Liebe deinen Nächsten


Immer wenn ich von sozialen Problemen höre, wird mir bewußt, daß "der Nächste" eben nicht geliebt wird. Aber es geht noch weiter: Wie kommt es, daß manche Menschen tatsächlich die Kapitalisten lieben, den "kleinen Mann" aber nicht ? Da ist der Richter, der einen Bankberater, der einen Sparer falsch beraten hat, freispricht aber eine Kassierin, die einen Bon nicht abgerechnet hat, verurteilt. Wie zufrieden wären die Deutschen, wenn all das Geld, das in sinnlose Bauprojekte gesteckt wurde und die vom Bund der Steuerzahler aufgezeigt wurden in jene dringend notwendigen (Reparatur-) Projekte gesteckt worden wären ? Ist es, weil man sehr wohl dem Unternehmer einen Auftrag zukommen lassen will, aber dem kleinen Mann eine Selbstverständlichkeit (wie z.B. Sanierung einer baufälligen Schule) nicht vergönnt?
Ich muß immer wieder an diesen italienischen Unternehmer denken, der es auf sich genommen hat, einen Monat lang von dem Geld zu leben, das er seinen Arbeitern zahlte. Er ist mit dem Geld nicht ausgekommen. Er hat daraufhin die Löhne erhöht.
Hej Hexler, weißt du denn wie der italienische Unternehmer heißt? Die Geschichte klingt sehr interessant, ich würde sie mir gerne durchlesen.

Und bezüglich des Problems kann ich dir nur zustimmen. Ich sehe, dass in wenigen Jahrzehnten die Scheere zwischen Reich und Arm noch weiter auseinandergehen wird. Die Mittelschicht wird nach und nach verschwinden. Und es entsteht eine Gesellschaft einiger reicher und viele armer Menschen. Bezüglich deiner Frage, wie es dazu kommt, dass der Kapitalist, aber der kleine Mann nicht geliebt werden: Zum einen würde ich sagen, dass die Kontakte und die Macht, die einige Personen besitzen verlockend und ansteinflößend sein können. Also gehen Politiker bspw. den sicheren Weg mit vielen Verknüpfungen und wenden sich an reiche Leute. Außerdem sehen sicherlich viele Personen zu den "Erfolgreichen" auf. Nehmen sie als Vorbild, wollen genau das selbe Leben führen und vergöttern sie schon beinahe.

Sehr schwierige Sache...