Wie geht ihr damit um


Hallo ihr alle zusammen.

Wie geht ihr so mit Kritik um & nimmt ihr euch auch so einniges zu Herzen oder ignoriert ihr es einfach und denkt nicht viel darüber nach ?

Ich weis auch nicht aber in lezter Zeit hab ich so einges zu hören bekommen, und dann stelle ich mir immer die frage ob ich wirklich so "schlimm" oder "krank & hässlig bin".
Und diese sachen kommen zb von Leuten aus der Schule, der eignen Mutter, Leute in der Arbeit , meinem Fahrlehrer, .. usw.

So sachen wie: "was bist du nur für ein Mensch"(meine mutter), du gestörtes Wesen guck mal wie du aussiehst ( einer "freundin" aus der schule), ich glaube du bist Krank ( auf der arbeit),ich weis auch nicht was du für ein Mensch bist aber ich bin nur dein Fahrlehrer,etc...

ich muss übersowas immer lange nachdenken und mir schwebt das so im Kopf herum, wieso die Leute mich so behandeln, bzw stelle ich mir dann die frage ob ich wirklich Arrogant bin oder ein schlechter Mensch !

Ich bin eine sehr schüchterne Person und auch oft unsicher , kommt das dann eher negativ rüber? Das die Menschen denken ich wäre irgendwie unfreundlich und arrogant oder dumm ? ich weiss auch nicht was ich falsch mache?

Irgendwie fühle ich mich richtig schlecht deswegen und einsam.
weil ich niemand hab mit dem ich darüber reden kann, bzw würde ich sowas nie ansprechen, weil es mir dann doch nicht so wichtig vorkommt das ich den drang habe mit jmd darüber reden zu müssen, es wird immer alles belächelt und dann kommt ein blöder spruch.

Mir kommt es so vor, das wenn man alleine da steht, das man dann nochmehr angegriffen wird von anderen.
Nach dem Motto jmd wird verprügelt und felt zu Boden, dann kommen andere und sehen ihn und denken sich" Der liegt schon am Boden, las uns noch seine brieftasche mitnehmen"

LG desrangila
Wenn ein Mensch einen anderen erniedrigt, so liegt das in dem, der erniedrigt, nicht in dem, der erniedrigt wird.

Ein Opfer tut nichts dafür, dass es erniedrigt wird.

Aber ein Opfer, das glaubt, dass es ein Opfer ist, ist leicht zu erniedrigen.

Ich würde dir also empfehlen, zu erkennen, dass nicht du der Grund bist, dass du erniedrigt wirst, sondern das du eine Person bist, die man erniedrigen kann ohne dass es Folgen für den hat, der dich erniedrigt.

Es ist richtig, nicht auf der gleichen Ebene einen Kampf zu starten und den anderen ebenfalls zu erniedrigen.
Aber es ist nicht richtig, in der Nähe eines solchen Menschen zu bleiben.

Die Bösen hören nicht damit auf zu erniedrigen, das ist ihre Natur.

Dir bleibt nur eins: dir mehr wert zu sein und dich nicht mit solchen Menschen abzugeben, selbst wenn es die Mutter ist.
Liebe/r desrangila,

ich kann mich sehr gut in dich hineinversetzen, weil es mir in der Schule auch lange so ging, dass diejenigen, die sich ein Opfer gesucht haben, von mir auf eine ziemlich kranke Art magisch angezogen worden sind.

Auch ich war damals sehr schüchtern und wusste nicht, ob und wie ich richtig auf Menschen zugehen kann. Eine zurückhaltende Art kann tatsächlich als abgehoben oder anderweitig distanziert wahrgenommen werden, allerdings ist die entscheidende Frage dabei, ob das auch eine Berechtigung hat.

Ich für meinen Teil habe bemerkt, dass es viele noch zusätzlich aufgehetzt hat, wenn ich im Unterricht sinnvolle Beiträge gebracht habe und mich, sagen wir mal, inhaltlich-niveautechnisch auf einem ganz anderen Gesprächsniveau als der Durchschnitt bewegt habe. Zum Beispiel habe ich die wenigen Freunde, die ich hatte, immer mit ihrem Namen angesprochen und nie beleidigt, auch nicht zum Spaß. An solchen Stellen kann es auch ein Stück weit Minderwertigkeitsgefühl sein, was agressiv macht, selbst wenn es diejenigen selbst nie so beschreiben würden.

Ich glaube persönlich nicht, ohne dich jetzt näher zu kennen, dass du ein schlechter Mensch sein könntest, denn schließlich machst du dir, im Vergleich zu vielen vielen anderen, über deine Handlungen und ihre Konsequenzen ernsthafte Gedanken. Aber wie meine Mutter mir das damals, obwohl sie mich auch manchmal kritisiert hat, eingeschärft hat, gibt es zwei Extreme, die beide nur in die Irre führen können. Das eine ist, die Schuld nur bei anderen zu suchen, das andere, die Schuld nur bei sich selbst zu suchen. Natürlich kann man durch sein Verhalten, ob gewollt oder nicht, dazu beitragen, die Reaktionen der anderen zu verstärken, aber du bist nicht für ihre Reaktionen verantwortlich und außerdem gibt es keinen Grund, sich für seine Existenz zu rechtfertigen.

Ich hoffe, dass ich zumindest ein kleines bisschen helfen konnte.

Ganz liebe Grüße!
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Hallo Glühwürmchen hallo Sören,
mir gefallen eure beiden Beiträge sehr gut, ich war in meiner Schulzeit auch mal in einer ähnlichen Situation und wenn diese länger andauert beginnt man sich schon zu fragen ob es an einem selber liegt, kann ich also gut nachvollziehen.
ich muss aber auch ehrlich sagen das sich bei mir auch zum teil an mir selber lag, ich habe es nie geschafft und wollte mich auch gar nie wirklich "anpassen" irgend wann habe ich nur angefangen mein anders "sein/denken" zu akzeptieren und es sogar noch zu fördern, weil es ja mein ich und meine Persönlichkeit ist und die darf und soll ja auch anders sein .

Ich möchte aber gerne noch was zum Thema "wie geht ihr mit Kritik /und oder Lob" um sagen. Habe mich da vor einiger zeit aus Interesse eingelesen. Sowohl Kritik als auch Lob zielen beides mal auf das "ICH" ab. Kritik kränkt mich und Lob beflügelt mich. Beides braucht ein richtiges Maß zuviel Kritik schwächt mein Selbstvertrauen zuviel Lob kann zu Egoismus führen. Da man weder lob noch Kritik wirklich gut ausweichen kann, sollte jeder einen weg finden richtig damit umzugehen.

Was habt ihr für Gedanken dazu wie man damit "richtig" umgeht?
Ich denke, du brauchst nicht übertrieben schüchtern gegenüber Andern tun. Dann wird sich das auch legen, meine ich.
Der Thread hat mich an diese buddhistische Lehre erinnert:
Zitat:
Die Acht Weltgesetze, p. loka dhamma (weltliche Bedingungen) bezeichnen im Buddhismus (vgl. A.VIII. 5 u. 6 und Vis. XXII. C) Lebensumstände, die geneigt sind, den Menschen aus seiner Mitte zu werfen, ihm die Ruhe des Geistes zu rauben. Diese vier polaren Paare sind:
Gewinn und Verlust,
Ehre und Verachtung,
Lob und Tadel,
Freude und Leid.
Das, was als angenehm empfunden wird, führt zur Anhaftung, das, was als unangenehm empfunden wird, führt zu Ablehnung, Sorgen, Verdruss. Der Buddha empfiehlt Loslösung von diesen Verhaftungen, Gelassenheit und Gleichmut.
Die chinesische Geschichte vom törichten (weisen) alten Mann spiegelt die gleiche Erkenntnis wider: Ein alter Mann, der in seinem Dorf für töricht gehalten wurde, hatte ein Feld, das von seinem Sohn mit einem Pferd bearbeitet wurde. Eines Tages, als das Pferd entlaufen war, bedauerten ihn alle Nachbarn und sagten: "Welch ein Unglück!" Der alte Mann jedoch erwiderte: "Glück oder Unglück, was soll's." Einige Tage später kehrte das Pferd mit zwei weiteren wilden Pferden zurück und die Nachbarn beneideten ihn: "Welch ein Glück!" Der alte Mann jedoch erwiderte: "Glück oder Unglück, was soll's." Einige Tage später fiel der Sohn des alten Mannes beim Zureiten der wilden Pferde aus dem Sattel und brach sich das Bein. Wieder bedauerten ihn alle Nachbarn und sagten: "Welch ein Unglück!" Der alte Mann jedoch erwiderte: "Glück oder Unglück, was soll's." Einige Tage später kamen die Soldaten des Kaisers und rekrutierten alle jungen Männer des Dorfes, nur den jungen Mann mit dem gebrochenen Bein ließen sie zurück. Und wieder beneideten ihn die Nachbarn: "Welch ein Glück!" Der alte Mann jedoch erwiderte: "Glück oder Unglück, was soll's." Hinfort hielten alle im Dorf den alten Mann für weise.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Acht_Weltgesetze
Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Wenn ein Mensch einen anderen erniedrigt, so liegt das in dem, der erniedrigt, nicht in dem, der erniedrigt wird.
Ein Opfer tut nichts dafür, dass es erniedrigt wird.
Ich würde dir also empfehlen, zu erkennen, dass nicht du der Grund bist, dass du erniedrigt wirst, sondern das du eine Person bist, die man erniedrigen kann ohne dass es Folgen für den hat, der dich erniedrigt.
Überall wo Streit oder Missverständnisse sind, da gibt es mindestens 2 (ZWEI) Schuldige. Zu sagen: ich bin NUR Opfer - das stimmt nicht wirklich, denn es gibt dafür einen Grund. Und der liegt immer bei der betroffenen Person, denn es ist ja nicht Jeder im Umkreis Opfer, sondern nur die eine, richtig?
Also hat es auch nur mit ihr zu tun.

Das Sprichtwort: Jeder Täter sucht sich sein Opfer stimmt genauso wie die Umkehr: Jedes Opfer sucht seinen Täter.
Das mag erstmals hart klingen, aber ist es nicht wirklich. Denn aus einer höheren Perspektive machen Beide eine wertvolle Erfahrung: wie es ist, sich über resp. unter eine andere Person zu stellen.
Und Beide können sich die Frage stellen, warum dies passiert ist und was sie daraus lernen können.
Denn so gerne wir es auch manchmal hätten:
Es gibt keinen "Zufall".

Sonst gäbe es auch Gott nicht.
_________________
Ich Bin was ich wähle zu sein
Hallo Eranos,

Zitat:
Denn so gerne wir es auch manchmal hätten:
Es gibt keinen "Zufall".

Sonst gäbe es auch Gott nicht.


Hmm, wen es keinen Zufall gibt, gibt es auch keinen freien Willen, das Universum ist bis ins letzte Detail determiniert, ich brauch mir keine Gedanken mehr um gut und böse machen und Gott ist nur ein "Maschinenwärter".

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Denn so gerne wir es auch manchmal hätten:
Es gibt keinen "Zufall".
Sonst gäbe es auch Gott nicht.
Hmm, wen es keinen Zufall gibt, gibt es auch keinen freien Willen, das Universum ist bis ins letzte Detail determiniert, ich brauch mir keine Gedanken mehr um gut und böse machen und Gott ist nur ein "Maschinenwärter".
Nun, so einfach wiederum nicht. Kannst du dir vorstellen, dass du - noch bevor du auf die Erde kamst, wie vor einem großen Computer standest und alles eingabst was du in diesem Leben erfahren - und lernen - wolltest.
Das heisst, Gott greift nicht ein, Er lässt nur alles geschehen, denn alles ist Erfahrung, daher wertvoll.
Du aber, also dein höheres Selbst/deine Seele bestimmst, was passieren wird. Du selbst, also deine Person, ist wie ein Avatar, der ins "Spiel" geschickt wird, um auszuführen und zu erfahren. Er hat ein Programm, das "abspult", ist aber nicht bis ins Detail genötigt, alles auszuführen, wie Plan A - er kann immer wieder sich mal anders entscheiden.
Dafür gibt es dann Plan B, und Plan C...
So dass du immer wieder auf die richtige Spur kommst...

Nun, wenn du dein Leben aus dieser Perspektive siehst, dann wird es richtig interessant, denn du kannst dich immer wieder fragen:
Was hab ich mir hier eingebrockt - und was soll ich daraus lernen?
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Ich Bin was ich wähle zu sein
Moin

Eranos hat folgendes geschrieben:
[...]

Nun, wenn du dein Leben aus dieser Perspektive siehst, dann wird es richtig interessant, denn du kannst dich immer wieder fragen:
Was hab ich mir hier eingebrockt - und was soll ich daraus lernen?


Ja diese Fragen solltest du mal Opfern von Verbrechen stellen, die werden sich dafür ganz herzlich bedanken, für diesen tollen Denkanstoss.
Auf englisch nennt man das "blame the victim" und auf deutsch "Opferschelte".

Besprich das ruhig mal mit Vergewaltigungsopfern, mit missbrauchten Kindern, mit Opfern von Naturkatastrophen oder irgendwem sonst, dem Unrecht geschehen ist und der nun traumatisiert vor den Trümmern seiner Existenz steht.

"Hey du bist auch mit Schuld, denk mal drüber nach, das Resonanzgesetz funktioniert nunmal so, freu dich über die Erfahrung die man dir zugefügt hat"

Ja das ist alles total tröstlich und alltagstauglich... super Hilfreich undso...

LG
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA