Einheit Gottes


luschn hat folgendes geschrieben:
Tek. hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
[...]
Bei der Geschichte hatte ich schon immer Verständnisschwierigkeiten. Einmal ist es Gottes Sohn, dann Gott selbst, dann beides ...


Einmal ist es Menschens Sohn, dann Mensch selbst, dann beides...

Merkst du was ?


Jap, ich merke was.

Und zwar dass ich keine Ahnung habe was du meinst.


Na dann pass mal auf: Ich bin der Sohn eine Menschen, dann bin ich Mensch selbst, und doch bin ich dann beides...


Merkst du nun was ?
luschn hat folgendes geschrieben:
Aber wenn Jesus Gott ist, ist es dann nicht eine Zweiinigekeit, zwischen Gott/Jesus und dem Heiligen Geist?


Lieber luschn,

Zum einen ist Gott immer größer als unser Vorstellungsvermögen. Das ist immer so. Wenn wir etwas von ihm aussagen, dann sind das immer nur Annäherungen an seine Wahrheit.

Was die Dreeinigkeit anbelangt - wir glauben ja als Christen, dass Gott die Liebe ist. Liebe ist aber nur dort, wo Beziehung ist. Ein Gott, der nicht Beziehung ist, könnte daher auch nicht die Liebe sein.

Und wie du nach Adam Riese richtig festgestellt hast - Vater und Sohn, das sind ja nur zwei. Wie kommt da der "Heilige Geist" ins Spiel.

Halte dir eine Liebesbeziehung vor Augen. Du bist dort nicht "nur" zu zweit. Was ihr "miteinander habt" ist etwas Besonderes, eine bestimmte Ebene - Verliebte entwickeln eine eigene Sprache, eigene Gesten und Mimiken, eine eigene "Wellenlänge", die auch Andere erspüren können - ja bei wirklich Liebenden ist deren Liebe förmlich "greifbar", sie hat eine eigene "Identität". "Das was die zwei miteinander haben ist etwas Besonderes!" ist eine oft gehörte Aussage. Und so ist es bei Gott auch - was Sohn und Vater verbindet ist etwas ganz Besonderes, so besonders, dass es etwas Eigenständiges ist - der Heilige Geist.
Hallo Burkl,

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Verschiedenheit kann m. Erachtens niemals die Ursache für Liebe und Einheit sein.

Du antwortest:
Oja, lieber Pjotr.
Verschiedenheit ist sogar Ursache und Voraussetzung für "Einheit" - Einheit ist nämlich nicht zu verwechseln mit "Einsamkeit", "Alleinsein". Die Ursache deines und meines Lebens ist die Verschiedenheit der Geschlechter unserer Eltern, die sich in Liebe vereint haben.


Meines Erachtens zielt das Wort "Verschiedenheit" im Ursprungs-Zitat nicht primär auf die Geschlechterrolle, sondern auf die Verschiedenheit im Verhalten und den unterschiedlichen Ansichten in einer Gruppe. Sie können in Liebe und durch "Einigung" überwunden werden und zu tragfähigen Kompromissen führen. Von "Einsamkeit" und "Alleinsein" ist dort ebenfalls nicht die Rede. Ich störe mich auch nicht am Sinn des Zitats, sondern am m. Erachtens ziemlich verfehlten Gebrauchs des Wortes "Ursache" (zumindest in der heutigen Sprachdeutung).
Geschlechtliche Vereinigung erfolgt noch nicht einmal in einer "guten" Ehe immer in Liebe, sondern wird oft durch den Sexualtrieb gesteuert. Und selbst heute noch fällt es schwer, genau abzugrenzen, was nun sexuelle Gewalt in einer Ehe ist und was nicht.
Übrigens ist die Geschlechtertrennung ein relativ spätes Merkmal in der Evolution.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Burkl,

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Verschiedenheit kann m. Erachtens niemals die Ursache für Liebe und Einheit sein.

Du antwortest:
Oja, lieber Pjotr.
Verschiedenheit ist sogar Ursache und Voraussetzung für "Einheit" - Einheit ist nämlich nicht zu verwechseln mit "Einsamkeit", "Alleinsein". Die Ursache deines und meines Lebens ist die Verschiedenheit der Geschlechter unserer Eltern, die sich in Liebe vereint haben.


Meines Erachtens zielt das Wort "Verschiedenheit" im Ursprungs-Zitat nicht primär auf die Geschlechterrolle, sondern auf die Verschiedenheit im Verhalten und den unterschiedlichen Ansichten in einer Gruppe. Sie können in Liebe und durch "Einigung" überwunden werden und zu tragfähigen Kompromissen führen. Von "Einsamkeit" und "Alleinsein" ist dort ebenfalls nicht die Rede. Ich störe mich auch nicht am Sinn des Zitats, sondern am m. Erachtens ziemlich verfehlten Gebrauchs des Wortes "Ursache" (zumindest in der heutigen Sprachdeutung).
Geschlechtliche Vereinigung erfolgt noch nicht einmal in einer "guten" Ehe immer in Liebe, sondern wird oft durch den Sexualtrieb gesteuert. Und selbst heute noch fällt es schwer, genau abzugrenzen, was nun sexuelle Gewalt in einer Ehe ist und was nicht.
Übrigens ist die Geschlechtertrennung ein relativ spätes Merkmal in der Evolution.

Pjotr Kala


Im Kern geht es um die Beobachtung, die man auch in der Natur machen kann, dass das Neue, das Leben, aus der Verschmelzung von Verschiedenem ensteht. Das ist gut im Einklang mit dem Bild des dreieinigen Gottes, dessen Natur ja ein Abbild seines Wesens ist.
Hallo Tobias,
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo linde,

nun, lt den Bahais hat er es immerhin für nötig befunden, sie als Neuerung in das religiöse Spektrum der Welt einzuführen.
Ich antworte:
Ich stimme mir dir überein, daß Gott nichts nötig hat. Schon gar nicht den Menschen. Deswegen ist ja jede Diskussion über Gott überflüssig.


Pjotr Kala

Du antwortest:
Es war nicht für Gott nötig, sondern es ist für den Menschen nötig.

Darüber stimme ich mit dir überein. Allerdings hat Gott zumindest es für die Menschen als nötig erachtet, zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Offenbarer mit unterschiedlichen Ansichten auf die Erde zu senden und damit die Vewirrungen nicht aufgelöst sondern nur noch komplizierter gemacht zu haben.

Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Die Wertekonzepte der Zivilgesellschaft sehen diese religiösen Maßstäbe als nicht mehr verbindlich an, d.h. die Wertekonzepte der Zivilgesellschaft sind in manchen Bereichen bereits weiter als die von Religionen.

Du fragst:
Und welche sind das? Von welcher Zivilgesellschaft sprichst du und von welchen Wertekonzepten sprichst du?

Ich halte den Begriff "Zivilgesellschaft" für besser als den Begriff "säkulare Gesellschaft". Dieser wird fälschlicherweise oftmals gleichgesetzt mit atheistischer Gesellschaft, obwohl eigentlich nur die vollkommene Trennung von Macht- und Werte-Konzepten von Kirche und Staat gemeint ist.
In einer Zivilgesellschaft haben Religionen ihren Platz, soweit und solange sie mit ihren (Moral-) Vorstellungen nur für ihre Mitglieder sprechen und diese Vorstellungen nicht mit der fortschreitenden Entwicklung der zivilen Wertevorstellungen zu stark in Widerspruch kommt.
Ein Beispiel ist hier die Entwicklung der Sexualmoral, die ganz offensichtlich inzwischen konträr zu den Ansichten der monotheistischen Religionen verläuft.


Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
"Mein Gott ist besser als deiner".

Du antwortest:
Es gibt nur einen Gott.

Eine rein metaphysische Aussage, die dazu noch durch sehr viele Beiträge hier konterkariert wird. Nach den verschiedenen Ansichten hier über Gott, kann das eigentlich nicht nur ein Gott sein, sonst wäre er Fall für die "Klapsmühle".

Zitat:
Grundlage des sozialen Einheitsverständnis der Bahai ist "Einheit in der Vielfalt".

Soll laut den Bahais nicht diese Einheit möglichst unter der Vorherrschaft der Bahai-Religion erreicht werden? War da nicht irgendwas von Weltregierung mit Einfluss der Bahai-Religion (und natürlich deren moralischen Vorstellungen).


Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Nehme ich allerdings ein sich wandelndes Wertekonzept an, habe ich diese Probleme nicht.

Du fragst:
Welches Problem denn?


Das Problem, dass Wertekonzepte veraltet sind.


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
@Pjotr Kala

Zitat:
In einer Zivilgesellschaft haben Religionen ihren Platz, soweit und solange sie mit ihren (Moral-) Vorstellungen nur für ihre Mitglieder sprechen und diese Vorstellungen nicht mit der fortschreitenden Entwicklung der zivilen Wertevorstellungen zu stark in Widerspruch kommt.


Das ist eine recht seltsame Rollenzuweisung, da du hier einem zivilgesellschaftlichen Akteur gleich eine doppelte Einschränkung auferlegst. Er darf nicht vom Mainstream abweichen und er darf auch keine universalen Werte verkünden. Zumindest letzteres wirst du schon gönnen müssen. Wohlgemerkt ist eine bloße universale Verkündung von bestimmten moralischen Grundsätzen noch nicht mit dem Zwang zu diesen verbunden.

Zitat:
Ein Beispiel ist hier die Entwicklung der Sexualmoral, die ganz offensichtlich inzwischen konträr zu den Ansichten der monotheistischen Religionen verläuft.


Aber was soll einem das jetzt genau sagen? Für ein sonderliches Vorzeigemodell halte ich die allgemeine Sexualmoral zumindest nicht.

Zitat:
Eine rein metaphysische Aussage, die dazu noch durch sehr viele Beiträge hier konterkariert wird. Nach den verschiedenen Ansichten hier über Gott, kann das eigentlich nicht nur ein Gott sein, sonst wäre er Fall für die "Klapsmühle".


Und was soll deine Aussage für eine Aussage sein?

Wenn hier jemand meint es gäbe mehrere Götter, dann ist er ein Polytheist. Das es verschiedene Bilder von Gott gibt will hier sicher niemand leugnen.

Zitat:
Soll laut den Bahais nicht diese Einheit möglichst unter der Vorherrschaft der Bahai-Religion erreicht werden? War da nicht irgendwas von Weltregierung mit Einfluss der Bahai-Religion (und natürlich deren moralischen Vorstellungen).


Ich finde es ja interessant das dies immer mal wieder gern behauptet wird hier im Forum (und vereinzelt auch anderswo). Ich frage mich nur wie man darauf kommt?

Bahai streben nicht nach der Herrschaft über andere Menschen. Woran Bahai glauben ist, dass irgendwann die Ideen der Lehre Bahaullahs immer mehr in der Welt Anklang und Umsetzung finden werden. Ein gewichtiger Schritt dazu wird ein säkularer, politischer Weltfrieden sein an dem die Bahai aber allenfalls marginalen Anteil haben. Irgendwann werden - so die fromme Hoffnung der Bahai - immer mehr Menschen Bahai werden und entsprechend werden auf demokratischer und freiwilliger Basis auch immer mehr Bahai-Ideale ihre Realisierung finden.

Inwiefern das jetzt mit "Einheit in der Vielfalt" in Konflikt stehen soll ist mir nicht ganz klar.

Zitat:
Das Problem, dass Wertekonzepte veraltet sind.


Und wer hat jetzt hier nun welches konkrete Problem? Und eventuell noch: was hat das mit dem Einheitsverständnis der Bahai-Religion zu tun?
Burkl hat folgendes geschrieben:

Im Kern geht es um die Beobachtung, die man auch in der Natur machen kann, dass das Neue, das Leben, aus der Verschmelzung von Verschiedenem ensteht. Das ist gut im Einklang mit dem Bild des dreieinigen Gottes, dessen Natur ja ein Abbild seines Wesens ist.


Das ist eine Argumentation die, wie mir scheint, eher nicht für die Einheit Gottes spricht, oder?
Nunja, ich meine, da geht es aus dem letzten Zitat heraus interpretiert um die Vereinigung von Verschiedenem.
Ja , Peter habe ich auch so verstanden.
Aber wenn die Vereinigung von Verschiedenem zu Leben führt (und das ist so), frage ich mich schon inwieweit unser Gottesverständnis auf der Naturbeobachtung resultieren kann.
Sicher sind bestimmte Rückschlüsse zulässig, aber nicht umsonst berufen sich die Religionen auf Offenbarung oder zum Beispiel beim Buddha auf erworbene Erkenntnis.
Einige User führen hier immer wieder an, dass Gott nicht im naturwissenschaftlichem Verständnis auftaucht. Natürlich haben sie recht damit.
Dann kann man aber Beispiele aus der Natur nur schlecht dafür verwenden, um ein gewisses Gottesverständnis zu rechtfertigen.
Oder man müsste auf alle Fragen, die sich aus natürlichen Gegebenheiten ergeben eine Antwort haben.
luschn hat folgendes geschrieben:
Aber wenn Jesus Gott ist, ist es dann nicht eine Zweiinigekeit, zwischen Gott/Jesus und dem Heiligen Geist? Bei der Geschichte hatte ich schon immer Verständnisschwierigkeiten. Einmal ist es Gottes Sohn, dann Gott selbst, dann beides ...



Burkl hat folgendes geschrieben:
Und wie du nach Adam Riese richtig festgestellt hast - Vater und Sohn, das sind ja nur zwei. Wie kommt da der "Heilige Geist" ins Spiel.

Halte dir eine Liebesbeziehung vor Augen. Du bist dort nicht "nur" zu zweit. Was ihr "miteinander habt" ist etwas Besonderes, eine bestimmte Ebene - Verliebte entwickeln eine eigene Sprache, eigene Gesten und Mimiken, eine eigene "Wellenlänge", die auch Andere erspüren können - ja bei wirklich Liebenden ist deren Liebe förmlich "greifbar", sie hat eine eigene "Identität". "Das was die zwei miteinander haben ist etwas Besonderes!" ist eine oft gehörte Aussage. Und so ist es bei Gott auch - was Sohn und Vater verbindet ist etwas ganz Besonderes, so besonders, dass es etwas Eigenständiges ist - der Heilige Geist.


Lieber Burkl,
mir scheint, dass die Frage von Luschn so nicht beantwortet ist.
Ich verstehe seine Frage so, dass er wissen will, ob, wenn Jesus Gott ist,
es dann nicht nur eine Person - nämlich Gott - gibt; so gesehen wäre es nämlich keine Dreieinigkeit, sondern eine Zweieinigkeit.
Ich habe es so verstanden, kann mich natürlich auch irren.
LG,
Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten