Buddhismus und Baha'i-Glaube


luschn hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
@Long Road

Zitat:
Wie es auch nicht "DIE" Baha'i Religion gibt, da gibt es auch unterschiedliche Meinungen.

Wir können also ca. 6 Millionen Weltanschauungen mit ca. 500 Millionen Weltanschauungen vergleichen. Die Kombinatorik (falls die dafür zuständig ist) lehrt uns, dass da eine richtig große Zahl rauskommt.


Das stimmt sicher. Gleichwohl gibt die Bahai-Religion aber ein wesentlich einheitlicheres Bild als der Buddhismus.


Warte noch 2500 Jahre, dann kannst du einen Vergleich zwischen dem jetzigen Buddhismus und der zukünftigen Bahai-Religion bezüglich Einheitlichkeit ziehen.


Ändert aber nichts an dem jetzigen Zustand...
Tobias hat folgendes geschrieben:
Ändert aber nichts an dem jetzigen Zustand...


Ich möchte ja niemanden in den Rücken fallen...
Aber auch der Bahaismus hat schon seine Abspaltungen erfahren. Nur weil es unter den Bahai üblich ist jene zu ignorieren heißt das nicht das es sie nicht gibt. Deshalb würde ich den geistigen Wert einer Religion nicht daran fest machen wie viele Konfessionen es davon gibt.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
@Pommes:

Ja und nein. Prinzipiell kann ich auch eine "was-auch-immer-Sekte" gründen und es Bahai 2.0 nennen. Der essentielle Unterschied ist aber das Baha'u'llah eine eindeutige Nachfolgeregelung (den Bund) getroffen hat. Das gab es so bisher nicht. Damit wurde die Baha'i vor Abspaltungen gewahrt oder wie Prof. Figl sagt:" vor ernst zu nehmender Abspaltung gewahrt..."

Über den Bund sollten wir aber einen eigenen Thread aufmachen.
Hitman hat folgendes geschrieben:
@Pommes:

Ja und nein. Prinzipiell kann ich auch eine "was-auch-immer-Sekte" gründen und es Bahai 2.0 nennen. Der essentielle Unterschied ist aber das Baha'u'llah eine eindeutige Nachfolgeregelung (den Bund) getroffen hat. Das gab es so bisher nicht.


Buddha tat das zuvor und Jesu durch die Apostel auch.

Hitman hat folgendes geschrieben:
Damit wurde die Baha'i vor Abspaltungen gewahrt oder wie Prof. Figl sagt:" vor ernst zu nehmender Abspaltung gewahrt..."


Nochmal: nur weil es unter den Bahai üblich ist die Abspaltungen nicht ernst zu nehmen heißt das nicht das diese nicht existent sind. Die Abspaltungen der Religion als unidentisch mit der Mutterreligion zu klassifizieren ist Religionshistorisch ein alter Hut. Gegen die Orthodoxen und Evangelen wurde genauso argumentiert. Deshalb empfinde ich das Argument den geistigen tot des Buddhismus an den vielen Konfessionen fest zu machen als ungerecht. Man könnte genauso gegen die Bahai argumentieren.

Hitman hat folgendes geschrieben:
Über den Bund sollten wir aber einen eigenen Thread aufmachen.


Die Theravada Buddhisten sehen sich in einem ähnlichen Bund. Die Theravada führen sihre Abstammung auf die erste Mönchsgemeinde des Buddha zurück. Für sie gildet es die Lehre Buddhas über die Jahrhunderte hinweg so authentisch wie möglich weiterzugeben. Sola scriptura versteht sich, wodurch niemals größere Änderungen in ihrer Lehre statt gefunden haben.

Warum nutzen wir diesen Therad nicht als Analyse zu den Gemeinsamkeiten zwischen Buddhismus und Bahaismus? Warum suchen wir nicht nach logischen und befriedigenden Argumenten die erläutern inwieweit die vorangegangene Religion des Buddhismus mit dem Bahaismus verbunden ist? Ich baue lieber Brücken als welche einzureissen. Wohlwollen fragte inwieweit der Bahaismus den Buddhismus mit sich vereinbar sieht und alles was ihr entgegnet wird ist das die heutige Lehre Buddhas nicht identisch mit der damaligen ist bzw. eine verfälschte Form dieser ist. Das ist nicht sonderlich befriedigend...
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Pommes hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Ändert aber nichts an dem jetzigen Zustand...


Ich möchte ja niemanden in den Rücken fallen...
Aber auch der Bahaismus hat schon seine Abspaltungen erfahren. Nur weil es unter den Bahai üblich ist jene zu ignorieren heißt das nicht das es sie nicht gibt. Deshalb würde ich den geistigen Wert einer Religion nicht daran fest machen wie viele Konfessionen es davon gibt.


Im Buddhismus gibt es verschiedene 'Konfessionen', die auch unabhängig voneinander existieren können. Das gibt es im Bahaitum nicht. Es gab zwar immer wieder Versuche an bestimmten Schnittpunkten einen anderen Weg zu gehen als den der vom Bab, Bahaullah, Abdulbaha und Shoghi Effendi vorgesehen war und ist; doch scheiterten diese Versuche letztlich. Sie zogen nie eine nachhaltige Anhängerschaft an und konnten auch fast kein eigenständiges und stabiles Gemeindeleben aufbauen. Entsprechend sind die meisten dieser Bewegungen nach einigen Jahren eingegangen oder existieren noch als Kleinstgemeinschaften.

Ich für meinen Teil will hier auch keine Religion deswegen als 'schlechter' betiteln, well es Schismen in ihr gab. Oft gibt es für diese durchaus nachvollziehbare Gründe.

Das es in der Bahai-Religion aber nie ein nachhaltiges Schisma gab bleibt trotzdem eine religionsgeschichtliche Tatsache. Entsprechend bietet die Bahai-Religion - das war meine ursprüngliche Aussage - eben ein einheitlicheres Bild als der Buddhismus als Religion, wo es teilweise drastische Unterschiede gibt. Gleichwohl muss man - vielleicht liegt da die Irritation - natürlich zugeben, dass dem das Bahai-Verständnis von Einheit zugrunde liegt. Nämlich einer Einheit in der Vielfalt.
@Pommes

Zitat:
Nochmal: nur weil es unter den Bahai üblich ist die Abspaltungen nicht ernst zu nehmen heißt das nicht das diese nicht existent sind. Die Abspaltungen der Religion als unidentisch mit der Mutterreligion zu klassifizieren ist Religionshistorisch ein alter Hut. Gegen die Orthodoxen und Evangelen wurde genauso argumentiert. Deshalb empfinde ich das Argument den geistigen tot des Buddhismus an den vielen Konfessionen fest zu machen als ungerecht. Man könnte genauso gegen die Bahai argumentieren.


Der von 'Hitman' zitierte Figl ist kein Bahai und selbst Professor für Religionswissenschaft.

RKK und die Orthodoxe Kirche sind beide aus einem Schisma entstanden. Sie sind beide allein aus sich selbst heraus existenzfähig. Ein solches Ereignis gab es in der Religionsgeschichte der Bahai nicht. An bestimmten Schnittpunkten sind jeweils eine Hand voll Leute eine andere Richtung gegangen als dies vom Bab, Bahaullah, Abdulbaha und Shoghi Effendi vorgesehen war. Nach spätestens einigen Jahrzehnten waren fast alle dieser Bewegungen im Sande verlaufen. Eben weil sie es nie schafften unabhängige Strukturen zu errichten oder nachhaltig Anhänger zu gewinnen. Es kann also von keinem ernsthaften Schisma und auch von keiner ernsthaften Abspaltung die Rede sein.

Dieser Umstand hatte und hat verschiedene Ursachen. Eine davon sind die von 'Hitman' schon angesprochenen Vorkehrungen in den heiligen Schriften der Bahai bezüglich der Nachfolge und der Gemeindeinstitutionen.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Im Buddhismus gibt es verschiedene 'Konfessionen', die auch unabhängig voneinander existieren können. Das gibt es im Bahaitum nicht. Es gab zwar immer wieder Versuche an bestimmten Schnittpunkten einen anderen Weg zu gehen als den der vom Bab, Bahaullah, Abdulbaha und Shoghi Effendi vorgesehen war und ist; doch scheiterten diese Versuche letztlich. Sie zogen nie eine nachhaltige Anhängerschaft an und konnten auch fast kein eigenständiges und stabiles Gemeindeleben aufbauen. Entsprechend sind die meisten dieser Bewegungen nach einigen Jahren eingegangen oder existieren noch als Kleinstgemeinschaften.


Ich würde eine religiose Gemeinschaft nicht an ihrer Mitgliederzahl fest machen. Auch hier könnte es für den Bahaismus eng werden, welcher global betrachtet doch eine sehr geringe Mitgliederschaft beinhaltet. Sogar die später entstandenen Ahmadiyya haben mehr Mitglieder. Oder die früher entstandenen Mormonen.

Fakt ist das Abspaltungen existent sind, egal ob man dären Bedeutung herunter redet.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Das es in der Bahai-Religion aber nie ein nachhaltiges Schisma gab bleibt trotzdem eine religionsgeschichtliche Tatsache.


Definiere "nachhaltig".

Tobias hat folgendes geschrieben:
Entsprechend bietet die Bahai-Religion - das war meine ursprüngliche Aussage - eben ein einheitlicheres Bild als der Buddhismus als Religion, wo es teilweise drastische Unterschiede gibt.


Wieso "drastisch"? Die Theravada sind nachweislich die älteste Buddhistische Richtung und trotzdem sprechen sie den anderen Buddhistischen Konfessionen nicht das Heil ab. Der Buddhismus definiert sich primär an den vier edlen Wahrheiten des Buddha.
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Tobias hat folgendes geschrieben:
RKK und die Orthodoxe Kirche sind beide aus einem Schisma entstanden. Sie sind beide allein aus sich selbst heraus existenzfähig. Ein solches Ereignis gab es in der Religionsgeschichte der Bahai nicht. An bestimmten Schnittpunkten sind jeweils eine Hand voll Leute eine andere Richtung gegangen als dies vom Bab, Bahaullah, Abdulbaha und Shoghi Effendi vorgesehen war. Nach spätestens einigen Jahrzehnten waren fast alle dieser Bewegungen im Sande verlaufen. Eben weil sie es nie schafften unabhängige Strukturen zu errichten oder nachhaltig Anhänger zu gewinnen. Es kann also von keinem ernsthaften Schisma und auch von keiner ernsthaften Abspaltung die Rede sein.


Sie sind eben nicht im Sand verlaufen. Reform-bahai existieren weltweit, orthodoxe-Bahai existieren weltweit und neulich habe ich gelesen das es auch noch einige Babis im Iran gibt. Auch wenn die Mitgliederzahl dieser Bewegungen äußerst gering ausfallen, so haben doch alle ein aktives unabhängiges Gemeindeleben. "Ernsthaft" bedeutet nur das diese im religiosen Leben der Bahai keine größere Rolle spielen, aber das schließt nicht dären Existenz aus. Wollen wir den Bahai aufgrund dieses Umstandes auch die Authenzität mit der Lehre Bahaullahs absprechen? Wohl kaum. Warum dann bei den Buddhisten?
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Zitat:
Reform-bahai existieren weltweit

Hmmm...deshalb laden die ja auch zum Fireside in Michigan, USA, ein, gelle?
Die Welt muß klein sein
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
dtrainer hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Reform-bahai existieren weltweit

Hmmm...deshalb laden die ja auch zum Fireside in Michigan, USA, ein, gelle?
Die Welt muß klein sein


Wow, lieber dtrainer. Ganze 2 Wochen hat dein Vorsatz diesmal gehalten mich für immer zu ignorieren. Ein neuer Rekord?

Und was ist bitte das "Fireside"?
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