Welche Wahl haben wir denn?


Hallo traveller,
Zitat:
Denn die Ursache für die weltweite "Versklavung" und den Schiefstand des Hauses (ist es am Ende der schiefe Turm von Pisa? ) ist das Zinseszins-System, das die Menschen dazu zwingt, weit mehr Zeit in Arbeit und Geldverdienen zu investieren, als nötig wäre. Somit fehlt die Zeit, um sich mit Spiritualität zu beschäftigen und über sich selbst nachzudenken.


Das ist sehr einseitig gesehen. Hier im Westen wurde nie weniger gearbeitet und war mehr Zeit zu Verfügung für andere Beschäftigungen wie heute.
Dass nicht jeder die gewonnene Zeit in Kontemplation investiert, sondern sie eher in Hobbys oder sonstige Aktivitäten einbringt, musst du schon dem einzelnen Menschen überlassen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Demetrius hat folgendes geschrieben:
Selbst Harz IV Empfänger, geht es noch besser als so manchem armen Menschen in Indien, Afrika oder China. In dieser Beziehung braucht keiner zu klagen.


Da wäre ich nicht so vorschnell, lieber Demtrius - die seelische Armut ist in unseren Breitengraden ein viel weiter verbreitetes Phänomen als in den "ärmeren" Ländern. Und die seelische Armut geht viel tiefer, stürzt Menschen in größere und tiefere Verzweiflung und Sinnlosigkeit als die rein materielle Armut, die erst dann wirklich zerstörerisch ist, wenn Grundbedürfnisse wie Wohnen und Nahrung nicht erfüllt werden können.

Die seelische Armut zerstört den Menschen viel tiefergehender - gerade den Menschen, der materiell genug zum Leben oder sogar Alles hat, aber an nichts glaubt. Die seelische Armut nagt am Leben wie der Wurm, der von einer hölzernen Tragekonstruktion nach Jahren nichts übrig lässt als feinstes Sägemehl, was schließlich zum Zusammenbruch führt. Die seelische Armut ist die Krankheit, die in dem Maße zunimmt in dem der Glaube abnimmt.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Demetrius hat folgendes geschrieben:
Selbst Harz IV Empfänger, geht es noch besser als so manchem armen Menschen in Indien, Afrika oder China. In dieser Beziehung braucht keiner zu klagen.


Da wäre ich nicht so vorschnell, lieber Demtrius - die seelische Armut ist in unseren Breitengraden ein viel weiter verbreitetes Phänomen als in den "ärmeren" Ländern.


Hallo Burkl,

da ist nichts vorschnell – schiebe mir nichts unter, was ich nicht geschrieben habe.
Harz IV bezieht sich EINDEUTIG auf MATERIELLE Armut! Wenn ich diese materielle Armut weltweit betrachte, dann geht es einem Harts IV Empfänger hier – MATERIELL - noch bedeutend besser als vielen in Afrika. Denn schließlich ist ja Afrika der „Müllabladeplatz“ für die EU!
Ansonsten habe ich vor ca. 40 Jahren selbst eine Zeit in Tansania (Arusha) gearbeitet (mitten im Busch) und gelebt. Da habe ich diese materielle Armut mit eigenen Augen gesehen – nicht nur kurz in den Medien – dann ist das etwas Anderes.
Was das angesprochene seelische Leiden betrifft, da kann ich Dir zustimmen. In Afrika können die Menschen trotz materieller Armut noch LACHEN. Bei uns nicht mehr.
Ich gehe fast täglich durch den Kurpark hier – ein Park, den sich früher nur Könige leisten konnten – und sehe bei Älteren fast nur mürrische Gesichter. Lachend sieht man fast nur noch Kinder.
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Auf der Erde gibt es seit jeher den Kampf zwischen Egoismus und Selbstlosigkeit.
Die Egoisten werden reich, die Selbstlosen schaffen große Werke.
www.demetrius-degen.de
Wir sind eine vermaterialisierte Gesellschaft, ohne jeglichen Bezug zur Natur und ohne größere Entdeckerfreude an uns Selbst. Die kleinen schönen Dinge werden als Selbstverständlichkeit hingenommen und nur der Überkonsum soll uns Freude bringen. Wir wurden hier im Westen von klein auf dazu geprägt in einem solchen übermaterialistischen System voll integriert zu sein. Klar das selbst die augenscheinlich ärmeren Afrikaner einen fröhlicheren Eindruck machen als wir. Sie leben das Leben viel intensiver als wir es hier tun.

In Wahrheit sind wir die Armen.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
ja....in unserer gesellschaftlichen Wertestruktur sind wir wirklich arm. Aber hier hat jeder die Wahl für sich selbst andere Werte zu setzen und der seelischen Armut zu entfliehen und ich bin irgendwie auch dankbar für die Sicherheiten und Bildungsmöglichkeiten in denen ich aufwachsen konnte. Diesbezüglich sind wir reich.

Wer am verhungern ist hat nicht die Wahmöglichkeit seine Armut zu beenden
Hallo!

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hier im Westen wurde nie weniger gearbeitet und war mehr Zeit zu Verfügung für andere Beschäftigungen wie heute.


Nicht Dein Ernst... Noch in den 70ern konnte ein einfacher Handwerker allein mit seinem Verdienst eine vierköpfige Familie ernähren, die Frau konnte sich Haushalt und Kindern widmen. Ging sie aber Teilzeit arbeiten, konnte sich die Familie sogar ein Häuschen bauen. Heute sieht für viele der Alltag so aus, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten müssen und sie sich gerade mal ne kleine Wohnung leisten können. Die Abendstunden sind dann Kindern und Haushalt geschuldet und am Schluss bleibt keine Kraft mehr, um was anderes zu tun als vor der Glotze einzuschlafen.

Vor der Glotze dann wird die Meinungsbildung durch Werbung und andere Manipulationen vollzogen, damit am nächsten Tag das Ganze genau so weitergeht.

Zitat:
Dass nicht jeder die gewonnene Zeit in Kontemplation investiert, sondern sie eher in Hobbys oder sonstige Aktivitäten einbringt, musst du schon dem einzelnen Menschen überlassen.


Ich finde, Du solltest mir nicht sagen, was ich "muss"... Ich habe auch nicht davon gesprochen, was andere Menschen tun SOLLTEN, sondern dass es vielen aufgrund ihres Arbeitsalltags gar nicht möglich ist, sich mit was anderem zu beschäftigen.

visie hat folgendes geschrieben:
Aber hier hat jeder die Wahl für sich selbst andere Werte zu setzen und der seelischen Armut zu entfliehen (...) Wer am verhungern ist hat nicht die Wahmöglichkeit seine Armut zu beenden


Wenn man seine Konditionierungen überwunden hat, hat man zumindest die Möglichkeit, sich über andere Werte Gedanken zu machen. Um aber seine Konditionierungen überwinden zu können, muss man sich bereits über andere Dinge Gedanken machen... ein kleiner Teufelskreis, aus dem der, der im Hamsterrad fleißig läuft, so schnell nicht raus kommt. Aber die Seele der Menschen spielt ja schon vielfach nicht mehr mit - Burnout ist die Antwort der Seele, die dem Einzelnen damit die Möglichkeit verschafft, mal in sich zu gehen. WENN da nicht die Sachzwänge wären...

Wenn man sich dann andere Werte (zunächst gedanklich) gesetzt hat, vielleicht ein anderes Lebensmodell als bisher leben möchte, stehen noch viele Gesetze, aber auch gesellschaftliche Verhaltensregeln etc. im Wege. Je mehr man sich vom mainstream abwendet, umso einsamer wird man leider - einfach, weil man immer weniger Menschen findet, die den anderen einfach so akzeptieren können oder wollen, wie er ist. Und nichts macht den Menschen scheinbar so viel Angst wie das Risiko, von der "Gruppe" nicht akzeptiert zu werden - da macht man doch lieber gute Miene zum bösen Spiel und läuft weiter mit.

Ich will mit all dem darauf hinaus, dass es dem seelisch Armen vermutlich genauso schwer fällt, seine Armut zu überwinden, wie dem materiell Armen.
traveller hat folgendes geschrieben:
Ich habe auch nicht davon gesprochen, was andere Menschen tun SOLLTEN, sondern dass es vielen aufgrund ihres Arbeitsalltags gar nicht möglich ist, sich mit was anderem zu beschäftigen.


Doch - das ist sogar nicht nur möglich sondern notwendig. Es gibt keinen Arbeitsalltag, den man nicht heiligen könnte durch das Gebet. Das geht immer. Letzlich ist es ja Ziel der Spiritualität das genau dieser "Alltag" zum Gebet wird. Es darf keinen Bruch mehr geben zwischen "Arbeitswelt" und "spiritueller Welt". Was hat Jesus die ersten dreißig Jahre seines Lebens gemacht?
Die Antwort - spirituelles Wachstum im "Arbeitsalltag" - im ganz normalen harten Arbeitsalltag mit all seinen Widrigkeiten und Belastungen, im Zimmermannbetrieb seines Ziehvaters. Wenn die Bibel über diese Zeit nichts Genaues erzählt so heißt das keineswegs, dass sie unwichtig ist. Diese ersten dreißig Jahre waren Voraussetzung, dass die letzten drei mit der Mission, die die Welt verändert hat, überhaupt stattfinden konnten.

Bei uns muss es auch so sein - der Arbeitsalltag ist das Terrain, auf dem die Heiligkeit wächst. Wenn man die Arbeit in ihrer übernatürlichen Dimension wahrnimmt. Das ist vor allem ein geistliches Ziel des Christseins, den "Berufsalltag" und den "Familienalltag" und die "besonderen Ereignisse" und den "Urlaub" und all diese Schubladen zusammenzufassen und eins werden zu lassen, ein geglücktes Ganzes.
Dennoch, Burkl, steht es weder mir noch sonst jemandem zu, zu entscheiden, was andere Menschen tun sollten.

Auf der anderen Seite wird niemand, der sich nicht schon mit Spiritualität beschäftigt hat, überhaupt verstehen, was denn am Arbeitsalltag heilig sein soll. Die Erkenntnis und das Verständnis, dass letztlich jeder Atemzug ein Hallelujah ist, braucht meiner Meinung nach Zeit und Ruhe, Rückzug und Kontemplation... oder aber das Erwachen innerhalb einer tiefen Krise - das hat's ja auch schon mehrfach gegeben.

Was Jesus tatsächlich in den ersten 30 Jahren getan hat, wissen wir ja nicht. Wenn man aber an den 12jährigen Jesus im Tempel denkt (Lukas 2, 40 - 52), wird klar, dass er bereits in diesem Alter spirituell "erwachsen" war. Ob er danach wirklich bei Josef in die Zimmermannslehre ging oder, wie es andernorts heißt, bis nach Indien gereist ist? Wie auch immer wird sich sein Alltag ganz erheblich vom heutigen hektischen Arbeitsalltag beispielsweise in einem Callcenter unterschieden haben. Im Callcenter (und den meisten heutigen Jobs auch) hast Du keine Chance, auch nur zwei Minuten in Dich zu gehen - Du hast Akkordarbeit zu leisten mit voller Aufmerksamkeit auf der Arbeit.

Die Anfangsschritte in Spiritualität macht wohl keiner während eines fordernden Arbeitstages. Wenn aber der Anfang gemacht ist, wenn Erkenntnis gewachsen ist, ja dann kann alles zum Gebet werden.
Hallo traveller,
Zitat:
Nicht Dein Ernst... Noch in den 70ern konnte ein einfacher Handwerker allein mit seinem Verdienst eine vierköpfige Familie ernähren, die Frau konnte sich Haushalt und Kindern widmen. Ging sie aber Teilzeit arbeiten, konnte sich die Familie sogar ein Häuschen bauen. Heute sieht für viele der Alltag so aus, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten müssen und sie sich gerade mal ne kleine Wohnung leisten können. Die Abendstunden sind dann Kindern und Haushalt geschuldet und am Schluss bleibt keine Kraft mehr, um was anderes zu tun als vor der Glotze einzuschlafen.

Hier muss ich jetzt etwas zurückrudern. Ich hatte so mehr die letzten 2 Jahrhunderte gemeint.
Dass in den letzten Jahrzehnten für sehr viele das Arbeitsleben nicht leichter geworden ist und die Realeinkommen nicht gestiegen sondern eher gesunken sind und die Schere zwischen arm und reich sich unverhältnismäßig stark geöffnet hat, ist eine bekannte Tatsache.
Aber im Verhältnis zu den Menschen früherer Jahrhunderte muss der arbeitende Mensch heute weniger Arbeitszeit aufwenden, um die Grundbedürfnisse bezahlen zu können und er hat eine bessere Bildung als die Menschen vor 100-200 Jahren.
Übrigens hat der Handwerker aus den 70igern meist eine ganze Menge Überstunden gekloppt, um seiner Familie einen angemessenen Lebensstil zu ermöglichen. Und die Mitarbeit der Frauen ist auch nur teilweise zur Deckung der Grundbedürfnisse erforderlich. Sie ist auch ein Teil Selbstverwirklichung und soll zur Erhöhung des Lebensstandards beitragen.

Zitat:
Ich finde, Du solltest mir nicht sagen, was ich "muss"... Ich habe auch nicht davon gesprochen, was andere Menschen tun SOLLTEN, sondern dass es vielen aufgrund ihres Arbeitsalltags gar nicht möglich ist, sich mit was anderem zu beschäftigen.

Die Belastungen im Arbeitsalltag sind heute eigentlich leichter geworden (z.B. hat man viel getan, um die Monotonie bei der Fließbandarbeit zu verringern, schwere körperliche Arbeit durch bessere Hilfsmittel zu verringern usw). Trotzdem hast du recht, dass viele abends nach der Arbeit nur noch ihre Ruhe wollen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten bezieht sich das heute aber in der Regel auf eine 5-Tage und nicht auf eine 7-Tage Woche. So bleibt zumindest das Wochenende zur freien Verfügung. Ob jemand diese Zeit seiner Familie, seinen Hobbys oder seiner Religion oder sonst irgendwas widmet, ist seine persönliche Entscheidung. Da hat höchstens die Familie noch ein Wörtchen mitzureden.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo Pjotr,

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Aber im Verhältnis zu den Menschen früherer Jahrhunderte muss der arbeitende Mensch heute weniger Arbeitszeit aufwenden, um die Grundbedürfnisse bezahlen zu können und er hat eine bessere Bildung als die Menschen vor 100-200 Jahren.


Das stimmt natürlich, aber das Leben ist insgesamt um einiges komplizierter geworden, so dass die Lebensorganisation viel mehr Zeit verschlingt als früher. Beispiel: Noch in meiner Kindheit war es normal, nur einmal pro Woche zu baden. Kleidung wurde selten gewechselt. Heute duscht man täglich, am besten wird die gesamte Kleidung täglich ausgewechselt, Handtücher landen nach einmaliger Benutzung in der Schmutzwäsche. Früher hat ein Stück Seife ewig gehalten, heute verbraucht man Duschgel in Massen, dazu Körperlotion, Deo und und und. Das Zeug muss nicht nur finanziert, sondern auch herangeschafft werden.

Ein anderes Beispiel: Früher kannte man seine Nachbarschaft, Freundschaften fanden vor Ort statt. Kinder brauchten keinen Sportverein, weil sie sowieso den ganzen Tag über draußen waren. Heute? Muss man sich verabreden, um einen Freund zu treffen. Kinder dürfen nur noch auf eigens dafür vorgesehenen Spielplätzen toben - was zu wenig Bewegung bietet, weshalb sie zum Ballett- oder Judosport gekarrt werden müssen... und so weiter und so fort.

Die durch Verkürzung der Arbeitszeit eingesparten Stunden werden somit an anderer Stelle doppelt und dreifach vergeudet. Einen Teil davon könnte man einsparen, einen anderen nicht. Ich bemerke beispielsweise, dass durch die Schließung von immer mehr kleineren Geschäften das Einkaufen immer aufwendiger wird. Man kann nicht mehr mal eben schnell einen Liter Milch kaufen gehen, weil das nächste Geschäft um die Ecke ist; das Geschäft um die Ecke ist längst geschlossen und man muss wegen jeder Kleinigkeit einen Supermarkt "anreisen".

Zitat:
Und die Mitarbeit der Frauen ist auch nur teilweise zur Deckung der Grundbedürfnisse erforderlich. Sie ist auch ein Teil Selbstverwirklichung und soll zur Erhöhung des Lebensstandards beitragen.


Einerseits hast Du Recht - es geht oftmals gar nicht um die Erfüllung der Grundbedürfnisse. Auf der anderen Seite sind die Gehälter teilweise so drastisch gesunken, dass "die Frau" wirklich mitarbeiten muss.

Zitat:
Die Belastungen im Arbeitsalltag sind heute eigentlich leichter geworden (z.B. hat man viel getan, um die Monotonie bei der Fließbandarbeit zu verringern, schwere körperliche Arbeit durch bessere Hilfsmittel zu verringern usw).


Dennoch nehmen berufsbedingte Burnout-Erkrankungen immer mehr zu. Zwar sind die körperlichen Anforderungen gesunken, aber die meisten Arbeitnehmer erleben in ihren Jobs nur noch "Stress pur". Abbau von Arbeitsstellen auf der einen Seite und der Wahn des immerwährenden Wachstums-Wunsches auf der anderen Seite führen dazu, dass dem einzelnen Arbeitnehmer immer mehr an Arbeit aufgebrummt wird.

Zitat:
Trotzdem hast du recht, dass viele abends nach der Arbeit nur noch ihre Ruhe wollen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten bezieht sich das heute aber in der Regel auf eine 5-Tage und nicht auf eine 7-Tage Woche. So bleibt zumindest das Wochenende zur freien Verfügung.


Bleibt es nicht. Am Wochenende muss ja der Rest der Hausarbeit nachgeholt werden, die Kinder erwarten "Programm"... Familienbesuche, die durch berufliche Anforderung (Umzug in andere Städte) auch einen Mehraufwand erfordern...

Zitat:
Ob jemand diese Zeit seiner Familie, seinen Hobbys oder seiner Religion oder sonst irgendwas widmet, ist seine persönliche Entscheidung. Da hat höchstens die Familie noch ein Wörtchen mitzureden.


Keine Frage.

Ich will mit all dem auch nur aufzeigen, in welchem Hamsterrad "Lieschen Müller" und "Otto Normal" so gefangen sind. Das heißt natürlich nicht, dass nicht jeder Einzelne (wenn die Zeit reif ist) die Möglichkeit hat, die Notbremse zu ziehen und sich mal zu fragen "Was mache ich hier eigentlich die ganze Zeit?"

Und ich möchte auch gern an dieser Stelle einen Bogen schlagen zu der ursprünglichen Frage "Welche Wahl haben wir denn?" Ich bin davon überzeugt, dass wir nur die Wahl haben, unser eigenes unmittelbares Leben zu verändern. Mir hat in dem Zusammenhang die Aussage gefallen, die mir vor einiger Zeit im Internet begegnet ist: "Schaffe Insellösungen in Deinem Umfeld!"

Wir können nicht die Politik, die Wirtschaft verbessern, denn (Joh. 5:19) "Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist." Aber wir können unser eigenes, kleines Leben verbessern und damit das Leben der Menschen, mit denen wir unmittelbar zu tun haben. Diese haben wiederum mit anderen Menschen zu tun, und jene mit wiederum anderen.

Diese Wahl haben wir... und noch eine andere, wichtige: Nicht mehr "den, der böse ist" unterstützen: Nicht mehr oder so wenig wie möglich von großen Konzernen kaufen, Geldgeschäfte so weit wie möglich ohne Banken abwickeln, uns nicht von der Medienlandschaft vereinnahmen lassen, dem propagierten Egoismus entgegentreten und an "den anderen" denken...