Welche Wahl haben wir denn?


Hallo traveller,

durchaus, das Leben ist nur in Teilen leichter aber insgesamt komplizierter geworden. Aber das ist eine Folge des Fortschritts und der Universialisierung.
Jede neue Generation muss mit Veränderungen leben und diese irgenwie in ihr "Lebensmotto" integrieren. Ein Zurück gibt es meines Erachtens nicht.


Zitat:
Wir können nicht die Politik, die Wirtschaft verbessern, denn (Joh. 5:19) "Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist." Aber wir können unser eigenes, kleines Leben verbessern und damit das Leben der Menschen, mit denen wir unmittelbar zu tun haben. Diese haben wiederum mit anderen Menschen zu tun, und jene mit wiederum anderen.


Der Satz von Johannes ist m.E. zu pessimistisch und kann zu Fatalismus führen. Aber "Insel-Lösungen" sind schon ganz ok.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
@visie,
vom Prinzip hat jeder die Wahl. Doch besonders die Jugend kennt nichts Anderes, als das unersättliche Begehren nach Kleidung, Aussehen und Besitz, welches täglich über die Medien suggeriert wird. Die Masse (nicht unbedingt alle) der Jugend ist in ihrem Denken regelrecht „programmiert“, und kann sich nichts anderes mehr Vorstellen. Wenn ich aber keine ANDERE Vorstellung habe, dann habe ich auch keine Wahl!

@Pjotr Kala,
mit Sicherheit gab es noch keine Generation, welcher es so lange immer besser, und immer noch so gut geht, wie meine Generation (Nachkriegszeit).
Doch gab es für meine Generation, eine kontinuierliche Steigerung des Wohlstands. (Kofferradio, Tonband, Fernsehen, Telefon und immer mehr konnten sich sogar ein eigenes Auto leisten).
Bei der Jugend der heutigen Zeit, ist das aber NICHT mehr der Fall. Diese Jugend hat schon in jungen Jahren ALLES! Es gibt keine Steigerung mehr- nur noch Verbesserungen, schneller, kleiner, anderes Aussehen – doch es gibt NICHTS wirklich NEUES!
Die Jugend ist schon in jungen Jahren GESÄTTIGT. Was man aber lange genug hat, das wird SELBSTVERSTÄNDLICH. DARUM gibt es keine FREUDE mehr, weil der größte Luxus zur Selbstverständlichkeit wurde.
Ich habe 5 Enkel, und weiß als Opa NICHT, womit ich denen noch eine Freude machen könnte? Sie haben schon ALLES REICHLICH!
Ich war froh, wenn mir mein Opa Geld für eine Kugel Eis gegeben hat, und bei der Kirmes ein Stempel auf die Hand zur freien Fahrt.
Wenn es aber keine dankbar Nehmenden mehr gibt, dann gibt es auch keine gerne Gebenden mehr.

@traveller,
Wir können die JETZIGE Politik und Wirtschaft nicht verbessern – weil die eigentlichen Machthaber viel zu mächtig sind.
Es geht aber darum, die rechten PRINZIPIEN in die Gesellschaft – welche total verkommen sind – wieder einzuführen. Diesen Prinzipien unterliegt auch Politik und Wirtschaft. Wer oder was auch immer gegen diese Prinzipien verstößt, wird früher oder später – die Natur hat Zeit – wie und auf welche Weise auch immer, „vernichtet“.
Das Prinzip der Polarität gab es früher auch in der Politik (König – weltlich und Papst – geistig). So lange wie diese Pole erhalten blieben, funktionierte das auch. Erst als der Papst den König, oder der König den Papst absetze, brach das System zusammen. Das System der Polarität war auch bei den Pharaonen, und in China selbstverständlich. Die Regenten fragten bei Entscheidungen immer eine geistig-spirituelle Instanz.
Dieses Wissen, geriet aber in Vergessenheit.
Nochmals: Bhagavad Gita: 4.8 Um die Frommen zu befreien und die Schurken zu vernichten, und um die PRINZIPIEN der Religion wieder einzuführen, erscheine ich in jedem Zeitalter.
Wir befinden uns in einem neuen Zeitalter (Wassermann). Zu Zeiten Jesus war das Zeitalter (Fisch). Darum war das geheime Zeichen der Christen auch der Fisch!
Ansonsten zeigte ein Lao-Tse auch die Prinzipien für eine rechte Regierung!
http://www.demetrius-degen.de/zeit-themen/mensch15.htm

In diesem Sinne,
alles Gute,
Demetrius Degen
_________________
Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Hallo Demetrius,
Zitat:
Bei der Jugend der heutigen Zeit, ist das aber NICHT mehr der Fall. Diese Jugend hat schon in jungen Jahren ALLES! Es gibt keine Steigerung mehr- nur noch Verbesserungen, schneller, kleiner, anderes Aussehen – doch es gibt NICHTS wirklich NEUES!
Die Jugend ist schon in jungen Jahren GESÄTTIGT. Was man aber lange genug hat, das wird SELBSTVERSTÄNDLICH. DARUM gibt es keine FREUDE mehr, weil der größte Luxus zur Selbstverständlichkeit wurde.


Das fügt sich für mich nahtlos in das Gerede ein: "Früher war alles besser".
Nur, weil Ältere die Ziele und die Wertvorstellungen von Jüngeren nicht mehr verstehen, bedeutet das nicht, dass sie keine haben. Die Älteren können sie nur nicht mehr deuten.
Ja, die Jugend hat heut vieles, was sich Ältere erst mühsam erarbeitet haben (und oftmals sogar gar nicht gut mit umgehen können). Aber sie nutzt es auch nicht immer nur im Eigeninteresse.
Ein Beispiel: Die Hochwasserkatastrophe im Frühsommer wäre wahrscheinlich noch um etliches schlimmer geworden, wenn nicht junge Menschen mit ihrem Handy Hilfskräfte schnell an Gefahrenherde herangebracht hätten.
Oder wenn junge Menschen Senioren das Internet nahe bringen usw.
Früher haben sich junge Menschen auf eine Eisenbahn oder später auf eine Carrera-Bahn gefreut. Heute freuen sie sich über einen schnellen Computer und ein tolles Spiel dafür. Was ist daran falsch?

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Für sein geistiges und spirituelles Wachstum ist wohl jeder einzelne selbst verantwortlich. Und wir können versuchen, Geistigkeit mit unseren Mitmenschen zu teilen, sie zu inspirieren und dadurch die Welt ein klein wenig besser zu machen.

Aber was die anstehende Bundestagswahl angeht, so kann man sicher nicht die Welt verbessern, den Himmel auf Erden herbeiwählen oder dafür sorgen, die Menschheit zu erleuchten.

Dafür ist die Wahl ja auch gar nicht da. Es geht um eine Nummer kleiner: Wir haben das Privileg zu entscheiden, von wem wir in Zukunft regiert werden und zumindest die Richtung, in der die Politik gehen soll, mitzubeeinflussen.

Das ist ein Privileg. Viele andere Menschen auf der Welt haben diese Freiheit nicht. Es ist traurig, dass sich so viele Menschen zynisch von der Politik abwenden und dieses Privileg gar nicht mehr zu schätzen wissen. Meist, weil sie einfach viel zu viel von der Politik erwarten oder einmal erwartet haben und dann enttäuscht sind, wenn eine Regierung nicht zaubern oder Geld regnen lassen kann. Obwohl sie dazu gar nicht da ist. Oder weil sie merkwürdigerweise erwarten, dass eine Regierung automatisch anständiger oder ehrlicher sein müsse, als das gemeine Volk, das sie repräsentiert.

Ich kann nur dazu anregen, sich darüber zu informieren, wofür die verschiedenen Parteien eintreten und dann an der Wahl teilzunehmen. Anstatt zu meckern oder unkonstruktiv nur alles schlecht zu finden, was "die da oben" machen. Auch wenn man von den etablierten Parteien komplett enttäuscht ist, so gibt es doch sehr viele Kleinparteien, so dass jeder etwas finden kann, wenn er nur sucht. Bei der Wahl treten immerhin 29 Parteien an. Und selbst wenn diese Kleinparteien nicht in den Bundestag kommen, so kann man doch ein Zeichen setzen, wenn man sie stärker macht als vorher.

In diesem Sinne, viel Spaß und Erfolg bei der Wahl!

LG,
Bernhard
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Das fügt sich für mich nahtlos in das Gerede ein: "Früher war alles besser".


Ich sehe das auch tatsächlich so. Zwar haben wir in unserer westlichen Welt heute einen viel größeren materiellen Wohlstand als anno piefendeckel, aber zwischenmenschlich betrachtet war "damals" einiges noch wesentlich ... gesünder. Aber natürlich beileibe nicht alles.

Zitat:
Nur, weil Ältere die Ziele und die Wertvorstellungen von Jüngeren nicht mehr verstehen, bedeutet das nicht, dass sie keine haben. Die Älteren können sie nur nicht mehr deuten.


Oha. Vielleicht haben aber auch die Älteren einen größeren Weitblick und können eher voraussehen, in welchen Schlamassel sich junge Leute heutzutage hinein manövrieren mit ihren vermeintlichen Wertvorstellungen. Die heutigen jungen Menschen sind noch viel mehr "verführt" von den Machenschaften "dessen, der böse ist", als die vorherigen Generationen. Wer älter ist, ist nicht blöde oder unverständig - er hat einfach auch mehr Lebenserfahrung. In früheren Zeiten haben sich junge Leute bei älteren Rat geholt - heute sind ältere dann eher der "Oppa" und die "Omma", über die man sich lustig macht.

Zitat:
Die Hochwasserkatastrophe im Frühsommer wäre wahrscheinlich noch um etliches schlimmer geworden, wenn nicht junge Menschen mit ihrem Handy Hilfskräfte schnell an Gefahrenherde herangebracht hätten.


Hervorragend. Vor dem Handy-Zeitalter hätten die jungen Leute selbst Hand angelegt und geholfen - heute rufen sie mit ihrem Handy einen "Dienstleister"...

Nur mal so zwischendurch: Ich übertreibe jetzt bewusst und karrikiere einiges - mir ist schon bewusst, dass nicht alle jungen Leute schräg drauf und alle älteren die Weisheit in Person sind.

Zitat:

Früher haben sich junge Menschen auf eine Eisenbahn oder später auf eine Carrera-Bahn gefreut. Heute freuen sie sich über einen schnellen Computer und ein tolles Spiel dafür. Was ist daran falsch?


Falsch daran ist, dass durch diese Medien ein Realitätsverlust verursacht wird. Fährt man morgens mit der Straßenbahn, kann man beobachten, wie etliche Menschen - in meinen Augen fast schon autistisch - mit ihren Handys rumspielen und gar nicht mehr bemerken, dass neben ihnen echte Menschen sitzen. Das führt so weit, dass Verabredungen mit realen Freunden nicht stattfinden, weil man online zocken will.

Bernh hat folgendes geschrieben:
Wir haben das Privileg zu entscheiden, von wem wir in Zukunft regiert werden und zumindest die Richtung, in der die Politik gehen soll, mitzubeeinflussen. Das ist ein Privileg. Viele andere Menschen auf der Welt haben diese Freiheit nicht.


Du hältst es für ein Privileg, mittels eines bzw. zweier Kreuzchen mit zu bestimmen, wer Dir für die nächsten vier Jahre sagen darf, was Du zu tun und zu lassen hast?

Zitat:
Es ist traurig, dass sich so viele Menschen zynisch von der Politik abwenden und dieses Privileg gar nicht mehr zu schätzen wissen.


Ich halte das nicht für traurig - ich schreie Hurraa darüber, dass immer mehr Menschen kapieren, dass Herrschaft von Menschen über Menschen nichts anderes ist als Sklaverei.

Zitat:
Meist, weil sie einfach viel zu viel von der Politik erwarten oder einmal erwartet haben und dann enttäuscht sind, wenn eine Regierung nicht zaubern oder Geld regnen lassen kann. Obwohl sie dazu gar nicht da ist.


Laut unserem Grundgesetz geht alle Macht vom Volk aus. Die Menschen sind nicht so dumm zu glauben, dass die Regierung Geld regnen lassen könnte - sie wissen ganz genau, dass die Regierung das vom Volk erarbeitete Steuergeld nicht treuhänderisch und zum Wohl des Volkes verwaltet, sonder in der Regel veruntreut.


Zitat:
Oder weil sie merkwürdigerweise erwarten, dass eine Regierung automatisch anständiger oder ehrlicher sein müsse, als das gemeine Volk, das sie repräsentiert.


Was für ein Menschenbild hast Du denn, dass Du vom "gemeinen Volk" sprichst?

Zitat:
Auch wenn man von den etablierten Parteien komplett enttäuscht ist, so gibt es doch sehr viele Kleinparteien, so dass jeder etwas finden kann, wenn er nur sucht. Bei der Wahl treten immerhin 29 Parteien an. Und selbst wenn diese Kleinparteien nicht in den Bundestag kommen, so kann man doch ein Zeichen setzen, wenn man sie stärker macht als vorher.


Diese anstehende Bundestagswahl ist doch ein Kasperle-Theater. Erstens hat das Bundesverfassungsgericht im Juli vergangenen Jahres verkündet, dass das Wahlrecht verfassungswidrig (und damit illegal) ist. Zweitens hat die Bundesregierung im Mai dieses Jahres das Wahlrecht verändert, damit es nicht mehr verfassungswidrig ist. Was sie de facto ja gar nicht tun konnte, da sie aufgrund eines verfassungswidrigen Wahlrechts gewählt worden ist und somit gar nicht rechtmäßig Gesetze verabschieden konnte. Drittens interessiert es überhaupt niemanden, was das Volk will, denn (Zitat von Jean-Claude Juncker): "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter." Wie es sich mit den Wahlen tatsächlich verhält, zeigt dieses nette kleine Video.

Viel Spaß bei der Wahl!
traveller hat folgendes geschrieben:

Du hältst es für ein Privileg, mittels eines bzw. zweier Kreuzchen mit zu bestimmen, wer Dir für die nächsten vier Jahre sagen darf, was Du zu tun und zu lassen hast?


Wenn Du denkst, unsere Regierung hätte das Recht, uns zu sagen, was wir "zu tun und zu lassen haben", dann hast Du unser politisches System nicht verstanden.

Zitat:
Ich halte das nicht für traurig - ich schreie Hurraa darüber, dass immer mehr Menschen kapieren, dass Herrschaft von Menschen über Menschen nichts anderes ist als Sklaverei.


Du bist also radikaler Anarchist?

Zitat:
Laut unserem Grundgesetz geht alle Macht vom Volk aus. Die Menschen sind nicht so dumm zu glauben, dass die Regierung Geld regnen lassen könnte - sie wissen ganz genau, dass die Regierung das vom Volk erarbeitete Steuergeld nicht treuhänderisch und zum Wohl des Volkes verwaltet, sonder in der Regel veruntreut.


Das ist eine ziemliche Vereinfachung. Und selbst wenn Du dieser Meinung bist bezüglich der Banken- und Euro-Rettung, findest Du Parteien, die Deine Meinung teilen: Die AfD oder die "Partei der Vernunft" zum Beispiel. Ist ja nicht so, dass Du keine Auswahl hast.

Und richtig, "die Macht *geht vom Volke aus*". NICHT: "Das Volk hat die Macht". Direkte Demokratie ist eine Tyrannei der Mehrheit, die die Minderheit versklavt. In einer Republik bzw. repräsentativen Demokratie hat das Volk lediglich die Aufgabe, die Repräsentanten zu bestimmen und zu kontrollieren. Nicht, selbst die Entscheidungen zu treffen.

Zitat:
Was für ein Menschenbild hast Du denn, dass Du vom "gemeinen Volk" sprichst?


Ich habe mir die Ausdrucksweise von denen ironisch zu eigen gemacht, die immer hirnlos auf "die da oben" meckern, ohne zu kapieren, dass sie selbst den Job machen könnten, wenn sie es denn besser wissen.

Zitat:
Diese anstehende Bundestagswahl ist doch ein Kasperle-Theater. Erstens hat das Bundesverfassungsgericht im Juli vergangenen Jahres verkündet, dass das Wahlrecht verfassungswidrig (und damit illegal) ist. Zweitens hat die Bundesregierung im Mai dieses Jahres das Wahlrecht verändert, damit es nicht mehr verfassungswidrig ist. Was sie de facto ja gar nicht tun konnte, da sie aufgrund eines verfassungswidrigen Wahlrechts gewählt worden ist und somit gar nicht rechtmäßig Gesetze verabschieden konnte.


Mpffff. Dann wird Dir aber jeder Jurist sagen, dass eine gewählte Bundesregierung erst dann illegitim wäre, wenn sie *nach* einer vom BVG festgestellten Verfassungswidrigkeit des Wahlrechts auf der Grundlage desselben gewählt worden wäre.

Zitat:
Drittens interessiert es überhaupt niemanden, was das Volk will, denn (Zitat von Jean-Claude Juncker): "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter." Wie es sich mit den Wahlen tatsächlich verhält, zeigt dieses nette kleine [url=http://www.youtube.com


Aha, Du denkst also, dass ein Cartoon mit Mäusen das komplexe Thema der repräsentativen Demokratie hinreichend erklären kann ... das sagt dann wohl alles über Dein politisches Verständnis aus.
Bernh hat folgendes geschrieben:
Wenn Du denkst, unsere Regierung hätte das Recht, uns zu sagen, was wir "zu tun und zu lassen haben", dann hast Du unser politisches System nicht verstanden.

Unsere Regierung sagt uns per Gesetzen nicht nur, was wir zu tun und zu lassen haben, sie bestraft uns sogar, wenn wir nicht gehorchen.

Zitat:
Du bist also radikaler Anarchist?


Wenn Du mit "Anarchie" Herrschaftslosigkeit und nicht Gesetzlosigkeit meinst, ja.

Zitat:
Das ist eine ziemliche Vereinfachung.


So kann man es natürlich auch nennen, wenn Dinge auf den Punkt gebracht werden.

Zitat:
Und selbst wenn Du dieser Meinung bist bezüglich der Banken- und Euro-Rettung, findest Du Parteien, die Deine Meinung teilen: Die AfD oder die "Partei der Vernunft" zum Beispiel. Ist ja nicht so, dass Du keine Auswahl hast.


Ach, das ist doch Augenwischerei. Je mehr keine Parteien zur Wahl zugelassen werden, umso größer ist die Chance, dass es keine von ihnen in den Bundestag schafft, was den etablierten Parteien ihre Sitze und Diäten garantiert.

Zitat:
Und richtig, "die Macht *geht vom Volke aus*". NICHT: "Das Volk hat die Macht". Direkte Demokratie ist eine Tyrannei der Mehrheit, die die Minderheit versklavt. In einer Republik bzw. repräsentativen Demokratie hat das Volk lediglich die Aufgabe, die Repräsentanten zu bestimmen und zu kontrollieren. Nicht, selbst die Entscheidungen zu treffen.


Tja, die "Repräsentanten" lassen sich aber nicht kontrollieren, sondern sind so dreist, das "gemeine Volk" über bestimmte Aktivitäten im Unklaren zu lassen. Sie agieren nicht nur nicht transparent, sondern haben sogar die Stirn, das "gemeine Volk" auszuschließen, indem sie bestimmte Zusammenkünfte als "geheim" deklarieren.

Zitat:
Dann wird Dir aber jeder Jurist sagen, dass eine gewählte Bundesregierung erst dann illegitim wäre, wenn sie *nach* einer vom BVG festgestellten Verfassungswidrigkeit des Wahlrechts auf der Grundlage desselben gewählt worden wäre.


Oha, Du kennst "jeden Juristen"? Es gibt genügend Juristen, die es exakt so sehen, wie ich es geschildert habe. Und noch viel weiter gehend.

Zitat:
Aha, Du denkst also, dass ein Cartoon mit Mäusen das komplexe Thema der repräsentativen Demokratie hinreichend erklären kann ... das sagt dann wohl alles über Dein politisches Verständnis aus.


Zitat Angela Merkel: "Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt; und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann..."
Hallo traveller,

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Das fügt sich für mich nahtlos in das Gerede ein: "Früher war alles besser".

Du antwortest:
Ich sehe das auch tatsächlich so. Zwar haben wir in unserer westlichen Welt heute einen viel größeren materiellen Wohlstand als anno piefendeckel, aber zwischenmenschlich betrachtet war "damals" einiges noch wesentlich ... gesünder. Aber natürlich beileibe nicht alles.

Wirklich? Wurde vieles nicht nur "unter dem Deckel" gehalten, weil es die öffentlichen Moral-Vorstellungen es nicht zuließen? Ich erinner da nur mal an"Engelmacher", "Versorgungsehen", Verfolgung sexueller Randgruppen, die Vormachtstellung von Lehrer und Priester usw.

Die Klage der Älteren über die "Respektlosigkeit" der Jugend zieht sich durch die Geschichte seit "Adam und Eva". Ich habe so den Eindruck, je freier und gebildeter eine Gesellschaft war, desto eher kam es zu diesen Divergenzen. Ohne eine solche "Respektlosigkeit" wäre eine französische Revolution undenkbar gewesen, denn die etablierte Gesellschaft (Kirche als auch Staatsmacht) hätte ihr mit Freuden den Garaus gemacht.
Der "Alte Fritz" musste übrigens wegen seiner "Respektlosigkeit" mit ansehen, wie sein Vater seinen besten Freund töten ließ.

Wenn Oma und Opa wie Ömmaken und Öppaken verhalten, dürfen sie sich nicht wundern, dass sie keinen Zugang zur Jugend mehr finden.
Wer sich aber mit echtem Verständnis der Jugend zuwendet, kann auch heute noch seine Lebensweisheiten weitergeben. Der Gründer der "Gemeinschaft von Taizé" ist ein herausragendes Beispiel dafür. Und es gibt sicher noch mehr alte Menschen, die mit natürlicher Autorität und vielleicht auch Charisma viel Einfluss auf junge Menschen haben.

Allerdings gibt es natürlich auch teileweise eine unangebrachte Respektlosigkeit der Jugend gegenüberüber Älteren. Dazu zähle ich z.B, wenn ein gut vorbereiteter junger Reporter in einer Fußgängerzone mit seinen Fragen "Jagd" auf ältere Menschen macht, nur um sie möglichst dumm da stehen zu lassen. Und das alles nur, um Quote im Fernsehen zu machen.

Zitat:
Hervorragend. Vor dem Handy-Zeitalter hätten die jungen Leute selbst Hand angelegt und geholfen - heute rufen sie mit ihrem Handy einen "Dienstleister"...

Nur mal so zwischendurch: Ich übertreibe jetzt bewusst und karrikiere einiges - mir ist schon bewusst, dass nicht alle jungen Leute schräg drauf und alle älteren die Weisheit in Person sind.

Ich empfehle dir mal einen Besuch in Passau. Dort kannst du dann in vielenhochwassergeschädigten Gebäuden Zettel lesen mit der Aufschrift: "Dank an die Studenten".

Zitat:
Zitat:
Ich schrieb:
Früher haben sich junge Menschen auf eine Eisenbahn oder später auf eine Carrera-Bahn gefreut. Heute freuen sie sich über einen schnellen Computer und ein tolles Spiel dafür. Was ist daran falsch?

Du antwortest:
Falsch daran ist, dass durch diese Medien ein Realitätsverlust verursacht wird. Fährt man morgens mit der Straßenbahn, kann man beobachten, wie etliche Menschen - in meinen Augen fast schon autistisch - mit ihren Handys rumspielen und gar nicht mehr bemerken, dass neben ihnen echte Menschen sitzen. Das führt so weit, dass Verabredungen mit realen Freunden nicht stattfinden, weil man online zocken will.

Das ist kein "Realitätsverlust". Nur die Sichtweise auf die Realität wird verschoben.
Ja, die fast schon suchtartige Abhängikeit vieler Menschen von ihrem Handy (oder auch vom Internet) ist sicher weit entfernt von einem vernünftigen Gebrauch dieser Medien. Aber das bringen nun mal neue Möglichkeiten mit sich. Sie werden oft zuviel und teilweise auch falsch genutzt. Die Menschheit ist allerdings auch nicht zugrunde gegangen als der Buchdruck erfunden wurde, obwohl auch hier kirchliche Institutionen und priviligiertes Bildungsbürgertum nicht gerade begeistert gewesen sein dürften.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!