Der Sinn des Lebens


Hallo Gourlay,

eine Sache, die ich noch zu dem Video sagen möchte:

Marcel Krass geht davon aus, dass Gott diese ungerechte Welt als Bedingung braucht um die Menschen zu prüfen. Ein allwissender Gott muss doch wissen, wie sich seine Geschöpfe entscheiden werden - ohne diese Bedingungen. Ansonsten wäre er nicht allwissend. Zudem denke ich, dass Gott wohl andere Möglichkeiten zu prüfen einfallen müssten ohne dieses unvorstellbare Leid seine Geschöpfe.

Ein weiterer Kritikpunkt zum Video bezieht sich auf Herrn Krass' Vorstellung von Gerechtigkeit. Er meint, dass in einer gerechten Welt alle gleich viel Geld haben müssten. Und dass alle dieselben Eigenschaften haben müssten. Eine "gerechte Welt" ist nach Marcel Krass nicht wünschenswert. Ich weiß nicht wie es anderen dabei geht, aber meine Vorstellung von Gerechtigkeit sieht jedenfalls nicht so aus.

Zu Deiner Sinnsuche kann ich Dir kaum etwas bieten. Dass Du den oberflächlichen Konsumwahn und die Vergänglichkeit als unbefriedigend erlebst ist ein erster und bedeutsamer Schritt auf Deinem spirituellem Weg. Sehr viele kommen leider nicht einmal bis dorthin.

Gute Taten zu verüben und auch andere in Deine Überlegungen und Wünsche einzubeziehen, wie Du es sagst, ist in meinen Augen auch ein sehr schöner Schritt. Die Reise geht sich natürlich leichter, wenn Dich andere, denen Du vertraust, begleiten. Diese können Dich motivieren und bei auftauchenden Fragen möglicherweise weiterhelfen. Der Gedanke "verbringe Zeit bei den Weisen und meide die Toren" fand ich in allen mir bekannten Religionen.

Du möchtest gerne an einen großen Plan glauben, in der alle einbezogen sind. Gleichzeitig zweifelst Du angesichts der Widersprüche der Religionen an die "großen Pläne" der Religionen.

Liebe Grüße,
Wohlwollen _()_
Guten Abend,
wenn alle die gleichen Eigenschaften hätten, wäre eine Evolution unmöglich.
Ebenso ist eine gerechte Welt eine nicht zu erreichende Utopie. Man kann die Welt nur gerechter machen, aber niemals gerecht.
Wenn es einen "großen Plan" geben sollte, dann wird er in den Religionen maximal nur bruchstückhaft und teilweise fehlerhaft erfasst, wahrscheinlich aber überhaupt nicht, da es zu viele Gegensätze gibt.
Warum einigt man sich dann nicht gleich auf Wertevorstellungen, die von möglichst vielen Menschen geteilt werden können und die auch durchsetzbar sind und nicht als Ideal irgendwo unerreichbar im"Himmel" angesiedelt sind?
Viele Religionskriege wären dann vermieden worden. Ob diese Machtspiele nicht durch andersartige Machtspiele ersetzt worden wären, bleibt allerdings
offen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Gerechtigkeit muss individuell angemessen gegeben sein.