Wurde zu einem ev-Gottesdienst eingeladen, Unverstehbar!


Hallo Weinbeg,
Weinberg hat folgendes geschrieben:

Kann man sich Gott wirklich als ein blutrünstiges Ungeheuer vorstellen, das durch das Blut seines eigenen Sohnes besänftigt werden muss?

Ich wußte nicht ob ich die Leute auslachen oder bedauern sollte weil die so einen Quatsch annehmen, das glauben zu sollen ( Schüler-Religionsuntericht inkl. Konfirmationsvorbereitung ) eine Beleidigung des Versandes und Intellekt.



Ich denke auch, dass Gott uns nicht unseren Verstand gegeben hat, damit wir ihn ausschalten. Ich verstehe dieses Ritual von "Blut" und "Leib" ehrlich gesagt auch anders als es heute im Christentum ausgelegt wird. Die Vorstellung, dass Gott sich aufgespalten hat in alles das was ist, ist ja im Prinzip eine Hingabe/eine Aufgabe des "Leibes"Gottes. Im Thomas-Evangelium sagt Jesus folgendes:
"Das Reich Gottes ist inwendig in Euch und überall um Dich herum; Nicht in Gebäuden aus Holz und Stein. Spalte ein Stück Holz und ich bin da, Hebe einen Stein auf und Du wirst mich finden."
Diese Aussage ist relativ pantheistisch. Damit wäre nicht nur Jesus Kind Gottes, sondern auch alle anderen, was das Johannes-Evangelium ja auch gleich im ersten Kapitel zum Ausdruck bringt: "Ihr alle habt die Macht, Kinder Gottes zu werden" (Durch die Erkenntnis des eigentlichen Einssein) Auf der Wahrnehmungsebene der Vielheit aber, hat man eine Trennung (Sünde) von der Ganzheit/Einheit. Durch den Tod kommt man in die Einheit zurück, somit kostet die Rückkehr in die Einheit uns unser irdisches Leben. "Der Tod ist der Sünde Sold".
Wenn Jesus das besagte Liebesmahl feiert, erinnert er daran, dass wir eigentlich alle Eines sind und durch den Tod wieder Eines sein werden und nicht, dass Gott ein blutiges Opfer fordert.

Das Thomas-Evangelium sagt auch:
Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das
Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere
wie das Untere und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem
einzigen macht, so daß das Männliche nicht männlich und das Weibliche
nicht weiblich ist, und wenn ihr Augen macht anstelle eines Auges und eine
Hand anstelle einer Hand und einen Fuß anstelle eines Fußes, ein Bild
[ει̉κών] anstelle eines Bildes, dann werdet ihr in [das Königreich]
eingehen.“

Jesus sprach: „Wer sucht, soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet;
und wenn er findet, wird er erschrocken sein; und wenn er erschrocken ist,
wird er verwundert sein, und er wird über das All herrschen.“
_________________
Locker bleiben, Maß halten (frei nach Aristoteles)
Hallo,
ich nham mal das zum Anlass weiterzulesen und -denken. Nach einigen Quellen ist da die jüdische Religion wesentlich humaner, ausser Sinflut und Ghomorra keine Strafgerichte. Dazu schon mit Abraham und Isaak wurde das nur bis zum Beweis der Untewerfung und Gesinnung, also ähnlich dem "kaukasischen Kreidekreis" vorangetrieben und dann abgebrochen.

Damit drängt sich die Frage auf ob das die Vernunft deutlich mehr respektierende Judentum genau deshalb oft verfolgt wurde.

Vereinfacht: Mit Juden kann man keinen ( totalitären ) Staat machen....

Selbst im militärisch straffen modernen Israel haben freie Geister eine Stimme, ob Kshon, Abi Nathan und andere.
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Damit wäre nicht nur Jesus Kind Gottes, sondern auch alle anderen, was das Johannes-Evangelium ja auch gleich im ersten Kapitel zum Ausdruck bringt: "Ihr alle habt die Macht, Kinder Gottes zu werden"


Das ist ja auch so - nur das Wichtige dabei: die Kindschaft vermittelt eben Er - Jesus Christus, der eine und einzige eingeborene Sohn Gottes. Weil nur Er Gott mit Recht "Vater" nennen kann - und alle, die sich auf Jesus berufen durch Ihn an dieser Gotteskindschaft Jesu teilhaben. Außerhalb von Jesus Gott "Vater" zu nennen ist letzlich eine pure Anmaßung gegenüber Gott.

Wer hätte das Recht das zu tun mit all seinen Armseligkeiten und seinem Versagen, seiner Schwäche und seiner Verleugnung des Guten in so zahlreichen Dingen - niemand, absolut niemand. Nur Jesus "rechtfertigt" Gott "Vater-Unser im Himmel" zu nennen, sonst niemand. Und auch interessant: Es ist ein "Vater-Unser", kein "Vater-Mein", das heißt niemand hat das Recht Gott außerhalb der Kirche "Vater" zu nennen - es ist eine Vaterschaft, die sich nur im "Wir" der Kirche erschließt, die mystischen Leib seines Sohnes bildet.
Ich persönlich meine, dass es in direktem oder indirektem Bezug zu Jesu Christi Verantwortung steht, wie sein ganzes irdisches historisches Leben gelaufen ist. Auch in Bezug auf seine Hinrichtung hat der historische Jesus laut den Schriften schon aufgrund seines Verhaltens weit vorher Tendenzen dahingehend gesehen und hat sich beispielsweise aus seiner Überzeugung daraus trotzdem dementsprechend verhalten, obwohl seine Mitmenschen politisch gesehen damals mitunter aufgrund ihres Nichtwissens diesen Menschen gehasst und verfolgt haben sollen. Für mich persönlich ist an dieser Geschichte nur letztlich wichtig, dass Gott diesen Menschen aus seiner tiefsten Not herausgerissen und ihm trotz aller Ohnmacht seine Herrlichkeit vor Augen geführt hat. So will Gott auch uns letztlich erretten, so wir uns zum Guten bekehren. ("Jesus" soll heißen "Gott rettet") Das ist für mich die Kernbotschaft meiner Religion, auch ich bin evangelisch. Ich meine, dass in den Evangelien mit dem Namen "Jesus" nicht nur der Name eines Menschen gemeint ist, sondern die Verheißung Gottes an uns, dass er bereit ist, uns zu retten, so wir es wollen. Wenn kein Name höher oder bedeutender ist als der Name "Jesus", meine ich, heißt das, dass es von Gott her keine mächtigere Verheißung gibt als seine Bereitschaft, uns zu retten, zu befreien, wo wir es annehmen.
Weinberg hat folgendes geschrieben:
Hallo,
ich nham mal das zum Anlass weiterzulesen und -denken. Nach einigen Quellen ist da die jüdische Religion wesentlich humaner, ausser Sinflut und Ghomorra keine Strafgerichte. Dazu schon mit Abraham und Isaak wurde das nur bis zum Beweis der Untewerfung und Gesinnung, also ähnlich dem "kaukasischen Kreidekreis" vorangetrieben und dann abgebrochen.

Damit drängt sich die Frage auf ob das die Vernunft deutlich mehr respektierende Judentum genau deshalb oft verfolgt wurde.

Vereinfacht: Mit Juden kann man keinen ( totalitären ) Staat machen....

Selbst im militärisch straffen modernen Israel haben freie Geister eine Stimme, ob Kshon, Abi Nathan und andere.


Kann es sein, dass du hier gerade religiöse Eschatologie und politischen Totalitarismus etwas durcheiander wirfst?

Zudem basieren die christlichen Gedanken über göttliches Gericht und Strafe und den Sündenbock auf jüdischen Vorstellungen, wenngleich sie ungleich betont werden.

Weinberg hat folgendes geschrieben:
Damit drängt sich die Frage auf ob das die Vernunft deutlich mehr respektierende Judentum genau deshalb oft verfolgt wurde.


Woran misst du welche Religion die Vernunft insgesamt mehr respektiert? Auch so einige Reglungen des Hebräischen Bibel könnte man mittels der neuzeitlichen Vernunft radikal hinterfragen.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Und auch interessant: Es ist ein "Vater-Unser", kein "Vater-Mein", das heißt niemand hat das Recht Gott außerhalb der Kirche "Vater" zu nennen - es ist eine Vaterschaft, die sich nur im "Wir" der Kirche erschließt, die mystischen Leib seines Sohnes bildet.


Glaubst du, Gott ist so kleinlich? "Sprich mich nicht als Vater an, du gehst Sonntags nicht in die Kirche und betest nicht vor dem einschlafen, außerdem zahlst du zuwenig Kirchensteuer!"

Wer will den so einen "Vater" haben, den man nur über Umwege erreichen kann?
luschn hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Und auch interessant: Es ist ein "Vater-Unser", kein "Vater-Mein", das heißt niemand hat das Recht Gott außerhalb der Kirche "Vater" zu nennen - es ist eine Vaterschaft, die sich nur im "Wir" der Kirche erschließt, die mystischen Leib seines Sohnes bildet.


Glaubst du, Gott ist so kleinlich? "Sprich mich nicht als Vater an, du gehst Sonntags nicht in die Kirche und betest nicht vor dem einschlafen, außerdem zahlst du zuwenig Kirchensteuer!"

Wer will den so einen "Vater" haben, den man nur über Umwege erreichen kann?


Na, so ist das sicher nicht, lieber luschn. Wenn man Gott liebt, dann will ja auch in die volle Gemeinschaft mit ihm kommen, die die Kirche vermittelt - und wenn ich in einer Gemeinschaft bin, dann will auch etwas dazu beitragen und dort regelmäßig hingehen, das ist schon nach rein menschlichen Maßstäben so. Und der Sonntag hat darüber hinaus die Bedeutung, dass er dem Menschen seine Würde gibt. Er steht dafür, dass wir für mehr leben als nur für den Broterwerb, dass wir einen eigenständigen Wert als Wesen haben, der nur deshalb da ist, weil es einen Schöpfer gibt, der uns bedingungslos liebt.

Und natürlich - als Christ am Sonntag ohne echten Hinderungsgrund nicht in die Kirche zu gehen ist eine Sünde, das würde ich genauso sagen, wenn jemand mich danach fragt. Aber gleichzeitig wäre es deshalb jemanden deshalb abzuurteilen und sich selbst auf ein Podest zu erheben, weil er nicht man selbst aber schon hingeht auch Sünde. Es steht mir in keiner Art und Weise zu es als "Leistung" zu sehen, Gott nachzufolgen. Ich bin nur ein Glas, in dem er eine Lampe anzündet, die mich wärmt und anderen Licht geben kann.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Und natürlich - als Christ am Sonntag ohne echten Hinderungsgrund nicht in die Kirche zu gehen ist eine Sünde, das würde ich genauso sagen, wenn er mich danach fragt.

Nunja: Ich sehe das nicht so institutionell begründet. Denn die menschliche Institution Kirche ist meiner Meinung nach weniger als die gesamte Gemeinschaft Gottes.
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

Und natürlich - als Christ am Sonntag ohne echten Hinderungsgrund nicht in die Kirche zu gehen ist eine Sünde, das würde ich genauso sagen, wenn er mich danach fragt.

Nunja: Ich sehe das nicht so institutionell begründet. Denn die menschliche Institution Kirche ist meiner Meinung nach weniger als die gesamte Gemeinschaft Gottes.


Aber eine Gemeinschaft, zu deren Versammlungen ich nicht hingehe, ist nicht mehr meine Gemeinschaft. Das gilt schon bei rein menschlichen Zusammenschlüssen. Die Kirche baut ja auf dem Zusammenschluss Menschen guten Willens auf, denen Gott zugesagt hat ihnen mehr zu geben, als sie sich selbst geben können. Das ist seit dem ersten "Folge mir nach!" von Jesus Christus an die Jünger bis heute nicht anders.

Forum -> Gott