Demut


Grubi hat folgendes geschrieben:

Im Startbeitrag geht Tek davon aus dass Demut grundsätzlich eine erstrebenswerte und trainierbare Tugend ist.
Das halte ich in der Form für Quatsch, weil es zu pauschal ist und erstmal geklärt werden müsste wo Demut genau angebracht ist, warum und wozu das führt.
Da werden wir alle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen die von den jeweiligen Wertvorstellungen der User abhängig sind.

Die heilige Teresa von Avila bezeichnet die Demut als das "Wandeln in der Wahrheit". Das heißt eigentlich ist die Demut die Grundtugend. Denn bemühe ich mich nicht um eine wahrheitsgemäße Sicht auf Gott, die Welt und mich selbst, dann fehlt letztlich auch den anderen Tugenden das geistliche Fundament. Insofern ist die Demut z.B. in Form der täglichen Gewissemserforschung vor Gott durchaus "trainierbar".

Und ja - obwohl jede Religion die Demut als grundlegend ansieht, gibt es doch Unterschiede in den theologischen Begründungen sowie den konkreten aus ihr resultierenden praktischen Auswirkungen auf das Leben.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Insofern ist die Demut z.B. in Form der täglichen Gewissemserforschung vor Gott durchaus "trainierbar".


Kannst du mir das erklären?
luschn hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Insofern ist die Demut z.B. in Form der täglichen Gewissenserforschung vor Gott durchaus "trainierbar".


Kannst du mir das erklären?

Ich kann dir sagen, wie ich es tue.

Am Abend knie ich mich vor das Kreuz hin, schließe die Augen, spreche ein kurzes Stoßgebet (z.B. "Herr, dass ich sehe"). Und dann versetze ich mich in die Gegenwart Gottes und schaue meinen Tag gleichsam aus seiner Perspektive an. Dabei gibt es die allgemeine Gewissenserforschung (Bemühungen um die Tugenden und die Nächstenliebe, die Gegenwart Gottes, Stoßgebete, Danksagungsakte, Sühneakte, Betrachtung der Gotteskindschaft, Geistige Kommunionen, Abtötungen, Studium, Arbeit, Ordnung, Freude). Dann gibt es eine besondere Gewissenserforschung, die eine zeitlang einem bestimmten Punkt gewidmet ist - z.B. Zuwendung zu meiner Frau oder den Kindern, oder Zeitausnützung in der Arbeit.
Die Gewissenserforschung mündet dann womöglich in einen konkreten Vorsatz für den nächsten Tag (den ich mir in der Früh kurz vergegenwärtige). Als Abschluss noch ein Reueakt, z.B. an die Brust klopfen oder ein Stoßgebet - z.B. "Danke, verzeih mir, hilf mir mehr!" oder "Heilige Maria, Zuflucht der Sünder, bitte für mich! ". Die Gewissenserforschung nimmt ca. 3-5 Minuten in Anspruch.
Danke für die Ausführung. Klingt gut.
Es ist sehr einfach, wenn Leuten gesagt wird: "Seid demütig!" verbinden sie damit sofort, demütig gegenüber anderen Menschen zu sein, doch diese Demut ist nichts wahrhaftiges. Wahre Demut ist Demut gegenüber dem Göttlichen, das heißt ein präzises, genaues, ein lebendiges Gefühl, daß man nichts ist, nichts tun, nichts verstehen kann ohne das Göttliche, daß selbst wenn man außergewöhnlich intelligent und fähig ist, dies nichts ist im Vergleich zum Göttlichen Bewußtsein, und dieses Gefühl muß man immer bewahren, weil man dann stets die wahre Haltung der Empfänglichkeit hat - eine demütige Empfänglichkeit, die persönliche Ansprüche nicht in Wiederspruch zum Göttlichen setzt.
*Mira Alfassa, Die Mutter, (*1878 -1973)
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http://azmuto.blogspot.de
Dienen und Demut sind menschliche Eigenschaften um Gott näher zu kommen .

Es sind keine göttlichen Eigenschaften,sondern gottgegebene

Entwicklungsmöglichkeiten für den Menschen .

Siehe Religionen .
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Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr
Warum keine Antworten. Schreibe ich so wenig ?
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edgar gne hat folgendes geschrieben:
Dienen und Demut sind menschliche Eigenschaften um Gott näher zu kommen.

Was Jesus unter Demut und Dienen verstand und vorgelebt hat, war kein zielgerichtetes Verhalten, um damit etwas zu erreichen, sondern es ist eine natürliche Frucht des Geistes, die auf dem Boden bereits vorhandener inniger Verbundenheit mit Gott wächst.

"Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen:
Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?
Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet?
Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?"
Mt. 25,35-39

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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
edgar gne hat folgendes geschrieben:

Es sind keine göttlichen Eigenschaften,sondern gottgegebene
Entwicklungsmöglichkeiten für den Menschen .

Diese Entwicklungsmöglichkeit hat, meiner Meinung nach, nicht jeder Mensch von Geburt an, sondern erst durch die Begegnung und Verbindung mit Gott wächst die Erkenntnis und Erfahrung der göttlichen Liebe und dadurch entsteht und wächst die Demut.
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Ich kenne viele Menschen, die äußerst mitfühlend und hilfsbereit sind, aber sich keiner Religion verbunden fühlen. Oder Buddhisten sind und nicht an die Existenz von Gott glauben.

Geht nicht die zweite Hälfte deines Zitats genau auf diese Möglichkeit ein: Wann haben wir...
Es gibt keine Bewusstheit darüber, im Willen Gottes gehandelt zu haben.