprechen vermochte, welche die Fragesteller frei ließen. König Kroisus hatte so eine Weissagung im Krieg gegen die Perser selbst erfahren.

Um also auf deine Sychronizitäten einzugehen. Was besagen sie genau? Was wurde wortwörtlich gefunkt? Welcher Kontext wird dadurch angestimmt?

Zitat:
2. In dem Jahr als Bahaullah die irdische Existenz verließ (1892) gab es bereits feste Bahai-Gemeinden von Hongkong und Indien bis über den Iran und Großbritanien bis nach Kalifornien - also vom tiefsten Osten bis in den weitesten Westen. Schon weit davor fand bereits die Bewegung des Bab ein echo in den Zeitungen der Welt.


Ja, ich staune, in Berlin gab es anscheinend schon um die Jahrundertwende einen ersten kleinen Ableger. Wie gesagt, ich schätze alle humanistischen Bestrebungen, dennoch haben (himmlische) Offenbarung einen ganz anderen Stellenwert. Wir können uns nur auf die zugehörigen Schriftzeugnisse berufen und die raten im besprochenen Fall eindeutig zur Vorsicht.

Nähere Betrachtungen (Erörterungen) können nur sinnvoll sein. Alle, die nach Wahrheit streben, die werden dem wahren Wort eine Leuchte sein, bzw. wird das wahre Wort ihnen leuchten.

Abendliche Grüße
Omega
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You Are what You Art.
finnoir hat folgendes geschrieben:
Wie gehen wir mit Widersprüchen um?


Das kommt darauf an, was du für Widersprüche meinst. Dadurch, dass ich Heilige Schriften grundsätzlich erst einmal allegorisch durchleuchte, reduziert sich der Umfang an vorhandenen Widersprüchen schon mal ganz erheblich, sodass das "Problem" erstmal an diesen Stellen gar nicht auftritt und sich die Frage auch nicht stellt. Du kannst mir zehnmal sagen, dass es unauflösliche Widersprüche gäbe. Das ist auch okay und deine persönliche Meinung, aber meine ist nunmal anders und von daher weise ich es auch ein Stück weit von mir, auf Widersprüche festgenagelt zu werden, die ich so nicht sehe.

wenn man nun nach Widersprüchen sucht, dann muss man erst einmal konstatieren, dass die Schriften der Baha'i aufeinander aufbauen und aufeinander abgestimmt sind. Es gibt keine Aussagen, die sich offen widersprechen, da sie nur von genau drei Personen überhaupt getroffen werden konnten. Und zwar sind dies zuallererst Baha'u'llah selbst, in der Folge sein Sohn Abdu'l-Baha und dessen Enkel Shoghi Effendi. Diese drei bilden den Schriftenkanon der Baha'i-Gemeinde in Fragen der Auslegung. Dabei legen Baha'u'llah und Abdu'l-Baha auch häufig biblische oder koranische Verse aus, während Shoghi Effendi mehrfach ausdrücklich darauf hinweist, dass er bestimmte Dinge einfach nicht wissen kann, sofern sie nicht schon in den Schriften seiner Vorgänger behandelt wurden. er weigert sich kategorisch, Bibel- oder Koranverse verbindlich auszulegen. Einige Stellen aus dem Alten wie dem Neuen Testament sind durch die Zitation von Baha'u'llah und Abdu'l-Baha direkt in den Schriftenkanon der Baha'i eingegangen und gelten den Baha'i ohne Einschränkungen als "wahr". Andererseits gehören zu diesem Kanon auch Auslegungen eben dieser Verse, sodass ein gewisses Grundmuster der Auslegung bereits vorgeprägt ist und natürlich auch jeden heutigen Baha'i beeinflusst, der sich mit biblischen oder koranischen Texten befasst, auch wenn sie von den Autoritäten des Glaubens selbst nicht behandelt wurden.

Wo es sicherlich Widersprüche gibt, das ist im Wortlaut der biblischen Schriften. Diese Widersprüche können auf zwei Arten erklärt werden.

Die erste ist der historisch-kritischen Bibelexegese zu verdanken und rekurriert auf den Umstand, dass die Bibel in beiden Teilen eine lange Redaktionsgeschichte durchgemacht hat und entsprechend nicht mehr sicher nachvollzogen werden kann, wie bestimmte Ereignisse tatsächlich abgelaufen sind, ob sie in der Form überhaupt stattgefunden haben und ob die Berichte sich tatsächlich auf eine verlässliche Primärquelle stützen konnten, als sie verfasst wurden. Beispiele hierfür sind z.B. die beiden schöpfungsgeschichten, die Geschichtsschreibung aus der "Chronik" und den "Büchern der Könige" oder auch die vier Evangelien.

Zweitens gibt es noch die Möglichkeit, dass Widersprüche sich dadurch auflösen lassen, dass man die Texte nicht wörtlich interpretiert. Wörtliche Interpretation, das Festhalten am Buchstaben auf Kosten des Geistes, gilt den Baha'i -wenn es denn so ein Konzept gäbe- als Todsünde, zumindest aber als Grundübel aller religiösen Streitigkeiten.

Falls man mit diesen Methoden irgendeinen Widerspruch nicht aufgelöst bekommt, dann muss man wohl oder übel damit leben. Zum Beispiel hatten wir vor einigen Wochen eine Diskussion, in der es um die Frage ging, ob Buddha einen monotheistischen Gott im orientalisch-westlichen Sinne verkündigt hat oder nicht. Ich möchte gleich dazusagen, dass es nie um die Frage ging, ob irgendetwas transzendentes im Buddhismus enthalten sei, sondern nur, wie Buddha dieses erklärt haben mag.

finnoir hat folgendes geschrieben:
Wie gesagt, ich schätze alle humanistischen Bestrebungen, dennoch haben (himmlische) Offenbarung einen ganz anderen Stellenwert. Wir können uns nur auf die zugehörigen Schriftzeugnisse berufen und die raten im besprochenen Fall eindeutig zur Vorsicht.


Letzten Endes wird man mit einer Interpretation niemals alle Menschen glücklich machen können und die Christen haben genauso ihr gutes Recht auf eine eigene Interpretation wie die Baha'i. Insofern ist es völlig okay, wenn du zu dem Ergebnis kommst, dass Baha'u'llah nicht die Wiederkunft Christi sein kann. (Als Leseempfehlung hierzu das Lawh-i-Aqdas, die Heiligste Tafel. Sie wird manchmal auch Sendschreiben an die Christen genannt)

Aber um dich noch einmal zu kitzeln, lieber Omega, gib mir doch ein paar Beispiele für deiner Meinung nach unauflösliche Widersprüche. Ich werde dir gerne am konkreten Fall mein Vorgehen und dessen Ergebnis erläutern
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Zitat:
Ich möchte meine Frage konkretisieren und euch an dieser Stelle fragen, wie geht ihr mit Widersprüchen um? Ich glaube, daß es wichtig ist, daß man Widersprüche auch anerkennt,


Hallo omega, ich finde es auch absolut wichtig, dass man Widersprüche anerkennt.

Zitat:
Wie gesagt, ich bin nicht hier, um jemanden zu überzeugen


Super, da sind wir uns schon wieder einig, denn das möchte ich auch nicht, bzw. ich denke ich kann und soll das nicht. Aber meine Meinung darf ich frei äußern, sofern sie nicht anmaßend oder beleidigend oder etwas in der Form ist.

Wie schon gesagt sollte man Widersprüche anerkennen. Nur kann es halt sein, dass der eine in einer Situation einen Widerspruch sieht und der andere nicht.
So sehe ich z.B. keinen Widerspruch in dem was in der Bibel steht zu dem was Bahá'u'lláh beansprucht zu sein. Aber natürlich erst nach intensivem Studium mit der Sache. Denn wir sollen ja nicht blind das nachschwätzen was andere meinten, sondern selbst die Wahrheit erforschen.

Man könnte (wenn man wollte) z.B. auch einen Widerspruch darin sehen was im alten Testament über die Erwartung des Messias steht und dem was dann eingetreten ist.
So stand da geschrieben (weiß leider nicht die genaue Stelle), dass der Messias von einem unbekannten Ort kommen werde. Die Juden erkannten Christus nicht an, obwohl sie Ihn erwarteten, denn sie sagten Er käme ja aus einem bekannten Ort. Sie haben es wörtlich verstanden und da Christus aus Nazareth kam konnte Er es natürlich nicht sein, wie sie meinten. Tatsächlich aber war mit dem unbekannten Ort der Himmel gemeint.

Er kommt mit einem Schwert. Doch Christus kam nicht mit einem Schwert. Scheinbarer Widerspruch Nr. 2. Allerdings trennte das Schwert seiner Zunge die Falschen von den wirklich Gläubigen.

Auch steht geschrieben, dass der Messias auf einem Thron sitzen wird. Doch Er saß nicht auf einem Thron. Scheinbarer Widerspruch Nr. 3
Sein Thron ist aber der ewige Thron im Himmel.

Er wird den Osten und den Westen erobern, doch Er fiel selbst den Grausamkeiten Seiner Zeit zum Opfer. Dies könnte man als weiteren Widerspruch sehen.
Doch Sein Wort eroberte den Osten und den Westen.

Er wird die Juden erheben. In den Augen der Juden ist dies auch nicht eingetroffen.
Doch Er hat die Juden erhoben, nämlich die, die an Sein Wort glaubten.

So jetzt ist aber Zeit für mich. Morgen früh werde ich es wieder bedauern dass der Wecker um 6.30 Uhr so unbarmherzig ist.

Gute Nacht Freunde!
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh

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