Ist Gott immer anwesend ?


Hallo zusammen! Wollte mal fragen: ist Gott immer anwesend? Fühle mich nämlich von Engeln und Geistern verlassen und spüre das Göttliche nicht mehr. Was soll ich tun um es wieder zu spüren?
Hi

Du könntest einfach mal die Ruhe geniessen...

LG
*g* Grubi...

Allerdings habe ich mich sowas in der Art auch schon gefragt.
Es ist ja so, dass ich es (meistens) gut finde, wenn jemand gläubig ist.
Also- diese Erkenntnis habe ich durch meinen Job gewonnen. Da begegne ich dem Tod- und ich habe noch keinen einzigen Bewohner( in meinem Seniorenheim) kennengelernt, der nicht gläubig ist ( was sicher auch mit dieser Generation zusammen hängt). Gerade wenn das Sterben sehr nahe ist, spüren das die Menschen und ihr Glaube wird sehr zentral und ist ein ganz wichtiges Thema in allen Gesprächen. Das gelingt mir bisher auch gut, weil ich auffange was jemand glaubt und das bestätige, sofern es postitiv für den Betreffenden ist.
Das betrifft auch die Angehörigen.
Nun glaube ich nicht an Gott- auch wenn das mal anderes war.
Und ich frage mich hier auch- gibts überhaupt einen Weg sowas wie Glauben wieder zu erlangen?
Eine Kollegin, die selbst Babtistin ist, will mich schon seit ca zwei Jahren zu einem ihrer Gottesdienste mitnehmen- sie glaubt irgendwie, dass mich eine Art Erleuchtung überfällt, wenn ich erstmal da ist. Ich denke aber nicht, dass das so einfach ist...
Ich meine unser Leben ist durch persönliche Erfahrungen geprägt und wenn man da negative in Richtung Glaube/ Sekte gemacht hat- wie soll man denn dann zu Glauben zurück finden?
Zitat:
Wollte mal fragen: ist Gott immer anwesend?

Ich bin davon überzeugt. Vielleicht ist es so wie mit der Sonne, sie ist immer da, aber wir lassen oft den Rolladen runter.

Zitat:
spüre das Göttliche nicht mehr. Was soll ich tun um es wieder zu
spüren?


Vielleicht magst Du IHN bitten Dir dabei zu helfen den Rollladen wieder hochzuziehen.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
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kirchmessmensch hat folgendes geschrieben:
Hallo zusammen! Wollte mal fragen: ist Gott immer anwesend? Fühle mich nämlich von Engeln und Geistern verlassen und spüre das Göttliche nicht mehr. Was soll ich tun um es wieder zu spüren?


Lieber "kirchmessmensch",
möglicherweise liegt die Lösung in einer anderen Religio (Rückbindung). Eine mögliche Wende könnte dein eigener Name sein. Ich kenne einen "Menschen", der kam in "Meßkirch" zur Welt. Er studierte zuerst Theologie, folgte dann seiner wahren Berufung: der Philosophie. Sie bedeutet ursprünglich Freund (Philos) der Weisheit (Sophie). Er ging dort, wo er war, gerne Spazieren und las sich selbst auf. Die Schöpfung ist allgegenwärtig. Er hat sich über jede Entsprechung gefreut und empfand wohl eine große Zuneigung für Hölderlin. Von diesem Dichter stammen folgende Worte:

"Was lebt, ist unvertilgbar, bleibt in seiner tiefsten Knechtsform frei, bleibt eins – und wenn du es scheidest bis auf den Grund – bleibt unverwundet – und wenn du bis ins Mark es zerschlägst – und sein Wesen entfliegt dir siegend unter den Händen."

Ich glaube, das schönste und höchste Prinzip, das aus Gott hervorgeht, dies ist wahrlich kein entferntes Prinzip, das sich in einer theologische Fakultät verborgen hält, sondern ein lebendiger Sinn, der eigentlich nur im Augenblick erfahrbar ist, also im hier und jetzt. Ich glaube also, daß dieses Prinzip sich nicht dadurch finden läßt, daß man im äußeren Weltall sucht, sondern es sich am liebsten dort erspüren läßt, wo du der Schöpfung gerade Dasein gibst.

Will sagen, der unerschöpfliche Liebesinn ist ein inwendiger Quell. Atmen, sich Zeit lassen, zu sich kommen, den eigenen Strom aufspüren, atmen, spüren ...

Zuversichtliche Grüße
Omega
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You Are what You Art.
Kirchmessmensch hat folgendes geschrieben:
Wollte mal fragen: ist Gott immer anwesend?


Davon bin ich überzeugt.

Zitat:
Was soll ich tun um es wieder zu spüren?


Vielleicht solltest Du Dich in Liebe und Dankbarkeit Gott zuwenden.

Alles Liebe,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Gott kann niemals abwesend sein, da er allgegenwärtig ist!
Ja, Gott ist immer anwesend, aber es gibt Zeiten, in denen unser Kanal "verstopft" ist und wir Gott nicht mehr spüren können.
Meistens aufgrund von seelischen Schmerzen, Traumata, Depressionen, Kummer und anderem.

Das sind die dunklen Zeiten, in denen der Glaube geprüft wird.

Es geht darum, den Kontakt zu Gott aufrecht zu erhalten ohne etwas zu spüren.
Danach wird das Licht in einer höheren und erweiterten Form spürbar sein.
Da gilt es durchzuhalten und nicht an Gott- oder an dir- zu zweifeln. Niemals.
Auch im Winter scheint die Sonne, aber sie wärmt nicht.

Gott ist immer da, immer und überall und du kannst Gott immer ansprechen, egal, was du getan hast- Gott ist niemals beleidigt oder sauer, niemals.

Wir sind hier, um durch Leid und Schmerzen Erkenntnis zu gewinnen und als Seele zu wachsen und wachsen tut weh. Die Blüten der Freude kommen im nächsten- seelischen- Frühling.

Also halte durch und sei dir sicher, dass es Gottes Plan ist und dir nichts passieren kann, was Gott nicht will.
Hallo gaia,
gaia hat folgendes geschrieben:

Eine Kollegin, die selbst Babtistin ist, will mich schon seit ca zwei Jahren zu einem ihrer Gottesdienste mitnehmen- sie glaubt irgendwie, dass mich eine Art Erleuchtung überfällt, wenn ich erstmal da ist. Ich denke aber nicht, dass das so einfach ist...
Ich meine unser Leben ist durch persönliche Erfahrungen geprägt und wenn man da negative in Richtung Glaube/ Sekte gemacht hat- wie soll man denn dann zu Glauben zurück finden?


Natürlich hält jeder seine Kirche für die beste, für die Beste in dem Sinne, dass er ja selber dort gerade bekommt, was er braucht und man ja immer von sich selber ausgeht und denkt, dass das, was für einen selber gut ist auch für den anderen gut ist.

Ich selber habe vor vielen Jahren in einer Baptistengemeinde ganz wichtige Impulse für mein Glaubensleben erhalten. Das lag unter anderem daran, dass ich an diesem Tag gerade dort abholt worden bin, wo ich stand und das bekommen habe, was ich brauchte. Ich denke aber, dass das in vielen anderen Gemeinden auch hätte geschehen können, aber mein damaliges Bedürfnis mich dort hingeführt hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man wirklich Zeichen und Wegweisung erhält, wenn man ein intensives Bedürfnis danach empfindet und das auch ausspricht. Das kann dann ein Buch sein, auf das man wie zufällig stößt, eine Schlagzeile, die man im Vorbeigehen wahrnimmt, ein Traum, oder eben eine Einladung in eine Gemeinschaft.

Viele Jahre später bin ich nochmal in einer anderen Baptistengemeinde gewesen und dort war es total anders als in der davor, ja fast bedrückend.

Man findet Gott nicht dort, wo man ihn gestern fand. Das bedeutet meiner Meinung nach auch, dass das gesamte Gottesbild sich ändern bzw. weiterentwickeln kann. Wenn man "seinen Glauben verloren hat" , dann meint man damit wohl eigentlilch sein altes Gottesbild. Es hat dann wohl auch wenig Sinn, dieses Gottesbild wieder haben zu wollen, weil es sich so vertraut anfühlt, oder weil es einem einmal Halt gegeben hat. Man hat es ja nicht ohne Grund verloren und vielleich sollte das ja auch so sein, damit man weitergeht und weiter reift und weiter sucht und an einer Station anlangt, die gerade dran ist.

Diese plötzliche Erleuchtung kann natürlich kommen, aber vielleicht weniger in einer Gemeinschaft, die das alte Gottesbild vertritt. Wenn man dann als Einzige da sitzt und nicht mitgehen kann, dann fühlt man sich fürchterlich einsam und verlassen.

Wenn man vorher in einer Sekte war, hat man extrem fundamental geglaubt. Es ist wohl die Regel, dass man dann erst mal extrem fundamental nicht glaubt. Bis dann wieder etwas eintritt, was einen berührt und einem zeigt und sagt, dass es da mehr gibt und man fängt wieder an nach Gott zu suchen, danach wie Gott wirklich ist und nicht wie man ihn eingeprägt bekommen hat.

Leider ist es ja so, dass es keine Glaubensgemeinschaft für Leute gibt, die eine suchende Spiritualität leben und eine agnostische Ausrichtung haben. Es gibt die Unitarier, da war ich mal zu so einer Andacht, aber das war mir zu wenig. Das war wie Kirche ohne Gott, ganz merkwürdig, obwohl das Lesen aus weltliterarischen und philosophischen Texten sehr schön war.

Ich glaube, wer ernsthaft such, wird auch immer wieder Impulse erhalten.




LG
Elemement Luft
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Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Hallo Element Luft,
interessanter Nick- ich bin übrigens Erde und wohl auch ziemlich geerdet inzwischen.
Du hast sicher Recht- Sektenerfahrung bringt einen zum Gegenteil von dem was man vorher hatte.
Wobei sich das inzwischen etwas gelegt hat- durch die Zeit und durch den Umgang mit Gläubigen, die eher nicht an sowas wie ein Gericht Gottes glauben- und durch den Umgang mit meinen alte Damen und Herren

Die Kollegin- also sie strahlt wenn sie über ihren Glauben spricht- aber ich finde sie eben sehr auf ihre Religion bezogen.
Sie war diejenge die abgewunken hat, als ein Later katholischer Bewohner sonntags- viel zu spät- nach seinem Pfarrer gefragt hat, weil er seine Kommunion( ich hoffe ich verwechsel das jetzt nicht) noch wollte.
Wobei ich das anders sehe. Sowas sollte natürlich erledigt werden.
Klar, hält jeder seine Religion für die Beste- aber ich sehe das anders. Ich sehe das was Glauben einem gibt. Ich sage alten Menschen, dass Gott alle Menschen lieb hat- und das für jeden etwas danach da sein wird und dass das schön sein wird. Ich erwähne die "alten Menschen" wegen ihrer Todesnähe.
Obwohl ich mich in eine andere Richtung bewege.

Zitat:
Ich selber habe vor vielen Jahren in einer Baptistengemeinde ganz wichtige Impulse für mein Glaubensleben erhalten. Das lag unter anderem daran, dass ich an diesem Tag gerade dort abholt worden bin, wo ich stand und das bekommen habe, was ich brauchte

Ich schätze das möchte sie auch. Sie weiß um meine persönliche Lebenskrise in der ich gerade stecke und möchte mir etwas geben. Vermutlich werde ich wohl tatsächlich mal hingehen- im Frühling. Ich hoffe nur, sie denkt dann nicht, dass ich "erleuchtet" werde so wie sie...
Zitat:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man wirklich Zeichen und Wegweisung erhält, wenn man ein intensives Bedürfnis danach empfindet und das auch ausspricht. Das kann dann ein Buch sein, auf das man wie zufällig stößt, eine Schlagzeile, die man im Vorbeigehen wahrnimmt, ein Traum, oder eben eine Einladung in eine Gemeinschaft.

Ich danke dir jedenfalls für deine Worte. Du hast mir schon weiter geholfen- und ganz ohne irgend etwas von dir zu vermiteln, was ich mir unbedingt aneignen sollte.

Zitat:
Leider ist es ja so, dass es keine Glaubensgemeinschaft für Leute gibt, die eine suchende Spiritualität leben und eine agnostische Ausrichtung haben. Es gibt die Unitarier, da war ich mal zu so einer Andacht, aber das war mir zu wenig. Das war wie Kirche ohne Gott, ganz merkwürdig, obwohl das Lesen aus weltliterarischen und philosophischen Texten sehr schön war.


Ja- scheinbar nicht- Wobei ich das mit den Unitariern erstmal interessant finde. Ich werde mich da mal drüber informieren.
LG
gaia
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~ Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Wege zu Weisheit ~ ( Chinesische Weisheit )

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