Wieso glaubst du an Gott?


Minou hat folgendes geschrieben:
Schon in der Bibel kann man lesen, dass Gott keinen Anfang und kein Ende hat. Die Ordnung in der Schöpfung ist für mich der klare Beweis für die Existenz Gottes, weil ich an keinen Zufall glauben kann aufgrund dessen alles entstanden sein soll.


Welche Ordnung?
PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Wohlwollen, ich gebe Dir noch eine dritte Möglichkeit:

Ich glaube (und da folge ich "Ein Kurs in Wundern"), dass Teile Gottes selbst dieses kosmische Spiel erschufen, indem sie zunächst vergessen, was sie wirklich sind (unsterbliche Seelen) und sich mit dem Vergänglichen identifizieren.
Dieser bewusste Akt der Trennung war erforderlich, denn das Licht wüsste nicht was Licht ist, erführe es nicht das Gegenteil: die Dunkelheit.
Kurz: Die Selbsterkenntnis wäre unmöglich!
Diese Trennung aber ist zugleich die Ursache für den Kosmos.
Denn ohne diesen Wunsch, das kosmische Spiel zu beginnen und sich als scheinbar vergänglich zu erfahren, wäre das Vergängliche und ewig Wandelbare nicht erforderlich gewesen.

Soweit meine Vorstellung vom Ganzen.


dass Teile Gottes selbst dieses kosmische Spiel erschufen ...

und meiner Meinung nach auch immer wieder weiter erschafft ...
das Göttliche vervollständigt/entwickelt sich sozusagen immer mehr, weil zwar alles da ist, aber in die Materie gebracht werden muß. Nur so können wir es erleben. Das nimmt auch kein Ende ... weil immer neues dazu kommt.

Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Liebe Rosenrot!

Ja es ist ein kosmisches Spiel, die Frage ist nur ist es ein göttliches oder ein teuflisches Spiel. Ich bin eher der Ansicht, dass es ein teuflisches ist, in dem die Menschen die Akteure sind, die gegeneinander ausgespielt werden, denn wie könnte es sonst sein, dass Menschen, die an ein- und denselben Gott glauben, sich gegenseitig bekriegen, und das im Namen der Religion.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Lieber Erich,

das Göttliche, also Gott, beinhaltet meiner Meinung nach all es.

Da wir göttliche Geschöpfe sind haben wir auch alle alles in uns. Es liegt an uns was wir daraus machen.
Aber wir sind uns unserer Stärken sehr oft nicht bewußt, haben nicht das Vertrauen in unsere eigene Schöpferkraft, leider.
Die die sich ihrer Stärke bewußt sind, nützen sie oft sehr schamlos aus, mißbrauchen sie - und oft werden gerade die zu Führern.

Lieben Gruß
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Wohlwollen hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:


Was hat die Evolutionstheorie bitte mit der Existenz Gottes zu tun?

Einige Atheisten und Kreationisten tun immer so als sei da eine Verbindung, aber ich wüsste nicht wo die ist


Hallo Tobias,

in meinen Augen gibt es grob zwei Sichtweisen bezüglich Existenz der Welt:

-) entweder ist sie von einem persönlichen Gott geschaffen worden (der selbst immer schon bestanden hat)
-) der Kosmos hat schon immer bestanden und entsteht und vergeht immer wieder. Möglich ist, dass der Kosmos schon millionenfach da war und sich nur selten Leben darin entwickelte.

Beides ist kaum vorstellbar. Aber bei einem persönlichen Gott frage ich mich woher kommt dieser? Warum schuf Gott Krankheiten oder Naturkatastrophen, warum lässt er Milliarden Wesen auf grausame Weise umkommen (Tiere, die gefressen werden), warum sind seine Botschaften so missverstänlich und teilweise auch aus heutiger Sicht widerlegt u.ä.

Ist es abwegiger, dass das Universum sich aus einfachen in komplexeren Strukturen entwickelt hatte oder dass ein gedankenlesendes Wesen, das noch viel komplexer als das Universum sein muss, das alles geschaffen hat - eine Welt mit ihren zahlreichen Fehlern?

Natürlich ist es möglich, dass ein persönlicher Gott existiert, der aus welchen Gründen die Evolution angestoßen hat, Menschen auf irgendeinem von Milliarden Sonnensystemen entstehen lässt (und bis dahin eine unglaubliche Vielzahl an Arten aussterben lässt) und sich schließlich immer wieder offenbart. Aus heutiger Sicht scheinen viele der Geschichten nun mal moralisch fragwürdig (z.B. Steinigungen, Verstümmelung Andersgläubiger). Gott wird als brutal und sadistisch dargestellt (Aufruf zu Vernichtung von Städten und Stämmen, beinahe völlige Vernichtung der Schöpfung durch die Sintflut, Verhärtung des Herzens des Pharaos damit dieser nicht einsichtig ist und von den 7 Katastrophen geplagt werden kann). Alles nachlesbar in der hebräischen Bibel bzw. dem "alten Testament".

Je vager das Gottesbild, desto eher kann ich mir eine göttliche Existenz vorstellen (ich sehe mich in der Gottesfrage als Pantheist). Aber ein Gott wie in den alten Geschichten, das sind für mich antike Welterklärungsversuche. Aber je vager und weniger personal, desto weniger interessiert sich dieses Prinzip für meine Intentionen, Gebete und religiösen Gefühle.

Liebe Grüße,
Wohlwollen _()_


Jetzt sprichst du aber von der Schöpfung überhaupt bzw. Kosmologie. Das ist ja schon etwas anderes als Evolutionstheorie. Darüber hinaus wirfst du eine ganze Reihe an Fragen auf. Diese alle zu beantworten würde vllt. den Umfang des Threads sprengen.

Auf einige kosmologische Fragen geht Bahaullah in der Tafel der Weisheit (enthalten in 'Botschaften aus Akka' als Kap. 9) ab Vers 8 ein. Letztlich vertritt die Bahai-Lehre eine relativistische und emanationistische Position in dieser Hinsicht.

Dem Begriff eines monotheistischen Gottes ist es inhärent, dass er 'der Selbstbestehende' ist. Gott ist also per Definition nicht erschaffen.

Gott hat offenbar jede irdische Existenz so erschaffen, dass sie zeitlich begrenzt ist.

Offenbarungen sind göttliche Mitteilungen an Menschen in bestimmten Umständen. Sie müssen also deren Entwicklungsstufe und deren Probleme ansprechen und lösen. Letztlich wird jede Diskussion über die vermeintlich grausamen Inhalte der hebräischen Bibel darauf hinauslaufen.

Ich sehe ehrlich gesagt nicht inwiefern ein impersonales Gottesbild fortschrittlicher sein sollte als ein persönliches. Persönliches Gottesbild heißt nicht, dass man Gott in seinem Verstand zu einem 'Übervater' im Jenseits vergötzt. Das ist vielmehr der Missbrauch davon. Pantheismus ist die Lehre das Gott die (gesamte) Natur sei. Zwar kann ich als Bahai - entsprechend der Lehre Bahaullahs - zustimmen, dass sich Gottes Eigenschaften in der Schöpfung wiederspiegeln. Doch bleibt festzuhalten, dass Gott über seine Schöpfung erhaben ist und nicht selbst diese ist. Pantheismus - zumindest in seiner Reinform - erklärt die Materie zu Gott. Damit wird sowohl Gott kleiner gemacht als auch die Schöpfung vergötzt.
Hallo Tobias! Hallo an alle!

Zitat:
Auf einige kosmologische Fragen geht Bahaullah in der Tafel der Weisheit (enthalten in 'Botschaften aus Akka' als Kap. 9) ab Vers 8 ein. Letztlich vertritt die Bahai-Lehre eine relativistische und emanationistische Position in dieser Hinsicht.


Das werde ich bei passender Zeit mal lesen. Danke für den Tipp!

Zitat:
Dem Begriff eines monotheistischen Gottes ist es inhärent, dass er 'der Selbstbestehende' ist. Gott ist also per Definition nicht erschaffen.


Das ist eine unbewiesene Annahme. Genaus könnte ich sagen das Universum sei nicht geschaffen und selbstbestehend. Warum soll Gott dafür eine Ausnahme sein?

Zitat:
Offenbarungen sind göttliche Mitteilungen an Menschen in bestimmten Umständen. Sie müssen also deren Entwicklungsstufe und deren Probleme ansprechen und lösen. Letztlich wird jede Diskussion über die vermeintlich grausamen Inhalte der hebräischen Bibel darauf hinauslaufen.


Das heißt für mich, dass Menschen interpretieren was aus den Schriften heute noch zeitgemäß ist, was übernommen werden könne und was umgedeutet/weggelassen werden soll. Die Goldene Regel, die sich in vielen Religionen finden werden übernommen, Grausamkeiten weggelassen oder relativiert. Wer entscheidet das? Es ist sind Menschen, die die Notwendigkeit von Tieropfern heute ablehnen und das Vorkommen der Goldenen Regel als Hinweis für die Wahrheit heiliger Schrift sehen.

Zitat:
Ich sehe ehrlich gesagt nicht inwiefern ein impersonales Gottesbild fortschrittlicher sein sollte als ein persönliches. Persönliches Gottesbild heißt nicht, dass man Gott in seinem Verstand zu einem 'Übervater' im Jenseits vergötzt. Das ist vielmehr der Missbrauch davon. Pantheismus ist die Lehre das Gott die (gesamte) Natur sei. Zwar kann ich als Bahai - entsprechend der Lehre Bahaullahs - zustimmen, dass sich Gottes Eigenschaften in der Schöpfung wiederspiegeln. Doch bleibt festzuhalten, dass Gott über seine Schöpfung erhaben ist und nicht selbst diese ist. Pantheismus - zumindest in seiner Reinform - erklärt die Materie zu Gott. Damit wird sowohl Gott kleiner gemacht als auch die Schöpfung vergötzt.


Ich habe nicht behauptet, dass es fortschrittlicher wäre. Eine Vergötzung des Universums kann ich nicht erkennen, ich bete weder Sterne, Tiere oder Pflanzen an - warum auch? Es geht eher um das Bewusstsein eingebettet sein in ein größeres Ganzes, das uns umgibt. Die Verbundenheit der Dinge ist auch erfahrbar.

Sofern Gott existiert so kann er von Menschen meiner Meinung nach nicht klein gemacht werden. Was heißt aber nun "persönlicher Gott", wenn es kein Übervater im Jenseits ist oder im Universum zwar widergespiegelt wird aber darüber hinausgeht? Das verstehe ich nicht.

Schönes Wochenende!
Wohlwollen _()_
@Wohlwollen

Zitat:
Das ist eine unbewiesene Annahme. Genaus könnte ich sagen das Universum sei nicht geschaffen und selbstbestehend. Warum soll Gott dafür eine Ausnahme sein?


Nein. Es ist eine Definition. Ein Wesen das nicht völlig selbstbestehen ist wäre für mich nicht Gott. Das dürften derweil wohl auch fast alle anderen Monotheisten so sehen.

Meinetwegen könntest du auch den Begriff "Universum" so definieren, dass es selbstbestehend sei. Das hat nur nichts mit den Begriff Universum zu tun wie er allgemein Verstanden wird.

Zitat:
Das werde ich bei passender Zeit mal lesen. Danke für den Tipp!


Bitte.

Zitat:
Das heißt für mich, dass Menschen interpretieren was aus den Schriften heute noch zeitgemäß ist, was übernommen werden könne und was umgedeutet/weggelassen werden soll.


Es gibt für dieses Zeitalter - so die Überzeugung er Bahai - eine neue Offenbarung: jene Bahaullahs. Bahai sehen die Offenbarung Bahaullahs als die Erfüllung der vorherigen Offenbarungen. Das heißt aber nicht, dass die Gebote und Gesetze der vorherigen Offenbarungen für heute zurecht gebogen werden müssen. Es ist ja gerade ein zentraler Gedanke der Lehre der 'Fortschreitenden Gottesoffenbarung', dass Gott immer wieder zu den Menschen spricht und diese sich nicht zunehmend mehr zusammenschustern müssen.

Zitat:
Die Goldene Regel, die sich in vielen Religionen finden werden übernommen, Grausamkeiten weggelassen oder relativiert. Wer entscheidet das?


Gott. Gott hat die Menschheit als eine "ständig fortschreitende Kultur" (Ährenlese 109,2) erschaffen.

Zitat:
Es ist sind Menschen, die die Notwendigkeit von Tieropfern heute ablehnen und das Vorkommen der Goldenen Regel als Hinweis für die Wahrheit heiliger Schrift sehen.


Menschen entscheiden sich ob sie der neuen Offenbarung folgen oder nicht. Erste Kritiken am Tieropfer finden sich bereits in der hebräischen Bibel. Ebenso wie sich dort auch die Überwindung des Menschenopfers findet.

Zitat:
Eine Vergötzung des Universums kann ich nicht erkennen, ich bete weder Sterne, Tiere oder Pflanzen an - warum auch? Es geht eher um das Bewusstsein eingebettet sein in ein größeres Ganzes, das uns umgibt. Die Verbundenheit der Dinge ist auch erfahrbar.


Die 'Verbundenheit der Dinge' wäre eine ganzheitliche Betrachtung der Schöpfung - vielleicht auch eine Art Ansicht der 'Einheit der Schöpfung'. Dagegen ist auch nichts zu sagen.

Pantheismus in seiner 'reinen Lehre' bedeutet, dass es "kein von der Materie und diesem Weltgebäude unterschiedenes göttliches Wesen [gibt]" und "die Natur selbst, d.i. die Gesamtheit der Dinge, sei der einzige und höchste Gott" (Toland). Halten wir also fest:

1) Die eigentliche Existenz Gottes - eines Wesens jenseits der Schöpfung - wird bestritten
2) Die gesamte Schöpfung wird als Gott betrachtet

Aus monotheistischer Sicht ist daran zu monieren, dass Gott verleugnet wird und die (gesamte) Schöpfung als Götze an seine Stelle gesetzt wird.

Vieles was oft als 'Pantheismus' beschrieben wird entspricht jedoch nicht dieser Lehre, sondern spricht einfach nur davon, dass man Gott irgendwie in der Schöpfung sehen könne. Damit habe ich kein Problem.

Zitat:
Sofern Gott existiert so kann er von Menschen meiner Meinung nach nicht klein gemacht werden. Was heißt aber nun "persönlicher Gott", wenn es kein Übervater im Jenseits ist oder im Universum zwar widergespiegelt wird aber darüber hinausgeht? Das verstehe ich nicht.


Es ging mir darum, dass 'persönlicher Gott' nicht heißt, dass man Gott als 'alten Mann im Himmel' betrachten soll. Das ist vielmehr ein Missbrauch des Konzepts. Zumindest mir geht es beim Hinweis auf Gott als 'persönliches Wesen', dass Gott ein Wesen samt Willen ist und nicht nur ein bloßes Prinzip.

Warum ich Pantheismus ablehne habe ich oben geschrieben.
Filetstück hat folgendes geschrieben:
was lässt euch daran glauben das es gott tatsächlich gibt?


Mein Herz und mein Verstand.
Genau dies lässt auch mich an Gott glauben.
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
Lieber Erich,

das Göttliche, also Gott, beinhaltet meiner Meinung nach all es.

Da wir göttliche Geschöpfe sind haben wir auch alle alles in uns. Es liegt an uns was wir daraus machen.
Aber wir sind uns unserer Stärken sehr oft nicht bewußt, haben nicht das Vertrauen in unsere eigene Schöpferkraft, leider.
Die die sich ihrer Stärke bewußt sind, nützen sie oft sehr schamlos aus, mißbrauchen sie - und oft werden gerade die zu Führern.

Lieben Gruß
Rose


Liebe Rose!

Ja wir haben alles in uns, auch die Negativität und zwar im Ego und Superego, sowie die Liebe und die im Herzen. Wenn wir die Negativität abbauen wollen, müssen wir in unsere Herzen einkehren wollen.

Letztens im Sahajayogacenter habe ich etwas sehr Interressantes gehört. Und zwar, dass in der Evolution vom Wurzel- bis zum Halsschakra unter den diesen zugewiesenen Dietäten die Regel Aug`um Aug`, Zahn`um Zahn` geherrscht hat, und erst Jesus Christus den Bann in der Evolution
mit diesen Umgangsformen gebrochen hat, indem er das Verzeihen eingeführt hat, das gleichzusetzen für das dritte Auge Chakra steht.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!

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