Die Wunder Bahá'u'lláh's


Burkl hat folgendes geschrieben:
Ganz so unwichtig sind die Wunder nicht. Sie unterstreichen das heilbringende Wirken Gottes - und die Wunder sind in mystischer Art und Weise auch mit der Kraft des Glaubens verwoben.


Da möchte ich fundamental wiedersprechen.

1) Ein Wunder muss noch nicht automatisch heilsbringend sein. Genau genommen kann es sogar eine Bestrafung sein. Man siehe hierzu z.B. im Alten Testament. Insofern handelt es sich eher um eine Machtdemonstration.

2) Wunder und Glaubenskraft stehen eher im Konflikt. Wunder verlangt in der Regel derjenige der (noch) nicht glaubt. Selbst wenn ihn das Wunder überzeugten sollte, dann ist diese Überzeugung danach genau genommen kein Glauben. Sie ist eine Gewissheit, welche aus einem persönlichen Erlebnis resultiert.

3) Wirklich wirken tun Wunder allenfalls auf die Anwesenden. Alle anderen müssen danach demjenigen Glauben der ihnen davon berichtet. Der eigentliche Effekt ist also eigentlich weg.

4) Selbst die Anwesenheit müssen nachdem sie überzeugt sind, dass derjenige Wunder vollbringen kann nicht von diesem im positiven Sinne überzeugt sein. Sie könnten den Wundertäter auch für einen Hexer, dunklen Zauberer, Dämon, etc. halten.

5) Der wirkliche Punkt dürfte also eher darin liegen was das Wunder auf welche Weise bewirkt und wie es dabei auf dritte Personen wirkt. Der eigentliche Punkt ist also die symbolische Wirkung. Symbole gibt es aber auch jenseits von Wundern sehr gut.

Auch deine eigene Kirche hat sich irgendwann ziemlich von dem Wundergehesche distanziert, als man nämlich merkte, dass man damit nicht nur dem Betrug Tür und Tor öffnet, sondern auch den Glauben zu einer Magieshow macht.
Tek. hat folgendes geschrieben:
Hier kämpft man klar dagegen an Wunder zu präsentieren. Ich glaube, das tat auch Mohammed als das Volk das von ihm verlangte.


Bahaullah hat generell gesagt, dass Seine Sendung nicht aus Zaubertricks besteht und Wunder eben auch keine wirkliche Beweiskraft haben. Das eigentliche Wunder ist die Wirkung der Offenbarung Gottes.

Derweil gibt es auch in der islamischen Tradition diverse Wunderberichte. Tatsächlich schien sich aber auch Mohammed zu Lebzeiten davor verwehrt zu haben.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Auch deine eigene Kirche hat sich irgendwann ziemlich von dem Wundergehesche distanziert, als man nämlich merkte, dass man damit nicht nur dem Betrug Tür und Tor öffnet, sondern auch den Glauben zu einer Magieshow macht.


Eine einleitende Bemerkung, die mir wichtig ist: Die Kirche gehört nicht mir sondern Gott und allen Menschen.

Ja sicher gibt es da die Grenze zum "Magieglauben", die man beachten muss. Das steckt im Menschen drinnen - aber Magie ist etwas Anderes als die Macht Gottes. Bei "Magie" geht es darum, dass der Mensch Macht über die Natur gewinnen will. Bei Wundern geht es darum, dass die Macht Gottes im Übernatürlichen offenbar wird.

Jesus achtet es sehr wohl, dass auch auf Grund der von ihm bewirkten Wunder an ihn geglaubt wird.

"In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.
Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.
Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn." (Joh 1,47-51)
Damit die Wundersehnsüchtigen aber ihren Wunsch erhalten hier ein Heilungswunder:

Eines Tages hieß es, Sádiq [Scheich Sadiq aus Yazd] liege im Sterben. Ich ging an sein Bett und fand ihn in den letzten Zügen. Er litt an Darmverschluß; sein Unterleib schmerzte und war geschwollen. Ich [Abdulbaha] eilte zu Bahá'u'lláh und beschrieb seinen Zustand. "Geh hin", sagte Er, "lege deine Hand auf den geschwollenen Körperteil und spreche die Worte: >O Du, der Heiler!< [das ist eine Anrufung Gottes] Ich ging zurück, sah, daß der Krankheitsherd inzwischen zur Größe eines Apfels angeschwollen war, hart wie Stein, in ständiger Bewegung, sich windend und drehend wie eine Schlange. Ich legte meine Hand darauf, wandte mich Gott zu und wiederholte demütig die Worte: >O Du, der Heiler!< Augenblicklich erhob sich der Kranke. Der Darmverschluß war verschwunden, die Schwellung war weg. (Vorbilder der Treue, 14,3ff)
Wunder sind ein Begleiter einer jeden Religion. Sie sind der aufbauende Beweis auf dem Weg der Gläubigen, der ihre spirituelle Entwicklung bestätigt. Selbstverständlich ist die Lehre selbst zentral, aber es sind doch eben die Wunder die sich aus der Lehre selbst entwickeln.

Lieber Burkl.
Dieser Therad hat sich aus dem Therad der Sakramente gebildet.
Ich kenne eine Schweizerin welche überzeugte Christin ist. Sie selber ist vor vielen Jahren zum Glauben gekommen indem sie schwerkrank die Eucharestie besuchte und beim essen der Hostie von ihrem Knochenschwund geheilt wurde. Solche Wunder sind wunderbar und stärken den Glauben sehr. Ich freue mich auch immer sehr für die Menschen, welche solche Erfahrungen gemacht haben. Ich selber könnte auch einiges berichten. Allerdings müsstest du doch zugeben das diese zur Schau stellenden Zirkusattraktionen wie zb. in der Charismatischen Bewegung, welche auch immer mehr in der Katholischen Kirche Fuß gefasst haben, nicht im Sinne Gottes sein können. Spastische Anfälle bei Handauflegung dubioser Wunderprediger. Die Sache Gottes ist keine Theateraufführung, die jederzeit gezeigt wird und von der man täglich neuen Zeitvertreib verlangt. Ich finde es wichtig und richtig den Menschen besonders heute noch zu zeigen das Wunder nicht alleine in den Bereich der Mythen verlagert sind, sondern tatsächlich real geschehen können. Aber was in manchen Charismatischen Gemeinden passiert halte ich für äußerst befremdlich.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:
Allerdings müsstest du doch zugeben das diese zur Schau stellenden Zirkusattraktionen wie zb. in der Charismatischen Bewegung, welche auch immer mehr in der Katholischen Kirche Fuß gefasst haben, nicht im Sinne Gottes sein können. Spastische Anfälle bei Handauflegung dubioser Wunderprediger. Die Sache Gottes ist keine Theateraufführung, die jederzeit gezeigt wird und von der man täglich neuen Zeitvertreib verlangt. Ich finde es wichtig und richtig den Menschen besonders heute noch zu zeigen das Wunder nicht alleine in den Bereich der Mythen verlagert sind, sondern tatsächlich real geschehen können. Aber was in manchen Charismatischen Gemeinden passiert halte ich für äußerst befremdlich.


Lieber Pommes,

volle Zustimmung, ich sehe es ganz genau so - diese Veranstaltungen, wo ein Guru stundenlang von einem Fuß auf den anderen steigt und mit zugepressten Augen "Hallelujah" zu Lobpreis-Tracks in der Endlosschleife singt. Und Leute hysterisch kreischen - ja das ist befremdlich. Da wird Glauben wirklich zur "Show". Das ist abzulehnen - jede Form von "Selbstinszenierung" im Glauben.

Ich war zum Beispiel einmal in einer Heiligen Messe wo Vorne in der ersten Reihe ein Mann stand, der eine große Statue der Mutter Gottes von Lourdes um den Hals trug, wie eine Puppe im Tragetuch, und sich in die erste Reihe setzte und vor dem Kommunionempfang den übrigen Gläubigen laut zurief: "Die Mutter Gottes bittet euch in Demut die Kommunion zu empfangen!". Der Priester, der im Rollstuhl sitzt, hat das einzig richtige getan - er hat die Messfeier kurz unterbrochen und zu dem Mann äußerst deutlich und laut und mit fester Stimme für alle hörbar gesagt: "SIE haben nicht das Recht die heilige Messe zu stören! SIE haben in keiner Art und Weise das Recht diese heilige Feier unterbrechen! Entweder sie sind sofort still oder sie haben zu gehen!."
Burkl hat folgendes geschrieben:
Ich war zum Beispiel einmal in einer Heiligen Messe wo Vorne in der ersten Reihe ein Mann stand, der eine große Statue der Mutter Gottes von Lourdes um den Hals trug, wie eine Puppe im Tragetuch, und sich in die erste Reihe setzte und vor dem Kommunionempfang den übrigen Gläubigen laut zurief: "Die Mutter Gottes bittet euch in Demut die Kommunion zu empfangen!". Der Priester, der im Rollstuhl sitzt, hat das einzig richtige getan - er hat die Messfeier kurz unterbrochen und zu dem Mann äußerst deutlich und laut und mit fester Stimme für alle hörbar gesagt: "SIE haben nicht das Recht die heilige Messe zu stören! SIE haben in keiner Art und Weise das Recht diese heilige Feier unterbrechen! Entweder sie sind sofort still oder sie haben zu gehen!."


Finde ich sehr gut. Die heilige Messe ist kein Ort für Selbstdarsteller und Wichtigtuer. Sie ist für alle Menschen da.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
„Johannes hörte im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ (Math. 11, 2-6)
Tek. hat folgendes geschrieben:
Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“[/i] (Math. 11, 2-6)

Was nichts anderes bedeutet als:
Geistig Blinden wurde wirkliche innere Sehkraft verliehen, gleichgültige und durch weltliche Begierden verunreinigte Seelen wurden wieder wach und rein, Unwissende erlangten geistiges und himmlisches Hören und geistig Tote fanden zu ewigem Leben.

Das sind die Wunder, welche Christus vollbracht hat, und die wirklich zählen. Was hätte es schon bewirkt, wenn ein Blinder wieder sein Augenlicht zurück bekommt, aber geistig blind bleibt? Christus ist nicht in diese Welt gekommen, um als Wunderheiler bekannt zu werden. Er kam, um die Seelen der Menschen zu erlösen. Er kam auch nicht, wie die Juden es erwartet haben, als prachtvoller König, sondern er war der König des Himmelreiches.

Nimmt man solche Vorkommnisse wörtlich, sind sie völlig unvereinbar mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und widersprechen der Vernunft (ich streite aber nicht ab, dass es immer wieder - auch heute - so etwas wie "Wunderheilungen" gibt).

Der einzige Grund, weshalb man trotzdem so hartnäckig daran festhält, ist der Versuch, damit einen Absolutheitsanspruch zu begründen und sich über andere Religionen zu stellen. Nach dem Motto: Seht her! Er war der einzige "Sohn Gottes", seine Wunder beweisen es. Niemand sonst kann Tote wieder lebendig machen.

Das, was das Christentum in den vergangenen zwei Jahrtausenden an POSITIVEM bewirkt hat, ist auf die Lehren und Worte des Jesus von Nazareth zurückzuführen, die die Herzen und Seelen der Menschen veredelt haben.

Das, was das Christentum in den vergangenen zwei Jahrtausenden an NEGATIVEM bewirkt hat, ist auf falsche Auslegung, Absolutheitsanspruch und Machtmsisbrauch der Menschen (in erster Linie des Klerus) zurückzuführen.

Diesen Absolutheitsanspruch gibt es aber auch im Judentum und Islam. Ihre Vertreter akzeptieren (gnädigerweise) die vor ihrem Stifter erschienenen Propheten, die danach allerdings nicht mehr. Warum wohl?
achim56 hat folgendes geschrieben:
[...]
Was nichts anderes bedeutet als:
[...]


Die Auslegungen des Evangeliums eines Bahais, nehm ich nicht an, genauso lege ich nicht für dich die Schriften des Bahaitums aus.

Gruß!