Einheit Gottes


Hallo Tobias,
Zitat:
Das ist eine recht seltsame Rollenzuweisung, da du hier einem zivilgesellschaftlichen Akteur gleich eine doppelte Einschränkung auferlegst. Er darf nicht vom Mainstream abweichen und er darf auch keine universalen Werte verkünden. Zumindest letzteres wirst du schon gönnen müssen. Wohlgemerkt ist eine bloße universale Verkündung von bestimmten moralischen Grundsätzen noch nicht mit dem Zwang zu diesen verbunden.


Habe ich irgendwo was von einer Einschränkung der '"universalen Werte" geschrieben? Im Gegenteil, diese Werte ("Goldene Regeln"usw) sind ja mit in das "fortschreitende Wertekonzept" eingebunden. Und es ist auch nicht Mainstream, da das sich schnell überlebt und keine Generation überdauert.

Zitat:
Zitat:
Ein Beispiel ist hier die Entwicklung der Sexualmoral, die ganz offensichtlich inzwischen konträr zu den Ansichten der monotheistischen Religionen verläuft.

Du fragst:
Aber was soll einem das jetzt genau sagen? Für ein sonderliches Vorzeigemodell halte ich die allgemeine Sexualmoral zumindest nicht.

Das habe ich auch nicht behauptet. Aber ich nehme lieber die Auswüchse der heutigen Sexualmoral in Kauf, als dass ich irgendeiner Institution das Recht erlaube, sich in die auf freiwilliger Basis geschehenden Sexualhandlungen von erwachsenen Menschen einzuwirken. Wenn sich jemand aufgrund seiner Religion irgendwelchen Sexual-Regeln freiwillig unterwirft, so ist das seine Privatsache.

Zitat:
Du schreibst:
Wenn hier jemand meint es gäbe mehrere Götter, dann ist er ein Polytheist. Das es verschiedene Bilder von Gott gibt will hier sicher niemand leugnen.

Und an welches soll ich mich als fortschrittlicher Gläubiger halten?

Zitat:
Ich finde es ja interessant das dies immer mal wieder gern behauptet wird hier im Forum (und vereinzelt auch anderswo). Ich frage mich nur wie man darauf kommt?

Dazu Zitat:Kritik muss allerdings bei ihrer Forderung nach einem Weltstaat unter Baha’ullah einsetzen. Hier haben die Baha’i ähnlich wie der Islam die Trennung zwischen Religion und Staat nicht gemacht, sondern sehen sie als Einheit, was immer wieder verhängnisvolle Folgen zeitigt und gezeitigt hat. Von:http://www.jesus.ch/themen/glaube/t.....75-die_bahaireligion.html

dazu Zitat:Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat in einer Zeit in der schon alleine mangels überzeugter Weltbürger nicht mal daran zu denken ist, das wir einmal eine wahrhaft geeinte Welt erreichen können, sich die Kompetenz die es den Schriften nach in einer geeinten Welt unzweifelhaft hat, im Vorraus herausgenommen, um in einer nach heutigen Masstäben eher diktatorischen Art über die Handvoll ergebener Gläubiger zu bestimmnen. Ganz offenbar willig und kritiklos folgen die nationalen und lokalen Räte dieser „Regierungsform“, obwohl dem Wesen der Baha’i-Offenbarung jegliche bestimmende Diktatur, jeglicher Anflug von Theokratie oder gar Inquisition völlig fremd ist.

In der heutigen Zeit sind die Instutionen der Baha’i-Religion lediglich Verwaltungsinstrumente. Sie können, ja müssen sogar als „Ratgeber“ zur Auflösung und Vermeidung von Konflikten zwischen Glaubenswelt und säkularer Welt dienen. Sie sind aber keineswegs berechtigt in die persönliche Gewissensentscheidung des einzelnen Gläubigen einzugreifen, ihn wegen der Gewissensentscheidung zu diskreditieren, zu verunglimpfen oder gar auszustossen. Genau diese Linie aber verfolgt das Universale Haus der Gerechtigkeit seit nunmehr gut einem viertel Jahrhundert.

Als Baha’i bin ich nicht mehr dazu bereit, diese Linie „stillschweigend“ mitzutragen.
Zitiert von
http://www.religiononline.de/showthread.php?tid=4980

Interessant ist auch, sich einmal den Disput von einem Tobias Vetter und einem Samael durchzulesen. (Ohne, dass ich mir ein Urteil erlaube, welcher von beiden nun richtiger liegt).
[url] http://www.esoterikforum.de/religio.....on-der-zukunft.html[/url]

Zitat:
Du schreibst:
Irgendwann werden - so die fromme Hoffnung der Bahai - immer mehr Menschen Bahai werden und entsprechend werden auf demokratischer und freiwilliger Basis auch immer mehr Bahai-Ideale ihre Realisierung finden.

Inwiefern das jetzt mit "Einheit in der Vielfalt" in Konflikt stehen soll ist mir nicht ganz klar.

Ich hoffe doch sehr, dass uns Realisierung der Gesamt-Bahai-Ideale erspart bleibt (bzw., ich bin mir sicher, das dies nicht geschieht). Letzten Endes würde es nämlich nicht den Himmel, sonder die Einheitshölle auf Erde bedeuten, da moralische Entwicklung ja auf 1000 Jahre festgeschrieben würde.
Es gibt keine Einheit in der Vielfalt, es können höchstens die vielfältigen Einstellungen und Ansichten durch Kompromisse und Entwicklung neuer moralischer Vorstellungen reduziert werden. Und selbst da werden wir uns noch etliche 1000 Jahre schwer tun.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
ziraki hat folgendes geschrieben:
Das ist eine Argumentation die, wie mir scheint, eher nicht für die Einheit Gottes spricht, oder?


Minou hat folgendes geschrieben:
Ich verstehe seine Frage so, dass er wissen will, ob, wenn Jesus Gott ist,
es dann nicht nur eine Person - nämlich Gott - gibt


Es gibt nur einen Gott, dessen Wesen unsere Vorstellungskraft unendlich übersteigt, von dem wir aber dank seiner Offenbarung in Jesus Christus wissen, dass er die Liebe ist - die Liebe, die aus der Beziehung entsteht. Aus der Beziehung, die er bereits in sich hat - zwischen Vater und Sohn, die gemeinsam den Heiligen Geist hauchen. Die Einheit Gottes ist das Band der Liebe untrennbar verbundene Personen, das "macht ihn aus" - und gerade deshalb ist er ein einziger und einheitlicher und vollkommener Gott. Weil die wahre Einheit nicht das "Einsamsein" ist, sondern die Beziehung, die Liebe.
Burkl hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
Aber wenn Jesus Gott ist, ist es dann nicht eine Zweiinigekeit, zwischen Gott/Jesus und dem Heiligen Geist?


Lieber luschn,

Zum einen ist Gott immer größer als unser Vorstellungsvermögen. Das ist immer so. Wenn wir etwas von ihm aussagen, dann sind das immer nur Annäherungen an seine Wahrheit.

Was die Dreeinigkeit anbelangt - wir glauben ja als Christen, dass Gott die Liebe ist. Liebe ist aber nur dort, wo Beziehung ist. Ein Gott, der nicht Beziehung ist, könnte daher auch nicht die Liebe sein.

Und wie du nach Adam Riese richtig festgestellt hast - Vater und Sohn, das sind ja nur zwei. Wie kommt da der "Heilige Geist" ins Spiel.

Halte dir eine Liebesbeziehung vor Augen. Du bist dort nicht "nur" zu zweit. Was ihr "miteinander habt" ist etwas Besonderes, eine bestimmte Ebene - Verliebte entwickeln eine eigene Sprache, eigene Gesten und Mimiken, eine eigene "Wellenlänge", die auch Andere erspüren können - ja bei wirklich Liebenden ist deren Liebe förmlich "greifbar", sie hat eine eigene "Identität". "Das was die zwei miteinander haben ist etwas Besonderes!" ist eine oft gehörte Aussage. Und so ist es bei Gott auch - was Sohn und Vater verbindet ist etwas ganz Besonderes, so besonders, dass es etwas Eigenständiges ist - der Heilige Geist.


Mein Problem ist ein anderes. Wenn Gott Jesus ist, dann sind es nicht zwei, sondern nur eins. Wenn Jesus Gott ist, ist er kein Mensch. Somit auch nicht das Ideal, nach dem wir streben sollen. Ist Jesus jedoch Mensch, kann er auch nicht Gott sein und auch nicht sein Sohn.
Ich hätte zuerst fertig lesen sollen, bevor ich auf einen Post antworte

Burkl hat folgendes geschrieben:
ziraki hat folgendes geschrieben:
Das ist eine Argumentation die, wie mir scheint, eher nicht für die Einheit Gottes spricht, oder?


Minou hat folgendes geschrieben:
Ich verstehe seine Frage so, dass er wissen will, ob, wenn Jesus Gott ist,
es dann nicht nur eine Person - nämlich Gott - gibt


Es gibt nur einen Gott, dessen Wesen unsere Vorstellungskraft unendlich übersteigt, von dem wir aber dank seiner Offenbarung in Jesus Christus wissen, dass er die Liebe ist - die Liebe, die aus der Beziehung entsteht. Aus der Beziehung, die er bereits in sich hat - zwischen Vater und Sohn, die gemeinsam den Heiligen Geist hauchen. Die Einheit Gottes ist das Band der Liebe untrennbar verbundene Personen, das "macht ihn aus" - und gerade deshalb ist er ein einziger und einheitlicher und vollkommener Gott. Weil die wahre Einheit nicht das "Einsamsein" ist, sondern die Beziehung, die Liebe.


Danke Minou, du hast meine Frage sehr schön ausformuliert und sie vollkommen verstanden. Leider werde ich aus Burkls Antwort trotzdem nicht schlau

Jetzt weiß ich noch immer nicht ob Gott und Jesus eigenständig sind, oder ob Gott Jesus ist. Da ist die Sicht der Bahais wesentlich einfacher
Hast du luschn nun aber verstanden, dass du Sohn eines Menschen bist, Mensch selbst bist...und beides zusammen ?

Du hast nämlich nicht mehr darauf geantwortet.
Ob du´s mir glaubst oder nicht, das war mir vorher schon klar. Jedoch hiflt es mir bei meiner Frage nicht weiter ...
Oh mein Gott, kannst du meine Argumentationsweise zu dem hier analog ziehen, sag mal ?:

luschn hat folgendes geschrieben:
[...]
Bei der Geschichte hatte ich schon immer Verständnisschwierigkeiten. Einmal ist es Gottes Sohn, dann Gott selbst, dann beides ...


So wie der Sohn eines Menschen (und das sind du und ich nun mal) Mensch ist, so ist auch der Sohn Gottes, Gott.

Ist dir das nun klar, Herr Meister der Verständnissprache, oder soll ich es dir auch noch aufzeichnen ?
Zitat:
So wie der Sohn eines Menschen (und das sind du und ich nun mal) Mensch ist, so ist auch der Sohn Gottes, Gott.


Tochter, wäre es in meinem Fall. Aber ich und meine Mutter sind zwei verschiedene Personen.

Zitat:
Ist dir das nun klar, Herr Meister der Verständnissprache, oder soll ich es dir auch noch aufzeichnen ?


Vielleicht ist es für luschn klar, er ist sehr intelligent.
Aber für mich wäre das Aufzeichnen evtl. hilfreich.

Für mich ist nicht ganz klar, ob du hier eine Religion vertreten möchtest oder ob du eigentlich einen Glauben ins Lächerliche ziehen möchtest.
ziraki hat folgendes geschrieben:
Zitat:
So wie der Sohn eines Menschen (und das sind du und ich nun mal) Mensch ist, so ist auch der Sohn Gottes, Gott.


Tochter, wäre es in meinem Fall. Aber ich und meine Mutter sind zwei verschiedene Personen.


Das sind der Vater und der Sohn ja auch. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind Drei Personen und Eins dem Wesen nach (wesensgleich).

EDIT: Ob man nun sagen kann, dass sie verschiedene Personen sind, das will ich in meiner Antwort auf deinen Post nun nicht direkt implizieren, denn ich bin kein Theologe um das jetzt genau sagen zu können, und aus einer seriösen Quelle irgendwo kann ich es auch nicht schnell herauslesen.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Ist dir das nun klar, Herr Meister der Verständnissprache, oder soll ich es dir auch noch aufzeichnen ?


[...]

Für mich ist nicht ganz klar, ob du hier eine Religion vertreten möchtest oder ob du eigentlich einen Glauben ins Lächerliche ziehen möchtest.


Jetzt mal ehrlich, wie kommst du drauf, dass ich es ins Lächerliche ziehen will ?
Tek. hat folgendes geschrieben:


Jetzt mal ehrlich, wie kommst du drauf, dass ich es ins Lächerliche ziehen will ?


Du kennst eine bestimmte theologische Richtung und vertrittst sie so, dass es zwangsläufig zu Widerspruch oder Belustigung führt.
Ich glaube immer öfter, das ist gewollt.