Demut


ziraki hat folgendes geschrieben:
ich glaube nicht dass der Mensch ein angeborenes Gespür für richtig und falsch hat.


Da bin ich mir sogar ganz sicher, dass es das gibt.

Nur wie gesagt - das Gewissen als Sinnesorgan der Seele braucht Bildung und Nahrung. Verkümmert es, leidet sie Seele - und damit der ganze Mensch, der ja eine untrennbare Einheit aus Körper, Geist und Seele ist.
Wenn ich dich jetzt richtig verstehe, meinst du, es ist angeboren, funktioniert aber nur durch Erziehung?

Könnte natürlich sein.
leuthner hat folgendes geschrieben:
Liebes Glühwürmchen!

Da stimme ich dir zu.

Ich habe selbst keine Kinder. Würdest du sagen, dass eine solche kindliche Scham angeboren ist?

Alles Liebe

Erich


Ja, aber sie kann durch frühkindliche Traumata schon sehr früh, auch schon im Mutterleib, zerstört werden und dann wird es sehr schwer, zu seiner Natur zurück zu finden. Man weiß, dass Täter alle sehr schwer sehr früh und oft misshandelt werden.
Das Böse-Sein und das fehlende Gewissen haben immer Ursachen.
luschn hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Ja - es ist grundsätzlich angeboren, dass Kinder zwischen gut und böse unterscheiden können und sich für das Böse, das sie begehen, schämen.


Kannst du mir Beispiele aufführen? Ich habe andere Erfahrungen gesammelt, dass sich Kinder erst schämen wenn wir ihnen einbläuen, sie hätten es zu tun.


Das ist nicht wahr. Hast du selbst Kinder?
Die Kinder beginnen ab ca. fünf Jahre, sich am See oder in Schwimmbad nicht mehr öffentlich ausziehen zu wollen, davor ist es ihnen völlig egal und das hängt in keiner Weise von den Eltern ab, denn gestern noch hat das Kind sich einfach umgezogen und heute will es das nicht mehr- ohne jeden ersichtlichen Grund und das ist bei allen Kindern in dem Alter so. Und dann wollen sie plötzlich in die Umkleidekabine, da hat sich schon so manche Mutter drüber amüsiert...

In der Krabbelgruppe habe ich erlebt, da haut ein Kind ein anderes mit einem Bauklotz, das andere Kind heult los und das Kind, das geschlagen hat, flitzt unter einen Tisch und schämt sich offensichtlich und möchte von niemandem gesehen werden. Das hat ihm keiner beigebracht.

Natürlich ist Scham angeboren, das Problem beginnt, wenn es zerstört wird und das Gefühl für gut und böse verloren geht.
Moin

Es sieht aber eher so aus, dass ein Schamgefühl erlernt werden muss.

Angelegt ist dieses Empfinden von Natur aus, der Umgang damit und wie stark das Schamgefühl ausgeprägt ist, wird von dem sozialen Umfeld bestimmt.
Kinder fangen irgendwann ihr Umfeld zu begreifen und erleben die Tatsache dass sie selbst eine Wirkung auf ihre Umgebung haben.
Sobald sie dieses Gespür entwickeln, sind sie dazu in der Lage aubzuschätzen welches Verhalten vom Umfeld wie genau bewertet wird.

In archaischen Stammesgesellschaften in denen Kleidung eine unwesentliche Rolle spielt, ist die Scham vor der Gruppe nackt zu sein garnicht vorhanden.
Allerdings kann es dort z.B. ein Schamgefühl hinsichtlich mentaler Blossstellung vor der Gruppe geben.

Das alles wird antrainiert und erlernt...

Eine leicht nachvollziehbare Quelle dazu: http://www.t-online.de/eltern/klein.....chamgefuehl-einsetzt.html

Zitat:
Eltern leben Schamverhalten vor

Im Vergleich zu den eher prüden USA, wo sogar Kleinkinder nicht ohne Badebekleidung am Strand herumlaufen sollen, haben sich die "moralischen" Orientierungspunkte hierzulande in den letzten Jahrzehnten liberalisiert. Es gibt klare Regeln und festgelegte Orte, wo Hüllenlosigkeit ausdrücklich erlaubt ist, nämlich in der Sauna, am FKK-Strand oder in den eigenen vier Wänden. Außerhalb dieser Bereiche ist Nacktheit ein Tabu und kann sogar als sittenwidrig bestraft werden, denn immer ist dieser Begriff auch eng mit Sexualität verknüpft.



Gefühlsregungen kann man nicht als gut oder schlecht bewerten, sie sind vorhanden und wir müssen lernen mit Gefühlen umzugehen.

Ich glaube eigentlich nicht daran dass es besonders erstrebenswert ist irgendwelche mutmasslich tollen Gefühle wie Scham, Demut, Liebe zu kultivieren, als müssten wir diese Gefühle nur stärker fördern damit alles rund läuft.

Es ist eher so, dass wir einen persönlichen gesunden Umgang mit diesen Gefühlsäusserungen erlernen müssen um in einer sozialisierten Gesellschaft einigermassen zurechtzukommen.
Beinahe alles was uns als Menschen ausmacht, ist erlernt und wird als Kultur weitergegeben...

Wir können niemandem vorwerfen zu wenig Scham oder Demut zu empfinden oder zu wenig zu lieben.
Es gelingt nicht einfach so bestimmte Gefühle zu fördern um eine Veränderung zu herbeizuführen.
Wir erleben Veränderungen und daraufhin verändert sich ein konkretes Gefühl.
Ich glaube dass die Reihenfolge dieser Ereignisse oft falsch eingeschätzt wird...

Wenn man z.B. versucht jemanden gezielt, oder andere Menschen generell mehr zu lieben, dann ist das eine schöne Idee ohne Hand und Fuss.
Es ist aber möglich seine Sicht und sein eigenes Verhalten zu verändern, um dann als unmittelbare Folge ein stärkeres Gefühl von Zuneigung zu empfinden...

LG
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Wie ihr ja alle wisst, bin ich Sahajayogi. Sahaj bedeutet angeboren und Yoga bedeutet Verbindung. Für mich ist das richtige Verhalten angeboren, das sich erst im Laufe der Erziehung in falsches Verhalten umwandelt, ganz egal ob bewusst oder unbewusst. Demut und Liebe gehören für mich zu angeborenem Verhalten. Was die Scham betrifft, so habe ich Einordnungsprobleme. Zum einen schämen sich Kinder wegen ihrer Nacktheit erst im Laufe der Erziehung, zum anderen, wenn ein Kind was böses tut, und es dem Kind bewusst ist, schämt es sich auch. In beiden Fällen handelt es sich meiner Meinung nach um anerzogene Scham und nicht um angeborene.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
In das Wort Demut ist auch die Silbe Mut vorhanden .
Christus spricht auch von den Sanfmütigen , die uns in der Zukunft einmal regieren werden .
Der Mensch muss mutig und gerecht sein und im Namen Gottes der
Menschheit dienen .
Denn wir haben uns nicht selbst erschaffen .


_________________
Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr
Hi Edgar

Ich befürchte das gibt der Begriff nicht so ganz her...

Bei Wiki findet sich dieser Eintrag:
Zitat:
Der Ausdruck Demut kommt von althochdeutsch diomuoti (‚dienstwillig‘, also eigentlich ‚Gesinnung eines Dienenden‘) und wurde von Martin Luther zur Übersetzung der biblischen Ausdrücke tapeinophrosyne (griechisch ) bzw. der lateinischen Übersetzung humilitas benutzt. Im christlichen Kontext bezeichnet es die Haltung des Geschöpfes zum Schöpfer analog dem Verhältnis vom Knecht zum Herrn, allgemeiner die „Tugend, die aus dem Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit (Gottheit, sittliches Ideal, erhabenes Vorbild) hervorgehen kann“.[1]


In dem Zusammenhang ist zwar Dienstwilligkeit, aber nicht unbedingt Mut gefragt...
Der Begriff Demut ist erstmal mit einer ausdrücklichen Unterwürfigkeit verbunden, erstrebenswert kann das nicht in jedem beliebigem Zusammenhang sein*denk*


LG
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Grubi hat folgendes geschrieben:
Hi Edgar

Ich befürchte das gibt der Begriff nicht so ganz her...

Bei Wiki findet sich dieser Eintrag:
Zitat:
Der Ausdruck Demut kommt von althochdeutsch diomuoti (‚dienstwillig‘, also eigentlich ‚Gesinnung eines Dienenden‘) und wurde von Martin Luther zur Übersetzung der biblischen Ausdrücke tapeinophrosyne (griechisch ) bzw. der lateinischen Übersetzung humilitas benutzt. Im christlichen Kontext bezeichnet es die Haltung des Geschöpfes zum Schöpfer analog dem Verhältnis vom Knecht zum Herrn, allgemeiner die „Tugend, die aus dem Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit (Gottheit, sittliches Ideal, erhabenes Vorbild) hervorgehen kann“.[1]


Inb dem Zusammenhang ist zwar Dienstwilligkeit, aber nicht unbedingt Mut gefragt...
Der Begriff Demut ist erstmal mit einer ausdrücklichen Unterwürfigkeit verbunden, erstrebenswert kann das nicht in jedem beliebigem Zusammenhang sein*denk*


LG


Hallo lieber Grubi nicht bei Wicki reinschauen , die wissen auch nicht alles .

Was denkst Du selber persönlich über Demut ?
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Hans-Peter Dürr
Hi edgar

Das hatte ich schon kurz umrissen, ich zitiere mich mal selbst:

Zitat:
Wir können niemandem vorwerfen zu wenig Scham oder Demut zu empfinden oder zu wenig zu lieben.
Es gelingt nicht einfach so bestimmte Gefühle zu fördern um eine Veränderung zu herbeizuführen.
Wir erleben Veränderungen und daraufhin verändert sich ein konkretes Gefühl.
Ich glaube dass die Reihenfolge dieser Ereignisse oft falsch eingeschätzt wird...


Ich finde schon dass wir uns über die Bedeutung des Begriffes Demut klar sein sollten wenn wir darüber reden...
Dazu ist ein Wikieintrag eigentlich ganz brauchbar.
Bei Wiki darf jeder Mensch mitmachen, so gesehen wissen die schon ziemlich viel und haben sich auf grundlegende Begriffe geeinigt.

Im Startbeitrag geht Tek davon aus dass Demut grundsätzlich eine erstrebenswerte und trainierbare Tugend ist.
Das halte ich in der Form für Quatsch, weil es zu pauschal ist und erstmal geklärt werden müsste wo Demut genau angebracht ist, warum und wozu das führt.
Da werden wir alle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen die von den jeweiligen Wertvorstellungen der User abhängig sind.

Demut würde ich reflexartig irgendwie mit einem ergriffenen Gefühl gegenüber überwältigenden Dingen, Ereignissen oder Gegebenheiten verbinden.

Beispielsweise empfinde ich eine gewisse Demut gegenüber der Grösse des vermuteten Univerums, dem Meer, schöner Musik, u.s.w.
Das ist dann halt ein ergreifendes Gefühl, welches mit Demut garnicht treffend beschrieben werden kann.

Ich verstehe also nicht warum man dieses Gefühl, welches einfach so auftaucht, als förderungswürdige Tugend betrachten will und wie das gelingen soll.


LG
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA