Das Ego


Demetrius schreibt :
Somit ist Religion eine EIGENSTÄNDIGE, und BESCHLEUNIGTE geistige Weiterentwicklung durch PRAXIS

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ich krieg beim lesen von obigem wie soon Muskelkrampf
im kleinen Zeh, weil mir das Wort
' Instant - Erleuchtung ' aus der Satsang Szene
so haften geblieben ist.

beschleunigen
gefällt mir nicht
Das leben selbst ist der Lehrmeister
man braucht nur sehenden fühlenden Auges und Herzens
unterwegs zu sein
' nehm zwei Schritt auf einmal und fall aufs Maul
Anabelle ach Anabelle du bist so herrlich unkonventionell
.... Reinhard Mey , Liedermacher '

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es ist bunt und vielfältig wie eine Blumenwiese,
die Erkenntnis Gewinnung im Leben,
wie Edgar Gne schreibt, wir sind so verschieden und
doch ist es schön.
Guten Tag,

bei allem Respekt, aber ich halte diesen ganzen Thread für eine abgehobene Diskussion.
Ob "Ich" oder "Ego", die guten Seiten sind nicht ohne die schlechten zu haben. Sie sind zwei Seiten einer Münze, mal liegt die eine oben, mal die andere.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
achim56 hat folgendes geschrieben:
Obwohl ich nicht alle Texte dieses Threads gelesen habe, erlaube ich mir, zwei Zitate aus den Bahá'í-Schriften von Shoghi Effendi zu veröffentlichen:

"Die völlige, gänzliche Auslöschung des Ich würde Vollkommenheit bedeuten die der Mensch nie ganz erreichen kann , aber das Ich kann und sollte in steigendem Maß der erleuchteten Seele des Menschen untergeordnet werden. Das ist mit geistigem Fortschritt gemeint."

Die Vorstellung vom ICH bleibt IMMER! Es wird auch kein ICH ausgelöscht! Sondern die Vorstellung von ICH bin Person (der Eigennutz für diese Person) wird gelöscht (dann „stirbt“ das Ego)
Bibel: David gegen Goliath – Goliath wird GEKÖPFT. Symbolik: Der Goliath ist das Ego, das aus dem KOPF heraus muß! Oder: im Paradies, die Schlange, die Eva verführte: „Es wird einer kommen, und der Schlange den Kopf abschlagen“! Auch Johannes der Täufer (mit Wasser) wurde geköpft. Alles die gleiche Symbolik.
Das Ego – Handeln zum eigenen Nutzen – muß aus dem Kopf heraus, damit Platz für die NEUE Vorstellung (den NEUEN Menschen aus Wasser und Geist) - (keine körperliche Identifikation mehr) ich bin das göttliche SELBST im GEISTE entstehen kann.

Der „Tod“ des Jesus, ist die Symbolik für den Tod des Ego.
Die WANDLUNG im Grab, ist die Symbolik für die ÄNDERUNG der ICH - Vorstellung – von der materiell - körperlichen Vorstellung zur geistig - göttlichen Vorstellung.
Die Auferstehung, ist die Symbolik für die Vereinigung von Geist und Seele im Menschen.


Grüße,
Demetrius
_________________
Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Vielleicht macht das ja dem Einen oder Anderen die Sache mit dem Ego etwas klarer.

Mal wieder etwas aus den Upanishaden dazu: Spricht von Ego und Selbst!
Katha Up. : „Verborgen im Herzen neines jeden Geschöpfes existiert das Selbst, feiner als das Feinste, größer als der Größte. Jene gehen hinaus über den Kummer, die ihren EIGENWILLEN erlöschen lassen und durch die Gnade des Herrn der Liebe die Herrlichkeit des Selbst erblicken“.

In der geheimen Höhle des Herzens sitzen zwei am Brunnen des Lebens. Das gesonderte Ego trinkt vom süßen und bitteren Zeug. Dem Süßen zugetan und dem Bitteren abgeneigt. Das höchste Selbst hingegen, trinkt Süßes und Bitteres, weder dem Einen zugetan noch dem Anderen abgeneigt.
Das Ego tastet im Dunkel herum, das Selbst indessen, lebt im Licht.

Die Bhagavad Gita: Spricht von einer individuellen Seele und einer Überseele. (Der Krishna symbolisiert mit ICH BIN den Geist, wie in der Bibel der Christus)
8.4 Die materielle Natur ist endlos wandelbar. Das Universum ist die kosmische Form des Höchsten Herrn, und Ich bin dieser Herr, der von der Überseele repräsentiert wird und im Herzen jedes verkörperten Wesens weilt.
13.14 Seine Hände, Beine, Augen und Gesichter sind überall, und Er hört alles. Auf diese Weise existiert die Überseele.
13.17 Obwohl die Überseele in viele aufgeteilt (individuelle Seele) zu sein scheint (in JEDEM MENSCHEN), ist Sie niemals geteilt. Er ist eins. Obwohl Er der Erhalter jedes Lebewesens ist, verschlingt und entwickelt Er sie alle.
13.25 Einige erkennen die Überseele durch Meditation, andere durch die Entwicklung von Wissen und wieder andere durch Arbeit, die ohne fruchtbringendes Verlangen verrichtet wird.
13.28 Wer sieht, daß die Überseele die individuelle Seele in allen Körpern begleitet, und versteht, daß weder die Seele noch die Überseele jemals zerstört werden, besitzt wahre Erkenntnis.

Ersichtlich ist, daß selbst in den Religionen, verschiedene Worte (Begriffe) für die GLEICHE Sache verwendet werden. Da reden wir noch nicht von Esoterik.

Aber Freud, hat ja auch diese 3 Faktoren erkannt:
Das ÜBERICH = Überseele oder universeller Geist (Christus – Krishna) (MÄNNLICH).
Das ICH = Ego, persönliche Ichvorstellung, Eigeninteresse.
Das ES = wahres Selbst oder individuelle Seele, (Unterbewusstsein – das UNBEWUSSTE) (WEIBLICH).

Im Menschen verhält es sich, wie hier dargestellt. Das EGO, nistet sICH zwischen Geist und Seele ein, und VERHINDERT die Kommunikation und die EINHEIT von Geist und Seele. Also muß das EGO weg, damit sich Geist und Seele wieder VEREINEN können. (In den Märchen ist der Prinz der Geist, der sich auf die Suche nach der Prinzessin (Seele) macht, um diese vom BÖSSEN zu BEFREIEN) Das ist die Symbolik von vielen Märchen.

Grüße,
Demetrius
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Das ist sehr gut erklärt, lieber Demetrius! Danke!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Ob "Ich" oder "Ego", die guten Seiten sind nicht ohne die schlechten zu haben. Sie sind zwei Seiten einer Münze, mal liegt die eine oben, mal die andere.

Ich meine, da musst du alle Seiten halt letztlich gut nützen!
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Lieber Demetrius,

sicher ist übertriebener Egoismus nicht gut, für einen selber nicht und auch nicht für andere. Sieht man ja ringsrum wie sich das auswirkt ...
aber wenn ich jegliche "Begehr" ablege bin ich doch nicht mehr lebensfähig.
Würden alle Menschen wie indische Yogis leben ... na Danke!

Alle süßen Früchte die uns zur Verfügung stehen wollen doch verzehrt werden. Ist dann mal ein bitterer Happen dabei muß ich ihn halt auch schlucken. Ich habe kein Problem mit meinem Ego, manchmal füttere ich es, ein andermal muß es halt wieder darben - freiwillig oder auch unfreiwillig

Gruß
Rose

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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
@Rosenblüte
Das freut mich liebe Rosenblüte – Danke!

@Rosenrot
Liebe Rosenrot,
man ist schon noch lebensfähig! Nicht umsonst heißt es - Bibel:“Der wird leben, auch dann wenn er gestorben ist“. Es ist eben vieles Symbolik, welche erst einmal verstanden werden muß.
Es wird nie vorkommen, daß alle Menschen so weit kommen. Wenn bei 7 Milliarden Menschen, vielleicht 7 so weit kommen, dann ist das schon viel! Aber selbst das glaube ich nicht.

Ansonsten soll der Mensch ruhig einmal alle seine Vorstellungen richtig ausleben, und wenn er genug davon hat, kann er sich ja auf den Weg machen.
Der Mensch kann den Weg nicht gehen, so lange er noch sein VERGNÜGEN in der Welt sucht oder hat.
Also erst die Kür und dann die Pflicht.

Grüße,
Demetrius
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Hallo zusammen,

Weil so viele glauben, daß man OHNE Ego nicht vernünftig Handeln könnte, möchte ich einmal ein paar Beispiele geben:

Man kann einen Kuchen für die Freunde backen, mit dem Gedanken – hoffentlich loben sie meine Backkunst. Das ist EGO. Ich kann aber den GLEICHEN Kuchen backen, mit dem Gedanken – hoffentlich schmeckt er Ihnen. Das ist selbstlos.

Ich kann auch für meinen Chef arbeiten, mit dem Gedanken – hoffentlich bekomme ich bald Lohnerhöhung – oder lobt mich mein Chef. Das ist EGO. Ich kann die GLEICHE Arbeit machen in dem Gedanken – den Chef einfach zufrieden zu stellen. Das ist selbstlos.

Ich kann eine Einladung annehmen, mit dem Gedanken – jetzt muß ich die oder den auch wieder einladen. Das ist Ego. Ich kann die gleiche Einladung annehmen mit dem Gedanken – Ihr oder Ihm will ich eine Freude bereiten.

Der Mensch kann also die GLEICHEN Handlungen in Tat, Wort und Gedanken ausführen. Entweder aus dem Ego – Eigennutz, um etwas für sICH zu erreichen oder bewirken, oder er kann aus dem SELBST handeln – zum Wohle Anderer, ohne etwas zu erwarten.
Dabei kommt es auf den jeweiligen BEWEGGRUND an. Also auf den Grund, WARUM man sich bewegt – Handelt.

Die Handlung aus dem Ego führt zu einem schlechten Karma, und die Handlung für Andere, führt zu einem guten Karma. Beides führt aber zur Wiedergeburt, weil hinter der Handlung noch ein GRUND steht.

Ziel ist es, Grundlos zu handeln. Also Arbeit um der Arbeit willen! Das darf sogar Spaß machen! Auch beim Kuchenbacken. Ich kann mich auch beim Tennisspielen anstrengen! Aber nicht um zu gewinnen, sondern weil mir das Tennisspielen Spaß macht.

Zu dieser geistigen Einstellung sagt Lao-Tse: „Tun ohne Tun“ – das nur SELTEN erreicht wird.

Schönen Sonntag,
Demetrius
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Demetrius hat folgendes geschrieben:

Man kann einen Kuchen für die Freunde backen, mit dem Gedanken – hoffentlich loben sie meine Backkunst. Das ist EGO. Ich kann aber den GLEICHEN Kuchen backen, mit dem Gedanken – hoffentlich schmeckt er Ihnen. Das ist selbstlos.

Ich kann auch für meinen Chef arbeiten, mit dem Gedanken – hoffentlich bekomme ich bald Lohnerhöhung – oder lobt mich mein Chef. Das ist EGO. Ich kann die GLEICHE Arbeit machen in dem Gedanken – den Chef einfach zufrieden zu stellen. Das ist selbstlos.

Ich kann eine Einladung annehmen, mit dem Gedanken – jetzt muß ich die oder den auch wieder einladen. Das ist Ego. Ich kann die gleiche Einladung annehmen mit dem Gedanken – Ihr oder Ihm will ich eine Freude bereiten.

Der Mensch kann also die GLEICHEN Handlungen in Tat, Wort und Gedanken ausführen. Entweder aus dem Ego – Eigennutz, um etwas für sICH zu erreichen oder bewirken, oder er kann aus dem SELBST handeln – zum Wohle Anderer, ohne etwas zu erwarten.
Dabei kommt es auf den jeweiligen BEWEGGRUND an. Also auf den Grund, WARUM man sich bewegt – Handelt.

Das ist super erklärt! Der Eigennützige handelt nicht aus Liebe/Wertschätzung seinem Nächsten gegenüber, sondern, um sich selbst zu bestätigen. Ich denke, es ist eine tolle Parallele zur folgenden biblischen Aussage: "Und wenn ich all meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, habe aber die Liebe nicht, so würde es mir nichts nützen! Die Liebe eifert nicht, sie prahlt nicht, bläht sich nicht auf. Sie sucht nicht ihren Vorteil, handelt niemals ungehörig..."
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!