Gott - Glaube - Wissenschaft


Zitat:
Professor: Mein Bruder starb an Krebs, obwohl er zu Gott gebetet hat, dass er ihn heilen soll. Die meisten von uns würden wenigstens versuchen anderen zu helfen die krank sind. Aber Gott nicht. Wie kann dieser Gott dann gut sein, hmm?


Elem. Luft hat folgendes geschrieben:

Aber sollte man nicht einfach den Gedanken zulassen, dass Gott ganz anders ist, als der Mensch ihn sich vorstellt? Ist es nicht frustrierend an einen Gott zu glauben, der gut ist, der aber das unbeschreibliche Leid auf dieser Erde zulässt?


Zunächst erscheint es naheliegend zu sagen: "Ein Gott, der leiden lässt und nichts dagegen tut ist nicht gut."
Die Vorstellung, dass Gott sämtliches Leid ersparen muss, um gut sein zu sein bedeutet aber letzlich Gott und auch "Güte" auf das reduzieren, was wir von ihm erwarten - also letzlich zu Gott zu sagen: "Entweder du bist so, wie ich mir das vorstelle oder ich brauche dich nicht!".
Gottes Güte zeigt sich eben nicht in der Hinwegnahme sämtlichen Leidens - sondern im Mit-Leid. Gott hat durch Jesus mitgelitten mit allen Leidenden, weil Er sich selbst in das tiefe schwarze Loch des Leides und des Todes begeben hat am Kreuz.
Und weil die Geschichte Jesu dort nicht zu Ende war am Kreuz, sondern das leere Grab und die leibliche Auferstehung das "letzte Wort" hatten können jetzt alle Leidenden hoffen, eine reale Hoffnung, die Teil der Geschichte dieser Welt ist - und jeder Schmerz wird im Glauben an seine Auferstehung dann "erträglich", weil er ihn mitträgt - ihn kennt, denn er hat ihn besiegt.
Das Leid bleibt also immer noch im Letzten unerklärlich, Mysterium. Aber es wird durch das Kreuz überwunden. Das Leid, das mir zufällt, hat also einen Sinn - und es gibt durch die Auferstehung kein "in sich" sinnloses Leid mehr. Das Leid bleibt im Tiefsten Gehemeimnis, aber es hat - recht verstanden - immer die Hoffnung in sich, das es mir zum Besten dient, wenn ich leiden muss - weil es einst verwandelt werden wird - in Leben und Freude.
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Ich finde man muss halt nur bereit sein, auch Fragen zuzulassen, wie eben die des Professors, warum sein Bruder an Krebs sterben musste oder warum ein allmächtiger Gott nicht eingreift, wenn Unschuldige einer Gefahr ausgesetzt sind. Viele religiöse Menschen antworten dann in Gleichnissen, merken an, dass Gott mit seiner Schöpfung leidet, oder machen gar einen Teufel dafür verantwortlich.

Wer kann schon sagen, wie und wann Gott in ein Geschehen eingreift? Das kann man nur vermuten. Hätte der Bruder den Krebs überlebt, hätte man vielleicht die medizinische Wissenschaft gepriesen, anstatt Gott zu danken.

Gott hat uns einen Verstand und einen freien Willen gegeben. Und er hat uns Boten (Offenbarer, Propheten) geschickt, die uns genau sagten, was wir tun müssen, um ein gesundes und ausgefülltes Leben zu führen.

Wenn wir uns gegen Gott stellen, müssen wir die Konsequenzen tragen. Die Ursachen von Krebs sind vielfältig und noch nicht wirklich geklärt. Eine Ursache könnten die vielen Umweltgifte sein, mit denen wir konfrontiert werden. Diese haben wir Menschen selbst zu verantworten. Also sind unsere Leiden häufig, wenn nicht sogar meistens, die Folgen unseres Ungehorsams gegen Gott. Wer weiß schon, wieviele tausende Menschen an Krebs infolge des Reaktorunglücks von Tschernobyl oder den ganzen Giften im Essen sterben mussten? Ist Gott daran Schuld?

Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und wenn Gott uns alles Leid abnehmen würde, würden wir so weitermachen wie bisher. Manchmal ist Krankheit sogar besser als Gesundheit und bewahrt uns vor schlimmerem. Manchmal ist Krankheit auch eine Chance das eigene Leben zu hinterfragen und es grundlegend zu ändern.

Ich denke auch, dass die Göttliche Weisheit weit über unser irdisches Dasein blickt. Wenn wir daran glauben, dass das Leben hier nur eine Vorbereitung oder Schule für die eigentliche und ewige geistige Existenz im Jenseits ist, dann könnte es vielleicht auch sein, dass eine bestimmte Leidenserfahrung hier auf Erden für unsere geistige Entwicklung von viel größerer Bedeutung ist.

Trotzdem glaube ich auch, dass Gott Gebete erhört, wenn es Sein Ratschluss zulässt. Gott kennt uns besser als wir selbst. Vielleicht bewahrt uns Krankheit oder gar der leibliche Tod vor großem seelischen Schaden, den wir z.B. durch ein Leben in Leidenschaft, Zügellosigkeit und Gottferne genommen hätten.

Am besten ist wohl, wenn man so gut wie möglich nach den Regeln der Vernunft, Bescheidenheit und Religion lebt im Vertrauen auf Gott. An einen Teufel glaube ich übrigens nicht. Dieses Symbol bedeutet auch nur Abwesenheit von Gott, wie Dunkelheit Abwesenheit von Licht ist.

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