Einheit Gottes


Minou hat folgendes geschrieben:
Für mich hat es durchaus etwas mit Vernunft zu tun, schon allein deswegen, weil aus Nichts kein Leben oder Sonstiges entstehen bzw. sich entwickeln kann.


Altes Argument: Dann gilt das ja auch für Gott selbst, oder? Die Kausalkette bei Gott beginnen zu lassen, ist nicht rational.

Minou hat folgendes geschrieben:
Es ist alles minutiös geplant, dass alles so funktionieren kann, wie wir es erleben.


Das ist vielleicht dein Empfinden. Das magst du ja auch gerne so sehen, ich sehe es nicht so. Deine Sichtweise lässt sich auch nicht rational begründen.


Du bist religiös, weil es sich für Dich richtig anfühlt, aber nicht, weil es zwingende Objektive Hinweise oder Beweise dafür gibt, dass Deine Religion wahr ist. Das ist doch auch nicht schlimm.
Ich habe nur das Gefühl, dass nur rationale Entscheidungen oder Sichtweisen oft oder immer für richtig oder gut befunden werden. Deswegen muss man auch seine religiösen Ansichten rational begründen. Meiner Meinung nach verleugnet man aber dadurch das, was Religion ist: Glauben und Gefühl. Vielleicht ist es auch so, dass denjenigen, die versuchen ihre Religion rational zu begründen, es eigentlich an Glauben fehlt. Vielleicht wollen sie in erster Linie sich selbst überzeugen.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Altes Argument: Dann gilt das ja auch für Gott selbst, oder? Die Kausalkette bei Gott beginnen zu lassen, ist nicht rational.


Gott ist per Definition der Selbstbestehende. Auch Aristoteles sprach bereits vom ersten, unbewegten Beweger. Es handelt sich dabei einfach um ein Axiom, welches genauso logisch oder unlogisch ist wie viele andere Axiome. Natürlich hat diese Beweiskette eine inhärente Spannung, denn erst behauptet sie alles hätte eine Ursache und dann führt sie etwas in den Beweis ein was keine Ursache haben solle.

Allerdings wird dabei gern übersehen, dass dies die einzige Möglichkeit ist den infiniten Regress zu verhindern, wenn man die Kausalität als generellen Satz beibehalten möchte.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Es handelt sich dabei einfach um ein Axiom, welches genauso logisch oder unlogisch ist wie viele andere Axiome.


Das würde ich bezweifeln. Ein gutes Axion sollte einfach einleuchtend sein, ist dieses offensichtlich nicht.

Anders könnte man argumentieren "Gott erstand als Folge des Urknall" ist ebenso ein Axiom. Welche Axiom besser oder einleuchtender ist, kann man nicht sagen - Ableitung deiner Aussage - deswegen ist es unvernünftig eines der beiden Axiome zu bevorzugen.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Allerdings wird dabei gern übersehen, dass dies die einzige Möglichkeit ist den infiniten Regress zu verhindern, wenn man die Kausalität als generellen Satz beibehalten möchte.


Genau. Ich glaube nicht, dass es Kausalität vor dem Urknall gab, weil es kein vor dem Urknall gab, denn die Zeit ist erst mit dem Urknall entstanden. Deswegen ist das Axiom von Unbewegten Beweger nicht einleuchtend.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Wir haben offensichtlich andere Vorstellungen davon was "offensichtlich" ist.

Oben sagst du noch es ist irrational anzunehmen, dass die Kausalität irgendwo angefangen hätte und jetzt unten meinst du genau das.

Deine Kritik an der axiomatischen Definition von Gott als dem Selbstbestehenden ist nicht nachvollziehbar. Sie entspricht keinerlei Verständnis des Begriffs Gottes.
Hallo Tobias,
ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt.
Es ist mir schon klar, dass die monotheistischen Religionen ein in Teilen ähnliches Gottesbild vertreten. Wichtig ist, dass all diese Annahmen nur rein metaphysisch begründet werden und nur durch die Worte eines "Offenbahrers" belegt werden können.
Der Buddismus hat kein solches Gottesbild, die polytheistischen Religionen (z.B. Hinduismus) teilen die göttlichen Mächte auf verschiedene "Manifestationen" auf.
Rational ist keine Vorstellung von Gott zu begründen, die Begründung ist immer transzendental.

hallo Minou,
Zitat:
Für mich hat es durchaus etwas mit Vernunft zu tun, schon allein deswegen, weil aus Nichts kein Leben oder Sonstiges entstehen bzw. sich entwickeln kann.
Es ist alles minutiös geplant, dass alles so funktionieren kann, wie wir es erleben.

Deine Begründung liest sich wie jene Begründungen, dass bei der Explosion einer Buchdruckerei keine Bibel entsteht oder ein Haus nicht ohne einen Plan gemacht werden kann.
Sie haben alle einen grundsätzlichen Webfehler, der aber ständig übersehen wird. Die Welt wird beurteilt vom Standpunkt unserer heutigen evolutionären Entwicklungsstufe her in der Rückschau beurteilt. Dort, wo der Mensch in seiner frühen Entwicklung für Naturphänomene keine Erklärung hatte und sie auch gefürchtet hat, wurde ein "Gott" eingesetzt.
Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Phänomene in "Naturgesetzen" beschreibbar. Diese Beschreibbarkeit der Welt beruht aber auf den Modellvorstellungen von der Welt, nicht auf die Welt selbst. Die durch Wissenschaft herausgefundenen Gesetzmässigkeiten sind also auch nur "Modelle" mit denen zwar gute Vorhersagen von Ergebnissen möglich werden und mit denen man das Universum gut in ein vorläufiges Ordnungsschema pressen kann. Dieses Ordnungsschema sieht aber auch eine gehörige Portion an "Zufällen" vor, die in Vergangenheit, Gegenwart und wohl auch in Zukunft vorkommen und die auch wahrscheinlich nicht geklärt werden können. Man kann daher wohl kaum von einer "minutiösen Planung" schreiben. Wäre es wirklich so, wäre das Universum irgendwann voll beschreibbar und wir hätten keine Modellvorstellungen von der Welt mehr nötig, sondern die Welt selbst beschrieben. In einer solchen Welt hätte dann allerdings auch der Zufall nur noch die Funktion einer sehr weit gefassten Gesetzmässigkeit wie z.B. in der Chaostheorie.
Ich persönlich glaube nicht, dass irgendwann eine "Weltformel" gefunden wird. Aber Formeln, die unsere Modellvorstellungen vom Universum besser erklären und unterschiedliche Ansätze besser zusammenfassen, werden sicher kommen.
Soweit ich weiss, behauptet auch kaum ein Wissenschaftler, dass das Universum oder das Leben aus dem "Nichts" kommt.
Das zur Zeit favorisierte Urknall-Modell kann die Entstehung des Universums bis zur Konzentration aller Energie oder Materie in einem Punkt beschreiben. Was davor war oder ob es ein "Davor" überhaupt gegeben hat, kann es nicht beschreiben.
Zur Entstehung des Lebens werden immer mehr kleine Puzzleteile gefunden. Es wir aber wohl noch eine ganze Weile dauern, bis man sie zusammengesetzt hat.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Busshari hat folgendes geschrieben:
Minou hat folgendes geschrieben:
Für mich hat es durchaus etwas mit Vernunft zu tun, schon allein deswegen, weil aus Nichts kein Leben oder Sonstiges entstehen bzw. sich entwickeln kann.


Altes Argument: Dann gilt das ja auch für Gott selbst, oder? Die Kausalkette bei Gott beginnen zu lassen, ist nicht rational.

Minou hat folgendes geschrieben:
Es ist alles minutiös geplant, dass alles so funktionieren kann, wie wir es erleben.


Das ist vielleicht dein Empfinden. Das magst du ja auch gerne so sehen, ich sehe es nicht so. Deine Sichtweise lässt sich auch nicht rational begründen.


Hmm, ich weiß nicht, ob Minou wirklich nur an biologisches Leben dachte.
Ihre Argumentation, dass aus bestimmten Annahmen auch ethische Verpflichtungen und die Motivation, diese einzuhalten folgen, ist für mich schon nachvollziehbar und irgendwie rational.

Zitat:
Daher sind wir Menschen eine Einheit und sollen das in unserem Leben auch berücksichtigen, ebenso, wie wir unsere Umwelt schützen sollen; dies wird auch in den Lehren der Gottesoffenbarer betont.
eddyman hat folgendes geschrieben:

Eine Zitatenfolge zum Thema siehe hier:

http://www.kleine-spirituelle-seite.de/index.php/text_rel.html


Herzlichen Dank, ich werde diese Seite sicher noch öfters besuchen!
linde hat folgendes geschrieben:

Schicke Dir hier auf alle Fälle mal einen Ausschnitt aus dem täglichen Gebet von Bahá'u'llah:


"Ich bezeuge Deine Einheit und Deine Einzigkeit, dass Du Gott bist und es keinen Gott gibt außer Dir. Du hast wahrlich Deine Sache offenbart, Deinen Bund erfüllt und weit das Tor Deiner Gnade aufgetan vor allen, die im Himmel und auf Erden wohnen. Segen und Friede, Gruß und Herrlichkeit ruhen auf Deinen Geliebten, die Wandel und Wechsel der Welt nicht davon abhalten, sich Dir zuzuwenden, und die alles hingegeben in der Hoffnung, das zu erlangen, was bei Dir ist. Du bist in Wahrheit der Immervergebende, der Allgütige."

(Compilations, Baha'i-Gebete)

Liebe Grüße
Linde


Hallo Linde,

aus dem mittlerem Pflichtgebet. Das soll ja dreimal täglich gesprochen werden.
Also auch dreimal täglich eine Erinnerung an bzw. Reflektion oder Kontemplation über die Einheit Gottes.
Ich kann mir schon vorstellen, dass das im Laufe der Zeit einiges bewirkt.

Liebe Grüße
ziraki
Hallo Pjotr, hallo Busshari,

Ihr erwartet hoffentlich nicht von mir, dass ich Euch Gott erkläre .
Ich bin auf meiner Suche zu der ganz persönlichen Erkenntnis gekommen, dass es Gott geben muss. Ich bin das Ganze durchaus rational angegangen, natürlich aber auch emotional.
Schon in der Bibel steht, dass Gott immer war und immer sein wird, dass Er keinen Anfang hat. Es wird in allen monotheistischen Religionen von einer Schöpfung gesprochen, folglich muss es einen Schöpfer geben.
Genau geplant scheint mir alles, weil wir gar nicht existieren könnten, wäre es nicht so.
Die Urknalltheorie schließt Gott nicht aus. Es ist tatsächlich wie mit den vom Wind durcheinander gewirbelten Flugzeugteilen, die sich von selbst nie zu einem Flugzeug zusammenfügen werden. Die Schöpfung kann durchaus durch den Urknall entstanden sein, den aber wiederum jemand ausgelöst haben muss, und wo ein intelligenter Geist Ordnung hinein gebracht haben muss. Für mich ist das eine logische Folge, für Euch beide eben nicht.
Lassen wir es doch dabei.

Alles Gute,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ziraki hat folgendes geschrieben:
Hmm, ich weiß nicht, ob Minou wirklich nur an biologisches Leben dachte.
Ihre Argumentation, dass aus bestimmten Annahmen auch ethische Verpflichtungen und die Motivation, diese einzuhalten folgen, ist für mich schon nachvollziehbar und irgendwie rational.


Liebe Ziraki,

ja, so war das von mir gemeint; es greift Eines ins Andere. Es ist alles eine Einheit.
Gott bleibt sozusagen in Verbindung mit uns durch Seine Boten, die uns Seinen Willen verkünden passend für jedes Zeitalter und jede Kultur. Seit wir das zurückverfolgen können, wurden immer ähnliche ethische und moralische Werte verkündet. Verändert haben sich immer nur die weltlichen Gebote, die an die jeweilige Zeit angepasst waren.

Alles Liebe,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten