Buddhismus und Baha'i-Glaube


Liebe User vom Geistige Nahrung-Forum!

ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen und habe emotional positive Erfahrungen mit dem Christentum gemacht. Mit 17/18 hatte ich die Bibel in einem Jahr durchgelesen, versuchte dann in einer Gemeinde zu praktizieren und ging über Monate konsequent in die Gottesdienste.

Während meiner Zeit auf der Uni begann ich in der Auseinandersetzung mit der Evolutionstheorie an Gott zu zweifeln. Zumindest die Ausformung der Religion war für mich menschengemacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen persönlichen Gott gibt, der sich für Gebete oder Sühne interessiert, wurde für mich sehr unwahrscheinlich. Und der Glaube an einen persönlichen Gott für mich damit in der Praxis bedeutungslos.

Wenn die Welt und Lebewesen durch Evolution entstanden sind - und die Welt und Lebewesen sind unglaublich komplex - ist es doch extrem unwahrscheinlich, dass diese einfach entstanden sind. Und doch sind sie da. Um wie viel unwahrscheinlicher muss ein Schöpfer sein, der all diese Komplexität erzeugt, die Gedanken von Milliarden liest, ins Weltgeschehen eingreift, Propheten schickt um seinen Willen kund zu tun, usw. Das ist noch weitaus unwahrscheinlicher als dass das Universum zufällig durch Evolution entstanden ist und vielleicht schon seit Ewigkeiten immer wieder nach Naturgesetzen entsteht und vergeht.

Ich begann mich stärker mit der buddhistischen Lehre auseinanderzusetzen und fand darin meine Sicht der Welt wieder. Den Buddhismus sehe ich als Geistestraining, um mit dem Leiden umgehen zu können und Wohlwollen, Mitfreude, Gleichmut, Weisheit, ethisches Verhalten und Achtsamkeit zu kultivieren. Auch andere Lehren, mit denen ich im Christentum kämpfte (z.B. Kommen die Ungläubigen in die Hölle?, Sollte man Homosexuellen wirklich verbieten zusammenzuleben weil es in alten Schriften steht?)

Den Baha'í-Glauben empfinde ich als sympathischen und fortschrittlichen Vertreter des Monotheismus. Viele Lehrpunkte wie Einheit der Menschheit, der Gleichstellung von Mann und Frau, einer Welthilfssprache sehe ich ebenfalls als notwendig an - doch das tun offen gesagt auch sehr viele säkulare, nicht-gläubige Menschen. Als ich las, dass Buddha als ein Prophet in der fortschreitenden Offenbarung im Baha'í-Glauben gesehen wurde, war meine Neugierde geweckt. Wie passt eine nichttheistische Lehre (die Existenz von Göttern wird nicht bestritten, für eine Befreiung ist der Glaube an diese aber unbedeutend) wie der Buddhismus mit der streng monotheistischen Sichtweise des Baha'í-Glaubens zusammen?

Im ethischen Bereich gibt es denke ich mehr oder weniger starke Parallelen aller Religionen. Doch über Dinge wie Metaphysisches (die Beantwortung dieser Fragen lehnte Buddha in den buddhistischen Schriften häufig ab) gehen die Religionen doch starken auseinander. So kennt meines Wissens der Bahà'í-Glaube keine Wiedergeburt und setzt den Glauben an einen einzigen Gott voraus. Im Kitab-i-Aqdas, den ich lesen durfte, fand ich keine Hinweise zu meiner Frage. Dieses Buch fand ich darüber hinaus beeindruckend.

Können mir hier vielleicht Bahá'í weiterhelfen?

Vielen Dank!
Liebe Grüße,
Wohlwollen _()_
Wohlwollen hat folgendes geschrieben:
Doch über Dinge wie Metaphysisches (die Beantwortung dieser Fragen lehnte Buddha in den buddhistischen Schriften häufig ab)


Also der Buddha den ich im Pali Kanon kennen lernen durfte hat sehr wohl auch längere Lehrreden über metaphysische Wahrheiten gehalten. Allerdings setzte er den Fokus, wie auch Bahá'u'lláh, primär auf Wege die zur veredlung des Geistes führen, wodurch natürlich die Metaphysik eine untergeordnete Rolle in der Lehre selbst hat. Aber letztendlich zeichnet das auch eine gute Religion aus.

Wohlwollen hat folgendes geschrieben:
gehen die Religionen doch starken auseinander. So kennt meines Wissens der Bahà'í-Glaube keine Wiedergeburt und setzt den Glauben an einen einzigen Gott voraus. Im Kitab-i-Aqdas, den ich lesen durfte, fand ich keine Hinweise zu meiner Frage. Dieses Buch fand ich darüber hinaus beeindruckend.

Können mir hier vielleicht Bahá'í weiterhelfen?


Das ist leider ein Problem mit dem die Bahaireligion schon länger zu kämpfen hat. Informationen über Buddha fallen in den veröffentlichten Bahaischriften gelinde gesagt äußerst dürftig aus. Abdu'l Baha erwähnt ihn kurz im Buch "Beantwortete Fragen" als einen Prophet gleichrangig neben Jesus der die Einheit Gottes lehrte. Jedoch gibt es keinerlei bezugnahme auf Buddhistische Schriften und dessen konkrete Lehre. Im Buch "Abdul-Baha in London " bezeichnet er den Buddhismus als geistig tot. Moojan Momen, ein moderner Bahai Buchautor, hat ein Buch über das Verhältnis zwischen Bahaitum und Buddhismus veröffentlicht, was aber meiner Meinung nach auch nicht sonderlich zufriedenstellend ist. Er verweist auf die ethischen Parallelen zwischen Buddhismus und Bahaitum und präsentiert einige Stellen aus dem Pali Kanon welche er dann als einen "Monotheistischen Ansatz" uminterpretiert. Bei genauerer Betrachtung des gesammten Kontext dieser Verse ergeben diese jedoch einen komplett anderen Sinn.

In meiner Gemeinde wusste auch keiner weiter, was mich natürlich dazu brachte selber etwas nachzuforschen. Abdu'l Baha sagte das Buddha die Einheit Gottes lehrte, was Buddhisten natürlich streng ablehnen. Jedoch haben meine eigenen Recherchen ergeben das dies absolut stimmt. Buddha lehrte das tatsächlich.

"Wiederum, ihr Bhikkhus, besitzt da ein Bhikkhu Vertrauen, Sittlichkeit, Gelehrsamkeit, Großzügigkeit und Weisheit. Er hört, daß der Brahma; der Hunderttausend langlebig und schön ist und große Freuden genießt. Der Brahma der Hunderttausend hat ein Weltensystem von hunderttausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen.

So wie ein Ornament aus feinstem Gold, von einem klugen Goldschmied besonders geschickt im Brennofen gewirkt, auf rotem Brokat liegend, glüht, leuchtet und funkelt, so ist der Brahma der Hunderttausend darauf aus, ein Weltsystem von hunderttausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen.

Der Bhikkhu denkt: 'Ach, möge ich doch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode im Gefolge des Brahma der hunderttausend wiedererscheinen!' Er richtet seinen Geist darauf aus, lenkt ihn dort hin, entfaltet ihn. Diese Gestaltungen und dieses sein Verweilen, die so entfaltet und geübt wurden, führen dazu, daß er dort wiedererscheint. Dies, ihr Bhikkhus, ist der Pfad, der Weg, der dazu führt, daß er dort wiedererscheint."


(MN 120)

Ich kann mir beim besten Willen keinen Bahai vorstellen der glaubt das Gott nur Hunderttausend Jahre langlebig ist. Obendrauf lehrte Buddha noch das Brahma wie alle anderen auch der Schöpfung unterworfen ist und nicht, wie im Bahai Sinne, erhaben über alles Geschaffene ist.

Du siehst...
Das Verhältnis zwischen Buddhismus und Bahaitum wird wohl auch weiterhin ein ungelöstes Rätsel bleiben. Wirklich schlimm fällt es für die Hindus aus. Krishna wird praktisch nie erwähnt. Allerdings sind die Bezugnahmen und Erklärungen zu Jesus und Mohammed äußerst zahlreich und zufriedenstellend. Die Bahaireligion versteht sich auch primär als Abrahamitische Religion.

Gruß Pommes
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
@Wohlwollen

Ich glaube die Offenbarer der Bahai haben weder den Buddhismus richtig gekannt noch verstanden. Deswegen gibt es vielerlei Widersprüche, die sich nicht auflösen lassen.

Pommes hat folgendes geschrieben:

Wohlwollen hat folgendes geschrieben:
Doch über Dinge wie Metaphysisches (die Beantwortung dieser Fragen lehnte Buddha in den buddhistischen Schriften häufig ab)

Zitat:
Also der Buddha den ich im Pali Kanon kennen lernen durfte hat sehr wohl auch längere Lehrreden über metaphysische Wahrheiten gehalten.


Was Wohlwollen wahrscheinlich meint, ist das Buddha sich nicht mit Fragen wie z.B. warum und wie ist die Welt entstanden ist, oder was der Sinn der Schöpfung sein soll, beschäftigt hat. Sein Fokus lag darauf das Leid zu beenden.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
@Wohlwollen:

Meiner Meinung nach gibt es nicht "DEN" Buddhismus. Unter den Buddhisten selbst gibt es diesbezüglich unterschiedliche Meinungen.

Ich selbst glaube auch, dass wir gar nicht in der Lage sind, die Worte Buddhas adäquat auszulegen. Nicht weil der Glaube unzureichend wäre (ganz im Gegenteil), sondern weil es in der Natur der Sache liegt, dass sich Inhalte und insbesondere deren Bedeutung nach Jahrtausenden komplett ändern.

Deshalb ist der Bezug des Bahá'í-Glaubens zum Christentum und Islam unweit ausgeprägter, als zum Buddhismus.

Das ist meine Meinung dazu...
@Busshari:

Zitat:
Ich glaube die Offenbarer der Bahai haben weder den Buddhismus richtig gekannt noch verstanden.


Die "Offenbarer der Bahai" können ja eigentlich nur Báb und Bahá'u'lláh sein. Da beide meines Wissens sich nicht zum Buddhismus geäußert haben, ist deine These rein spekulativ
Wohlwollen hat folgendes geschrieben:



Ich begann mich stärker mit der buddhistischen Lehre auseinanderzusetzen und fand darin meine Sicht der Welt wieder. Den Buddhismus sehe ich als Geistestraining, um mit dem Leiden umgehen zu können und Wohlwollen, Mitfreude, Gleichmut, Weisheit, ethisches Verhalten und Achtsamkeit zu kultivieren.




Hallo Wohlwollen,

da beschreibst du auch meine Erfahrung.
Und gerade weil ich diese Geistesqualitäten so sehr schätze zieht auch mich die Bahai-Religion an.

Zitat:
So kennt meines Wissens der Bahà'í-Glaube keine Wiedergeburt


Ich verstehe es bisher so, dass Wiedergeburt nicht im wörtlichem Sinne verstanden wird, so wie auch die Begriffe Himmel und Hölle, die ja in fast allen Religionen eine Rolle spielen, nicht als physische Orte verstanden werden.
Von einer Ursache in diesem Leben, die sich auf die Qualität des nächsten Lebens auswirkt, wird wohl schon ausgegangen.

Hast du die "Beantwortete Fragen" von Abdul-Baha schon gelesen? Gerade für Menschen, die sich wegen der Unvereinbarkeit von Wissenschaft und Religion im christlichem Glauben nicht mehr heimisch fühlen, bietet dieses Buch viele Anregungen.

Und zumindest ich habe daraus gelernt, dass die wörtlichsten Interpretationen nicht die sind, die am meisten Sinn machen.

Liebe Grüße
ziraki
Danke für die Antworten!

Zitat:
Ich kann mir beim besten Willen keinen Bahai vorstellen der glaubt das Gott nur Hunderttausend Jahre langlebig ist. Obendrauf lehrte Buddha noch das Brahma wie alle anderen auch der Schöpfung unterworfen ist und nicht, wie im Bahai Sinne, erhaben über alles Geschaffene ist.

Du siehst...
Das Verhältnis zwischen Buddhismus und Bahaitum wird wohl auch weiterhin ein ungelöstes Rätsel bleiben.


Ja, genau. Viele Buddhisten (sofern sie sich mit dieser Frage überhaupt beschäftigen) sehen Götter im Vergleich zu einem erwachten Wesen als unterlegen an. Das Buch des erwähnten Autors hatte ich mir bestellt, bin gespannt was er zum Thema schreibt.

Zitat:

@Wohlwollen

Ich glaube die Offenbarer der Bahai haben weder den Buddhismus richtig gekannt noch verstanden. Deswegen gibt es vielerlei Widersprüche, die sich nicht auflösen lassen.


Auch wenn es - wie weiter oben im Thread erwähnt wurde, spekulativ ist, denke ich da ähnlich. Meines Wissens hatte der Buddha niemals einen unendlichen persönlichen Gott gelehrt. In den Baha'í-Schriften erkenne ich immer wieder die Nähe des Baha'í-Glaubens zu den drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

Zitat:
Meiner Meinung nach gibt es nicht "DEN" Buddhismus. Unter den Buddhisten selbst gibt es diesbezüglich unterschiedliche Meinungen.

Ich selbst glaube auch, dass wir gar nicht in der Lage sind, die Worte Buddhas adäquat auszulegen. Nicht weil der Glaube unzureichend wäre (ganz im Gegenteil), sondern weil es in der Natur der Sache liegt, dass sich Inhalte und insbesondere deren Bedeutung nach Jahrtausenden komplett ändern.


Das ist schon richtig: es gibt nicht "DEN" Buddhismus. Dass eine Lehre aber derart verdreht werden konnte, kann ich mir nicht vorstellen.
Zitat:

Was Wohlwollen wahrscheinlich meint, ist das Buddha sich nicht mit Fragen wie z.B. warum und wie ist die Welt entstanden ist, oder was der Sinn der Schöpfung sein soll, beschäftigt hat. Sein Fokus lag darauf das Leid zu beenden.


Ja, genau das meinte ich damit.

Zitat:
Ich verstehe es bisher so, dass Wiedergeburt nicht im wörtlichem Sinne verstanden wird, so wie auch die Begriffe Himmel und Hölle, die ja in fast allen Religionen eine Rolle spielen, nicht als physische Orte verstanden werden.
Von einer Ursache in diesem Leben, die sich auf die Qualität des nächsten Lebens auswirkt, wird wohl schon ausgegangen.


Ja, das Thema Wiedergeburt ist eine Glaubenssache. Und die Interpretation in der buddhistischen Gemeinschaft ist da recht unterschiedlich. Die einen sehen es tatsächlich als eine nächste Welt (das ich hört auf zu existieren, aber stößt aufgrund des Karmas eine weitere Existenz an). Andere deuten die Wiedergeburt als ständig ablaufenden Prozess, da sich alles um dieses Ich (Körper, Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke) verändern und ständig vergehen und entstehen.

Zitat:
Hast du die "Beantwortete Fragen" von Abdul-Baha schon gelesen? Gerade für Menschen, die sich wegen der Unvereinbarkeit von Wissenschaft und Religion im christlichem Glauben nicht mehr heimisch fühlen, bietet dieses Buch viele Anregungen.


Nein, das hatte ich noch nicht gelesen. Werde ich aber bezeiten noch nachholen. Danke für den Tipp!

LG Wohlwollen _()_
Liebe Freunde,

ich finde, dass dies ein sehr spannendes Thema ist. Ich persönlich habe mich damit etas beschäftigt. Ich finde, dass wir uns vom monotheistischen Gottesbidl lösen sollten - es ist, wie jedes Gottesbild, nicht vollkommen. Die Bahai werden als monotheistisch verstanden, da wir in dieser Welt diese Begrifflichkeiten benötigen, um zu kategorisieren.

Ein Buddhist meinte einmal zu mir, dass auch Buddhisten an etwas Göttliches glauben. Dies sei jedoch sehr abstrakt. Genauso wie Baha'u'llah sagt, dass Gott erhaben sei über jede Beschreibung Seines Wesens.

Im Buch "Tabernakel der Einheit" geht Baha'u'llah auf Fragen eines Zoroastriers hinsichtlich Zoroastrismus und Hinduismus ein; Er beantwortet auch Fragen hinsichtlich des Gottesbildes und bestätigt Monotheismus und Pantheismus,; erklärt jedoch auch, dass beide nicht ausreichend sind.

Ich habe im Moment leider kaum Zeit, hier zu posten. Helfen kann dir bei dieser Frage eigentlich nur ein Bahai, der vormals Buddhist war. Vielleicht etwas schwierig hier in europa. Ich kenne einen; vielleicht kann ich ihn dir als E-Mail-Kontakt beschaffen? Wenn ja, dann schicke mir einfach eine persönliche Nachricht.

Liebe Grüße,
Yahia
_________________
https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Hallo Yahia,

ich habe eine PN an Dich gesendet.

Liebe Grüße,
Wohlwollen _()_
Wohlwollen hat folgendes geschrieben:
Liebe User vom Geistige Nahrung-Forum!


Herzlich willkommen Wohlwollen!

Hitman hat folgendes geschrieben:
Meiner Meinung nach gibt es nicht "DEN" Buddhismus. Unter den Buddhisten selbst gibt es diesbezüglich unterschiedliche Meinungen.


Wie es auch nicht "DIE" Baha'i Religion gibt, da gibt es auch unterschiedliche Meinungen.

Wir können also ca. 6 Millionen Weltanschauungen mit ca. 500 Millionen Weltanschauungen vergleichen. Die Kombinatorik (falls die dafür zuständig ist) lehrt uns, dass da eine richtig große Zahl rauskommt.

Hitman hat folgendes geschrieben:
Ich selbst glaube auch, dass wir gar nicht in der Lage sind, die Worte Buddhas adäquat auszulegen. Nicht weil der Glaube unzureichend wäre (ganz im Gegenteil), sondern weil es in der Natur der Sache liegt, dass sich Inhalte und insbesondere deren Bedeutung nach Jahrtausenden komplett ändern.

Deshalb ist der Bezug des Bahá'í-Glaubens zum Christentum und Islam unweit ausgeprägter, als zum Buddhismus.


Das heißt 2000 Jahre geht noch, 2500 Jahre sind aber zuviel, weil sich da dann alles komplett ändert?

Hitman hat folgendes geschrieben:
Die "Offenbarer der Bahai" können ja eigentlich nur Báb und Bahá'u'lláh sein. Da beide meines Wissens sich nicht zum Buddhismus geäußert haben, ist deine These rein spekulativ


Wenn sich die göttlichen Offenbarer nicht zum Buddhismus geäußert haben ist der ganze Thread sehr spekulativ.

Yahia hat folgendes geschrieben:
Helfen kann dir bei dieser Frage eigentlich nur ein Bahai, der vormals Buddhist war.


Das ist die denkbar schlechteste Methode. Wenn Konvertiten das Verhältnis der ehemaligen Religion zur momentan gewählten Religion beschreiben kommt nichts sachliches raus, egal welche Religionen betroffen sind.

Generell zum Thema, das uns hier immer wieder beschäftigt:

Zwischen der Baha'i Religion und dem Buddhismus, wie auch zwischen allen anderen Religionen und oft auch Konfessionen innerhalb der Religionen, gibt es Gemeinsamkeiten (das ist gut so) und Unterschiede, und diese Unterschiede sind auch nichts Schlechtes, deshalb sollte man sie so stehen lassen wie sie sind.

Von den Baha'i liest man immer wieder das Gleichnis, dass alle Religionen wie verschiedene Blumen auf einer Wiese sind. Doch in diesem Sinne halten es einige leider immer wieder für notwendig zu beweisen, dass "Alle Blumen in Wirklichkeit Rosen sind!" oder "Dass ein Gänseblümchen in Wirklichkeit früher auch mal eine Rose war!".

Und warum? Weil ein fehlbarer Mensch (Abdul Baha) Aussagen diesbezüglich gemacht hat, und man diesem Menschen eine dogmatische Unfehlbarkeit zugesprochen hat. Daher sehe ich das Problem weniger im Verhältnis von Baha'i Religion und Buddhismus, sondern in einem kritischen Verhältnis der Baha'i Religion zu sich selbst und der Frage "Kann sich Abdul Baha auch einmal geirrt haben?" Da, wie bereits angesprochen, die göttlichen Offenbarer hier nicht einmal selbst betroffen sind ist es mMn eigentlich kein großes Problem.