Monotheismus


Durch Zufall bin ich auf die Meinung gestoßen, daß es auch im Christentum die Meinung gibt, daß am Anfang der Monotheismus und nicht der Polytheismus steht. Der Gedanke geht davon aus, daß erst nach dem Sündenfall der Gedanke des Polytheismus aufkam.
http://en.wikipedia.org/wiki/Monotheism
Hi

Ich verstehe den Eingangsbeitrag nicht wirklich.

Wann genau war der Sündenfall und wo in dem Link steht etwas über diese Meinung?

Gibt es den Eintrag nur in englischer Sprache?
Soll ich wieder was übersetzen?

LG
Grubi hat folgendes geschrieben:
Hi

Ich verstehe den Eingangsbeitrag nicht wirklich.

Wann genau war der Sündenfall und wo in dem Link steht etwas über diese Meinung?

Gibt es den Eintrag nur in englischer Sprache?
Soll ich wieder was übersetzekannstn?

LG


Wann der Sündenfall war könntest du vielleicht von der Bischofskonferenz erfahren. Und es ist tatsächlich so: Ich habe mir die deutsche "Übersetzung" angeschaut, und diese enthält diesen Teil nicht. Aber wir haben ja in der Schule englisch glernt.
Äh, pardon ! Alle Bischöfe werden sich nicht für die Sünde interessieren.
Ich meine, sowas wie Sündenfall kann immer geschehen, denn immer kann wer sündigen.
Klassische religiöse Propaganda: Es gibt eine Degeneration in der Gesellschaft, bzw. Abwärtstrend, den nur die entsprechende Religion stoppen kann. Nur sie sorgt für Ordnung und Zivilisation, nur durch sie wird die Menschheit genesen. Ihr obliegt es bestimmte Zustände wiederherzustellen. Da Polytheismus aus irgendeinem Grund besser sein soll als Monotheismus, reiht sich auch das in die Argumentationskette ein.
Es gab mal die Theorie eines sogenannten Urmonotheismus von einem deutschen Ethnologen (und Theologen) namens Wilhelm Schmidt, der aus seinen Beobachtungen von Naturvölkern in Südamerika schließen zu können glaubte, dass sie eigentlich alle degenerierte Monotheisten seien.

Demnach ist der Monotheismus -oder genauer der Glaube an den Gott Adams- die Urreligion der Menschheit, von der sich die verworfenen "Primitiven" abgewandt haben, um ihre Lasterhaftigkeit besser ausleben zu können. Sie sind also zu Götzendienern verkommen und haben ihren Ursprungsglauben durch Anreicherung mit Geistern, Naturgottheiten und ähnlichem pervertiert. Im Grunde spiegelt sich hier also (wieder einmal) die Ansicht, dass die Europäer die Krone der Schöpfung darstellen und mit der höchtmöglichen Weisheit und Zivilisation begabt sind, während der Rest der Welt aus primitiven Wilden besteht, deren Minderwertigkeit man sich irgendwie erklären musste.

Diese Theorie hat sich schon damals nicht durchsetzen können und heute wird sie nur noch als Episode der Religionsforschung in den Universitäten gelehrt. Kein ernstzunehmender Religionswissenschaftler wird heute noch bezweifeln, dass die Angst bzw. Ehrfurcht vor Naturereignissen das konstituierende Moment für den Glauben an eine übernatürliche Macht war, die sich zunächst in Personifizierungen dieser Ereignisse niedergeschlagen hat. Dass es in vielen Kulturen daneben auch die Vorstellung irgendeiner ordnenden Kraft gab, lässt sich wissenschaftlich einigermaßen nachvollziehen. Alleiniges Konzept des Übernatürlichen war diese Vorstellung aber nachweislich nicht. Und erst recht nicht war es der Gott des Alten Testaments.
_________________
"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523